Sprache der Dinge – Language of Things

Materialität, Realität und Konfliktivität in Museologie, Archäologie und anderen dinglichen Wissenschaften / Materiality, reality and conflictivity in museology, archaeology and other material sciences

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Online gratis weiterbilden als Archäologin? Learning online as an archaeologist?

2 Comments

Heute: Online-Kurse für Archäologen. Auf Deutsch und auf Englisch (siehe unten), da dieser Blogeintrag auch auf für die englisch sprechenden Teilnehmer von “Archaeology´s Dirty Little Secrets” zur Verfügung stehen soll.

Today: Online courses for archaeologists. In German and in English (see below), because this blog entry will be also (hopefully) seen and read by english speaking participants of “Archaeoloy´s Dirty Little Secrets”. Be welcome! For the English version, please scroll to the photo my intent of “Akkadian writing” – below it you will find the text in English.

Coursera habe ich vor einigen Monaten zufällig entdeckt, auf der Suche nach Weiterbildungsmöglichkeiten. Da mein Urlaub beschränkt ist und meine Arbeit in einer nicht-archäologischen Vollzeitanstellung permanent mit meinen archäologischen Plänen kollidiert, ist eine Onlineweiterbildung als Ergänzung zu den “direkten” Vor-Ort-Weiterbildungen vielleicht gar nicht schlecht.

Coursera bietet als einer der führenden englischsprachigen Onlineanbieter kostenlose online-Kurse und um es einmal auszuprobieren und der Möglichkeit des Online-Studierens (MOOC) eine Chance zu geben, habe ich mich eingeschrieben. Unter anderem: für den Kurs “Archaeology’s dirty little secrets”, gegeben von Prof. Sue Alcock von der Brown University, USA (auf der Website des Joukowsky-Institutes gibts auch den Link zum Joukowsky-Journal, der noch einmal den Kurs von Prof. Alcock beschreibt) .
Meine Idee war, durch die Belegung eines Archäologiekurses in etwa sehen können zu können, auf welchem Niveau die Kurse liegen, da ich ja als Archäologin mehr oder weniger weiß, wovon die Rede ist. Außerdem interessiert mich seit Längerem die Darstellung des Archäologen-Seins, und gerade der Titel lässt ja keine Wünsche offen: Geheimnisse, Dreck, Archäologen. Was möchte man mehr – es entspricht genau dem gängigen Klischee. Klischees, mit denen Prof. Alcock sofort im ersten Kurs aufräumt und auf eine ganz eigene, erfrischende Art loslegt mit “Archäologie für alle Interessierten”.

Von Kontexten über Datierung bis hin zum grossen Thema “Who owns the past” werden wir alle Facetten der Archäologie abdecken. In den letzten fünf Wochen haben die über 37.000 eingeschriebenen “Studenten” auf grundlegende, unterhaltende und sehr sehr engagierte Art verschiedene Grundthemen wie Chronologie, nicht invasive Forschungsmethoden und anderes abgedeckt, und in den Foren die zu jedem Kurs gehören, gibts natürlich viel viel Diskussion, zu allen möglichen Themen, nicht nur zu Fragen des Kurses. Sondern auch: wie sollte eine gute Ausstellung aussehen? Wer hat das Recht auf Funde? Was ist mit Tourismus. Was ist mit sozialer Archäologie? Die praktischen Übungen jede Woche geben die Möglichkeit, Dinge wie Keilschrift auszuprobieren, 3D-Programme kennenzulernen oder Aspekte zu recherchieren und zu überdenken, die ich schon länger einmal besser nachschauen wollte. Archäologie und Kunst? Archäologie und Fälschungen? Ich muss sagen, das ist wirklich spannend UND unterhaltend zugleich. Und ich bin jetzt schon neugierig auf die noch kommenden Wochen.

Und ich muss jetzt, nach vier Wochen, sagen: es ist eine wunderbare Möglichkeit, Wissen zu erweitern und neue Themenfelder zu erforschen. Viel hängt ab von der Darbietung der einzelnen Formate, die je nach Kurs von statischem Ablesen des Teleprompters bis hin zu solch abwechslungsreichen Kursen wie “Archaeologiy´s Dirty Little Secrets” reichen. Jeder Dozent erarbeitet sich sein eigenes Format. Jeder Kurs besteht aus 1 – 1 1/2 Stunden Videomaterial pro Woche plus ein abschließendes Wochenquiz. Je nach Kurs werden noch Lektüre oder Hausaufgaben notwendig. Natürlich MUSS man die nicht machen, zumal wenn man kein Abschlusszertifikat möchte, sondern es einem um die Kenntnisse an sich geht. Mit momentan drei belegten Kursen benötige ich etwa 5-6 Stunden wöchentlich dafür – das kann man auch mal neben der 40-Stunden-Woche schaffen. Die meisten Kurse werden von einem Abschlusszertifikat begleitet, einige sogar von einem kostenpflichtigen Sonderzertifikat, das die Identität des Onlinestudenten durch einige aufwändige Prozeduren noch einmal gesondert überprüft.

Logischerweise ist aber mein Probe-Onlinekurs zu Archäologie nicht unbedingt eine Weiterbildung für mich, sondern eher eben eine Unterhaltungssendung. Also habe ich zur Unterstützung meiner tatsächlichen Schwachstellen noch einige andere Dinge ausgewählt:

1) “Maps & the Geospatial Revolution“, ein Kurs zu GIS. Da ich bislang sehr wenig mit Karten und Vermessung gearbeitet habe, bzw. das meistens delegiere, ist es jetzt an der Zeit, eine ordentliche Einführung zum Thema GIS zu belegen um dann vielleicht in einer Echt-Weiterbildung dort anzuknüpfen.

