Sprache der Dinge – Language of Things

Materialität, Realität und Konfliktivität in Museologie, Archäologie und anderen dinglichen Wissenschaften / Materiality, reality and conflictivity in museology, archaeology and other material sciences


Leave a comment

MOOC & Archäologie? Ja! aber…. / MOOC´s and Archaeology? Yes! but….

Vor einiger Zeit begann ich auf Coursera einen Kurs zum Thema Universal Heritage. Da lagen schon mehrere gute Kurse zum Thema Vorgeschichte, Museum etc. hinter mir: Natürlich Archaeologys Dirty Little Secrets der unglaublichen Sue Alcock der Brown University und die MOMA-Moocs “Art & Inquiry. Museum Teaching Strategies for your Classroom” , zum Beispiel.

Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage” wurde von der Sapienza Universität Rom angeboten und versprach eine Einführung zum Thema Heritage und Archäologie in der heutigen Zeit sowie das Erlernen digitaler Techniken in Forschung und Bewahrung archäologischer Funde. Das klang mehr als verlockend, denn geht es nicht darum, uns als Wissenschaft neu zu positionieren, eine Stellungnahme anzubieten zum Thema Geschichte, Vorgeschichte, Relevanz? Und das alles in einem MOOC! Großartig. Ich war dabei. Und dachte an Themen wie Indigene Archäologien, Heritage für alle, das Zugangs- und Bestimmungsrecht über Geschichte und die Debatten darüber, was Heritage sein sollte und wo die Grenzen liegen – sei es in Deutschland wie im Fall der dresdner Brücke oder vielleicht in Lateinamerika wo Heritage auch eine Frage von Abstammung und Recht ist.

Leider stellte sich bereits sehr schnell heraus, dass es hier nicht um die brennenden Eisen der Geschichtswissenschaften gehen würde. Ein älterer Professor brachte statisch sitzend und besonders langsam sprechend sowie unterlegt mit powerpointartigen Photos echte Gemeinplätze zum Thema Heritage vor. Schon die Einführungswoche mit dem Thema Was ist Archäologie, wo kommt sie her etc. zeigte, dass ich meine wenige Zeit eventuell doch anders verbringen sollte als mit diesem Seminar. Denn in diesem Kurs kamen gleich am Anfang Aussagen wie diese: “Archäologische Objekte können nie eine Aussage an sich sein”. Ach, tatsächlich? Objekte sind also stumme Zeugen, denen nur der Archäologe etwas entlocken kann? Ich glaube, ich habe die letzten Jahre einfach die falschen Bücher zum Thema Materialität gelesen. Dass Objekte und Materialität ein ganz eigenes, mit dem unseren verwobenes “Leben” haben – ich dachte, DAS wäre mittlerweile ein Gemeinplatz. Ist es aber wohl nicht. Deshalb möchte ich hier noch einmal Leseempfehlungen aussprechen:

Hahn, H.-P., 2014: Materielle Kultur. Eine Einführung. Reimer Verlag.

Hodder, I., 2012: Entangled. (Habe hier drüber geschrieben.)

Hodder, I. (Hrsg), 2011: The Meanings of Things.Material culture and symbolic expression. Revised edition. Routledge.

Oder, wenn es ganz schnell gehen soll, gerne auch nur die wenigen Seiten in der letzten Auflage von Eggerts “Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden.”, 2012, Seite 305 – 318.

Wer Materielle Kultur als schweigendes Zeugnis ansieht, bei dem kann auch Heritage und all die komplexen Fragen hierbei nicht wirklich schwierig vorkommen. Logisch, oder? Da restauriert man und gibt es zurück an die Menschheit. Fertig ist die Laube! (Entschuldigung, ich verkürze und pointiere natürlich.)

Ganz ähnlich, aber auch ganz anders erging es mir mit dem MOOC zu Paläoanthropologie, der schick gemacht und sehr spannend war. Reisen nach Südafrika, in Labore, viele Interviews mit Forschern zum Thema und besonders wichtig, wie ich fand: WARUM machen diese Menschen, diese Forscher, das? Warum haben sie sich dafür entschieden, wie sind sie dazu gekommen und warum sind sie dabei geblieben? Brennende Fragen, denn sie rühren ja an das Grundthema von Wissenschaft: Warum mache ich das? Warum nehme ich viel Arbeit, und ja, auch Entbehrungen auf mich? Es war sehr spannend, Intervierws dazu zu hören. Mit Wissenschaftlern, mit Studierenden.

Wie sich in den Interviews herausstellte, war der Abenteuerfaktor ein großes Thema. Dass es so toll wäre, rund um die Welt zu reisen und spannende Dinge zu tun. Und ich bin mir ganz sicher, dass das für uns alle ein großer Faktor ist. Aber es gibt auch andere Gründe. Gründe, die unsere Forschung für viele Menschen zu einem Thema machen (können). Gerade bei der Erforschung der ersten Menschen steckt soviel drin! Hier kam es leider sehr wenig zur Sprache, bzw. es wurde wenig nachgefragt und hinterfragt. Ebenso wie das möglicherweise kontroverse Thema „Nordamerikanische Forschung in einem afrikanischen Land“. Interviewt wurden nämlich fast ausschließlich weiße, nordamerikanische Forscher. Die dann in Südafrika eine Forschung durchführen. Also, selbst als Laie würde ich sagen, da steckt einiges an Konfliktpotential drin, selbst wenn man mal Themen wie Kreationismus und Bibelgläubigkeit oder Koranfestigkeit außer acht lässt, die sicher auch kontroverse Debatten zum Thema „Hominiden“ bieten.

