Sprache der Dinge – Language of Things

Materialität, Realität und Konfliktivität in Museologie, Archäologie und anderen dinglichen Wissenschaften / Materiality, reality and conflictivity in museology, archaeology and other material sciences


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Das Neue Akropolis-Museum in Athen / The New Acropolis Museum at Athens

New Acropolis Museum sprachederdingeblog

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Eigentlich wollte ich ja über das Museum etwas später schreiben, sozusagen meine Athener Erfahrungen erstmal sacken lassen. Da aber vor einigen Tagen neue Bewegung in den Fall der Elgin-Marbles gekommen ist, ist es vielleicht ganz schön, dieses Museum vorzuziehen und hier gleich einzubinden. Immerhin wurde es ja hauptsächlich deshalb gebaut, um den Parthenon-Friesen, die heute im British Museum ausgestellt sind und um 1820 nach Großbritannien kamen, eine neue/alte Heimat zu bieten.

Das Neue Akropolis-Museum hat auf jeden Fall zwei Seiten. Eine ist die politische. Die andere die museologische. Und beide gehen Hand in Hand, was eine Beschreibung nicht einfacher macht!

Als politische Forderung der Rückgabe der Parthenon-Friese (auch bekannt als Elgin Marbles im eher englischsprachigen Raum) beruht auf der Annahme, die Friese wären von Lord Elgin unrechtmäßig nach Großbritannien ausgeführt worden (zusammengefasst etwa hier letzthin beschrieben). Andererseits beharrt das British Museum darauf, dass die Ausfuhr und auch der spätere Ankauf durch das Museum rechtmäßig waren, da es hierfür Dokumente geben soll (hier in kurzer Form dargestellt). Ich möchte hier gar nicht einsteigen, denn weder bin ich in der Diskussion wirklich kundig, noch gibt es hierfür den Platz. Eine schöne, längere Einführung zu diesem sehr kontroversen Thema findet sich im Buch “Loot” von Sharon Waxman, das ich hier schon einmal vorgestellt habe, neuere Entwicklungen kann man  im Internet unter dem Stichwort “Parthenonfries Rückgabe” (oder ähnlich) sehen.

Auf jeden Fall geht es hier nur vordergründig um die Frage ob Friese (un)rechtmäßig ausgeführt wurden – eigentlich geht es um Fragen von Kolonialismus. Ähnliches geschieht seit Jahren mit dem Fall Nofretete in Berlin, in dem auch immer wieder Debatten angestoßen werden, die eigentlich auf Dokumenten und rechtlichen Fragen beruhen, die eigentlichen (post)kolonialen Fragen aber außen vor lassen.

Aber eigentlich ging es ja nun um das Museum an sich. Sichtbar ist das Museum bereits, wenn man am Parthenon steht und auf die XXXX Seite Athens hinunterblickt. Gleich hinter dem Dionysos-Theater findet sich das Museum, ein heller, gläserner Bau. Kommt man dem Gebäude näher, sieht man vor allem eines: der Eingang ist vertieft, darüber erhebt sich ein verglastes Gebäude, dessen oberster Stock fast völlig einsehbar ist. Selbst von draußen sind die Stücke des Parthenons-Frieses, Repliken, etc. schemenhaft erkennbar. Unter den Füßen sieht man die Ausgrabungsstätten der Umgebung der Akropolis zwischen 500 vC  – 700 nC, die, so wie sie sind, ins Museum integriert wurden und später begehbar sein sollen. Bislang liegen sie einem zu Füßen.

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Da übrigens das Museum Fotos nur an sehr ausgewählten Orten erlaubt, sei hier auf die Website verwiesen, die viele Fotos anbietet. Meine Fotos stammen von den Außenbereichen. Und noch ein kurzes Wort zu Familien & Kindern. Zwar war ich in diesem Museum alleine, es gibt aber mehrere Kinderecken, spezielle Kinderführungen und Kinderinformationen. Familien erhalten wohl einen speziellen Familien-Pack am Eingang, mit Gadgets für Familien mit Kindern. Mein Favorit war die nachgebaute Akropolis aus Legosteinen!

Auf jeden Fall: Dieses Museum ist mehr als ein Museum. Es ist ein Ort der Einkehr in die klassische Welt, so wie Griechenland und die Besucher sie sich wünschen. Räumlich so großzügig geschnitten dass selbst die vielen Besucher sich verlaufen und man sich alleine, ungestört fühlt, in ruhiger Betrachtung der Statuen, Keramiken, Friese. Ein unglaublich schönes Gefühl, gerade wenn der Blick aus den Glasfronten immer wieder gegenüber auf die Akropolis fällt, deren Parthenon die gleiche Ausrichtung und Größe hat wie das oberste Stockwerk des Museums. Der Genius Loci ist hier zuhause.

Mein Studium der Klassischen Archäologie dauerte nur 2 Semester und endete aufgrund der Sinnlosigkeit von Diskussionen über die Handhaltung zerbrochener Statuen. Zusammengefasst kann ich sagen, dass mir die Irrelevanz dieses Studienfaches für mich selbst damals klar wurde. Trotzdem übt die Antike, das Aufkommen der Demokratie und die griechischen Stadtstaaten immer noch eine Faszination aus, die vielleicht auch kulturell bedingt ist. Akropolis und Neues Akropolis-Museum waren also ein Magnet in Athen und ich habe die verständlichen, nicht zu langen, aber auch nicht zu kurzen Texte genossen, die mir Überblick über die einzelnen Phasen der Entwicklung der Akropolis und des alten Griechenlands im Allgemeinen boten. Ich mochte die Statuen, die Keramiken, die wunderbare Beleuchtung. Sei es im Tageslicht, durch die riesigen Glaswände, oder im Aufgang bei eher weichem Licht für die Keramiken. Helle, weiße Oberflächen wiederholen die Idee der weißen Antike, so überholt diese auch sein mag. Und dieses Weiß schafft eine helle, ruhige Atmosphäre.

Innerhalb des Museums gibt es insgesamt 3 Stockwerke, die die verschiedenen Areale der Akropolis wie auch die unterschiedlichen zeitlichen Phasen abbilden, sei es in Keramik oder den Statuen. während es im Treppenaufgang um die Akropolis und ihre einzelnen Areale geht, ist der erste Stock vor allem der archaischen Akropolis mit ihren Dutzenden von Korai (Votivstatuen junger Frauen) gewidmet. Der Zwischenstock birgt einen der beiden Museumsshop, das Café, die Karyatiden und Informationen zum Parthenon.

Der oberste, dritte, Stock ist ganz den Parthenonfriesen gewidmet, denn das Parthenon ist hier architektonisch nachgebildet, sodass man sowohl die inneren wie auch die äußeren Friese in der Größe und Aufrichtigen sieht wie es auf dem Parthenon der Fall wäre, das sich hinter dem Fenster auf der Akropolis erhebt. Idee war hier, die – zurückbekommenen ?! – Teile der Friese wieder einzufügen sodass das Parthenon im Museum praktisch aufersteht. Da dies aber nicht der Fall ist, hat man sich bislang mit den Originalen beholfen, die in Athen verblieben sind sowie mit einigen Repliken. Viele Paneele bleiben auch einfach leer. Ihnen gegenüber immer wieder die Möglichkeit zu sitzen, zu schauen. Einzelne Statuen und Infotafeln geben weitere Informationen zum Parthenon, dem Stil, einzelnen Details, der Nachvollziehung dargestellter Szenen, die ja teilweise nur noch schemenweise sichtbar sind.

Wer um diese Galerie im 3. Stock herumwandert, bekommt jedoch hauptsächlich eine gefühlte Idee davon, wie es gewesen sein mag, im alten Athen das Parthenon zu betreten und sich dort aufzuhalten. Es ist ein großartiges Gefühl, und das sage ich jetzt als klassisch recht unbeschlagener Mensch, der sich einfach der Schönheit und dem Genius Loci hingibt. Ich kann keine Analysen zu den Statuen liefern, ich kenne auch nicht alle mythischen Geschichten dahinter. Und ich habe keinen Audioguide. Ich laufe einfach nur ganz in Ruhe um die Galerie herum. Innen und außen in der Galerie, betrachte die vorhandenen oder nicht vorhandenen Paneele und sinniere über die Geschichte. Es ist ein sehr besonderes Museum mit einem besonderen Gefühl.