2) “Free Speech”, um auf Kongressen etc. noch besser auftreten zu können und meine Funde besser zu präsentieren. Und , eine echte Herausforderung:
3) “R-Statistics”, um endlich einen großen Schwachpunkt auszubessern: Umgang mit Statistik. Hier wird es um einen ersten Zugang zum Arbeiten und Programmieren von R-Statistiken gehen. Ich bin sicher, dass mich das an diverse Grenzen bringen wird, denke aber auch dass ein Kurs viel bringen kann.

Generell sind gerade Kurse zu Statistik, Vermessung und neuen Medien sehr stark vertreten, sodass man dort Wissenslücken schließen kann. Ganz sicher werde ich also Onlinekurse weiterhin nutzen, gerade als Einführung oder Auffrischung von Kenntnissen. Neben einem Vollzeitjob und der fast fehlenden Möglichkeit, meine archäologische Arbeit weiterzuführen und zu verbessern, ist eine Onlineressource eine echte Alternative.

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I stumbled upon Coursera some months ago as I was looking for possibilities to get further education. As my vacations are limited and my work in a non-archaeological setting is colliding constantly with my ongoing archaeological investigation and publication, an online MOOC seemd to be a good possibility for advanced education, especially in combination with “real world” courses and workshops.

Coursera offers free online courses (MOOC) about a wide variety of themes and to take the chance and try it, I inscribed. Among other things, I suscribed to “Archaeology’s dirty little secrets”, given by Prof. Sue Alcock from Brown University, USA (at the Website of the Joukowsky-Institutes you will even find a link to the Joukowsky-Journal, which has dedicated its front story to the course of Prof. Alcock). My idea was to take a course about archaeology so that as an archaeologist would be able to glimpse an idea about a theme that I am knowledgable about and in that way to get an idea about the level that Coursera courses tend to have. Moreover, I have been interested for years in the presentation of “being an archaeologist” and the titel of the course left nothing to want: secrets, dirt, archaeologists. What more can you want – its so perfectly cliché! Clichés that Prof. Alcock gets done with in the very first class and begins in her very own lifely style to deliver “archaeology for everyone”.

Starting with context, going to datation and on to the big controversial themes of “Who owns the past“, we will cover all facettes of archaeological work. in the last 5 weeks over 37.000 students have been participating with a lot of emotion in basic themes like chronology, non invasive investigation and a lot of other things. The forums, that belong to every coursera course, cover even more areas of archaeological investigation and ethics, not only about technical course questions. Instead its about: how to make a good exposition in a museum? Who has the right to archaeological finds? Waht about tourism? What about social archaeology? There is a lot of discussion going on!
The practical assignments every week give the students the possibility to try things on their own, like the akkadian writing you see in the photo, but also about 3 D modelling or finding sites with google earth. And its more, because it gives also the opportunity to think and investigate about themes that I always wanted to know something more about. Archaeology and art? Archaeology and fakes? Its really interesting and entertaining and I am looking forward to the weeks to come.

After five weeks of lectures I have to say that this is a wonderful possibility to broad your scope of knowledge and to investigate new fields of learning. Much depends on how a class is being offered and there is everything between a course in which someone reading statically a text from a teleprompter up to such detailed and rich courses like “Archaeology´s dirty little secrets“. Every lecturer develops his/her own style of presentation, having between 60 and 90 minutes of video lectures every week. Aditionally, there will be a weekly quiz to take and additional reading and assignments. Obviously you don’t HAVE to do these, at least if you don´t want to get a final certificate but are after knowledge in general. Right now I am inscribed into three courses which means a workload of about 5-6 hours per week. And this is something that you can do even with a full time job and a family and child. Most courses offer a final certificate, some even offer a special “signature track” certificate which will cost something because there will be extra research being done on your actual identity.

Obviously, a course on archaeology is not really something which will expand my actual knowledge, but is something more “entertaining” in my case. Entertaining and inspiring. Very inspiring. But to cover some of my real professional weakneses I have inscribed into other courses:
1) “Maps & geospatial revolution“, a course about GIS. I have never worked with maps or just in a very limited way, I could always delegate this work about maps. So now its time to get a real introduction to GIS and to build the bases on which to take a real life educational course.

2) Free Speech, so I will be able to communicate my results and aims even better then now. Congresses, workshops and intercultural communication are always coming up in my job so formulating my ideas consequently and persuavivly is of uttermost importance. And, as a real challenge, there is
3) “R- statistics”. I have a real weakness when it comes to statistics and I have to admit that it is absolutely necessary to get better in this. So there will be an introduction into statistics, even some programming and working. This will surely be something which will get me to my limits but I am eager to have a try. At least one.

So generally, at Coursera there are several opportunities to get on with archaeological learning. Surely, there is much about statistics and GIS, but also about new media and soft skills. In the end, I think I will be using online courses to fill in gaps of knowledge, put a basis on relevant themes or to refresh memories. With a full time job and a family this is a very fascinating opportunity to get on with my archaeological work, to learn more in my free time and to better my skills. For me it´s a real alternative!

If you like: check out what Lois Elden thinks about Archaeology´s Dirty Little Secrets at her blog!

2 thoughts on “Online gratis weiterbilden als Archäologin? Learning online as an archaeologist?

  1. Great post Maria, really interesting – even though I’ve been on the course I really learned something!

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