Sprache der Dinge – Language of Things

Materialität, Realität und Konfliktivität in Museologie, Archäologie und anderen dinglichen Wissenschaften / Materiality, reality and conflictivity in museology, archaeology and other material sciences


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70 Jahre Kriegsende: Berlin integriert 1945 ins Heute. / 70 years after the end of WWII: Berlin integrates 1945 into today.

70 Jahre Kriegsende sprachederdingeblog

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In den letzten Tagen (seit dem 21. April) tauchten sie auf: Stellwände, riesig an prominenten, touristisch überlaufenen Stellen Berlins: vor dem Brandenburger Tor, am Potsdamer Platz. Und auch woanders. Und dann noch als Plakat in der U-Bahn und wo man sonst so eben vorbeikommt. Ganz in Übereinstimmung mit vielen anderen Gelegenheiten, zu denen Berlin seine Geschichte sehr prominent in den Alltag integriert (etwa hier oder hier beschrieben), sind auch diese Open-Air-Ausstellungen eine Möglichkeit, sich mit der Geschichte der eigenen oder der besuchten Stadt auseinanderzusetzen.

Großformatig zeigen die Macher der Erinnerungsaktion zum 70. Jahrestag des Kriegsendes am 8.5.2015 Bilder eben dieser Plätze im Mai 1945. Steht man direkt davor, ist es ein Zeitfenster – denn drumherum steht das, was da eben heute so steht: Restauriertes, neu Gebautes. Man schaut genauso in die Vergangenheit wie jemand, der im Mai 1945 an eben dieser Stelle vorbeigekommen wäre. Sieht man die großformatigen Plakate etwa in der U-Bahn setzt der Effekt ein, den ich bereits in “Geschichte allerorten” beschrieben habe: man denkt als Berliner an die Plätze so wie man sie heute kennt und immer wieder besucht.

Wie etwa hier beschrieben wird, ist diese Iniative von verschiedenen berliner Kulturprojekten organisiert, darunter die Berliner Unterwelten, Gedenkorte, Museen, etc. thematisch geordnet an den unterschiedlichen Ausstellungsorten. Die offizielle Internetpräsenz Berlins gibt mehr Auskunft zu den einzelnen Aspekten der Open-Air-Ausstellungen und auch zum intensiven Rahmenprogramm rund um den 8.5., getragen von Lesungen, Festakten, Führungen, Filmreihen und anderem.

Im Großen und Ganzen sind diese öffentlich zugänglichen Erinnerungsmomente eine wunderbare Sache. An einem Festakt nehmen nur sehr wenige Menschen teil, und meist sind es Politiker oder hochrangige Menschen, Zeitzeugen. Das wars dann auch. Geschichte geht uns aber alle an und bezieht sich auch auf uns alle. Wir alle machen Geschichte – deshalb sollte Erinnerung auch etwas sein, das uns allen zugänglich ist. Die Ausstellungs- und Programmreihe Berlins zum Jahrestag des Kriegsendes (in der DDR als “Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus” bekannt) ist ein gutes Beispiel hierfür.

 

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ENGLISH VERSION

In the last days, since the 21st of April, huge movable photo walls have appeared at the most popular places of Berlin: at the Brandenburg Gate, at the Potsdamer Platz and other touristic places. Other, slightly smaller versions of these photo walls can be seen at metro stations and other locations you will pass regularly when living in or visiting Berlin. Accordantly to other opportunities when Berlin integrated its own history into everday life (such as here and here), these open air expositions are a possibility to remember the history of your own city – or the city your visiting.

At huge photo walls the organizators of this commemoration campaign of the end of the Second World War at May 8th 1945 show photos of how these samne places looked like in May 1945. When you are standing right in front of them, its like looking into a window into history: you are seeing what a passer-by in 1945 would have seen when standing at the same place as you, right now. And around you, there´s what today is: new or restorated buildings. If you look at the photos at the metro, you´ll be experiencing the effect that I described in “History at every pace“: as an inhabitant of Berlin you´ll compare inconsciously the places as you know them now with the photo.