Ich war doch erstaunt war, dass diese Themen komplett ausgespart wurden. Das war allerdings auch schon bei ADLS aufgefallen und ich frage mich: lassen die Universitäten hier Themen aus? Gibt es Themen, die ausgespart werden, weil sie zu kontrovers sind? Oder ist es eine Art Selbstzensur der beteiligten Wissenschaftler? Wer als Forscher*in in Ägypten, Jordanien, der Karibik zu tun hat, dem glaube ich nicht, dass da keine Erfahrungen sind. Und Meinungen. Diskurse.

Und darum finde ich mittlerweile: MOOCs und Archäologie – unbedingt. Bitte! Viel davon, in verschiedensten Facetten! Aber bitte, nicht die schwierigen, kontroversen Fragen aussparen. Finanzierungen, Streits um Deutungshoheit, all das sollte auch mal vorkommen dürfen. Hier möchte ich ganz deutlich sagen, dass ich es immer wieder und immer noch sehr wichtig finde, dass wir auch diese Themen, die sich ja aus unserer Geschichte und Forschungsgeschichte ergeben, auch angehen. Dass wir sie erwähnen und die momentan dazu im Raum stehenden kontroversen Ideen erklären und weiterführen. Das ist unangenehm und es kann sehr sehr anstrengend sein – gerade wenn die Gegenseite, Laien, indigene Gruppen, werauchimmer, darauf auch kontrovers antworten und tatsächlich eine MEINUNG zu unserer Forschung haben. Aber genau darum geht es: um Kommunikation. Und das ist keine Einbahnstraße.

MOOCs zum Thema Archäologie und angrenzenden Gebieten in den letzten 12-15 Monaten:

Sapienza University of Rome on Coursera: Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage

University of Buckingham on Iversity: Stonehenge.

ZEIT-Akademie: Archäologie

University of Wisconsin on Coursera: Human Evolution: Past and Future.

Brown University on Coursera: Archaeology´s Dirty Little Secrets

 ENGLISH VERSION

Some time ago, I started a course on the topic of Universal Heritage at Coursera. This was at a point when  I had already passed through several good MOOCs on the topic of prehistory, museums and archaeology.: of course Archaeologys Dirty Little Secrets of the incredible Sue Alcock of Brown University, and the MOMA-Moocs “Art & Inquiry. Museum Teaching Strategien for your classroom”.

This specific MOOC, “Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage”, was presented by the Sapienza University of Rome and promsied to be an introduction on the topic of Heritage and Archaeology in modern times as well as tools for learning digital techniques in the investigation and preservation of archaeological finds. That sounded very promising. All these topics together in one MOOC: Heritage, preservation, techniques, prehistory. What came to my mind was: Indigenous Archaeology, Heritage for everybody, the access and interpretation of Prehistory and the debates about what heritage exactly is and what it could or should be. And what its limits are – be it in Germany in the case of the bridge in Dresden or maybe in Latinamerica where Heritage includes questions of descendance and birthright.

Unfortunately, I never made it to the “technical” section of the MOOC because the first sessions started with an introduction held by an elderly professor who stated, slowly speaking and with a background of powerpoint-y photos such common place enunciations about arcaheology and heritage that I decided to leave it right there. Because of phrases like: “Archaeological objects can never be a statement in themselves”. Oh, really? Objects are silent witnesses, then, and only an archaeologist might get something out of them? It seems that I´ve read the wrong books on materiality lately. That objects and materiality lead their own life, intertwined with ours, I thought that would be common place. Seems, it is not. And who sees material culture as silent witness, perceives heritage and all the complex issues associated with it as one simple thing: restaure it (HOW? WHY?), give it back (To WHOM?) – and that´s it! (I am sorry, I really DO abbreviate here.).

Similarly, although in a different way, was the experience with the MOOC on Paleoanthropology, offered by the University of Wisconsin, that was very well made and included a wide range of fascinating topics. Travelling to South Africa, visits to excavations, interviews with actual paleoanthropologists! Information on the evolution of humans! Laboratory time! And, what impressed me most was: the MOOC put an emphasis on personal experiences. Why do all these people work as paleoanthropologists? What lead them to choose this career? Why did they go on? Arduent questions because they touch the bases of scientific research: Why do I do this? Why do I spend so much time and energy on it? It was absolutely fascinating to go through these interviews with scientists and students. In the end, it turned out that the “adventure factor” was a major topic for all of them. That it´s so great to travel round the wourld and do exciting, adventurous things. And I am sure that this is a major thing for all of us. But there area other reasons as well. Reasons that (can) make our investigation a relevant topic to many other people. And the evolution of humanity is such a fascinating topic! But I would have been happy to see other subjects covered as well.

In all these interviews, as in all other MOOCs as well, controversial topics were ignored. This focus on rather “pleasant” topics in a MOOC has been present in every single one of them. Controversial subjects are being left out completely. Is this part of the official idea of doing a MOOC? Are the universities involved or is it the scientists themselves that exclude these topics in order to create a more “harmonious” MOOC? I assume that investigators working in countries like Egypt, Jordan, South Africa or the Caribbean have some opinions on controversial archaeological subjects in their study regions?! There have to be experiences, opinions, discourses? And that is why I came to think about MOOCs and Archaeology as a complicated subject.

