Sprache der Dinge – Language of Things

Materialität, Realität und Konfliktivität in Museologie, Archäologie und anderen dinglichen Wissenschaften / Materiality, reality and conflictivity in museology, archaeology and other material sciences

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Der Grenzturm in Kühlungsborn / Baltic Border Tower at Kühlungsborn, Germany.

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Als ich an der Ostsee war, besuchte ich zwischendurch auch ein ganz kleines Museum: Den Ostseegrenzturm in Kühlungsborn. Ein Museum das zeigt, dass man auch mit einem winzigen Raum und viel Engagement viele Menschen erreichen, informieren und zum Denken anregen kann.

Der Ostseegrenzturm besteht eigentlich nur aus dem Grenzturm, der noch immer steht, und einem kleinen Raum mit Ausstellungsstücken. Dazu noch eine große Infotafel draußen, die für alle zugänglich ist – fertig ist das Museums”gelände”. Wie man auf der Internetseite sehen kann, besteht das Museum erst seit 2012, der Ausstellungsraum selber wird vom Ostseebad Kühlungsborn finanziert.

Was mich wirklich beeindruckt hat, ist die Unmittelbarkeit des Museums. Der Turm an sich ruft natürlich Interesse wach, aber dass die Informationen gratis per großer Infowand vor dem Turm zur Verfügung gestellt werden, ist großartig. Da der Museumsraum an sich nur zweimal wöchentlich geöffnet ist, bietet die Infowand auch außerhalb der Öffnungszeiten die Möglichkeit zu erfahren was das Anliegen des Museums ist und einigen grundlegende Informationen. Und da waren immer Menschen. Jedesmal wenn ich dort vorbeikam, wurde gelesen, fotografiert, miteinander geredet. Offenbar wildfremde Memschen erzählten sich von ihren Erfahrungen zu DDR-Zeiten oder über ihren Eindruck des Gelesenen. Kommunikation war einfach vorhanden, kam von innen heraus.

Und als ich den Museumsraum selber dann betreten hatte, muss ich sagen: es braucht das Museum fast nicht, die Infowand & der Turm würden auch alleine funktionieren. Der Raum ist relativ klein und in hellblau & weiß gehalten, vor allem gibt es dort viele Objekte zum Anschauen und auch einige Medien, wie Filme, Hörstationen, Bücher. An sich ist er recht schlicht gestaltet und wirft den Besucher so zurück auf die Ausstellungsstücke und die Informationen (die das wiederholen was schon  an der Infotafel draußen steht). Aber es gibt auch eine kleine Sitzmöglichkeit, einige Menschen blieben einfach dort sitzen und vertieften sich in die Informationen. Wer möchte, kann auch draußen den Turm besteigen, was ich jedoch nicht gemacht habe.

Ostseegrenzturm Kühlungsborn sprachederdinge blog

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Aber das sind eigentlich, meiner Meinung nach, eher Dinge die die Grenze begreifbar machen und unseren Wunsch nach direktem Erfahren erfüllen. Viel viel wichtiger uznd großartiger ist es, dass der Verein es mit dem Museum geschafft hat, Menschen zueinander zu bringen. Im Deutschen Historischen Museum oder bei “Alltag in der DDR oder im Einkaufszentrum habe ich fast niemanden von seinen persönlichen DDR-Erfahrungen oder den Eindrücken beim Lesen einer Infotafel reden hören, noch dazu mit Menschen die man gar nicht kennt und die einfach zufällig neben einem stehen.

Großartig!

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ENGLISH VERSION

The Baltic Border Tower at Kühlungsborn is a really small museum right at the shores of the Baltic Sea. I visited there some months ago and was absolutely smitten by what is possible within such a small museum. YOu can reach so many people and make them communicate and engage if you just do it properly!

The Baltic Border Tower consists mainly of the original Border Tower and a small building with an exposition at the side. And, even more important, there is a huge information wall outside the building roght beside the Tower, that gives all the information that may also be seen inside the building: on the history of the Tower, the history of the refugees from the former GDR and how the local population was involved in the escapes and on the other hand in the supervision of every one who tried to get away. So, these three parts are the museum area in itself and as you may see on the internet site it has been about for only 3 years, since 2012. The building itself is financed by the community of Kühlungsborn, the Tower and the information wall is curated and maintained by the association that founded the museum.

What impressed me most was the immediacy of the museum. Of course, the Tower stirs interest but its really the information wall beside it that is really great. As the museum building is only open twice a week, it works as an opportunity to get information on the museum, the Tower and the story of this partcilar area of the German-German border from 1961 – 1989. And: it is used by a lot of people who see the Tower and want to know what it is. There were always people reading the informations, showing each other photos and talking about the facts mentioned. They took photos of themselves, talked to one another and even complete stranger took to telling each other their experiences during the GDR or about their impressions from reading the stories about spectacular escapes from the GDR or the permanent supervision of everyday life along the former GDR border. Communication was in the air, it came from the people, almost everyone was keen to particpate and communicate.