As has been written here, the campaign has been organized by different cultural projects of Berlin, memorial places, museums, associations. The photo walls follow a thematically organized order, and the official Berlin website offers more information on the different aspects of these open air expositions and the intensive framework program associated with them at the days right before the 8th of may.

generally speaking, these “open access”-remembrance opportunities are something that I favour very much. At a ceremonial act there are only very few people involved: mainly politicians, contemprary witnesses and the like. And thats it. But History is something concerning all of us and embraces all of us. We all MAKE History – and thats why all of us should have the chance to participate in the remembrance of History. The exhibitions and framework programs evolving around the 70 years of the end of WWII in Berlin are an example of how you can get this right.

70 Jahre Kriegsende sprachederdingeblog

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Geschichte schmecken? Historisches Kochen. / Savouring History? Historical Cooking.

Heute mal “leichte Kost“! Essen & Trinken im historischen Kontext sind eine hübsche Sache und stehen ganz im Sinne der “Zeitreisen” und Living History. Auch wenn es nur ein kleiner Ausschnitt ist, bringen fremde, “vergangene” Geschmackserlebnisse auch einen ganz kleinen Einblick ins Vergangene. Vor allem wenn man versucht, sie mit den “halbwegs” originalen Zutaten, Zubereitungsarten und Utensilien hinzukriegen. Wer das nicht kann oder möchte und einfach zuhause kocht, kriegt immerhin einen Einblick in die Alltagsgeschichte einer bestimmten Epoche -zumindest dann, wenn er ein ordentliches Kochbuch benutzt und nicht einfach “Paläo-Diät” bei Google eingibt.

FOTO PALÄO

Als multi-sensorisches Erlebnis bietet Essen ganz verschiedene Zugänge: vom Schmecken, Sehen, Hören hin zum Riechen und Anfassen/Tasten. Hier hat sich die Gastrosophie als neuer Untersuchungszweig entwickelt, der all diese sensorischen Aspekte zzgl. der ganzen kulturwissenschaftlichen, archäologischen und ernährungstheoretischen Details abdeckt. Und über die Macht von diversen Gerichten auf unsere Erinnerung muss ich seit Proust ja wohl nix mehr sagen…  Living History & Kochen – auf jeden Fall ist das ein Thema, das nicht allzuviel Vorbereitung braucht und daher vielen Menschen offenstehen kann, auch solchen die sich jetzt nicht ständig oder in größerem Zeitrahmen mit Vergangenheit beschäftigen.

Da gibt es zum Beispiel große Foren in Großbritannien, die sich mit dem passenden Zubereiten von Essen bei Living History befassen: Living history: Eating in the 19th century und Foren in Großbritannien zum Thema Living History / Food & Drink oder Seite auf Deutsch, auf denen der Kochprozess lange & ausführlich dargestellt wird. Der Blog Silvretta schreibt über keltischen Urkäse…( hier bei: Silvretta ) und überhaupt gehört Essen & Trinken zu einer richtigen Zeitreise irgendwie dazu, wie z.B. M. Fenske in ihrem Artikel “Abenteuer Geschichte: Zeitreisen in der Spätmoderne” darstellt.

In den letzten Jahren, nein, eigentlich seit dem Abitur als das Lateinbuch auch das Rezept für Garum und Würstchen mit Honig (kann das wirklich sein?????) enthielt, seitdem habe ich mich hin und wieder mit historischem Kochen beschäftigt – mein letztes sehr konkretes Zusammentreffen damit war beim Familientag in der Arche Nebra, dort mit “Bronzezeitlichem Essen” aus Linsen, Erbsen, Stockbrot & Würstchen oder auf dem “Zeitwanderweg” der Slawenburg Raddusch, der unter anderem auch die Kulturpflanzen vom Neolithikum bis in die Eisenzeit “in freier Wildbahn” zeigte.