Obwohl ich im Museum keine explizite Information zum Thema der Rückgabefrage gefunden habe, machen die Paneele in der obersten Galerie sehr deutlich, was hier fehlt. Auch der zweite Besuch gab keine Informationen darüber her, ob und wie hier mit dem Thema der Rückgabe des Frieses umgegangen wird. Auch die offiziellen Bücher im Museumsshop konzentrieren sich auf die Objekte, und nehmen keinen Bezug auf Politisches. Wer nichts über die politische Seite der Akropolis weiß, wird hier nicht informiert, es geht schlicht und ergreifend um das Klassische Athen. Und das wird hier auf wunderbar gestaltete Weise wieder lebendig.

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Legomodell der Akropolis – New Acropolis Museum Athens sprachederdingeblog

ENGLISH VERSION

Actually, I wanted to write about this museum a little bit later on, lets say when my Athenian experiences settled down a bit. But as there have been movements in the case of the Elgin Marbles in the last few days, I decided to do it right away. Because the New Acropolis Museum was built to house the whole of the Parthenon Frieze (the parts being currently in Britain also known as Elgin Marbles) and to offer a new home of all of the frieze in Greece. So, the New Acropolis Museum definitely has two sides to it: a political. And a museological. Both go hand in hand, which doesn´t help when describing this beautiful museum.

The political claim of restituting the Elgin Marbles is based on the assumption that these were taken away by Lord Elgin on an illegal basis to Great Britain in the 19th century (see a short version of the events here). On the other hand, the British Museum refuses this claim on the basis of the legality of the export and later buying of the marbles by the museum because of certain legal documents presented at that time (have a look at this part of the discussion here). I don’t want to take sides in that, I have no deep knowledge of the case, nor is this the place to do it. If you´d want to have a longer, more detailed introduction to it, have a read at the part of “Loot” of Sharon Waxman that deals with the Elgin Marble – topic. Newer developments are avaibale at the internet.

Anyway, the question of the friezes coming back to Greece and if they were exported illegally in the first place is a rather superficial question. Actually, the question(s) and the debate(s) are on colonialism. Similar things are happening around the topic of Nofretete in Berlin, where claims of restitutions are being issued on a rather regular basis. Based on legal documents, these also draw on post(colonial) questions, that are being left out in the legal debate.

But, this blog post was to be on the museum itself, which is visible even from the Acropolis. If you’re standing at the Parthenon you can devise it on the other side, directly behind the theatre of Dionysos. Its a building in light color, with a lot of glass, and when you come nearer you’ll see that it is partially subterranean. But even from the outside you can make out parts of the Parthenon frieze inside, you may see parts of statues, or replicas. Below your feet is a glass floor through which you can see the excavations of the surroundings of the Acropolis from 500 BC up to 700 AD and at some point, when the excavations are complete and the whole subterranean area has been conservated, you ´ll may visit these excavations – by now they’re only visible form above.

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Something on the side: the museum unfortunately allows to make photos only in very restricted and selected areas, so all my photos are from the outside buildings. You may have a look at the website, which offers nice photos of the museum. And a short aside to the topic of families and children: I went alone this time, but I was informed that families get a special family-pack at the entrance with educational gadgets and the like. Different children’s areas exist, together with quiet reading areas. There are special informations for children, children tours – and I liked the lego model of the Acropolis best!

In any case: this museum is more than a “Museum”. Its a location of contemplation of the classical world, such as Greece and the visitors would like it to be. Spatially, the museum is so large that even huge amounts of visitors find sufficient space and you may feel alone, undisturbed in your quiet gazing at statues, ceramics, friezes. I went to the museum twice, on Friday evening and sunday afternoon, and even with masses of people going there on sunday it had a quiet quality to it, mainly based on the high ceilings and the overall spatial disposition of its rooms and galleries. Its a wonderful feeling to be there, especial when your view is diverted every now and then to the acropolis right across the street, looming up high in an greek sky of pure blue. Through large glass panes the Parthenon itself is visible, showing the same size and orientation as the top floor of the museum. Genius Loci is at home here.

My studies of Classical Archaeology only went on for a year and that has been some time ago. They ended because of what I felt was the senselessness of ongoing debates in class about the original disposition of a hand of broken statues and the like. I must admit that the relevance of these details never got to me – I am more fond of actual interpretation of data, be they from excavations, surveys or analysis. But nevertheless, Antiquity, the rising of European democracy and the greek city states radiate a fascination which may be culturally induced but work nevertheless. In me and many other people! The Acropolis and the New Acropolis Museum thus were one of my main sights to be seen in Athens and I rather indulged in the not too short – not too long information texts the Museum offers on the development of the Acropolis, especially in Archaic and Classical times. I admit, I just liked the statues, the ceramics, the wonderful lighting. If its in daylight, through massive glass panes, or in the entrance ramp in a soothing light with the ceramics. White, translucent surfaces keep up our idea of the White Antiquity, as outdated as that may be. And white creates a clear, quiet atmosphere.

After getting an introduction to the surroundings of the Acropolis via the excavations below your feet, you’ll be informed on the Acropolis and the Sanctuary of the Nymph, with a side dish of Athenian Marriage in classical times. Another sector of the entrance ramp offers information on Greek everyday life. And while the first floor is entirely dedicated to the archaic Korai (early votive statues) and early Acropolis, the second floor holds a cafe, a museum shop, a reading area and the Karyatides. The top floor is dedicated to the Parthenon, as we know it by now – the classical one.

So, the top floor, dedicated to the Parthenon friezes, has been remodeled to match the Parthenon. You can see whatever´s left of the friezes in the same size and orientation as the Parthenon itself up in the Acropolis would have been. The inner and outer friezes (their replica or even blank spaces) are presented in a way that corresponds to the original, antique disposition. The whole idea of this floor was to include the friezes now in London and other parts of the world so that the visitor may get an idea of the original Parthenon – as this is not the case and may parts of the frieze remain abroad, replicas have been filled in in some areas, others stay just blank. Single statues on the side and additional information is offered to give more information on the Parthenon itself, the styles, several details of the frieze and so on.

New Acropolis Museum Athens sprachederdingeblog

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Whoever wanders in this gallery, gets a feeling of how it my have been to enter the Parthenon in classical times and to stay there. Its a wonderful feeling  – and I say this mainly as a person with no scientifically induced feelings towards Antiquity. But even so, you can feel the beauty, the genius loci. I couldn’t analyze the statues in any archaeological or art historical way, I don’t know all the mythical histories behind their stories. I don’t use an audioguide. I just walked along, sat down, gazed, wandered again. Again and again I contemplated the panels and thought about history. I may gaze up to the Acropolis and then around me again. This is a very special museum with a very very special feeling to it.

Although I couldn’t find any information on display concerning the restitution debate, the panels in the Parthenon gallery just make it clear what is lacking here. Even a second visit didn’t reveal any written information on this sensible topic. And the books at the museum shop offer “only” architectural and art historical information. If you don’t know anything on the political side of this museum and its objects you won’t get to know it here. It´s about Classical Athens. And this comes alive in this museum in a wonderful way.

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Ich Mann – du Frau. Gender in der Archäologie im Archäologischen Museum Colombischlössle Freiburg. / Me man – You woman. Gender in Archaeology at the Archaeological Museum COlombischlössle.

Ich Mann - Du Frau Colombischloessle sprachederdingeblog

Mann? Frau? Und: warum Mann oder Frau? “Ich Mann – Du Frau” im Colombischloessle. sprachederdingeblog

Großartigerweise habe ich es tatsächlich geschafft, die Ausstellung zu besuchen bevor sie wieder schließt. Aber wichtig: sie ist verlängert worden! Bis zum 17. Mai 2015! Deshalb gleich hierzu Anfang der Rat: Besuchen Sie diese kleine, feine Ausstellung. Kein Zögern, die Reise lohnt sich.

Das Archäologische Museum Colombischlössle in Freiburg im Breisgau, ist ein wunderbarer, kleiner, luftiger Bau mit einem lichtdurchfluteten inneren zentralen Treppenhaus, um das herum sich die Säle mit den Dauer- und Wechselausstellungen gruppieren. Klein, aber fein, deshalb sind es auch “nur” 1 Raum im Keller, 4 Räume im Erdgeschoss und noch einmal soviele im 1. OG. Die Größe hat aber nichts mit der Qualität zu tun. Heute und hier erstmal der Update zur Sonderausstellung “Ich Mann, du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?“, demnächst dann auch zur Dauerausstellung!