When I entered the museum it became clear that it is almost not necesarry to have this building apart form the Tower and the wall. The room is realtively small, done in white and clear blue and it contains mainly a lot of objects to touch and see and get an impression of the surveillance of the border and the escape devices used by the refugees. It is done very simply and concentrates on the objects, offering the same information as can be got at the wall outside. But there are also places to sit, have a quiet look and read. If you like you may also climb the Tower – which I didn´t. The obejcts at the exposition are mainly there te get a hands-on experience of border surveillance, they fulfill our wish to have real objects related to the histories told at the information wall. But what is much more important is that the association succeeded in bringing people to talk to each other, to share histories and impressions. I didn´t see any like that at the German Historical Museum in Berlin, the biggest museum on German History in Germany. Or at “Everyday life at the GDR“. To talk to people you don´t even know? Share your personal ideas and impressions just because you read some text on an information wall? It´s well done if you succeed like that as an organization dedicated to German history.

Great!

 


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Citing: Publishing Archaeology: is archaeology relevant? Or is “relevance” irrelevant?

Ich möchte hier gerne einen Link einfügen zu einem Blogbeitrag von Michael Smith, Mesoamerikanistik mit Fokus auf vorspanischer Urbanität.

Sein Artikel: “Publishing Archaeology. Is archaeology relevant? Or is “relevance” irrelevant?” kam über einen Retweet auf meinen Twitteraccount und ich möchte ihn auch gerne hier einfügen.

Bitte, lesen, nachdenken, umdenken!

And in English: 

This link came to me from a retweet and its a blog post by Michael Smith, archaeologist with a special focus on mesoamericanic prehispanic urbanity and neighborhoods as well as communication with other sciences. Its so great that I would like to post it here as well!

Publishing Archaeology. Is archaeology relevant? Or is “relevance” irrelevant?”

Please read, think and think again!


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Rezension: D. Mölders & S. Wolfram (Hrsg.) “Schlüsselbegriffe der Prähistorischen Archäologie”

Der Waxmann Verlag war so freundlich mir ein Exemplar des 2014 erschienenen Sammelbandes “Schlüsselbegriffe der Prähistorischen Archäologie” zuzusenden, herausgegeben von Doreen Mölders & Sabine Wolfram. Vielen Dank an den Verlag, dass Sie auch Internetpublikationen als so wertvoll betrachten dass Sie mich kontaktieren! Aufgrund von Zeitbeschränkungen und der generell unbezahlten Arbeit für diesen Blog kann ich nicht immer alles rezensieren, was mir angetragen wird, sondern beschränke mich auf die Publikationen, die es mir wirklich wert sind. So auch im Fall dieses (es sei vorab gesagt!) großartigen Buches.

Alleine der Titel klang so, dass ich mir vorstellte hier gebündelte, aktuelle Informationen zu erhalten, in einer kurzen, übersichtlichen Fassung. Genau das Richtige um während einer wissenschaftlichen Arbeit kurz nachzuschlagen, weiterführende Literatur vorgeschlagen zu bekommen und einen ersten Eindruck eines Schlüsselbegriffes mitzunehmen. Soweit meine Idee. Dass die Reihe “Tübinger Archäologische Taschenbücher“, aus der das Buch stammt, von Manfred K.H. Eggert mit herausgegeben wird war ein zusätzlicher Pluspunkt, da ich seine Arbeiten generell sehr schätze. Da ich aber keine Deutschland-zentrierte Forscherin bin, sind mir die Diskurse und Ideen der Prähistorischen Archäologie zwar bekannt, aber ich bin nie ganz up to date, da Diskurse in Lateinamerika noch einmal andere sind als hierzulande. Dazu der fachspezifische und persönliche Forschungsfokus – schon ist man in vielen Debatten nur am Rande dabei, und nur in sehr wenigen wirklich drin. Um so wichtiger ist es zu wissen wo man fundierte, kurz gehaltene Informationen bekommen kann wenn man in ein Thema tiefer einsteigen will.

Als das Buch vor mir lag war schnell klar, dass es noch viel besser war als gedacht. Alleine die Liste der Autoren für die einzelnen Schlüsselbegriffe las sich für mich wie ein Who-is-Who aktueller Themen mit denen ich in den letzten ein-zwei Jahren immer wieder zu tun hatte:

Sebastian Brather, zum Thema Ethnos. Stefan Schreiber, zum  Thema Materielle Kultur. Stefanie Samida, Manfred K.H. Eggert, Cornelius Holtorf, Miriam Senecheau, Susan Pollock, Reinhard Bernbeck und Julia Koch, um nur die zu nennen von denen ich schon Publikationen kannte und schätzte. Auch die gewählten zentralen Schlüsselbegriffe bilden einen Mikrokosmos der momentanen Debatten in der archäologischen Forschung – und damit meine ich nicht nur die deutsche, sondern auch die englischsprachige und zum Teil auch die lateinamerikanische. Vieles davon deckte sich mit Themen, die hier im Blog schon öfter auftauchten: “Archäologie und Kunst”, “Archäologie und Öffentlichkeit”, “Archäologie und Politik”. “Materielle Kultur”, “Postkoloniale Archäologie”, “Strukturalismus”, “Kulturbegriff”. “Lebensbilder”, “Landschaftsarchäologie”, “Ethnos”. Dazu die eher klassischen, von mir erwarteten: “Analogie”, “Archäologie(n)”, “Klassifikation”, “Gräberanalyse”, “Typologie”, “Weltsystem”, “Stratigraphie” und so weiter. Also wichtige, grundlegende methodische Begriffe und dazu Themen, die von vielen mitdenkenden Menschen und Wissenschaftlern dieser Tage immer wieder besprochen werden. Insgesamt eine großartige Auswahl von 57 Themen und Schlüsselbegriffen.