Bronzezeitliches Essen: Linsen im bronzezeitlichen Tontopf! Arche Nebra - Sprache der Dinge Blog

Bronzezeitliches Essen: Linsen im bronzezeitlichen Tontopf! Arche Nebra – Sprache der Dinge Blog

Und da ich neben Archäologie & Arbeit auch gerne koche, habe ich mir öfter Gedanken darüber gemacht, wie die Gerichte wohl aussahen, die man zu verschiedenen Zeiten dargebracht bekam. Während des Studiums war es dieses Buch von Jens Lüning, das mir eine neue Ideenwelt eröffnete mit seinen Aufzählungen verfügbarer Obst-, Gemüse – & Getreidesorten im Neolithikum Mitteleuropas. Während der Feldarbeit in den Südanden gehörte es für mich immer auch dazu, Essen aufzuspüren, das so oder ähnlich auch in vorspanischer Zeit gegessen worden sein mag. Als Heimat von Kartoffeln (auch gerne als Trockenkartoffeln), Mais, Kürbis & Ananas, Chili & Erdnüssen, Quinoa & Amaranth sowie der immer noch üblichen Zubereitung von Trockenfleisch und -fisch sowie dem gelegentlichen Auftauchen essbarer Ton-Sorten (hier nachlesbar bei Browman & Gundersen) kommt da so einiges infrage, von dem man manches etwa hier einsehen kann: Fixaufdentisch.de Überhaupt ist das Auseinanderdividieren der vor der Entdeckung Amerikas verfügbaren Esswaren in Europa durchaus spannend, wenn man sich wenig oder gar nicht damit beschäftigt. Hirse? Linsen? Äpfel? (Fasizinierende Leküre hierzu: 1493 von Charles C. Mann). http://en.wikipedia.org/wiki/1493:_Uncovering_the_New_World_Columbus_Created

Es ist ein spannendes Thema, da es mittels ungewohnter Geschmäcker nicht nur aus der eigenen Welt weg-transportiert und neue Räume öffnet, sondern auch den Blick schärft für Dinge, die in unseren Küchen heute nur allzu normal sind – aber noch nicht lange sind. Oder auch für Dinge, die wir nicht mehr nutzen, aber die lange die Küche unserer Familien begleiteten. Auch das DDR-Museum bietet ja eine ganzes Restaurant mit DDR-Küche an (nur mit sehr un-DDR-haften Preisen), der beste Beweis dafür, dass eine ganze Gesellschaft und ihre Kultur in der Vergangenheit gelandet ist.

Im Rahmen dieses Interesses für Küche & Kochen in anderen Zeiten habe ich über die Jahre auch immer wieder Kochbücher gesucht, gefunden, verworfen. Living History führt ja auch dazu, dass beliebte Epochen wie das Mittelalter mit einer riesigen Anzahl von Kram vermarktet werden, auch mit Kochbüchern. Hier habe ich einmal die herausgestellt, die sich tatsächlich bewährt haben. Ihre Namen heischen viel Aufmerksamkeit – das müssen sie auch auf dem absolut überfüllten Kochbuch-Markt. Nichtsdestotrotz ist ihr Inhalt großartig und keine Effekthascherei. Sie zeichnen sich durch Vieles aus, v.a. aber dadurch dass sie Gerichte & ihre Kontexte tatsächlich versuchen so darzustellen wie sie gewesen sind oder sein könnten – auch wenn dies unserem Geschmack eher entgegensteht: Kohl mit Zimt & Parmesan aus der Renaissance? Trockenfleisch und gefriergetrocknete Kartoffeln mit essbarem Ton? Seltsame Vorstellungen! Der Probierfaktor geht hier über den Gefall-Faktor. Trotzdem bieten sie auch immer “moderne” Alternativen, um ein Nachkochen oder -schmecken zu erleichtern, falls das gewünscht ist. Diese Kochbücher vereint ausserdem der wunderbare Anspruch, die Gerichte nicht möglichst toll, sondern möglichst unbehandelt zu fotografieren oder kontemporäre Original-Bilder dagegenzustellen.

Alle drei Bücher sind eine wunderbare Möglichkeit um sich mit etwas Zeit in andere Zeiten einzufühlen und einzuschmecken. Und wunderbar, um mit Freunden einfach mal etwas ganz Neues zu probieren – und sich zu fragen warum und wie wir heute essen! Und auch eine andere Frage einmal zu bedenken: wir arbeiten immer mit Objekten, materiellen Dingen der Vergangenheit, oder schriftlichen Dokumenten. Aber was ist mit so immateriellen Dingen wie Geschmack, Geruch, Tastsinn? Wie fühlen sich diese Dinge für uns an, eröffnen sie uns vielleicht ganz andere Zugänge zur Vergangenheit als die üblichen Museums-Glaskästen? Probieren wir es aus!