Die Sonderausstellung nimmt das gesamte Erdgeschoss ein und empfängt einen bereits neben dem Treppenaufgang mit rot-blau gestalteten Badezimmern. Inklusive Spiegeln, in denen man sich sehen kann. Bin ich eher der männlich, blau gehaltene Typ? Oder doch eher das süßliche Rot-Pink? Das ist aber auch das einzige Mal, in dem die Ausstellung diese Genderrollen vorführt. Denn die Ausstellung an sich verzichtet ganz bewusst auf farbliche Zuordnungen, die Wiederholung von Genderrollen und dergleichen, sondern fokussiert sich vor allem auf Eines: das Hinterfragen dieser Stereotypen. Und das macht sie so dezent, dass man erst einmal selber immer wieder in die typischen Mann-Frau-Zuschreibungen reinfällt, bevor ein kleiner Ausstellungstext, eine Frage an der Wand oder eine schlichte Information einen zurückholt und aufzeigt, dass man gerade selber das gemacht hat, was man typischerweise meistens macht: Dinge zuordnen. In Schemata, die uns anerzogen sind und uns seit Jahren begleiten.

Gehalten ist die lichtdurchflutete Ausstelung in den Farben hellbeige. Texte werden auf einem rot-blau-gemusterten Grund gegeben, der einen seltsam unzuschreibbaren Lila-Ton ergibt. Also genau im Sinne des “Nicht-Zuordnen-Könnens”! Und schon bevor dem Betreten des ersten Saales gibt eine kleine Texttafel Ausdruck davon, worum es hier geht. Gender-Zuschreibungen: sind sie “normal”? Zeitbeständig? Einfach “gegeben”? Oder entsprechen sie eben nicht vielmehr dem jeweiligen Jetzt, sind gesellschaftspolitisch gewollt und forciert?

Jeder Raum steht unter einem Motto, das an der Wand Aussagen trifft., wie etwa: Die Archäologie gibt den Objekten ein Geschlecht. Großartige Aussage, klar formuliert, und dazu eine Aussage, die einen stutzen klässt. die ARCHÄOLOGIE gibt den Objekten ein Geschlecht? Sind denn die Geschlechterrollen nicht fest und immer gegeben? Heißt das also, dass WIR daran beteiligt sind, dass diese Rollen vergeben werden? Aktiv? Also: wir könnten das auch anders machen? Nachdenken setzt ein.

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Die Ausstellungsstücke an sich werden erst einmal ganz neutral, ohne Zuschreibungen präsentiert. Vor hellem Grund, in kleinen Vitrinen. Schaut man sich die Objekte und Objektensembles an, merkt man selber wie man sich ein Bild dazu macht. Gold, Schmuck? Frauen! Falsch. Hier sind es mächtige goldene keltische Halsringe (torques) die von beiden Geschlechtern getragen werden. Zwei Grabensemble mit Skelett und Topf? Sicher Frauen! Nein – hier liegt der Teufel im Detail. Das Grab mit Topf und Knöpfen gehört der Frau, das mit Topf und Pfeilspitzen dem Mann. Und so geht es in jedem Raum, immer etwas themaitsch geordnet? Welche Objekte werden denn voin der Archäologie Männern & Frauen zugeordnet? Darum geht es im ersten Saal? Und was ist mit paläolithischen Figurinen, die swohl weiblich als auch männnlich sein können? Und was ist mit den Goldringen in Saal 3? Mit den Skeletten in Saal 4? Wer wird wie bestattet? Und vor allem, immer wieder: welche Rolle spielen die Archäolog*innen bei der Zuschreibung der Geschlechter aufgrund von Objekten? Natürlich können manche Stereotypen widerlegt werden, wenn weitere Wissenshcaften wie etwa die Anthropologie Skelette als weiblich/männlich identifizieren können und usneren Objektzuschreibungen damit widersprechen. Der Mann mit den beiden Kindern im Grab. Der Weber. Alles Dinge, die wir intuitiv erst einmal ganz anders eingeordnet hätten.

Problematisiert wird jedoch hier auch ganz stark, was geschieht, wenn einfach nur Objekte da sind. Objekte, denen WIR eine Rolle zusprechen. Objekte, die durch uns sprechen und Dinge sagen, die WIR als natürlich empfinden – nicht vielleicht jedoch ihre Nutzer in der Vergangenheit. Das wird immer wieder angesprochen und in Begleittexten auch ganz deutlich thematisiert. Wie etwa das Thema Visualisierungen: zeichnerische Rekonstruktionen zeigen häufig das, was der Zeichner als normal und üblich findet – nicht immer aber die Realität der Vergangenheit. Rollenzuschreibungen zeigen das, was der Ausgräber und Interpreteur als normal emofindet – nicht das, was die Menschen der Vergangenheit für ihre Lebensrealität hielten.

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Über die gesamte Ausstelung hinweg wird diese sehr einfache und hocheffektive Strategie durchgehalten. Objekte fordern unsere zuschreibung geradezu heraus – wer in sich hineinhört bekommt klare Antworten. Mann – Waffen. Frau – Schmuck. Selbst mit sensibilisiertem Auge gelingt es mir nicht, diese Zuordnungen nicht automatisch aufkommen zu lassen. Und durch die wirklich kurzen Texten an den Vitrinen und die längeren, eindeutigen, reflektierten Texte der Wandtafeln wird all das, was der Kopf automatisch produziert, in Frage gestellt.

Ich Mann – Du Frau” ist eine der besten Ausstellunge, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Nicht nur, weil sie eben diese Problematik sichtbar macht und Sterotypen des Sehens hinterfragt. Sondern auch, weil sie Probleme der Archäologie sichtbar macht. Wer trifft hier die Zuschreibungen? Warum? Wie dienen diese politischen und gesellschaftlichen Wünschen? Ganz klar haben es die Austellungsmacher hier gemacht: Archäologie ist keine neutrale Wissenschaft. Sie trifft Zuschreibungen, die gesellschaftspolitischen Einfluss haben. Die Ansprüche zementieren – oder diesen widersprechen können! Sie öffnet dem ublikum die Augen dafür, dass es an uns liegt, hier Einfluss zu nehmen. An uns als Wissenschaftler*innen und an uns als “Publikum” – wir alle können beeinflussen was und wie wir sehen und Rollen zuschreiben. In diesem Sinne war der letzte Raum auch die logische Fortsetzung der archäologischen Objekte: hier können an einem Baum Fotografien angefasst werden. Männer und Frauen schauen uns an, auf der ückseite ihrer Fotografien steht, wer sie sind und was sie machen. Das nette junge Mädchen eine Fallschirmjägerin? Der bärtige Herr ein Sozialarbeiter?

Und was schaut uns aus den Spiegeln an, die dazwischen hängen? Wir selbst. Wer sind wir und was machen wir selber aus unseren Rollen?

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Was ist meine Rolle? Ich Mann – du Frau. sprachederdingeblog

 ENGLISH VERSION

Let me have one thing clear before I start off: Its just great that I made it to this exposition! Before it ends! And, beware: its open till may 17th, so go there and visit. You wont regret it.

The Archaeological Museum Colombischloessle at Freiburg /Breisgau in South Germany is a wonderful, small, breezy building with a light-flooded inner staircase, around which all the rooms are situated. Its small but great – even if its “only” one room in the basement, 4 rooms at the ground floor and another four at the first floor, used for the permanent and non-permanent exhibitions. So, size is not a criterion for quality! Right here and today I´ll write about the non-permanent exhibition “Me man – you woman. Fixed role models since the beginning of time?” (“Ich Mann – du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?”), and at some later point I´ll also do something on the permanent exhibition as well.