Jeder einzelne wird von einem, in Einzelfällen auch zwei, Autoren bearbeitet und auf 3-4 Seiten kurz vorgestellt. Am Ende stehen 3-5 essentielle Literaturvorschläge, alle weiteren finden sich in einem extensiven Literaturverzeichnis am Ende des Buches, sodass auch noch mehr weiterführende Recherchen möglich sind, wenn man das gerne möchte.

Da ich das Buch gerne zeitnah besprechen wollte, gebe ich gerne zu dass ich nicht alle Beiträge gelesen habe, sondern eher die Hälfte. Davon bezog sich ein Großteil auf Themen, die interdisziplinäre und eher konfliktive Themen betreffen (“Postkoloniale Archäologie”, “Archäologie & Medien”, etc.). Aber auch eher sehr fachspezifische wie “Typologie”,  “Zentralort” oder “Weltsystem” waren dabei. Jeder Schlüsselbegriff wird zunächst kurz (im Bezug auf die Archäologie und ihre Nachbarwissenschaften oder für sich allein) definiert, dann historisch aufgearbeitet und am Ende in einer kurzen kritischen Betrachtung zusammengefasst. Die Texte sind durchdrungen mit kritischen Bewertungen der jeweiligen forschungsgeschichtlichen Nutzung des Begriffes oder des Beziehungsgeflechtes (wenn es z.B: um Themen wie “Archäologie und …..” geht) und enthalten immer wieder weiterführende Literaturangaben zu zentralen Werken die mit dem Begriff in Beziehung stehen sowie auf andere Schlüsselbegriffe im Buch selber, sodass man kreuzlesen kann.

Obwohl ich sonst sehr kritisch bin, ist es mir schwergefallen an diesem Buch etwas Negatives zu finden. Natürlich erlaubt es die Kürze der Beiträge nicht, besonders intensive detaillierte Auseinandersetzungen mit den Begriffen anzubieten – das ist ja auch nicht das Anliegen. Manchmal wollte ich mehr wissen, mehr lesen, mehr erfahren – aber die Autor/in bot eben einen kurzen Anschnitt des Themas und kein ganzes Buch dazu. Das ist auch gut so, denn meine Zeit erlaubt es eigentlich nicht zu jedem Begriff ein ganzes Buch zu lesen. 3-4 Seiten sind dagegen perfekt! Was mich an manchen Stellen etwas störte war die Konzentration von Leseempfehlungen auf Publikationen des Autors selber. Allerdings kam dies nur selten vor und konnte durch Blättern im Literaturverzeichnis am Ende auch umgangen werden – immerhin werden dort alle genannten Publikationen noch einmal aufgelistet.

Ein weiterer positiver Punkt für mich war die Bezugnahme auf Schlüsselbegriffe der englischsprachigen Archäologie, die mittlerweile auch nach Deutschland hinübergreifen. In vielen Texten kamen auch die englischen Schlüsselbegriffe vor, sodass ein schneller Einblick in diese Debatten ebenfalls möglich ist.

Prinzipiell ist es also ein großartiges Buch, das viele Themen aufgreift die absolut notwendig sind und den Blick schärft für ihre historische Entstehungsgeschichte und Zusammenhänge mit politischen, sozialen oder interdisziplinären Gegebenheiten. Gleichzeitig ist es ein Grundlagenbuch das jedem Studenten der Archäologie eine kurze Einführung in essentielle Begriffe des Faches anbietet, ohne dabei langatmig oder verschwurbelt daher zu kommen. Kurze Erklärung, kurzer Kontext, kurze Zusammenfassung + Literatur. Punkt. Und daher anders als die anderen Einführungswerke in die Prähistorische Archäologie der letzten 15 Jahre, die ich zwar auch mag, aber die eben genau dieses Kurze meist nicht bieten. Oder die zwar eine Einführung bieten, aber interdisziplinäre Themen rauslassen oder nur kurz angehen. Gerade diese finde ich aber immens wichtig weil sie die Lebenswirklichkeit des Faches mitbestimmen. Insofern finde ich gerade die Zusammenstellung der Themen immens wichtig und genau richtig. Wir müssen wissen was eine Typologie ist, aber wir sollten uns auch mit dem Thema “Archäologie und Medien” befasst haben – wenigstens am Rande! Diese Mischung von fachinternen Begriffen und in die Gesellschaft hinüberreichenden Themen ist es, die dieses Buch für mich absolut herausragen lässt.