Archaeology & MOOCs – great! But please, don´t exclude controversial topics. Let´s be more open about the subjects that concern scientists and other people alike. Let´s face difficult questions on participation as well, not only the nicer, more adventurous subjects. Problems of financiation, the power and access to interpretation – all these should have their own space in the MOOCs as well, among others. These topics, that accompany Archaeology for as long as it exists should have a right to appear and to be discussed in MOOCs. Especially there, because of their open and interactive online nature! Why don´t discuss the controversial ideas as well as the “harmonious” ones? Yes, this can be more unpleasant and time consuming than just talking about our latest adventure in the jungle, but it may be more fructiferous, as well. Many people have opinions on archaeology. And we can learn how to listen to them and interact. Because this is the point: communication! This is not a One-Way Road.

MOOCs on Archaeology and similar topics in the last 12-15 months, partially covered in this blog:

Sapienza University of Rome on Coursera: Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage

University of Buckingham on Iversity: Stonehenge.

ZEIT-Akademie: Archäologie

University of Wisconsin on Coursera: Human Evolution: Past and Future.

Brown University on Coursera: Archaeology´s Dirty Little Secrets

 

 

 


Leave a comment

Stonehenge MOOC bei Iversity: ein gemischtes Vergnügen / The Stonehenge MOOC at Iversity: mixed feelings.

Die Wahrheit über Stonehenge von Schebacca!

und von FishDish!

Die Fotos oben zeigen, dass Stonehenge in unserem kulturellen Gedächtnis GANZ weit oben steht. Weiter oben als das Forum Romanum und wahrscheinlich genausoweit wie die Pyramiden. Witzchen, Fotos, Weiterverarbeitung von Stonehenge in unserem Alltag sind immer da und werden von jedem verstanden. Faszinierend. Es gibt sogar ein Stonehenge-Spiele-Set, das ich unserem Hausflur fand. Gesellschaftsspiele mit Druiden und Sarsensteinen… dazu gehört schon einiges an Popularität.

In den letzten beiden Monaten habe ich einen MOOC bei Iversity.org belegt – einem Anbieter von MOOCs bei dem ich vorher noch nie unterwegs war. Gratis, wie viele MOOC-Anbieter, und interaktiv. Der Kurs zum Thema Stonehenge kam mir gerade recht, denn Stonehenge ist ja, wie gesagt, als eins DAS der bekanntesten archäologischen Zeugnisse weltweit natürlich geradezu prädestiniert dazu, etwas über die Vorgeschichte und ihren Einfluss auf unsere heutige Gesellschaft und ihren Umgang mit der Vorgeschichte zu sagen. Was auch eines der Ziele und  Anspruch des Kurses war: die gesellschaftlichen Umgänge mit Stonehenge und unseren persönlichen Zugang dazu kennenzulernen.

Generell ist es so, dass Iversity anders arbeitet als etwa Coursera. Die Aufteilung der Kurse ist nicht strikt in einen Video-Bereich, einen Materialien- und einen Chat-Bereich getrennt: hier gibt es Materialien, Videos, weiterführende Links und den Kontakt zu anderen Studierenden alles auf einer Seite. Video gucken und gleichzeitig die Fragen der Mitstudierenden lesen und durch weiterführende Medien scrollen? Kein Problem! Das war eine schöne Erfahrung, allerdings bietet Iversity im Gegenzug keine App, was für mich als Menschen mit wenig Freizeit schwierig ist. Ich sehr & höre meine MOOCs sehr gerne auf dem Arbeitsweg, zum Beispiel. Dafür brauche ich jedoch eine App, da mein Empfang gerade im ÖPNV teilweise sehr schlecht ist. Das ist für mich ein definitiver Nachteil.

Aber gut. Schau ich die Videos eben unregelmäßig abends zuhause, zumal sich dieser MOOC auch für sehr kurze Sequenzen (zwischen 2-3 Minuten) entschieden hat. Dies bedeutet, dass man relativ fix auf den Punkt kommt und es nicht lange dauert. Allerdings ist es immer von Nachteil wenn die Videos ins Hörsälen mit schlechter Akustik aufgenommen werden, mal ganz abgesehen vom unglaublichen Charme dieser weißgestrichenen Säle und Pulte. Geräusche von außerhalb des Hörsaals sind ebenfalls zu hören – das alles ist so mittelschön. Was man ebenfalls lernt (und das war nun schon in einigen MOOCs zu sehen) ist, dass die Büros der gefilmten Professoren nur so halb gemütlich sind. Heizungsrohre, schlechte Akustik, der Charme eines Toilettenhäuschens – da war schon alles dabei. Das mögen visuelle Nebensächlichkeiten sein wenn man wirkliche etwas LERNEN will, aber bei einem Video stört es eben doch. Nur scheint das noch nicht bei den Filmenden angekommen zu sein. Soweit also das Drumherum des Kurses.