The special exhibition can be seen in 4 rooms at the ground floor and welcomes you right next to the counter. There, you’ll be facing tow bathroom interiors, complete with tooth brush, cosmetics and mirrors where you may see yourself. Do you feel attracted to the blue, masculine version? Or rather the sweet little pink one? That´s the only point where gender roles are being simply „repeated“ at the exposition. All the other objects, texts, even the exhibition design are carefully aimed at challenging our present gender role models gently but forcefully. And a small text makes this clear, before you even enter the first room. There are no typical assignations of color, repetitions of gender roles and the like. The exhibition centers on the challenging of these culturally induced roles – and it does so very gently. You´ll be noticing that you automatically assigned gender roles when you look at the objects and the exposition will make you notice that you did. So, its YOU that’s assigning here. You are putting seemingly “neutral” objects into categories you yourself assign to them. Welcome to the patterns that you learned all your life – and now try to unravel them visiting this great exhibition.

The light-flooded rooms are designed in a rather neutral white, peppered with texts and sentences on violet ground, made out of minuscule red and blue squares. So: is it red – or is it blue? Can you name it? That’s right what the exhibition is all about. Why are you so sure of a color? Or of a gender role model? Are these assignations “always there”? Or have they been ascribed by us? Aren´t they rather socially induced, favored by political currents?

Every room has a motto that is displayed prominently at the wall: “Archaeology assigns a gender to objects”, for example. Great, clear statements that make you wonder: so, Archaeology assigns sex and gender? Are these roles not just a given thing that Archaeology “unearths”? Does this mean that we are implicated when it comes to these assignations? Do we have an active role? Which means: we can change these roles? Challenge them?

The objects themselves are being presented in small display cases, neutral and without any adscription of gender and sex. If you look at them, you assign gender automatically, based on your culturally educated mind. Gold, jewelry? Women! Wrong. These are celtic neck rings (torques), worn originally by men and women alike. Two burials with one pot each? Women! Wrong again. The details show that the skeleton with a pot and buttons is a woman, the one with a pot and arrowheads is a man. And so it goes on, every room shows one aspect of these adscriptions. Which objects are traditionally assigned to men and women by archaeologists and non-archaeologists? That’s the point in the first room. The second focusses on Paleolithic figurines that can be interpreted as men or women. In many cases the adscription can be at least doubted. And what about the neck rings in room 3? The burials in room 4? Who is being buried which way? Is a skeleton with weaving implements automatically a woman, displaying thus just our own gender adscriptions to certain tasks?

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And, above all: what’s the role of archaeologists in these adscriptions? Of course, some stereotypes can be challenged, especially when other disciplines have a hand in getting more details on the objects and the skeletons concerned. Many times I would have assigned gender roles automatically to all these objects and this is just the point: when there is only an object, just one find. In this case we almost automatically assign gender to this object and its use. The objects speak to us, but we can only understand their language when we assume that it’s the same cultural language as ours. And it may differ greatly from the cultural use of them in the past, in their original site and place. This dilemma is displayed in every room, again and again: The assignations of gender and sex are ours. Whether if it´s in scientific texts or visual reconstructions: we play our role in stabilizing our own gender roles and transporting them to the past. I´ve never in my life seen this problem publicly displayed. Short, poignant texts outline the influence of scientists in the adscription of gender roles to past cultures, thus consolidating our own gender roles. What we perceive as normal role models is being transported to the past, many times without any doubts. But is it not about the reality of the past instead of inducing our IDEA of the past?

The whole exhibition is focused on challenging these perceptions. And it does so with a highly simple and effective strategy: The objects challenge us to assign our gender roles automatically – if you listen to yourself you´ll always get clear answers by your unconscious. Weapons? – men! Jewelry, pots? – Women! Even with a certain sensitization I have not been able to prevent this automatic reaction to the objects. But the short text at the display cases and the longer ones at the walls show you that you´re simply wrong. Differents sciences are putting so many data together that stereotypic assginations are just not longer possible. But even with all these data, its our mind that assigns roles. Your mind played a trick and the reality has been totally different from your assumption.

Me Man – You Woman” has been one of the best exhibitions I’ve seen lately. Not only because it shows the problematic adscriptions of gender and makes clear how stereotypic our ideas and assignations are. But also, because it clarifies the problems of archaeology itself. Who makes these assignations? Why? How does this serve the current political and social backgrounds? The exhibition shows that archaeology is no neutral, nice science working in an ivory tower. Our doings affect how we all see the past – and if the past is a mere simple extension of the present or not. Archaeologists have a job that influences sociopolitical currents. We can go with the flow – or not. We can challenge gender role models – we as archaeologists and we as the public. This exhibition makes it very clear that its up the very one of us to take our choice. So, the last room of the exhibition is the clear statement of this active role everybody can have. It has only one object in it: a tree with many small photographies of ordinary people. On the back, there are the professions of these people, and they, as well as the whole exposition contradict our automatic perception of the person on front. The nice little woman – a former professional army parachutist? The man with the formal beard and suit – a social worker?

And what is it between these photos? Small mirrors. Look at one and you will see: yourself. Who are you and what role do you choose?

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Update on Language of Things

Well, I have been away, doing a kind of fieldwork in Bolivia (and, as I have been financed, it has to been mentioned that this was due to the Deutsche Altamerika Stiftung). During four weeks, I could tour old sites “of mine”, get another look at the local museum, and reanalyze a lot of sherds.

Although this may seem a bit dry and not very exciting, there is nothing like a good sherd when it comes to getting information! In this case, this was even truer when I had the opportunity to see a lot of sherds from a colleague (www.arqueologiadetarija.jimdo.com ) and realizing that there are absolutely fascinating regional micro-changes in an otherwise totally similar ceramic style. We will have to work on this, but it was absolutely worth the effort, the 22-hour-flight, the trip through a lot of customs at the airports.

And now, back in Berlin, I will attend this blog, too. So stay tuned, there is more to come! Meanwhile, check out the work of my colleague!


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Yesterday was the day: DAY OF ARCHAEOLOGY 2014!

Yesterday we went public: archaeologists all over the world presented a glimpse of their work. I was lucky to be among them and you may find my story here: http://www.dayofarchaeology.com/bread-winning-archaeology/

I am so glad I made it and had the time to prepare something in advance. Thank you so much for offering this opportunity and to provide a space for archaeology for everybody!

 

You may also find it interesting to read this article on the how & why of the event by Lorna Richardson: Day of Archaeology .

 


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Stipendien suchen & finden: der Stifterverband und die Deutsche Altamerika-Stiftung / Searching for grants: Stifterverband and the Foundation for Ancient America

Die Promotion gedeiht so leise vor sich hin. Aufgrund verschiedener privater und beruflicher Verpflichtungen geht es eher im Tempo von Herrn zu Guttenberg, dessen berühmten Satz: “in mühevollster Kleinarbeit!” ich definitiv in Anspruch nehmen darf. Und im Rahmen dieser Arbeit wurde auch bald klar, dass ein Teil des Keramikmaterials, auf dem die Arbeit hauptsächlich basiert, noch einmal erweitert analysiert werden müsste.

Da ich vier Wochen Urlaub und das Kind Ferien hat, lag es nahe, diese Analyse wiederum am Aufbewahrungsort des Materials in Südamerika durchzuführen. Geht ja auch nicht anders. Da so eine Reise für 2 Personen, Unterkunft, Essen, und auch ein Gehalt für diese Arbeit teuer sind, schaute ich mich nach Stipendien hierfür um. Und fand zunächst das Deutsche Stiftungszentrum, dessen Homepage eine Art “Glocke” bildet, unter der sich viele kleinere Stiftungen vereinigt haben. Ichvermute mal: um Zeit & Kosten zu sparen und so effizienter zu arbeiten. Unter dem Dach des Stifterverbandes befindet sich auch eine kleinere Stiftung, die Altamerika-Stiftung, die sich meinem Orchideenfach, der Altamerikanistik, verschrieben hat. Obwohl ihre Informationen eher spärlich gehalten sind, habe ich beobachtet, dass sie etwa zu der Inka-Ausstellung in Stuttgart beigetragen haben und auch sonst sind sie recht aktiv.