Schlüsselbegriffe der Prähistorischen Archäologie

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Mini-Museum oder Die Vergangenheit im Getränkemarkt./ Mini-Museum or: History at the Corner Shop

Wann ist ein Museum eigentlich ein Museum? Wenn es mehrere Räume hat? Oder viele Besucher? Oder dauerhaft in der sozialen Gemeinschaft verankert ist? Die ICOM sagt ja: “Ein Museum ist eine gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zum Zwecke des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt.“ (ICOM 2006). Ein Ausstellunghaus hingegen: Haus, das im Wesentlichen auf eine eigene Sammlung verzichtet, aber auch keine Verkaufsausstellungen veranstaltet.” Gedenkstätten? Und was ist mit Folgendem:

Im berliner Stadtteil Friedrichshain gibt es ein “Museum”, dass eigentlich nur aus drei Billy-Regalen besteht und das mitten im Getränkemarkt aufgebaut ist. Dort steht es seit Jahr und Tag und jeder Besucher/Käufer kommt dran vorbei. Viele bleiben stehen, schauen, fragen etwas zu den Objekten. Friedrichshain liegt im Osten der Stadt, also im ehemals sozialistischen Gebiet der DDR. Und der Besitzer des Getränkemarktes hat hier Objekte ausgestellt, die nur ein einziges Merkmal eint: sie alle stammen aus der DDR und gehören zur Alltags-Welt dieses vergangenen Staates. Von der Brause (aka Limonade) bis zum Radio ist einiges vertreten und auf Nachfrage erzählte er mir, das alles hätten ihm Kunden vorbeibracht, die Ausstellung ist also im Wachsen begriffen. Warum aber stellt er das hier alles aus? Was ist der Zweck davon und was die Motivation, das alles abzustauben und zu erweitern? Der Besitzer sagte einfach nur: “Wir hatten die Sachen zuhause und denn ham die Kunden da immer ooch ma wat mitjebracht! Und nu steht dit ehm hier!”.

Kleine Museen, wie etwas die Heimatstube in Raddusch, oder eben die drei Billy-Regale im Getränkemarkt gehören ganz sicher zu den “Wilden Museen” *. Ein Museum der Kleinen Leute. Hier steht das Objekt nur für sich, es wird nicht abgegrenzt, es ist kein Bild, Symbol für irgendetwas (Janelli 2012: 28). Nein, es soll uns einfach nur erinnern an etwas das war. Das so nicht mehr existiert, aber in uns noch weiterlebt. Ganz ohne Beschriftung und Erklärung sprechen hier die Dinge für sich selbst. für manche als Erinnerungs-Jogging, für andere als exotisches Ding aus vergangenen Zeiten ohne jegliche Verbindung zu einem selbst. Hier kommen Menschen ins Gespräch – darüber was das für Dinge sind, wofür sie benutzt wurden. Sie erzählen einander davon, wie schwer es war diese Dinge zu bekommen in der sozialistischen Planwirtschaft.

Es ist eine sehr lebendige Sache, so ein Minimuseum im Getränkemarkt. Und es ist nicht so konsumbasiert wie andere Ausstellungen in Einkaufszentren, und auch nicht effektheischend. Es ist eher eine Erinnerung und ein Gesprächsgrund. Lebendige Geschichte – für den, der sich darauf einlassen will.

*A. Janelli, 2012. Wilde Museen. Zur Museologie des Amateurmuseums. Transcript Verlag.

Museum im Getränkemarkt - Sprache der Dinge Blog

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Foto 3 Foto 2ENGLISH VERSION

When is a Museum a Museum? Is there a minimum size? Or a minimum amount of visitors? Or does it have to be permanently linked to its surrounding society? The ICOM says: “A museum is a non-profit, permanent institution in the service of society and its development, open to the public, which acquires, conserves, researches, communicates and exhibits the tangible and intangible heritage of humanity and its environment for the purposes of education, study and enjoyment.” (ICOM 2007). What about “exhibition buildings” that don’t have their own collections but exhibit? And what about memorial places – “A memorial is a structure built in order to remind people of a famous person or event.”? And what about the following:

In the Berlin neighborhood of Friedrichshain, there’s a museum that consists mainly of three shelves that are placed directly in a small super market. It has been there for some years and every day visitors / clients come along and have a look at it while buying drinks and alcohol. Many of them stop for a minute and start chatting about the things at display, talking to each other, asking the proprietor about his collection or just remembering events related to these objects in their own lives. Friedrichshain is located at the Eastern part of Berlin and belonged to the former socialist GDR. And the proprietor has on display objects from GDR-times. They all belonged to the everyday life of this lost state: starting with lemonade bottles and up to radios there’s almost everything on display and when I asked him how the things got here and if they belonged to him, he told me that clients had started to bring these things over and are still doing it. The collection is growing. But why does he exhibit these objects? What´s his motivation? Where does the energy to preserve these things come from, to look after them and have them cleaned all the time? The only answer I got was: “Well, we had these things at home, then we put them here, the clients started to bring other things around and now they are just here!”.