Stonehenge bot zunächst eine Einführung in die Geschichte des Fundortes – und zwar sowohl der prähistorischen als auch der Forschungsgeschichte. Schön kurze Sequenzen, teils aus dem Büro und teils vor Ort (also in Stonehenge) gefilmt. Informatives über die Entstehung von Stonehenge, die landschaftliche Einbettung und die ersten und derzeitigen Forschungen. Der zweite Teil des Kurses bestand dann daraus, die diversen künstlerischen und gesellschaftlichen Kontexte, in denen Stonehenge aufscheint, zu zeigen und ihre Diversität darzustellen. Das wurde auch gemacht, denn über Lyrik, Musik, Architektur und Literatur war alles dabei. Auch die Bedeutung für einige neuere NEW-AGE-angehauchte Religionen wurde angerissen ebenso wie die Bedeutung des Tourismus.

Da blieb der Kurs jedoch leider stehen. Es ist schön zu wissen, dass die Beatles und Rolling Stones Stonehenge besucht haben und das diverse Künstler Stonehenge in ihrem Werk bearbeitet haben. Dass es eine Diskussion über die Ausstellung von Knochen im neuen Besuchercenter gibt. WARUM jedoch haben sie das getan? Welche soziokulturelle Funktion erfüllte der Fundort für die jeweilige Zeit? Wie ändert sich die Bedeutung des Fundortes oder gibt es mehrere, gleichzeitige, je nachdem wen man fragt? Antworten hierzu wurden entweder angedeutet oder erschlossen sich aus Nebensätzen. Symbol für Britannien – Symbol für die neue Ära des Wassermannes – Symbol für das, was Menschen gemeinsam erreichen können. Undsoweiter. Leider wurden sie jedoch nicht explizit angegangen. Nicht, dass ich hier eine stundenlange Abhandlung möchte, aber eine explizitere Wortwahl würde es auch tun. Oder das Einladen von Menschen, die eben eine andere Meinung zu Stonehenge haben als die den MOOC ausrichtende Universität von Buckingham.

Dieser Teil der “social Responses” wurde also zwar durchgezogen, aber so kurz gehalten dass man am Ende nichts weiter hat als einen Überblick über die einzelnen Werke und/oder Gruppen für die Stonehenge Bedeutung/en hat. Insofern ist “Stonehenge” zwar ein informativer Kurs gewesen, aber mehr als das eben auch nicht.

ENGLISH VERSION

The truth about Stonehenge:

and from FishDish!

The photos above indicate that Stonehenge occupies a major place in our cultural memory. Higher than possibly the Forum Romanum and at least as high as the pyramids. Jokes, photos and everyday versions of Stonehenge in our everyday life are commonplace. Everybody with a Western background gets what they are about. Its fascinating. There is even a Stonehenge-play that I found at our entrance door one day.

In the last two months I have been attending a MOOC at Iversity.org – a website offering MOOCs that I hadn’t previously tried out. Its free, as so many MOOCs are and very interactive. The course on Stonehenge sounded great because Stonehenge is, as I mentioned, one of THE most known archaeological sites worldwide. And its predestined to serve as a background when you want to get a message on prehistory and its influence on todays life & the arts across. Because that was one of the self declared goals of the MOOC: to show the ways modern society responded and interacted with the archaeological site of Stonehenge.

In a general way, Iversity works slightly different than Coursera (which I attend mostly). The course presentation has no clear cuts between the course videos, links and the contact area to other students. Here, its all in one. You may watch the video and have a look at the links and other materials, or chat with other students at the same time. Thats nice! But unfortunately Iversity doesn’t offer any app until now, so viewing the videos on my way to work is out of the question. Thats rather a backdrop for people who don’t have much time (like me) and like to have access to the videos whenever they get time to do this.

But well, I´ll see the videos at home at night, even more so because this MOOC decided to offer very short video sequences, about 2-3 minutes long instead of the usual 15-20 minutes. That means that Dr. Graeme Davis gets right to the point and concentrates on the essential. But its always a visual disadvantage if you shoot the videos at the auditorium at the  University where there´s always bad acoustics. And the unconvincing atmosphere of these white washed halls is another point. You hear everything from outside the auditorium, so all this is not very welcoming. What you´ll also learn (and I saw this at various MOOCs already) is that the offices of the lecturers are not very cosy as well. Heating pipes, bad acoustics, the charm of a restroom  – I have seen quite a few things up to now. These may be visual negligibilities if you want to learn something, but in a video these things are likely to deflect you from the content of the MOOC.

Stonehenge offered firstly an introduction of the history of the site – the evolution of the prehistoric site as well as a history of the investigations at Stonehenge and its surrounding landscape. The sequences have been filmed at the University as well as on site, and you’ll learn many things about the formation of Stonehenge, its landscape surroundings and the first and contemporary investigations. The second part of the MOOC consisted in presenting the various responses that evolved to Stonehenge, be it in the arts, architecture, literature and society in general. There was a wide diversity of responses and quite a few of them were presented in the MOOC – even the meaning it has for some New Age religions and the importance of tourism for the whole region.

But that was where the course stopped. Unfortunately. Its nice to know that the Beatles and the Rolling Stones visited Stonehenge and that various artists used Stonehenge in their art or used it as an inspiration. And its cool to know that there was a lively debate on the exposition of prehistoric human bones at the new Stonehenge visitor center by Neo-Druid-inspired groups and the public in general.