Da der Stifterverband und die Stiftung selber vielerlei in offensichtlich kleinen Rahmen bearbeiten, ist der Kontakt hier nicht so schnell wie bei großen Organisationen wie etwa der Gerda-Henkel-Stiftung oder gar dem DAAD. Trotzdem hatte ich am Ende genügend, wenn auch recht generell gehaltenen Informationen um ein ca. 8-seitiges Projekt samt Kostenplan einreichen zu können. Flug- und Hotelkosten beruhten auf Angaben aus dem Internet, Verpflegungskosten auf täglichen Pauschalen. Auch Kinderbetreuung und ein Stipendium, also eine Art Gratifikation für meine eigene Arbeit, kamen hinein. Sollte man die Kinderbetreuung, überhaupt die Kosten für die Reise des Kindes abrechnen? Ich habe lange darüber nachgedacht und mich am Ende dafür entschieden. Ich arbeite seit über 10 Jahren in meinem Fach und glaube, es ist an der Zeit meine persönlichen Lebensumstände auch in Projekten nicht mehr zu verschweigen. Jeder von uns hat eigene Voraussetzungen: Single – oder nicht / Mutter – oder nicht / Festangestellt – oder nicht. Da ich mein Kind aus unterschiedlichsten Gründen mitnehmen muss, gibt es tatsächlich hohe Nebenkosten. Andererseits arbeite & publiziere ich auch mit Kind und Vollzeitjob und habe das Gefühl, alles was möglich ist auch in diese Promotion zu stecken. Dann sollte ich diese Lebensumstände auch berücksichtigen wenn ich ein Projekt einreiche.

Sollte man sich selbst ein Stipendium einschreiben, wenn man schon Flug, Essen und Unterkunft beantragt: ich denke ja. Allein aus Gründen der Ethik sollte Arbeit bezahlt werden – und zwar nicht über Kost & Logis. Meine mittlerweile hoch spezialisierte Arbeit, die ich auch immer wieder anderen zugänglich mache, darf auch honoriert werden. Also: auch ein Stipendium gehört dazu. Also reichte ich das Projekt dementsprechend ein und bekam tatsächlich, zwei Monate später – eine Zusage. Nun ging alles sehr schnell. Zusage per Email, offzieller Brief per Post. Formulare um das Geld anzufordern und abzurechnen. Und ein nun sehr schneller, persönlicher Kontakt mit den zuständigen Mitarbeiterinnen des Stifterverbandes. Vielen Dank nochmal, freundliche Mitarbeiterinnen!

Und ich werde nun im Hochsommer einen vierwöchigen Arbeitsaufenthalt im Museum antreten. Scherben, Scherben, Scherben! Ich freu mich! Endlich werde ich eine Teilanalyse durchführen können die dringend nötig ist und auf die ich mich schon lange vorbereite. Übrigens, und laut Stifitungsregeln: Gefördert von der Altamerika-Stiftung!

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ENGLISH VERSION

My Ph.D. is growing and prospering. Although I am advancing in a rather slowly fashion due to different personal and job-related reasons, well, yes, its growing. And in the course of this work, it became clear that some part of the ceramic material that forms the foundation of this Ph.D. has to be re-analyzed.

As I have a 4-week-vacation in summer and my child, too, will have its vacations, I thought about re-analyzing the material where it is currently stored: in South America. And because a journey for two people, hotel, accommodation and the like, as well as a salary for myself has its costs, I was looking for a grant for this trip. And found the Deutsches Stiftungszentrum (German Fund Centre, in my translation), which acts as a tool to work more efficiently and less costly for all these foundations. The home page is something like an umbrella for different small foundations, among them the Deutsche Altamerika Stiftung (German Foundation for Ancient America), whose goal is the aid for scientific projects concerned with the archaeology, history or anthropology of the Americas. Although their informations were somewhat sparse, I saw their sponsorship for the exhibition Inka in Stuttgart, March 2014 and got the impression that thea are actively promoting our field of study.

As the Stifterverband and the foundation itself are working on a rather small scale compared to the „big fish“ like the Foundation Gerda Henkel or the German Academic Exchange Service (DAAD), the communication with them was a bit slower. But in the end I got enough information to deliver and 8-page-paper on the project, including a cost budget. This included the costs of hotel and transportation (as got from the internet), and even the costs of child care and a salary (grant) for my own work that I will be delivering. I thought a long time about putting the costs of child care in the cost budget, and even the costs of the journey, accommodation etc. of the child. But in the end, I decided to do it. I am working for 10 years in my field of study, and in the meantime I came to believe that it is okay to include our personal conditions into a budget plan. Why should we hide these important details of our life, such as a child? And if there is no other option than to take a child with us when we are working, then it should be included in the budget!

And should there be a salary for myself, when transportation, hotel and the like are already covered? Yes, there should. Because my highly specialized work, that has been presented to other people as well, deserves a salary. So, this grant belongs to the budget plan as well.

I filed the project and, two months later – got a positive answer. I will be funded! From then on, everything went quite quick. The acceptance via email, the details via letter and the forms to get the money and the accounts. And a very personal contact with the ladies from the office (Thanks, Ladies!).

So, I will be in Latin America in summer, working for 4 weeks in a museum, analyzing sherds. That’s so great! At last, I will be able to do a partly analysis that is so important to me!

Oh, and by the way and according to the rules of the foundation: it will be funded by the Altamerika-Stiftung!

 

 

 


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Das Museum der Dinge, Berlin – A Museum of Things, Berlin

IMG_1363Das Museum der Dinge kam mir zu Ohren, als ich nach Materialität googelte und darüber nachdachte, welche Museen und Ausstellungen ich an einem seltenen, freien Tag besuchen wollte. Das Museum hat eine wunderbare Website, und ich war begeistert zu erfahren, dass es hier Dinge gab wie Dingpfleger, und dass das DING an sich, ganz losgelöst von seinen Kontexten, offensichtlich hier im Mittelpunkt steht. Alleine die Bezeichnung “Ding” statt “Objekt” in der Dichotomie zum “Subjekt” – das ist doch eine Aussage! Grund genug also für einen Besuch im reellen, gar nicht virtuellen Museum in Berlin-Kreuzberg. Einmal alleine, im Oktober 2013, und dann zusammen Anfang März 2014 mit einer ganzen Gruppen von Mitstreiterinnen* aus dem Kurs “Vermitteln und Kuratieren” der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel (dazu demnächst mehr hier). Ich danke daher den Kolleginnen, v.a. für die sehr anregende Diskussion NACH dem Ausstellungsbesuch, die mir einige Fragen beantwortete und mein Verständnis für dieses eher ungewöhnliche Museum schärfte.

Das Museum der Dinge befindet sich in einem Gebäude der Oranienstraße, und ist nur nach Treppensteigen in den 3. Stock erreichbar. Ein altes Gebäude, gedacht für Büros und Werkstätten im 19. Jahrhundert, gefliester Hinterhof. Empfangen werden wir in einem hellen, weißen, sonnigen Raum – der Kasse und dem Museumsshop, voll mit ausgewählten schlichten Designerstücken an Geschirr und Büchern. Dieses Museum bildet den Ausleger des Werkbundarchives, einer Vereinigung die sich mit den materiellen Hinterlassenschaften des seit den 00er Jahren des 20. Jahrhunderts tätigen Deutschen Werkbundes  beschäftigt. Dessen Hauptaufgabe lag in der aestethischen Erziehung der Massen, und einer Reformbewegung gegen die industrielle Massenfertigung von Alltagsprodukten.

Das Museum als Außendarstellung des Werkbundarchives bietet zunächst eine Einführung in die Ideen und Aufgaben des Werkbundes UND des Werkbundarchives und hat seine Dauerausstellung in zwei visuelle Teile untergliedert: ein an der Wand entlang laufendes “Offenes Depot”, in dem Alltags-Dinge aller Art nach verschiedensten Kategorien in Holzschränken hinter Glastüren zusammengestellt gezeigt werden: Dinge so unterschiedlicher Kategorien wie “Imitieren & Zitieren”, “Alltag 1930er und 40er Jahre”, aber auch Farben oder Regionen (“DDR-BRD”). Die Schränke, die den Rahmen für die Objekte bilden ziehen sich fast endlos hin, sicher 50 – 60 Meter nach hinten in einem schlauchartigen, engen Raum. Voll mit Objekten aller Art, Hauptsache Alltag und Hauptsache Industriegut.