Small museums, as the typical local museum consisting of one or two small rooms crammed with objects collected by a mostly private person, or these three shelves at the supermarket belong surely to what is called “Wild Museums” or “amateur museums”. Its ” a museum for ordinary people”*. Here, the object represents itself, its not a symbol or a an image of something. It just is itself, reminding us of personal events or memories. Reminding us of something that doesn’t exist anymore – without any explanation the objects speak for themselves, raise questions or curiosity. It´s like memorizing for some people or being an exotic object for others. People get to talk to each other contemplating the objects, because these represent so many different, personal ideas. At the supermarket, people talk about how difficult it was to buy these objects in socialist times, relating very personal stories to strangers. Others wonder about the design or function. Anyway, they make people talk.

It’s a very animated thing, this little museum at the supermarket. And its not centered on consuming things, like the exhibitions in shopping malls and it doesn’t want to get your attention no matter what. Its just living history and living memory. For anybody who likes to join.

*A. Janelli, 2012. Wilde Museen. Zur Museologie des Amateurmuseums. Transcript Verlag.


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Mein liebstes Denkmal: E.T.A. Hoffmann / My favorite monument: writer E.T.A. Hoffmann.

In Berlin gibt es ein Denkmal. Es ist das für mich Schönste, was es gibt. Es ist lebendig. Es ist oft mit Blumen geschmückt. Oder mit anderen Kleinigkeiten. Es ist eine Erinnerung an die Phantasie, den Reichtum von Gedanken. Es ist die Büste E.T.A. Hoffmanns am Gendarmenmarkt. Hier hat er das Wort “Sekt” erfunden, hier war das Haus, aus dem “Des Vetters Eckfenster” auf den Gendarmenmarkt schaute. Nur 10 Minuten von hier ist das Nikolaiviertel, dessen Kirche in seinen Geschichten vorkommt. Aber hier wird er nicht nur mit einer Gedenktafel geehrt, die vermutlich seltsam jemand liest – nein, hier steht die Büste, die an ihn erinnert. Ein Werk der Künstlerin Carin Kreuzberg, dessen Original seit 1976 bereits an der Liebknecht-Brücke in der Nähe des Alexanderplatzes steht.

Sie ist ehrlich gesagt, recht klein. Und sie steht nicht prominent irgendwo auf dem Platz und hat ne Eisenkette drumrum. Nein, sein Denkmal ist auf Brusthöhe unter einem Fliederstrauch. Man kann sich ebenfalls drunterdrucken und ist mitten in der Stadt ein bisschen in einem Garten, für ein paar Momente wenigstens. Egal ob im Frühling, Sommer oder Winter – sein Denkmal ist immer draußen, in der Natur. So wie seine Helden, wie etwa im “Fremden Kind”.

Ein lebendiges Denkmal, so wie seine Geschichten. Ein wenig verwunschen und romantisch – so wie seine Geschichten. Schöner kann man nicht erinnert werden, als in den Jahreszeiten unter einem Fliederbusch.

Sprache der dinge E.T.A. Hoffmann

Sprache der dinge E.T.A. Hoffmann

English Version

There is a monument in Berlin, that is my favorite one. Its beautiful, its lively, its always adorned with flowers or other little things people found in the street and put there to remember a famous German romantic writer called E.T.A. Hoffmann. Its a monument to phantasy, to the richness of thought and writing. Its at the Gendarmenmarkt at Berlin, where the writer lived for years, and where some of his stories are located. And he is not being remembered only by a metal plaque (which is been read seldom – if ever – by people passing by) but by a small monument, a copy of the original done by artist Carin Kreuzberg in 1976. Its not prominently located at the Square. Its rather hidden away under a lilac bush, providing  shelter for the breast-high bust of the writer. You may duck under the bush yourself to deposit your flowers into its hands – and you will not be in Berlin, the big city, anymore but lile inside a garden. Its a moment of quiet and garden-ness. No matter the season, its always outside and within Nature – just like the heroes of his writing are.

Its a monument to life, like his stories. Its romantic – like his stories. Its enchanted – like his stories. Its almost hidden – like so many riddles in his writings. You cannot be remembered any more beautiful than by weathering the seasons within a gigantic bush of lilac.

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Freiluftmuseum Slawenburg in Raddusch / Spreewald! – The Slavic Fort of Raddusch in the

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Als das Wetter noch gut war, waren wir mit dem Sohn im Spreewald. Auf der Suche nach Freiluftmuseen hatte dieses mich bestochen: kurze Anfahrt aus Berlin, direkt an einer Bahnstrecke, landschaftlich schön, man kann rundherum wandern und ein Hotel gibts auch. Also perfekte Voraussetzungen für ein verlängertes Wochenende inklusive Rumhängen im Freiluftmuseum. Und über die Slawen weiß ich ebenfalls nicht sehr viel – gerade mal eben dass sie in Brandenburg einwanderten als die Germanen weg waren. Wissensstand: die Pflichtvorlesung Eisenzeit vor 15 Jahren und der Besuch des Brandenburgischen Landesmuseums letztes Jahr. Also, nicht sehr viel.