But: WHY did the artists and the public in general respond in their specific ways to Stonehenge? What sociocultural function did the site fulfill during the various phases of response that it received? Are there changing meanings to the site or may there be various at the same time, depending on whom you ask? The answers to these questions were only partially given or could be deduced from half sentences. A symbol for Britania – a symbol for the new era of Aquarius – a symbol for what people can do when working together. And so forth. But the meaning were in no way attacked directly. Dr. Davis settled for the explanation that Stonehenge attracts people pecause it remands us of what people can do when working together, so that would be the basic explanation of Stonehenge´s fascination of the times. Hm, well. Its not that I would like to wish a two hour sermon on the diverse meanings of Stonehenge, but some more explicit and detailed words would have been nice. Or how about inviting people that have another perception of Stonehenge than archaeologists have? Also, I was rather surprised to hear sentences like that one of the “stranger uses” of Stonehenge has been its reception in contemporary architecture. Whats so surprising about Stonehenge being an inspiration to architects?

So, this part of “social responses” has been present, but it was rather short, giving you an overview of the works and / or groups that “use” Stonehenge in certain ways. Stonehenge has thus been an informative nice course, but nothing that I would consider doing again.


2 Comments

A digital artefact or: the whole world is entangled. #edcmooc

 

Its been four weeks now and at the “E-Learning & Digital Culture” -mooc we have been through a lot of thinking on how the human & the digital mingle & intertwine. And for weeks now, there has been one word on my mind; calling, teasing, pushing me to inquire further. Its: entanglement. It has already been present at this blog, right from the start: when writing about the concept of the anthropocene or the exposition Human – Object – Jaguar. When talking about the 2013 conference on materiality and things in Berlin. It has always been here, but now it has reached a new level, a clearer perspective.

 

Collage entanglements sprachederdingeblog

Collage entanglements sprachederdingeblog

Entanglement is the thing that offers a historical and futuristic perspective on our relationship to the human & digital world and their supposed opposition. The word “digital artifact” in itself evokes a kind of startling opposition – isn’t an artifact to be actually made by a human – by a human hand & to be actually physical, touchable? Well, the opposition between digital & human disappears when you think of my hands writing this text.

Entanglement:
tr.v. en·tan·gleden·tan·glingen·tan·gles

1. To twist together or entwine into a confusing mass; snarl.
2. To complicate; confuse.
3. To involve in or as if in a tangle” (as seen here). 
And being thus it has, obviously, much to do with the intertwining spheres of human & digital, if we may apply these distinctions. “Entangled” has also been one of the most discussed topics in archaeology in the last 18 months. “Entangled” by Ian Hodder, has brought to mind the human – object – relations, the object – object – relations and the human – human – relations that define ourselves since human beings have appeared on Earth. But: How does this connect to the theme of #edcmooc?
Well, our human relation to the material, object world has always been complex & manyfolded, implying that it´s not only us, the humans, who are changing and forming objects, but objects form us as well. They change us, and our perception of the world. And objects do have lives with other objects, relating and influencing each other. Its an increasingly complex web of relations, defining human and object nature for several tens of thousands of years. In one case, Humans themselves have been described as objects, “emerging out of nowhere and changing everything” (Bryant 2012 cited in Marila 2013).
Collage entanglements sprachederdingeblog

Collage entanglements sprachederdingeblog

And the implications of this definition of entanglements go even further. If we extend this complex web of relationships to our current societies, then the digital & the human world are intertwined as well, influencing each other in a mutual way. Many of the short films that accompanied the mooc have shown this – from marketing ads up to rather philosophical short films. The debate on transhumanism borders on just this question: who are we, and what objects do enhance or change us when we incorporate them into ourselves and our lives? If “tracing entanglement means making our way through a strongly heterogeneous world & following links and chains” (Pollock et al. 2014 on Hodders “Entangled”), overstepping disciplinary boundaries, than the current intertwining of “digital” & “human” or “real” does just that: it opens a whole world of new links & paths. The point is notify you’re  using your smartphone “only” to check on Facebook or if you’re engaging heavily in internet technology & the digital self, discussing topics like transhumanism and a digital life. We are all changing from this new entanglement, even if we don’t use these new objects & technologies.
 
Entanglements & the temporal urge of Dis-Entanglements (aka “simplifying your life”, “get back to the essential(s)”) with objects & technologies have ever been part of human life. There is no such thing as a “humanist” era when technology didn’t influence on our “self”, our “minds” or being. We have always been and will always be in motion with the object world that surrounds us. Its not a question of discussion but a fact – a fact we have to consider carefully to take our own steps in this intertwined world of relationships. How far would you like to go? How much are you disposed to invest? And why do you choose to do so?
Street Art, Berlin, Germany sprachederdingeblog

Street Art, Berlin, Germany sprachederdingeblog

Suggested reading:
Marila, M. (2013) Ian Hodder: Entangled: An Archaeology of the Relationships between Humans and Things , Norwegian Archaeological Review, 46:1, 121-123, DOI: 10.1080/00293652.2013.773367
Pollock, S., R. Bernbeck, C. Jauß, J. Greger, C. von Rüden, S. Schreiber, 2014. Entangled Discussions: Talking with Ian Hodder About His Book Entangled, Berlin, 14. December 2013. Forum Kritische Archäologie 3: 151-161.
P.S. I was searching desperately for online ressources to create my digital artifact in another form than a blog post. But unfortunately, there seems to be nothing as flexible as my blog? I wanted this post to be rather like a digital scrapbook to be thumbed through, with pages for pictures and the like, something that included shortcuts, links and text, together with a flexible insertion of my own pictures and drawing and collages. But I couldn’t find anything like that, or rather: not for free. So – I recurred to blogging, after all!