In dazu rechtwinklig stehenden Vitrinen befindet sich die Schausammlung, die, grob gesagt, einen Überblick über die Aktivitäten des Werkbundes ab 1907 bis in die 1970er Jahre bietet, immer mit Beispielobjekten des Werkbundes als auch der als “Gegenstück” empfundenen Alltagsware, z.B. besonders kitschiger oder hässlicher Dinge. Unterbrochen nur von kleinen “Objektinseln”, an denen besonders große Dinge frei stehen. Und von einem Vortragssaal, der leer und offen in der Mitte des Museums liegt.

Ein Manko des Museums ist in jedem Fall die extrem ausführliche Betextung. Nur der allerinteressierteste Besucher mit viiiiel Zeit dürfte in der Lage sein, sich ALLE Texte durchzulesen, denn an jeder Schauvitrinen hängt ein zweispaltiger, langer Erklärungstext – in Deutsch. Auch der Einführungtext in der Nähe der Kasse ist, obwohl unglaublich informativ, so lang dass der Besucher in Spalte 1 bereits etwas ermüdet. Sinnvoller ist da die “Übe-Vitrine”, die einen visuellen Überblick darüber bietet, wie man das Museum am besten erkunden kann um es zu verstehen und maximale Information mitzunehmen.

Zu den langen Texten kommt die reine Überfülle an Dingen. Sie führt dazu, dass viele der anwesenden Besucher eben nicht den Text lesen, sondern sich durch die Masse der Objekte fortspülen lassen in ein Nirwana des Erinnerns. “Schau mal, das hatte Tante Erna!” und “Guck hier, wie früher zuhause!” waren die meist gehörten Sätzen von Besuchern und auch der Tenor des Gästebuches. Natürlich sind diese Objekte, die ohne ihren ursprünglichen Nutzungs- und Kultur-Kontext dargebracht werden, ein wunderbares Transportmittel in unsere Vergangenheit. Aber der Werkbund möchte ja eigentlich soviel mehr: erziehen, den Sinn schärfen, uns etwas erklären und nicht zuletzt ändern. Das ist in diesem Museum nicht spürbar. Obwohl die Menge der Objekte uns auch anregt, sie selber zu ordnen, Prinzipien zu finden nach denen dies möglich wäre!

Beide Möglichkeiten wären also gegeben: sowohl das ungenierte Stöbern und Fühlen als auch das intellektuelle Begreifen – allerdings bei der Überfülle von Text mit eingien Schwierigkeiten. Trotzdem begreifen viele dieses Museum wohl v.a. als Erinnerungsvehikel und lassen sich von der Dinglichkeit und Sinnlichkeit der Dinge forttragen. Fortgesetzt wird diese Idee eigentlich konsequent im Museumsshop, dessen wunderschöne, ausgesuchte Dinge wie die Fortsetzung der Ausstellung wirken – nur dass es hier die besonders designten und nicht die kitschigen, als “bekämpfenswert” geltenden Dinge sind, die dominieren und erworben werden können.

Was ich jedoch wirklich besonders am Museum der Dinge schätze, ist das Kommentieren der Dauerausstellung durch wechselnde Kunstinstallationen. In diesem Fall war es “Scherben” von Sonya Schönberger und Christof Zwiener. Diese Installationen bieten einen Gegensatz zu der geschlossenen, sanft und warm ausgeleuchteten, größtenteils nur hinter Glas sichtbaren Ausstellung, denn hier sind Objekte direkt offen sichtbar, wenn auch nicht berührbar. Sie sind durch Spots angeleuchtet und wirken wie kostbare Fragmente. Ihre Darstellung im Rahmen einer Ausstellung bildet einen Kontrapunkt zur Dauerausstellung – sichtbar bereits in ihrer Präsenz am beginn und am Ende der Dauerausstellung. Diese Dinge wirken alleine schon durch ihre Darstellung und Ausleuchtung wie Schätze – gar nicht wie die zusammengestellten Massen an Alltagsobjekten im Rest des Raumes. Sie erzählen von Zeit und Geschichte, sie haben einen Kontext: den des Krieges. Und sie zeigen ihn durch Rost, durch Fragmente. Sie verkörpern praktisch die Zeitlichkeit der Objekte, ihre Verletzlichkeit.

Prinzipiell ist es so, dass Website und Ausstellung total miteinander konkurrieren, sogar die Ausstellungsflyer wirken anders als dann die Ausstellung an sich. Es ist so, als wären sie fast gegeneinander konzipiert. Während auf der Website immer wieder von den Kontexten, der Nutzung der Dinge die Rede ist, wird dieser Aspekt ind er Ausstellung selbst ganz nach hinten gestellt. Auch das Design von Ausstellung einerseits und Website, Flyern und Verkaufsraum im Museum andererseits sehten sich wirklich fast diametral gegenüber. Hier die Masse der Dinge, obwohl geordnet doch überbordend – dort die geordnete, einzeln hervorgehobene Präsenz eines oder weniger, ausgewählter Objekte. Sehr seltsam. Dementsprechend waren die Erwartungen von einigen von uns (mich selbst eingeschlossen) nach Besichtigung der Website ganz andere als dann durch das Museum tatsächlich erfüllt werden konnten.

Insgesamt denke ich aber, dass das Museum der Dinge einen neuen Blick auf Dinge ermöglicht, abseits üblicher Ausstellungsrhetoriken. Das Ding in einem eher in der Masse kontextualisierten Zusammenhang, geordnet nach ganz unterschiedlichen, nicht immer klar nachvollziehbaren Kriterien – das zeigt, wie vielfältig wir Dinge sehen, interpretieren und einordnen. Es gibt dem Ding einen Stand, der nicht auf seinem soziokulturellen Kontext beruht, sondern eher auf seiner Dinglichkeit an sich. Auch wenn Form, Funktion und Dekoration natürlich Ausdruck eines gesellschaftlich-technischen Kontextes sind, ist dieser Kontext im Museum der Dinge auf ein Minimum reduziert. Es geht eben nicht um die Gesellschaft dahinter, vielmehr wird versucht, das Ding AN SICH zu betrachten. Sicherlich ist das schwierig, und man könnte jetzt auch viel dazu sagen, dass Ding und Kontext semiotisch verbunden sind. Trotzdem interessiert mich dieser Ansatz sehr, weil er dem entspricht, das wir häufig im Alltag tun: wir sehen das Ding einfach als Ding, als Nutz-Gegenstand, nicht als museales Objekt.

*Dank an (in alphabetischer Reihenfolge): Yella Hoepfner, Astrid Lembcke-Thiel, Hanne Leßau, Eva Lusch und Dörte Wiegand!

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IMG_1362ENGLISH VERSION

The Museum of Things came to my knowledge when I was googling on „materiality“, thinking about which museums and expositions to visit on one of my sparse free days. The Museum has a wonderful homepage, and I was delighted to learn that they have even a category for supporters to be a “caretaker of a thing” and that the THING (maybe the English “entity” would be a better translation”) free of its context is being at the center of their concept. The very idea of using the word “entity” or “Thing” instead of “object” and its implied dichotomy to “subject” is a statement in itself! So, there were enough reasons to visit the real museum of things, once by myself in October, and than again in March 2014 with a bunch of colleagues* from an upgrade training course called “Communicating and Curating”, offered by the Federal Academy of cultural Education in Wolfenbüttel (but I will do a post on this later on). I would like to thank my colleagues from the course for the lively debate and ideas after visiting the museum together, a moment that provided me with important input for this post.

The Museum of Things is located in a building in the Oranienstrasse, Berlin – Kreuzberg, and can only be reached after quite a flight of stairs up to the third story. Its an old building, originally thought to be used for offices, workshops and factories in the 19th century. We are welcomed into a sunny, bright, white room, the counter and gift shop of the museum which is filled with carefully selected, beautifully designed objects. The museum itself is the showroom of the Werkbundarchiv, a association which is curating the material belongings of the German Werkbund, which has been active since 1900, focusing on the aesthetical education of the working classes, including a reformative movement against industrial mass production of everyday products.

The Museum as the external presentation of the Werkbundarchiv offers an introduction of the ideas and goals of the Werkbund and the Werkbundarchive right at the entrance of the museum. The permanent exhibition has been divided into tow sections: one is an Open Depot, presenting objects of everyday life of very different categories in wooden cabinets with glass doors on the long side of the hall. The entities are being sorted by very different and not always consistent categories, such as: “Imitating and Citing”, “Everyday Life in the 1930 and 1940ies” but also sorting by color or region of use (GDR/ BRD). The cabinets drag on and on, it seems like an endless line of things and things, and yet other things. The cabinets are just full with objects of every kind, the important part is that its about everyday life and that its mass production.