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Browman, D. & J. Gundersen, 2007. Altiplano comestible clays: Prehistoric and historic geophagy of Highland Peru & Bolivia. Geoarchaeology 8 : 5, S. 413-425.

Fenske, M., 2009. Abenteuer Geschichte. Zeitreisen in der Spätmoderne. In Hardtwig & Schig (Ed.): History Sells! Franz Steiner Verlag.

Lutz, P., 2007. Herrenspeis & Bauernspeis. Krumme Krapfen, Olla Potrida und Mamonia. Rezepte aus der mittelalterlichen Burgküche. Fulda: Verlag M. Naumann.  

Lüning, J., 2000. Steinzeitliche Bauern in Deutschland – die Landwirtschaft im Neolithikum. Bonn: Habelt.

Peschke, H.-P. von & W. Feldmann, 2001. Kochbuch der Renaissance. Düsseldorf: Patmos Verlag.

Werner, A. & J. Dummer, 2010. Kochen durch die Epochen. Von der Steinzeit bis ins Mittelalter. Stuttgart: Theiss.

Slavic Fort Raddusch

Slavic Fort Raddusch

 

 

 

 

 

 

 

ENGLISH VERSION

So, today it´s „light fare“! Eating & Drinking in a historical context are a nice thing to do and are completely in line with “Time Traveling” and Living History. Even when it’s a rather eclectic and fragmentary view of it, these strange, “exotic” flavors can give us a glimpse of the past. Especially when you try to cook them with half-decent ingredients, original forms of preparation and / or implements. If you don’t like that or its too much of an effort and you´d just like to proceed to cook it at home as it comes along, then you might still get a glimpse of everyday life and flavors of some time of the past – if you have a decent cookbook at hand and not just enter “Paleo diet at google.

 

FOTO PALÄO

Eating & Drinking are multi sensory events that offer different approaches to the past: smelling, seeing, hearing, touching and overall, savoring something. Gastrosophy has developed as a new discipline that tries to tackle eating & drinking as just this multicomponent event, embedded in a historical – ecological context and offering even archaeological details on eating & drinking. And as to the power of memory a certain dish can emanate: well, I don’t have to say nothing about this after Proust, do I? Living History & cooking: that’s something that doesn’t need too much preparation and is open to a whole bunch of different people and audiences. You don’t need to be heavily interested in archaeology to like a historical meal! You just have to love cooking and have a certain interest in past times to enjoy historical cooking!

There are a lot of forums, especially in great Britain, that offer advice on preparing historical dishes in as-much-as-possible original settings or during Living History events or at this forum! And there are websites in German that offer information on how to create celtic cheese (Here at Silvretta!) and, in general: Eating & Drinking is just part of a “real” time travel, as M. Fenske lays out in her article “Adventure History: Time Travel in the late modern age” (Available only in German, I’m sorry!)

In the last years, or to be true ever since I left high school with a Latin textbook that offered recipes for Garum and Sausages with Honey (can that be ???) as well as translations, since this moment I have been interested in historical cooking. I love cooking in general, but cooking as a glimpse of the past has been always on my mind. The last time I came across it was at Arche Nebra, where we were offered Bronze Age Food during the family day, which included lentils, yellow peas, sausages and bread on a stick or during our walk across the area outside the Slavic fort at Raddusch, where a “Time Hiking Trail” included the crops from the Neolithic up to the Iron Age “in the wild”.