Leave a comment

E-Learning and Digital Culture #edcmooc : finishing week 3!

As the course is in English, pardon me if this post will be only available in English, as well.

Though I have been November-ill most of this week, I found some time in between to catch up with the videos and lectures of #edcmooc in this third week. It´s fascinating, because now we are on to something absolutely basic to humans: the question on how we define ourselves as humans and how this relates to the idea of digitally and its impacts on human being and society. After reading & watching the resources, including this great short film “They are made out of meat“, I was definitely wondering on the human – digital nature of our current world. It all depends on where your priority lies when you define something!

Surely, thats a question that comes up every so often when you notice that you are bound to the news on twitter, blogs, etc. When you realize that a smartphone has become a real part of your life, creating networks of persons (well, what persons? real persons? avatars?), well lets say “beings” that are becoming part of your life, that in a certain way you trust in the fact that they are THERE (out there, in any case). So: is this a new level of being human? I haven’t read enough on the subject to revise any theories that may exist, its just that I feel something is changing. Our social life is increasingly immersed in others than the actual “real” spheres of life: meeting in person, speaking (life or on telephone). There are other ways to be inside a peer group and they are virtual.

Now, I have often been asked by older family members if I don’t feel that I am depended on my smartphone. And on the internet. And I have to say that: YES, I have become dependent on it. And with developing this dependency I have learnt to be able to cope with it, balance it, give it the room it needs. And to create and maintain OTHER rooms of relationships as well! Is dependency on new social groups bad or good? Or is it just a new form of interaction? Just as books were considered to be sickening to people who read too much, or TV for people who watch it for hours? And isn’t this all about how we deal with it? It helped me a lot to see historic approaches to “what is human” from antiquity onwards, because it shows you that the integration of new traits in our perception of humanity is a changing and slow process.

It seems to me that we are, right now, in an age where many of us are divided between the people that are online and offline present – and the ones that don’t use online social resources but have a rather pragmatic, informational approach to the use of the internet and digital possibilities. I still can’t see where the Digital Natives fit in, but I hope to find out as my child grows up.

Anyway, being immersed in the sphere of Moocs, constant twitter messages, emails and the like, I cannot help but feel that this is and will become a really big part of our future. We will be immersed in digital life & we will have to come terms with it in order to create a healthy relationship with it.

Personally, I see humanity mainly as the ability and the wish to belong to a social group (or various). This may be a very simplistic definition, but its what for me characterizes a human being in the foremost sense. Any other human elements as well as a critic approach to this wish of belonging, in my opinion, stem from it. In this sense, immersing oneself in new social groups in a digital world is just a logical next step from where we are right now. This blog is just one example of changing the “real” world employing digital means. Creating new networks & reaching out to new people, present in this new space of digitalis. (Guy from Guy Cowleys Blog put my feelings into an image, that can be seen here!)

Extending our space into a digital one is maybe also a logical development when in the “real” world we don’t have nothing left to discover. OUr geography has been out mapped 100 years ago and what is left is outer space – and digital space. I sometimes tend to see digital space like a new land, where you may get lost, encounter wonderful places, adventures and perils. its these human feelings that have remained the same, and we set about this new continent of Digital-Land. Digital Immigrants and Digital Natives are just words that are in line with these feelings.

Sprachederdinge blog #edcmooc

Sprachederdinge blog #edcmooc


Leave a comment

E-Learning & Digital Cultures #edcmooc : we´re right into week 2!

I tried to take this Mooc “E-Learning and Digital Cultures” on Coursera before, but hadn’t got the time to finish. Its quite different from other Moocs I´ve taken so far because it´s more independent. You´ve to read some resources, but there are only a few video lectures and you´re rather on your own to think, connect with other people and think again.

In a way, it requires more energy although not more time. The first block of the MOOC is on Utopias and Dystopias, making you think about the future of the digital world. Is it good, bad, indifferent? These days, I thought a lot about this because I became acutely aware of how many people are out there without access to social media that I am using rather frequently. Its because they don’t feel the need to use them, but rather use the email/letter/telephone way. So, the first two weeks of the MOOC are hitting bottom with me right now. And even more when you have a look at the videos that are part of the thinking process: pure & thoughtful reflections of our ideas on the digital age – right now and in the future.

Moreover, when today I registered for Re:publica 2015. And thinking of setting something up (a panel? a session? a paper?) I found it rather distressing to realize how few people in my surrounding are into this digital spaces of expressing oneself and feeling that theres a relevance to it. So, this time #edcmooc might have a better chance of surviving my precious spare time and being thought through!


1 Comment

Online weiterbilden – Wissenschaftliches Schreiben / Online Education: Scientific Writing.

Im Rahmen von Fortbildung und Co. stand es wieder im Raum: das klare wissenschaftliche Schreiben. Seit Jahren publiziere ich immer wieder und mit der Zeit lernt man logischerweise auch ungefähr, worum es dabei geht: klares, prägnantes Schreiben und klare Aussagen. Erschwerend kommt hinzu, dass Schreiben in drei Sprachen auch drei unterschiedliche Schreibkonzepte beinhaltet.