Opposed to this Open Depot there is the exposition of the things that regard directly the Werkbund and its ideas. These are presented in a rather chronological order, beginning roughly about 1900 and going on up to 1970 or 1980. These things are objects crafted following the Werkbund ideas or just the opposite of these: Kitsch. The cabinets that are presenting these things are only interrupted by islands of open space that present big objects related to the exposition. And, there is a big vacant space right in the middle of the museum that is being used for special opportunities.

I felt that one of the worse parts of this museum was definitely the texts that are being offered. Only the most interested visitor should be able to read ALL these texts, often with double columns. These texts are at every cabinet and offer such a mass of information that you won’t be able to read it all. Even the introductory text to the museum is so long that most visitors stop about halfway and prefer to go on visiting the museum itself. It´s better to have a look at the “introductory cabinet” which explains visually how the museum has been structured and how you may visit in order to get most of the information.

The long texts are accompanied by a over abundance of things. This leads to the fact that most visitors are being swept away by the mass of objects that leads to a Nirvana of remembrance. “Look, this is what Aunt Bertie always had!” and “Look, that’s just like home back than!” were the sentences that I heard from most visitors talking between themselves and it’s the most popular comment in the guest book as well. Of course, these objects presented without its original context of use and culture are a wonderful medium of transportation back to the times when we were young, back to our past. But the Werkbund has goals, that are so different from being a mere time machine! They want(ed) to educate people about aesthetics, sharpening mind and view, explain and change. That’s just not present in this Museum, even if the objects are insisting that you systematize them, that you invent some kind of order principles.

In the end, the museum offers both possibilities to explore its expositions: the one based on searching and feeling, a rather emotional approach, and the intellectual one (although this is rather hindered by the multitude of texts). Although both are possible, most visitors rely on the emotional approach, using the display of things as a vehicle to memories, letting themselves get swept away by the memories which come with all these every day objects. This idea has been consequently translated into the gift shop where absolutely beautiful things are on sale for everyone. One could almost think that this gift shop is like an extension of the exposition.

But what I really love about the Museum of Things is the comments on the permanent exhibition with changing temporal expositions or “art installations” as they are called by the museum itself. This time, in March 2014, it was “Sherds” by Sonya Schönberger and Christof Zwiener. These installations are presented in a way that is completely opposed to the crowded, warmly lit open depots with their wooden and glass cabinets. The installations offer one object a time; they are directly visible, even touchable. They have been illuminated by especially positioned spot lights, they seem like precious fragments. Their presentation on the beginning and the end of the permanent exposition seems like a commentary. They seem to be treasures, so unlike the everyday things in the rest of the rooms. They tell tales of time and history, they evoke a context: war. And they show their context through rust and fragmentation, through their woundedness. They are the perfect display of the action of time on artefacts.

Generally speaking, permanent and temporal expositions compete against each other. Even the printed flyers seem to present a different museum. While the website and the flyer talk about the context of things, concentrating on their former use, this aspect is being almost completely neglected in the museum itself. The design of the exhibition and the website and flyer, and even the gift shop, seem to be almost diametrically opposed to each other. On the one hand the multitude of things in a crowded environment – on the other hand the organized objects on the web, presented as treasured unique specimens. After we saw this presentation, the expectations were completely different from the reality at the exposition.

ON the whole I think that the Museum of Things offers a new perspective on things (artefacts), aside from the usual rhethorics of expositions. The thing in relation to the crowd of things that surround us, organized by very diverse criteria – that shows how many perspectives on things exist, how we interpret and arrange them. It offers the artefact a standing that is unrelated to its sociocultural context, but is rather  based on the its thing-ness, its essence.

Even understanding form, function and decoration as the expressions of a societal-technological context, this context has been reduced dramatically in the Museum of Things. This exposition is decidedly NOT focused on the society that produced and used a thing. It’s about the thing as itself, and that’s per se a difficult situation to start with. There would be much to say about the almost semiotic relation between a thing and its context – at least from my perspective. But nevertheless, this idea is fascinating because it has so much to do with our every day approach to things: we perceive them as objects, as a thing to use, and not as a museum object.

  • Thanks to (in alphabetical order): Yella Hoepfner, Astrid Lembcke-Thiel, Hanne Leßau, Eva Lusch und Dörte Wiegand!

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Sigamos interactuando: Encuentro Internacional de Ceramica Arqueologica Centro-Sur Andina

Zunächst und für die deutschsprachigen Leser hier: dieser Beitrag erscheint auf Spanisch und Englisch. Der Workshop “Sigamos Interactuando: International workshop on archaeological ceramics from the South-Central Andes“, der ja schon länger auf dem Blog angekündigt war,  fand in Mendoza, Argentinien, statt und in meinem Fachgebiet spricht man eben zu 99% Spanisch. Deshalb heute und hier: Spanisch und unten auf Englisch.

Tuve el honor de ser invitada al Encuentro Sigamos Interactuando: Encuentro Internacional de Cerámica Arqueológica Centro-Sur Andina entre el 25 al 29 de noviembre, 2013, en Mendoza, Argentina. El encuentro, desarrollado para el intercambio de informacion entre especialistas en cerámica arqueológica CentroSur Andina fue una posibilidad espectacular para reunirse con colegas de diferentes areas de la region Centro-Sur Andina: Bolivia, Jujuy-Tucuman, Catamarca, Norte de Chile y Chile Central-Mendoza. Las mesas regionales de estas 5 regiones fueron constituidas por muchas arqueólogas (y algunos arqueólogos) trabajando en cerámica arqueológica, en total 45 personas. Ya que la idea era intercambiar informaciones sobre nuestras investigaciones, datos e interpretaciones acerca del material ceramico de la zona de estudio de cada uno, se pidieron ponencias en Powerpoint de antemano para dar a todos la posibilidad de conocer de cerca el trabajo de los demas ANTES del encuentro – y asi poder meternos de pleno en el trabajo una vez que nos reunáramos en Mendoza. El foco de trabajo en el encuentro mismo iba a ser la elaboración de un powerpoint regional, sintetizando todos los datos conocidos del area en cuestion. La dispersión de la información en publicaciones en revistas o trabajos de tesis difícilmente accesibles y la accesibilidad de datos no-publicados son mayores problemas en mi area de estudio y tambien en las areas vecinas. La cerámica, por el otro lado, muestra muchas relaciones e influencias y esta conectada de una u otra forma entre todas las regiones en cuestión. Encontrarse entre todos para superar estos problemas era entonces uno de los mayores fines del encuentro!

Y debo decir que esto funcionó  de maravilla. Ya que los Powerpoint fueron accesibles desde hace dos meses antes del encuentro todos estabamos al tanto sobre los trabajos de los demas y sus focos de investigacion. Una vez que todos estuvimos alli nos fuimos manos a la obra! El encuentro no consistía solamente en trabajar durante el dia, sino que la organización de almuerzos y cenas en conjunto y el alojamiento que un mismo hotel llevaron al continuo intercambio de información! Al fin y al cabo todos pasamos el dia entero, desde el desayuno hasta la cena a medianoche, con discusiones, encuentros, intercambios de información. Para muchos de nosotros era una posibildad de volver a encontrarnos con colegas que ya conocimos y, por el otro lado, conocer todos aquellos que hasta ese momento solo conocíamos de sus publicaciones y que nunca habíamos tenido la oportunidad de ver en persona. Así que: aprovechamos todos el tiempo al máximo! Y gracias a la increíble organización del encuentro, nos dió todo el tiempo para hacerlo, sin tener que preocuparnos por ?donde ir a comer? ?como llegar de la universidad al hotel? etc. Simplemente nos concentramos en el tema principal de estos días: la CERAMICA.