 

Bronzezeitliches Essen: Linsen im bronzezeitlichen Tontopf! Arche Nebra - Sprache der Dinge Blog

Bronzezeitliches Essen: Linsen im bronzezeitlichen Tontopf! Arche Nebra – Sprache der Dinge Blog

So, in all these years I thought a lot about the dishes served and smelled during the Past. During my university years, it has been this book by Jens Lüning on Neolithic farming that offered me a lot to think with its presentation of fruits & vegetables available during the Neolithic. During fieldwork in the South Andes I alwys tried to find dishes that may have been served similarly in prehispanic times. The South Andes are home to a lot of crops, among them plants like the potatoe (often consumed as dried potatoe or chuño), as well as maize, squash & pineapple, chili & peanuts, quinoa & amaranth and the still thriving business of dried meat (called charque) and dried fish as well as the consuming of edible clays (have a look at this fascinating topic with Browman & Gundersen). In general, its very difficult to separate all these different crops that have mingled since the European discovery of the Americas (Fascinating reading on this topic in a ever readable style: “1493. Uncovering the New World Columbus created” by Charles C. Mann).

It´s fascinating how strange and new flavors can transport you to a new world of experiences, and how it sharpens the view for things that have become totally normal in our current cooking but haven’t been for a long time! Think of new ingredients or new forms of cooking! Or of objects that we don’t use anymore but that have accompanied the cooking of our families for long times. Even the GDR-Museum offers a restaurant with genuine GDR-recipes (but with non-GDR-prices) and it’s the best proof that this German state has perished – it´s past now.

Within this interest for cooking and kitchens in past times I have tried several cookbooks, sought them, rejected most of them. The interest for Living History has led (among the selling of other accessories) to the publication of a whole bunch of cookbooks; there are dozens alone for the middle ages! I have compiled the three that I really love, giving a glimpse of prehistory, the Middle Ages and the Renaissance. Their titles are begging for attention – but well, that’s just necessary on this highly competitive market for cookbooks. What really matters is that their recipes are great. They stand out due to their combination of history and context, trying to present the recipes as they might have been, even if they are contrary to our current ideas of cooking. Cabbage with cinammon & parmesan? Dried meat and dried potatoes? These are strange things to eat….and I have tried some of them at this website: Fixaufdentisch.de !

In these books, trying new dishes is the more important than cooking something similar to what we regularly eat. But these cookbooks offer alternatives as well, when you want to make the dish more similar to something we might be eating today. They give you advice on how or where to find a certain ingredient or how to get a substitute of it. And they share the wonderful idea that photos of these dishes should be presented NOT according to marketing issues, doing a lot of photo-shopping or food-photographing, but insisting on photos of the actual dishes just as they are. Or on pictures of the dishes in contemporary sources like paintings or printings.

All three book offer the wonderful opportunity to feel something of what the Past might have been like and what its flavors were. And they are wonderful to spend time with friends exploring foreign times & sensations – to try something new and to ask ourselves why and how we eat today. And there is another question as well: we always center on objects, on the material world that surrounds us. What about the immaterial issues of sensory impressions? How do they feel, do they open up new entrances to the Past? Other ones than the usual museum exhibitions with objects behind glass?

Lets try it!

P.S. If you have another ideas for cookbooks that might be interesting, let me know! I´m looking forward to it!

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Related Reading:

Browman, D. & J. Gundersen, 2007. Altiplano comestible clays: Prehistoric and historic geophagy of Highland Peru & Bolivia. Geoarchaeology 8 : 5, S. 413-425.

Fenske, M., 2009. Abenteuer Geschichte. Zeitreisen in der Spätmoderne. In Hardtwig & Schig (Ed.): History Sells! Franz Steiner Verlag.

Lutz, P., 2007. Herrenspeis & Bauernspeis. Krumme Krapfen, Olla Potrida und Mamonia. Rezepte aus der mittelalterlichen Burgküche. Fulda: Verlag M. Naumann.  

Lüning, J., 2000. Steinzeitliche Bauern in Deutschland – die Landwirtschaft im Neolithikum. Bonn: Habelt.

Peschke, H.-P. von & W. Feldmann, 2001. Kochbuch der Renaissance. Düsseldorf: Patmos Verlag.

Werner, A. & J. Dummer, 2010. Kochen durch die Epochen. Von der Steinzeit bis ins Mittelalter. Stuttgart: Theiss.