 

Da seit einiger Zeit auch Anfragen für Gutachten bei mir eintreffen, fällt  mir das Ganze noch mehr ins Auge: einige Menschen, deren Artikel da eintreffen, haben Schwierigkeiten ihre Ideen auf den Punkt zu bringen – und zwar so dass der nicht eingeweihte Leser auch begreift worum es gehen soll, woher die Daten kommen und was das Spezielle an genau dieser Forschung sein soll. Durch das Begutachten lerne ich auch für meine eigenen Texte, aber  – ein bisschen Hilfe kann nie schaden. Es doch noch etwas mehr auf dem Punkt bringen. Es noch ein bisschen prägnanter formulieren. Das geht doch immer, oder?

 

Also habe ich mich für einen Kurs im wissenschaftlichen Schreiben eingeschrieben, der über OpenEdx angeboten wird. Veranstaltet von der Stanford University, hatte es mich schon länger interessiert, wo denn nun hier die Unterschiede zu Coursera liegen sollen, bei denen ich schon einige Kurse durchhabe. OpenEdx hat natürlich ein anderes Layout etc., ansonsten liegt der Unterschied vor allem darin, dass die angebotenen Kurse von der Stanford University stammen und das Spektrum der Kurse daher etwas kleiner ist als bei Coursera, wo über 60 weltweite Universitäten mitmachen.

 

Der Kurs an sich ist wie üblich in mehrere Unterrichtseinheiten aufgeteilt, die wöchentlich strukturiert sind. Momentan liegen wir bei Woche 4 von 8 und sprechen über die korrekte Punktuation, Paragraphenstruktur und ähnliches. Zu fast jedem Video gibt´s ein Quiz, einen Wochenaufgabe und auch 3 Essays, die über das Peer-Review-Verafhren bewertet werden. Die Struktur und der Aufbau sind also ähnlich dem von Coursera und auch die vergebenen Zertifikate werden nach “Teilgenommen” (70/100 Punkten) und “Ausgezeichnet” (ab 90/100 Punkten) verteilt. Etwas unübersichtlicher finde ich den Seitenaufbau von OpenEdx, aber daran gewöhnt man sich. Die Verteilung der Informationen erfordert etwas Eingewöhnung – sehr angenehm finde ich aber das Tool zur Peer Review. Im gegensatz zu Coursera kann man hier die Texte der Mitstudenten mit einem Korrekturprogramm direkt kommentieren oder nachvollziehbar ändern. Prinzipiell allerdings habe ich das Gefühl, dass hier weniger Aufwand für den Kurs betrieben wurde als bei vielen Coursera-Kursen, die gerne nicht nur per Powerpoint und Erzähler, sondern per Animation, Videos, Interviews und interaktiven Gadgets arbeiten. Klar offeriert auch Coursera Kurse die ausschließlich aus Powerpoint bestehen, aber da dran zu bleiben erfordert wirklich viel Liebe zum Kursthema. Sicher werde ich auf OpenEdx noch andere Kurse probieren um zu sehen ob das nun der Durchschnitt ist oder ein visueller “Ausrutscher“, aber da die angebotenen anderen Kurse sich gerade eher um Quantenphysik als um Geisteswissenschaften drehen, wird es nicht sofort etwas werden.

 

Seit den ersten Videos und Übungen muss ich aber sagen: es hilft. Ungemein sogar, denn alles Gelernte kann ich praktisch sofort umsetzen – hier im Blog oder Gutachten oder meinen eigenen Texten, kurzen und längeren. Da es hauptsächlich um den Umgang mit Texten in Artzikellänge oder etwas kürzer geht, hilft es mir in vielen Fällen weiter, aber die Umsetzung eines klaren Paragraphen mit deutlicher Struktur ist etwas, das man auch in Büchern anwenden könnte. Dafür sei dem Kurs vielen Dank!

1b Pacajes

 

 

 

 

 

 

 

 

ENGLISH VERSION

 

When it comes to online education I am continously searching for new courses to take. And a real priority for me is clear and concise writing. I have been publishing for some years now, mainly articles, and during these years I learned how to write precisely and to the point. But writing in three different languages requires always the problem that there are different writing traditions involved when it comes to style, phrasing and the like.

 

For some time there have been requests for evaluations, too. And that is the point where it becomes even clearer: some people have serious problems of getting to the point in scientific writing. Getting to the point in a way so that their readers will understand what´s the article about, where the data come from and what´s the central point of the investigation?! While evaluating these works I learn(ed) a lot about my own writing and am continuously working to become a better writer. But its always possible to be a little bit more concise, a little bit shorter, a little bit better – isn’t it?

 

So I got this course on Scientific Writing on OpendEdx. OpenEdx offers courses from the Stanford University and I had wondered for some months where the difference to Coursera may be. As I have taken some courses on Coursera at the last months, the difference first lies in the layout. But that is surely only a superficial difference; the important ones are underneath the surface. First: OpenEdx offers fewer courses and is – at least right now – more centered on natural sciences, especially medicine. That’s logically, when you take into account that on Coursera there are more than 80 universities involved and OpenEdx – well, its Stanford, isn’t it?