Die Slawenburg in Raddusch: wiedererbaut nahe einem Kohletagebau, in dessen Umgebung sie ursprünglich lag und wo sie auch ausgegraben wurde. Dann mit Europäischen Fördergeldern wiedererrichtet und zwar so, dass sie einerseits Platz bietet für ein Museum der Archäologie der Lausitz sowie auch für Events, ein Restaurant und einen Museumsshop. Wie das geschafft wurde? Indem man den Innenraum des Ringwalles einfach höhlen-/tunnelartig baut! Die Konstruktion aus Beton & Stahl und den dazugehörigen originalen “Verputzmaterialien” aus Lehm, Holz & Flechtwerk bietet in ihrem Inneren einerseits einen riesigen runden Platz für Events aller Art, der bei unserem Besuch leer war. Im Inneren des Ringwalles dann das Museum, der Museumsshop und das Restaurant. Auf jeden Fall auch ganz großartig ist jedoch das Drumherum der Burg: eine riesige Fläche voller Gras, Wiese, mehreren kleinen Spielplätzen, Picknickmöglichkeiten im Gras und einem Zeit-Wanderpfad. Umgeben von einem sehr hohen Zaun und einem riesigen Tor wirkt es jedoch von außen ebenso burg-artig wie die Burg selbst.

Ich weiß nicht, wieviele Touristen hierhin kommen. Der Parkplatz deutet an: viele. Auch Busse. Die Burg liegt in direkter Nähe der Autobahn und wird auch überall für Autofahrer ausgesschildert. Fußgänger wie wir laufen die letzten 15 Minuten auf einer asphaltierten Zufahrtsstraße – ohne Fußweg, ohne Pfad. Das ist so mittelschön.

Nachdem wir die Tore durchschritten haben, laufen wir über Kiesweg zur Burg. Riesig erhebt sie sich in der Landscahft, wir haben sie schon aus mehreren hundert Metern Entfernung gesehen. Ein riesiges, rundes, erdfarbenes Ding in einer baumlosen Landschaft. Und natürtlich wollen wir zuerst mal ins Museum. Als wir eintreten empfängt uns vor allem Dunkelheit. Das ganze Museum ist ziemlich dunkel gehalten und beginnt mit einem Diorama von Slawen, die eine Burg bauen. Mit Dioramen habe ich eher Probleme, weil ich sie eher als beunruhigend empfinde, aber Kinder mögen sie ja generell ganz gerne. Lieber mochte ich schon das große Profil mit den verschiedenen Schichten, das aber von “nicht archäologischen” Besuchern meist niemanden anspricht, wenn nicht auch Objekte als “Eyecatcher” eingearbeitet sind.

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Dann geht es durch die Zeiten. Von den Jägern & Sammlern und ihren wenigen Hinterlassenschaften hin zu den Germanen, mit einem Ausflug ins Mittelalter. Was sich mir nicht ganz erschließt, ist die Aufteilung der Ausstellung. Sie beginnt mit dem Slawen-Diorama & einer computeranimierten Darstellung der Burgkonstruktion in ihren verschiedenen Phasen. Dann kommt jedoch das Mittelalter? Und erst dann beginnts mit der Altsteinzeit und schreitet zeitlich vorwärts? Dazwischen ein kleiner Ausflug zur Gründung der Fokuszentren brandenburgischer Archäologie “Zentrale Archäologische Orte“? Und noch ein kleiner Ausflug in die Braunkohlenarchäologie und warum und wann hier gegraben wurde? Äh, ja. Das war zwar für mich als Archäologin spannend, aber so mitten in der Ausstellung und unvermittelt habe ich niemanden gesehen, der sich das sonst angeschaut hätte.

=> Ganz generell möchte ich auch zwischenschieben dass zwar das Projekt Zentrale Archäologische Orte spannend klingt, aber auf der Website dazu wird leider überhaupt nicht klar, warum man als Nicht-Archäologe dahin gehen sollte. Die Texte klingen, als hätte sie ein Spezialist für die Lausitzer Kultur verfasst und wieso man das als Tourist besuchen sollte, wird gar nicht angesprochen. Dafür erfahren wir: “Ohne konkreten Hinweis und notwendige Erklärungen findet und erkennt aber kaum ein Laie diese, häufig in der Landschaft verborgenen, archäologischen Fundplätze.” Hm, naja. Die Slawenburg zumindest kann man ja auch als Laie ziemlich gut in der Landschaft erkennen. Und dass die letzte “Aktuelle Veranstaltung” vom Mai 2013 ist, ist auch nicht so toll. Danke fürs Zuhören. <=