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Mein erstes Freilichtmuseum: Das Slawendorf in Brandenburg / Havel

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An einem sonnigen Herbstwochenende beschlossen wir, die eine Stunde von Berlin nach Brandenburg / Havel zu fahren um uns dort das Archäologische Landesmuseum und das Freilichtmuseum Slawendorf anzuschauen. Heute Teil 1: das Slawendorf.

Eigentlich stand das Slawendorf nur zufällig auf dem Plan, denn in Brandenburg nur so zwei Tage rumzuschlendern war uns doch etwas zu wenig. Was gibt es also noch? Gleich auf der Seite brandenburg.de wird das Slawendorf bei den Museen genannt. Ein Freilichtmuseum? Warum nicht! Das ist sicher auch etwas für Kinder, denn unser Fünfjähriger war auch dabei.

Am sonnigen Nachmittag liefen wir also los: das Slawendorf soll mitten in der Stadt auf einer Freifläche an der Havel liegen. Unser GPS leistete gute Dienste, denn gross ausgeschildert war es nicht. Gerade als es hiess: “In fünf Minuten sind Sie da!”, entdeckte ich ein Schild das nach links zeigte und angab: “Slawendorf 3 Minuten“. Wir liefen und liefen – vom Slawendorf sahen wir nur eine Palisade und Eingänge an denen stand: Hier kein Besuchereingang. Und wir waren nicht die Einzigen denen es so ging, denn am Ende fanden wir uns zu zehnt hilflos an einer Stelle der Palisade und niemand hatte einen Eingang entdecken können. Da Einlass aber nur von 13 bis 17 Uhr ist, und dann nur zur vollen Stunde, wurde es langsam etwas eng. Ein letzter Versuch brachte uns dann über einen riesigen Parkplatz an der Euthanasie-Gedenkstätte (die wir mit dem Kind ausgelassen haben) vorbei zum Slawendorf.

Drinnen empfing uns zunächst eine Art Mitelalteratmosphäre, mit Schenkwirt, Karren und Ähnlichem. Und eine freundliche Dame, die nach Sichtung unserer Gruppe bat, eine Kinderführung draus machen zu dürfen, denn es waren mehr Kinder als Erwachsene. Kein Problem, aber gerne! Zwar hatte ich heimlich ein bisschen gehofft, dass wir da alleine durchlaufen und alles erforschen könnten, aber warum nicht auch mal eine Führung ausprobieren! Und wie sich herausstellte, war die Führung eine sehr gute Idee.

Hinter dem Palisadenzaun erstreckte sich eine völlig andere Welt. Grubenhäuser und Häuser aus verschiedenen slawischen Siedlungsperioden, ein Rundling (slawisches Runddorf) und ein Gassendorf sowie eine slawische Handwerkersiedlung. Alle Häuser liebevoll nachgebaut und für – uns als Archäologen immens spannend – man hatte zum Beispiel auch wunderbar didaktisch etwas verschiedene Phasen der Verputzung einer Flechtzaunwand sichtbar gelassen. Verschiedene Häuser besassen verschiedene Böden, aus Bohlen, aus gestampftem Lehm. Sehr angenehm fand ich auch die Bepflanzung mit hauptsächlich archäologisch nachgewiesenen Pflanzen und Bäumen.

Jedes Haus war einem bestimmten Handwerk “gewidmet“, dem Bauern, dem Töpfer, dem Schmied etc. So erfuhren wir in jedem Haus etwas Anderes, wurden aber auch immer wieder auf die zeitlichen Besonderheiten der einzelnen Gebäude hingewiesen. Auch ein abgebranntes, überwuchertes Haus war zu sehen, es diente als Anschauungsmaterial für die Regeln der Slawengötter – und als Forschungsobjekt der Experimentellen Archäologie in Bezug auf die Überwucherung und den Zerfall eines slawischen Holzhauses unter freiem Himmel. Über das Thema Experimentelle Archäologie hätte ich gerne noch etwas mehr erfahren, aber – Kinderführung eben, da war nicht so viel Zeit für abstrakte Fragen. An einzelnen Tagen gibt es auch direkt die Bewohner der Häuser bei ihren Verrichtungen zu sehen, sicherlich auch sehr spannend. Als wir da waren, war aber gerade das gesamte Dorf leer. Verständlich, da sich das Museum hauptsächlich über Ehrenamtliche Helfer hält.