La cerámica arqueológica centro sur andina ha sido estudiada desde los comienzos de la arqueología en la región alrededor del año 1900, y ha generado un alto nivel y cantidad de observaciones, análisis e interpretaciones desde ese momento. Sin embargo, los estudios fueron pocos y dispersos por un tiempo muy prolongado y se concentraron en áreas principales o investigadores específicos. Esto es especialmente cierto para Bolivia, donde el estudio de cerámica arqueológica fuera del área circunlacustre empieza con mayor intensidad recien alrededor de 1995. Pero también en las otras regiones las investigaciones han aumentado recien desde hace unos 15 años, tomando un curso mas sistemático y/o tecnológico, entrando a niveles de análisis de pastas etc. Otro punto importante, a mi parecer, es el hecho de que muchas zonas (debido a los vastos territorios a cubrir) son trabajadas por solo una o dos personas, resultando en una concentración de conocimiento en muy pocas manos.

El encuentro en Mendoza proveyó a todos la posibilidad de subsanar los puntos mencionados. Tuvimos la oportunidad de hacer preguntas a todos, buscar especialistas de áreas vecinas y cubrir vacíos de informacion – tanto en las mesas regionales como también en los encuentros personales en los espacios de pausas, cena, almuerzo o paseo. Se miraron fotos, se describieron tiestos, algunos hasta llevaron tiestos de cerámica para ser inspeccionados por ceramistas colegas. Este intercambio fue tan fructifero y prolongado que al fin de los cinco dias todo el mundo estuvo exhausto de tanta concentración en solo cerámica, estilos, tiestos, pastas, decoración. Se usaron los primeros dos días para elaborar los powerpoint regionales, presentando estos síntesis de datos en el dia 3 y 4 y recibiendo un análisis de las tres especialistas invitadas a comentar en el quinto día: Myriam Tarragó, Isabel Druc y Fernanda Farabella. El trabajo fue por lo tanto intenso, directo y extremadamente fructífero.

La idea y el deseo de todos era seguir trabajando en este intenso nivel de interacción, volviéndonos a encontrar lo mas pronto posible. Formar vínculos entre áreas vecinas e intensificar las relaciones entre diferentes áreas de estudio mediante los investigadores respectivos sería un fin a perseguir! Todas las mesas regionales concluyeron por lo tanto con los siguientes puntos finales:

1) es necesario seguir interactuando para poder investigar mas a fondo los estilos y/o tradiciones cerámicas de cada región e ir elaborando ideas sobre las conexiones inter- e intraregionales del material cerámico.

2) sintetizar los datos para cada región en la forma de un manual que pueda servir a todos/todas en el trabajo de investigacion, sea este en el campo o en el laboratorio.

3) intensificar los estudios a nivel de pastas, concentrándonos tambien en los estudio de laboratorio. Ésta es una parte relativamente nueva en el análisis cerámico en los Andes Centro-Sur y un área con mucho potencial.

Finalizamos el encuentro con estas conclusiones y con la gran esperanza de que el siguiente taller será una realidad muy pronto!

ENGLISH VERSION

Dear Readers,

I had it announced on this blog for months: I have been honored with an invitation to the workshop “Sigamos interactuando (Let´s stay interacting). International workshop on archaeological ceramics from the South-Central Andes” that took place at Mendoza, Argentina, between the 25th and 29th of November 2013. This workshop, developed for the exchange of information between all the ceramic specialists for the archaeological ceramics from the South-Central Andes, was a great opportunity to reunite and getting to know colleagues from different areas of the central-South Andes: Bolivia, Jujuy-Tucuman, Catamarca, North Chile and central Chile – Mendoza, all working on the ceramic material of these regions. The regional workshops of these 5 specific geographic areas were “(Wo)manned” with a lot of (women) archaeologists – and some men. We were 45 persons and the idea of exchanging information about our recent investigations, the data and interpretations about the ceramic material from our study regions was prepared by sending all this information in a personal powerpoint BEFORE the workshop began. This served everybody to get relevant information on what other colleagues are working on, updating ourselves on the latest (sometimes even unpublished) developments of everybody else. And: we were able to get directly to work when we arrived at Mendoza. The focus of this was to reunite all the information in one big regional powerpoint, offering a synthesis of the ceramics of every region to colleagues from other regions – thus providing everybody with an update on the regional ceramic material. As is the custom in our field of study, many informations have formerly been published in little journals or in unpublished Ph.D. or licenciado thesis only, creating a very disperse and difficult-to-access information pattern. On the other hand, the ceramic material is united in many aspects, showing influences and migration patterns and is related throughout the region. That’s just the point why connecting the archaeologists working on these ceramics is so important: only uniting our information can we get to a new perspective on our material, providing completely new ways of interpretation.

And I have to admit: it worked just perfectly. AS we had access to the personal powerpoint since September, we were completely updated on the work of our colleagues and their focus of interest. And when we got to Mendoza we went directly to work! The workshop did not consist only in a heavy workload during daytime, but the perfect organization of lunch and dinner and the accommodation of almost everybody at the same hotel did their part to continuous information exchange while chatting, eating perfect Argentinean food and having one of the famous Mendoza wines. So in the end, we spent all day, starting from breakfast up to midnight with discussions, meetings, exchange of information. For many of us that was an opportunity to meet colleagues we knew already, but also to know the ones we only knew form their publications and where no opportunity had arisen to get know each other personally. So we used all the time to a maximum! And thanks to the incredible organization of the event, we had all the time to do that – we didn’t even had to think about all these gruesome details like: “Where we will eat? How do we get to the University or the hotel? And the like. We could just concentrate on the central theme: Ceramics.

The archaeological ceramics of the South-Central Andes have been studied since the beginnings of the 20th century and these studies have generated a high level and an enormous quantity of observations, analysis and interpretations since then. But nevertheless, the investigations itself were few and widely dispersed during a long time – and focused on specific moments in time, main areas or specific researchers. This is especially true for Bolivia, where research on ceramics outside the Titicaca lake area begins as late as the 1990s.

But also in other regions the investigations have just begun some 15 years ago, developing a more systematic and/or technological approach, concerning the study of pastes and the like. Another important point, at least in my opinion, is the fact that vast areas (due to the broad geographical regions we are covering) have been investigated by only one or two archaeologists ever, which results in a concentration of information in very few hands.

The workshop in Mendoza provided all of us with the opportunity to enhance all these problematic points. We could ask the investigators directly; look for specialists in neighboring areas and cover up information – in the regional workshops as well as in the personal encounters with archaeologists working in other areas during the retreats, lunch, dinner or during a walk outside. We had looks at photos together, we described our material to others, some even brought fragments with them to show them around and ask for opinions. This exchange was so fructiferous and constant that after the five days we were absolutely exhausted from all this concentration on ceramics, styles, fragments, paste, decoration and the like. We used the first two days to work on our regional power point, presenting this as a synthesis on the 3rd and 4th day. After there was space for commentary and observations for the three special guests that had been invited: Myriam Tarragó, Isabel Druc and Fernanda Farabella. So, the work was very intense, very direct, and overwhelmingly, extremely rewarding.

The idea of all of us was to stay on working at this intense level of interaction, uniting again as soon as possible. To form relations between neighboring areas and to intensify the relations between fields of study through the archaeologists themselves! Every regional group concluded with almost the same final goals for the future:

1) it is necessary to stay connected in order to investigate more intensely the different styles or ceramic tradition of every region and to elaborate ideas on connections between them.

2) synthesize the data of every region in a manual that can help everybody to orientate us when working on ceramic materials, may this be at the field or the laboratory.

3) intensify the study on the technological level when it comes to pastes, concentrating on the laboratory studies. This is a relatively new aspect in the analysis of ceramics in the South-Central Andes and an area with a lot of potential for future work.

We ended the workshop with these conclusions and with the big hope of another encounter as soon as possible!

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Durante las sesiones de trabajo en las mesas regionales./ Working during the regional workshops.

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Almuerzos en conjunto: la mesa de Bolivia y la mesa Jujuy-Catamarca en el comedor estudiantil. / Lunch tables according to our regional tables: the “Bolivian” table and the table of Jujuy-Catamarca.

P1120584Del Hotel a la Universidad de Cuyo: Mariel Lopez, Isabel Druc, Veronica Williams, Maria Ester Albeck. /From the hotel to the University of Cuyo: Mariel Lopez, Isabel Druc, Veronica Williams, Maria Ester Albeck.

P1120615P1120600P1120591Preparando las ponencias finales regionales! / Preparing the final regional presentations!

P1120609Todos los participantes en el dia final del encuentro delante de la Universidad de Cuyo! / All participants on the final day at the UNiversity of Cuyo!