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Nun gut. Ansonsten muss ich sagen, dass abgesehen von der leicht verwirrenden Ausstellungskonzeption ich die Darstellung an sich sehr schön fand. Sie war an vielen Stellen interaktiv, enthielt Elemente zum Ausruhen wie etwa Filme mit passenden Sitzgelegenheiten (leider keine Normalität in vielen Museen in denen man Filmchen stehend betrachten darf) und Überraschungsmomente wie etwa die in den Boden eingelassenen Grabkontexte mit Keramiken und Knochen oder kleine Videos in den Vitrinen. Und generell bin ich auch eine Freundin der Ausstellung von Funden in ihrer unübersichtlichen Menge wie etwa bei Keramiken am Ende der Ausstellung oder den ausgestellten Steinfunden, bei denen der Fokus darauf lag, die Entwicklung vom Rohmaterial hin zum fertigen Mikrolith zu zeigen. Die Masse der Dinge regt dazu an, sie mental irgendwie zu ordnen und zwingt einen zum Beschäftigen! Für Menschen, die sich mit dem Thema aber gar nicht auskennen (wovon man ja erst einmal ausgehen muss) ist der Aufbau wirklich verwirrend. Und ob der Sohn verstanden hat, dass hier verschiedene Themen und Zeiten besprochen werden, das möchte ich ganz stark bezweifeln.

 

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Nach dem Besuch des Museums endet man ja (wie meistens) im Museumsshop. In dfiesem Fall ein wirklich schöner, gut ausgestatteter Shop mit nem Haufen Kinder-Spielzeug genauso wie wissenschaftliche Publikationen, Steinzeit-Kochbüchern und Schmuck. Postkarten, Magneten und speziell für Raddusch hergestellte “Überraschungstüten” mit slawenzeitlichem Spielzeug zum Selberbauen. Wunderschön!

Was mich jedoch an der Burg immer wieder in Nachdenken stürzte war, dass die mediale Präsentation (Hinweistafeln an den Straßen, am Bahnhof, Internetauftritt, Karten, Magnete, etc.) sehr professionell gestaltet ist. Es ist sehr touristisch, teaser-artig. Ebenso wie die Burg selbst. Auf den Hinweistafeln erfährt man immer wieder, wer hier alles gefördert hat: die EU; das Landesdenkmalamt, etc. Immer wieder ist von Projekte, Weiterntwicklungen, Förderungen die Rede. Ganz viele große, großartige Worte. Dann aber fallen Dinge ins Auge wie die sehr leere Außenfläche – und man erfährt auf den Tafeln, dass hier ein Slawendorf wiedererstehen sollte, denn natürlich stand die Burg nicht so im luftleeren Raum. Da scheint aber seit Jahren nichts mehr gesehen zu sein! Oder die Zentralen Archäolgoischen Orte. Medial im Netz groß und schön aufgezogen – aber man sieht dann nichts davon. Das lässt eine Diskrepanz zwischen Vermittlung und Realität erwachsen. Ist hier die Förderung abgebrochen? Sind Dinge auf dem Weg (wie etwa hier bei transform )? Es wirkt so, als solle hier etwas werden – aber es wird gerade nichts. Als wäre man irgendwo auf der Mitte steckengeblieben. Ein schönes Beispiel für die Diskrepanz zwischen Wort & Realität ist etwa der (übrigens sehr hübsche!) Spielplatz auf dem Außengelände der Burg. Zitat der Homepage: “Ein großer Spielplatz greift das Thema „Burgenbau“ auf – ein monumentaler Stier, das Wappentier der Niederlausitz, zieht einen Eichenstamm zur Burg. Wagen verlieren ihre Räder, welche als originelle Spielelemente weiter genutzt werden.” Der Spielplatz ist eigentlich eher klein, und dass er thematisch zur Burg passt, geht völlig verloren da nirgendwo vor Ort darüber informiert wird. Aber im Netz klingts erstmal großartig!

Diese Diskrepanz ist typisch für den Auftritt der Burg & der hier angekündigten Porjekte und der Realität vor Ort (wobei der Besuch wirklich schön war! Nur wurde medial irgendwie viel mehr Erwartung geweckt als dann gestillt werden konnte). Vielleicht bin ich auch zu sehr Wissenschaftlerin und habe einen Blick für die Projektentwürfe mit vielen vielen Teasern und Vesprechungen und dann auf die reelle Einlösung des Ganzen, das ja oft an der Realität der Forschungssituation vor Ort scheitert. Oder an der Finanzierung. Oder einfach an der Zeit.

ENGLISH VERSION

When the weather was still fine, we went tot he Spreewald with our 7-year-old. Looking for open-air-museums had got me to the Slavic fort of Raddusch, about an hour in train from Berlin. And I don’t know anything about the archaeological Slavs, well, if we don’t count my introductory course in German Prehistory about 15 years ago. I knew that they went into Brandenburg County when the Germanic tribes moved out during the Migration period, but that was that. So my knowledge was limited.

The Slavic Fort at Raddusch has been re-erected near an abandoned surface mining where it was originally located and excavated in the 1990ies. It has been re-erected with money from the European Union and offers space for a museum of the Archaeology of Lusatia as well as for events, a restaurant and a gift shop. How did they do this? Just be tunneling the circular earthwork that is the exterior of the fort. And the tunnel provides space for every one of these diverse uses. The hill fort is done in Steel and clad in clay and brushes, giving it an appearance that may be near to the original fort. Inside the ring wall there´s an immense open space, used in the original fort as a place for storage in times of need and war, together with a well for access to drinking water. And the surroundings of the fort offer wide grassy spaces with opportunities to rest, have a pick nick, playgrounds and more information on the place and its development in prehistoric times. All of this is surrounded by a massive fence and a gate, giving the whole area a rather fort-like appearance.