Die Führung war für Kinder und Erwachsene informativ und liebevoll gestaltet, die Möglichkeit fast alles anzufassen und zu beklettern war natürlich von grossem Vorteil für die Kinder, aber auch für uns. Spinnwirtel, Gefässe, Schwerter, Felle, alles war zu befühlen und so viel direkter erklärbar. Eine ganze Stunde wurde wir durch das Dorf geführt, das sich mir sicherlich auch nicht ohne Erklärungen so erschlossen hätte. Archäologe hin oder her, die deutsche Vorgeschichte ist nicht mein Gebiet und mein weniges Wissen hätte hier nicht weit gereicht.

Laut Google gibt es in Brandeburg und Mecklenburg-Vorpommern verschiedene Slawendörfer, eines ist sogar mit einem großen archäologischen Museum versehen. Viele führen das Wort “archäologisch” im Titel. Das in Brandenburg eher nicht, es entstand wohl (laut seiner Website) als Projekt der Arbeitsbeschaffung und scheint bis heute vor allem ehrenamtlich versorgt zu werden. Daher tragen auch verschiedene Angebote des Slawendorfes den Titel “Zeitreise Brandenburg” in der Überschrift. Verschiedenste “Erlebnis Geschichte”-Angebote rund um Brandenburg / Havel bringen den Besuchern Vergangenes näher – wenn auch auf eine, sagen wir mal, etwas vereinfachte Art vielleicht. Die Führung im Slawendorf war erfreulicherweise kaum vereinfacht, sondern schlicht nur kindgerecht.

Ein Fokus des Dorfes liegt darauf, auch touristische Aktivitäten anzubieten, vom Slawenmarkt bis zur nächtlichen Lichterführung, vom Familienfest auf dem zu mietenden Slawenboot bis zur Auszeit vom Alltags-Stress im nachgebauten Slawenhaus. Viele Möglichkeiten für das Dorf zusätzlich Geld zu verdienen und wirklich schöne Ideen! Ein Besuchermagnet scheint das Dorf jedoch (leider) nicht zu sein – wir waren 10, die nächste Gruppe 6 Personen. Da es aber mein erstes Freiluftmuseum war, weiß ich nicht wieviel Besucher sich sonst so auf einem Freiluftmuseum “herumtreiben”. Ich fand es jedenfalls wunderbar, auch und gerade durch die Abgeschiedenheit und relative Leere. Es gab einem die Möglichkeit, sich so ein wenig in ein slawisches Dorf hineinzuversetzen. Auch unser Sohn war begeistert, es war auf jeden Fall eine tolle Sache für ihn und er hat noch viel davon erzählt. Zwar ist er durch uns Archäologeneltern auch vorbereitet, aber auch für ihn gibt es natürlich spannende und weniger spannende archäologische Dinge. Das Freilichtmuseum war zusammen mit der liebevollen Kinderführung auf jeden Fall ein Highlight!

http://en.wikipedia.org/wiki/Rundling

ENGLISH VERSION

On a sunny autumn weekend we decided to drive to Brandenburg/Havel, a little city located about one hour from Berlin. Brandenburg offers the Regional Archaeological Museum of Brandenburg and an open air museum named “Slavic village”. Today we start with part I: the Slavic village.

The Slavic village had appeared on our list only by chance, because I wasn´t too sure how to spend two days in a little city like Brandenburg. Just sightseeing? That’s not enough, so what more does the internet offer us when visiting Brandenburg? Right on the main site of Brandenburg.de the Slavic village is introduced as a museum. An open air museum? I´ve never been to one, so why not! And surely this is also something children would like, so our five-year-old would have something out of this trip, too.

