Sprache der Dinge – Language of Things

Materialität, Realität und Konfliktivität in Museologie, Archäologie und anderen dinglichen Wissenschaften / Materiality, reality and conflictivity in museology, archaeology and other material sciences

Stipendien suchen & finden: der Stifterverband und die Deutsche Altamerika-Stiftung / Searching for grants: Stifterverband and the Foundation for Ancient America

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Die Promotion gedeiht so leise vor sich hin. Aufgrund verschiedener privater und beruflicher Verpflichtungen geht es eher im Tempo von Herrn zu Guttenberg, dessen berühmten Satz: “in mühevollster Kleinarbeit!” ich definitiv in Anspruch nehmen darf. Und im Rahmen dieser Arbeit wurde auch bald klar, dass ein Teil des Keramikmaterials, auf dem die Arbeit hauptsächlich basiert, noch einmal erweitert analysiert werden müsste.

Da ich vier Wochen Urlaub und das Kind Ferien hat, lag es nahe, diese Analyse wiederum am Aufbewahrungsort des Materials in Südamerika durchzuführen. Geht ja auch nicht anders. Da so eine Reise für 2 Personen, Unterkunft, Essen, und auch ein Gehalt für diese Arbeit teuer sind, schaute ich mich nach Stipendien hierfür um. Und fand zunächst das Deutsche Stiftungszentrum, dessen Homepage eine Art “Glocke” bildet, unter der sich viele kleinere Stiftungen vereinigt haben. Ichvermute mal: um Zeit & Kosten zu sparen und so effizienter zu arbeiten. Unter dem Dach des Stifterverbandes befindet sich auch eine kleinere Stiftung, die Altamerika-Stiftung, die sich meinem Orchideenfach, der Altamerikanistik, verschrieben hat. Obwohl ihre Informationen eher spärlich gehalten sind, habe ich beobachtet, dass sie etwa zu der Inka-Ausstellung in Stuttgart beigetragen haben und auch sonst sind sie recht aktiv.

Da der Stifterverband und die Stiftung selber vielerlei in offensichtlich kleinen Rahmen bearbeiten, ist der Kontakt hier nicht so schnell wie bei großen Organisationen wie etwa der Gerda-Henkel-Stiftung oder gar dem DAAD. Trotzdem hatte ich am Ende genügend, wenn auch recht generell gehaltenen Informationen um ein ca. 8-seitiges Projekt samt Kostenplan einreichen zu können. Flug- und Hotelkosten beruhten auf Angaben aus dem Internet, Verpflegungskosten auf täglichen Pauschalen. Auch Kinderbetreuung und ein Stipendium, also eine Art Gratifikation für meine eigene Arbeit, kamen hinein. Sollte man die Kinderbetreuung, überhaupt die Kosten für die Reise des Kindes abrechnen? Ich habe lange darüber nachgedacht und mich am Ende dafür entschieden. Ich arbeite seit über 10 Jahren in meinem Fach und glaube, es ist an der Zeit meine persönlichen Lebensumstände auch in Projekten nicht mehr zu verschweigen. Jeder von uns hat eigene Voraussetzungen: Single – oder nicht / Mutter – oder nicht / Festangestellt – oder nicht. Da ich mein Kind aus unterschiedlichsten Gründen mitnehmen muss, gibt es tatsächlich hohe Nebenkosten. Andererseits arbeite & publiziere ich auch mit Kind und Vollzeitjob und habe das Gefühl, alles was möglich ist auch in diese Promotion zu stecken. Dann sollte ich diese Lebensumstände auch berücksichtigen wenn ich ein Projekt einreiche.

Sollte man sich selbst ein Stipendium einschreiben, wenn man schon Flug, Essen und Unterkunft beantragt: ich denke ja. Allein aus Gründen der Ethik sollte Arbeit bezahlt werden – und zwar nicht über Kost & Logis. Meine mittlerweile hoch spezialisierte Arbeit, die ich auch immer wieder anderen zugänglich mache, darf auch honoriert werden. Also: auch ein Stipendium gehört dazu. Also reichte ich das Projekt dementsprechend ein und bekam tatsächlich, zwei Monate später – eine Zusage. Nun ging alles sehr schnell. Zusage per Email, offzieller Brief per Post. Formulare um das Geld anzufordern und abzurechnen. Und ein nun sehr schneller, persönlicher Kontakt mit den zuständigen Mitarbeiterinnen des Stifterverbandes. Vielen Dank nochmal, freundliche Mitarbeiterinnen!

Und ich werde nun im Hochsommer einen vierwöchigen Arbeitsaufenthalt im Museum antreten. Scherben, Scherben, Scherben! Ich freu mich! Endlich werde ich eine Teilanalyse durchführen können die dringend nötig ist und auf die ich mich schon lange vorbereite. Übrigens, und laut Stifitungsregeln: Gefördert von der Altamerika-Stiftung!

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ENGLISH VERSION

My Ph.D. is growing and prospering. Although I am advancing in a rather slowly fashion due to different personal and job-related reasons, well, yes, its growing. And in the course of this work, it became clear that some part of the ceramic material that forms the foundation of this Ph.D. has to be re-analyzed.

As I have a 4-week-vacation in summer and my child, too, will have its vacations, I thought about re-analyzing the material where it is currently stored: in South America. And because a journey for two people, hotel, accommodation and the like, as well as a salary for myself has its costs, I was looking for a grant for this trip. And found the Deutsches Stiftungszentrum (German Fund Centre, in my translation), which acts as a tool to work more efficiently and less costly for all these foundations. The home page is something like an umbrella for different small foundations, among them the Deutsche Altamerika Stiftung (German Foundation for Ancient America), whose goal is the aid for scientific projects concerned with the archaeology, history or anthropology of the Americas. Although their informations were somewhat sparse, I saw their sponsorship for the exhibition Inka in Stuttgart, March 2014 and got the impression that thea are actively promoting our field of study.

As the Stifterverband and the foundation itself are working on a rather small scale compared to the „big fish“ like the Foundation Gerda Henkel or the German Academic Exchange Service (DAAD), the communication with them was a bit slower. But in the end I got enough information to deliver and 8-page-paper on the project, including a cost budget. This included the costs of hotel and transportation (as got from the internet), and even the costs of child care and a salary (grant) for my own work that I will be delivering. I thought a long time about putting the costs of child care in the cost budget, and even the costs of the journey, accommodation etc. of the child. But in the end, I decided to do it. I am working for 10 years in my field of study, and in the meantime I came to believe that it is okay to include our personal conditions into a budget plan. Why should we hide these important details of our life, such as a child? And if there is no other option than to take a child with us when we are working, then it should be included in the budget!

And should there be a salary for myself, when transportation, hotel and the like are already covered? Yes, there should. Because my highly specialized work, that has been presented to other people as well, deserves a salary. So, this grant belongs to the budget plan as well.

I filed the project and, two months later – got a positive answer. I will be funded! From then on, everything went quite quick. The acceptance via email, the details via letter and the forms to get the money and the accounts. And a very personal contact with the ladies from the office (Thanks, Ladies!).

So, I will be in Latin America in summer, working for 4 weeks in a museum, analyzing sherds. That’s so great! At last, I will be able to do a partly analysis that is so important to me!

Oh, and by the way and according to the rules of the foundation: it will be funded by the Altamerika-Stiftung!

 

 

 

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