I don’t know how many tourists get there in an average day. The parking lot suggests that there may be many of them. The fort is very near to a highway and there are signs everywhere announcing the Slavic Fort. As we got there on foot, we had to walk the last 15 minutes on an asphalted access road without any implements for a pedestrian which was rather unattractive.

Once past the enormous gate, we walk on a sandy path up to the fort. It´s enormous and has been visible for the last 20 minutes of our walk outside. It loomed in the distance – a gigantic, earth-colored circular building in a tree-less landscape. Once we got there, we wanted to have a look at the museum first and got inside. It´s dark. The whole of the museum is rather dark – that’s because it´s inside the earthwork and because the exhibition works with this darkness. Right at the beginning, there´s a diorama of Slavic people constructing the fort and a big excavation profile with various meters of length, showing the findings at the dig. But that’s something that only seems to appeal to me but to nobody else. It´s not an eye-catcher for anybody without an archaeological background.

After we passed the profile, we dive into the times. From hunters & gatherers up to the Germanic tribes, with a little sidekick in the Middle Ages. What I didn’t understand was the disposition of the exhibition. It begins with a Slavic diorama, and then you get something on the Middle Ages and than back to the Paleolithic. Right in the middle, there´s an excursion on the foundation for “centers of Brandenburg archaeology” (“Central Places”). Than there´s an excursion in the archaeology of open mining with information on when why and where there were digs in this region. Okay….that MAY be of interest to me as an archaeologist, but in this exposition and without connection to the surrounding objects, I didn’t see anybody else having a look at it.

Besides, I would like to mention that the project on “Central Archaeological Places” sounds quite interesting. But the website doesn’t mention why I should visit them if I’m not an archaeologist with a more or less instilled interest for archaeological sites. The texts are like something a specialist in his/her study would write for a scientific public and why should visit it as a tourist doesn’t even get mentioned. On the other hand, the side tells us: “Without any concrete clues and necessary explanations a layman will certainly not be able to trace these hidden archaeological sites in the landscape” (translation mine). Well, ok, at least for the Slavic fort that’s not true, looming like a giant in space. And its also not very inspiring that the last event regarding these “Central Archaeological Places” was at May 2013. But that’s another topic.

Let´s get back to the Fort. Aside from the eclectic disposition of the objects, I liked the museum because it provided diverse forms of presentation of the items: there where places to rest and watch a film, there were objects immersed in the ground that can be seen through glass – spectacular especially for grave contexts complete with ceramics and bones. And there were little videos in the showcases, showing how objects looked in their original contexts or how they were worn or used. And I generally like the exposition of a lot of artifacts in one sole showcase, be it stone implements or pots. Especially the lithics were making you think a lot because they were ordered from raw materials up to complete microliths and other instruments. But for people not accustomed to these presentations and ways of thinking, the exposition seems rather difficult. And I doubt very much that our son understood something about this presentation at all.

After our visit tot he museum we went tot he gift shop. That was a really nice experience with a lot of lovingly selected gadgets, books, scientific publications and jewelry. My favorite were the paper bags with DIY-toys from the Slavic age!

But what made me think a lot was the media presentation of the fort. There were road signs, gigantic photos at the train station, a homepage, cards and so on, which had been designed extremely professional. Its very touristic, like a teaser. And the same applies to the fort itself. You get constant information on who and when the project oft he hill fort had been funded: by the European Union, the German state, you are constantly reminded that there will be ramifications of the current fort into a bigger, more expanded version of it. But when you have a closer look you notice that the empty space around the fort is thought to have a reconstruction of the Slavic village that once surrounded it – and nothing has been done on it. The Central Archaeological Places are being presented spectacularly at the WWW – but there´s nothing real about it. There´s a difference between presentation and reality. Is there no funding anymore? Were there other problems? Are things under way (like on this page at transform)? It seems that there are things to come – but they weren’t realized yet. Like if something got stucked in the middle of nowhere.

There have been expectations created by the media before visiting – and they couldn’t be entirely satisfied with the actual visit. Maybe I think too much as a scientific here, and have developed a sensibility for projects that are being grandly announced but not entirely realized. Maybe that’s due to financiation. Or to the current political situation. I don’t know, but it left me with a rather strange feeling about the Slavic Fort of Raddusch.

 


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Von der Schließung bedroht

Originally posted on ArchaeoNow:

In Saarbrücken steht die Archäologie an der Universität des Saarlandes vor dem Aus! Zwei Petitionen wollen für den Erhalt kämpfen. Die Vor- und Frühgeschichte und die Klassische Archäologie bitten beide um Unterzeichnung und Verbreitung:

Zur Petition der Klassischen Archäologie geht es hier.

Zur Petition der Vor- und Frühgeschichte geht es hier.

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