On a sunny afternoon we walked to the slavic village which is supposedly right at the center, too, to be found directly at the river Havel which flows through Brandenburg. Our GPS was doing us a good service but when we were only 5 minutes away, I saw a sign that read: “Slavic village: 3 minutes”. So we turned that way and kept on walking – without ever seeing the village. At some point we reached a palisade and entrances that read: NOT FOR PUBLIC USE”. So we went on and on and we were not the only ones searching for the entrance to the village. There were about 10 people gathered on a parking lot outside the village, looking for a way to get in. The fact that the village only opens from 1 to 5 pm and only accepts visitors in groups on the full hour didn’t help much, we had only 5 minutes left to get there. Giving it a last try, we found the entrance behind still another gigantic parking lot right beside the memorial to the euthanasia victims during Hitler´s reign (a memorial which we decided to skip because of our child).

Entering the site we were received by an slightly medieval atmosphere, complete with an innkeeper, cart and the like. And a really nice lady which greeted us and, after reviewing our group, asked us if we would mind if she made it a children´s tour as there were much more children than adults in our group. Well, that’s perfect with us! To be honest, I had hoped for a little more solitude, even a visit without a guide to have a look at everything, but why not doing a tour as well. And it turned out to be a wonderfully organized tour!

Passing the gate in the palisade, we entered a completely different world. Pit houses (semi subterranean houses) and houses from different periods of the Slavic population of Brandenburg were to be seen, all erected according to finds from different Slavic sites all over Brandenburg. They were located in the form of a Rundling (circular village) and a Slavic craftsmen settlement. All the houses had been rebuilt with much love for the details and were fascinating to us as archaeologists, as well as to the other visitors without any archaeological background. At some points, f.e., the walls had been left partly exposed so we could see the different stages of finishing a wattle and daub wall, or you could see different types of floors in the houses, made from stone, wood or mud. Very interesting was that the plants and trees at the site were mainly those which are also reportedly known to have grown in Brandenburg of the time of the slavs.

Every house had been dedicated to a different craft, so there was a house of the farmer, of the ceramist, of the blacksmith, etc. In every house we were told different details about everyday life, but at the same time we were told about the chronological differences of the different houses and how they related to the different periods of Slavic occupation in Brandenburg. There was also a burned down house which had been left for the experimental archaeologists to rot and to document the rotting process. Moreover, it served as a lesson about the rules of the Slavic gods. I would have liked to leran more about the experimental arcaheology section of the open air museum, but well – you have to pay your time to a children’s tour and there was not much time left for other (more adult) questions. On certain days the houses are populated by the craftsmen they represent and you may see them “in action”, baking bread, making pots, etc. When we were there, there was nobody around except us and the guide, but I thinkg that’s understandable in an open air museum that works mainly on a voluntarily basis.

The tour itself had been presented in an informative and loving way for children and adults, and included the possibility to enter the houses, climb them, to touch almost everything and experiment many facets oft he village in a very direct way. Swords, pots and the like – it could be touched and felt and was integrated into the tour as a moment of experimenting these almost forgotten sensations like the feeling of burned clay or a straw mattress. The tour lasted one hour and it was good to have been part of it. Many details would not have become clear to me, despite my archaeological background. If you´re not an expert on slvaic archaeology, you won´t grasp the chronological differences between one house and another.

According to Google, there are quite a lot of these slavic villages in Brandenburg and also the neighbor state of Mecklenburg-Vorpommern in the North. One of them even features a big archaeological museum associated with it. And many present the word “archaeological” in their title. The one in Brandenburg does not, it originated according to its website as a form of creating work in Brandenburg and seems to be maintained mainly be voluntary work. Many of the activities offered at the village are bound to a site named “Zeitreise Brandenburg” (time travel Brandenburg) and include a lot of activities presenting the (pre)history of Brandenburg in a, lets say, slightly simplified way.

One focus of the village lies on touristical activities like a Slavic market, a night-time tour, family feasts on the Slavic boats on the river Havel or even a break from everyday stress having a vacation in a Slavic house. Many possibilities to make some money – although judging form our experience there don´t seem to be too many visitors at the village. Well, it was my first open air museum, so maybe a group of 6-10 people is a rather good average but I am lacking comparisons with other museums. We really liked it, especially for the fascinating atmosphere and quiet it dissipated. A wonderful occasion to dive into a past moment. Our son was truly fascinated and talked about it a lot. Although he is already prepared by us for the fascination of archaeology, this was clearly a highlight for him as well, especially with the children´s tour!