 

The course itself offers different units which follow a weekly structure. Every week has about 5 videos, almost every video goes with a quiz and there are extra essays that will be peer reviewed. Right now, we´re on week 4 and are learning about the correct punctuation, the structure of paragraphs and the like. So, the structure is similar to Coursera and the extended certificates are similarly structure, too. You earn a certificate when you get about 70 %of all available points and an “With distinction” certificate when you get more than 90%.

 

I have to admit that the layout of the website seems a little bit confusing visually, but I suppose that I´ll get adapted to that. Waht I really liked is the peer-review tool – it offers the possiblity to leave comments and text directly in the essay. Apart from that it seems that the course itself received a little less attention than the ones I took on Coursera. It contains mainly PowerPoints and a speaker, while at Coursera there is often a lot of visual gadgets, videos, interviews, animations. Of course, Coursera offers courses too that contain only PowerPoints, but its really hard to stay tuned with these. You really have to LOVE the course to finish; its easier when the course is visually more attracting. But well, its my first course on OpenEdx and I will certainly try other ones in the future to see if this is just part of THIS course or if its an overall feature.

 

The important point it that since the first videos and quizzes I feel that I am getting better at writing. It helps a lot, actually. And the best thing is: I can apply what I´ve learned directly – in this blog, in the articles, in the evaluations. But it could even be helpful with books, because classes on something like “how to structure a paragraph” can be really helpful in this. So: thanks to this course! I am looking forward for the next 4 weeks!

 


Leave a comment

Art & Inquiry: Denkanstöße zu materieller Kultur / Reflections on material culture

Ich muss es wohl bekennen: Coursera & Konsorten und ihre Online-Kurse haben es mir wirklich angetan. Nach meinem ersten Versuch mit Archaeology´s Dirty Little Secrets hatte ich ja angekündigt, diesen Sektor auszubauen. Das habe ich getan und einer der Kurse, die im Juli & August auf meiner Agenda standen war ein vom MOMA angebotener: “Art & Inquiry: Museum Teaching Strategies for your Classroom”. Gut, ich bin keine Lehrerin, aber ich möchte kurz- oder mittelfristig eher ins Museumsfach wechseln und Vermittlung und Kuratieren steht auf meiner Weiterbildungsliste gaaaaanz oben. Also klang der Kurs nicht schlecht, so als Einstieg. Und er war absolut umwerfend. Für mich als Vermittlungsneuling war der “Inquiry Approach” mit seinen ergebnisoffenen Fragen eine unglaublich spannende Erfahrung, die sich in einigen Teilen mit meinen selbst gemachten Vermittlungserfahrungen in der Feldarbeit deckte und mir gleichzeitig viele neue Möglichkeiten aufzeigte. Abschließendes Projekt war das Aussuchen eines Objekts oder Kunstwerks, das man in der eigenen Arbeit als Vermittlungsobjekt zu einem bestimmten Thema nutzen würde, inklusive der Erstellung eines “inquiry based” Projektes, das dieses Objekt beinhaltet.

Worüber ich hier jedoch schreiben möchte, ist der fast unglaubliche Fragenkatalog der sich ergab als ich meine Objekte für das finale Projekt auf ihre Verwendbarkeit hin abklopfte. Ich hatte 3 Objekte gewählt, von denen je zwei exemplarisch für einen archäologischen Stil/Kultur stehen konnte und ein drittes, das eine Hybridform der vorigen beiden darstellte. Hintergrund sollte die Zuordnung von Identität über Materialität sein und der Ausdruck persönlicher  Ideen über die Hybridisierung von Materialität. Ingesamt gesehen: sehr spannend, sehr komplex. Da das zu entwickelnde Projekt auch die Erstellung einer praktischen Aktivität der Lernenden beinhaltete, hatte ich zunächst die Idee, dass die Personen hybride zeitgenössische Objekte suchen und fotografieren sollten und die Beziehung von sich selbst zu diesen Objekten kurz notieren sollten. Und um ganz sicher zu gehen, dass das funktioniert, bin ich es gedanklich durchgegangen. Welche Objekte würden MIR einfallen?

Mentale PAUSE. Ich dachte nach und nach – mir fiel nichts ein. Leeres Hirn. Ich dachte, dass das nicht so schwer wäre, immerhin fällt es mir in archäologischem Material AUCH nicht schwer, solche hybriden Dinge zu entdecken. Aber in meiner eigenen Umgebung? Es passierte nichts, außer dass ich plötzlich über Fusion Cuisine nachdachte und über Mode. Ich merkte, dass ich gar nciht genau sagen konnte, was meine “deutsche” (?), “mitteleuropäische” (?), “preussische” (?) Kultur sein sollte, wenn es um äußerliche Dinge ging. Objekte, die mich tagtäglich umgeben findet man ja so auf der ganzen Welt und obwohl sicher jeden seinen eigenen persönlichen Stil hat, gibt es keinen wirklichen regionalen oder gar nationalen Stil auf den ich mich berufen könnte. Ich ganz persönlich, als Mitteleuropäerin, Ostdeutsche und Preußin – alles Attribute mit denen ich durchaus leben kann und die mich meiner Meinung nach persönlich charakterisieren könnten. Aber materiell? Funktioniert es nicht.

Also ging ich einen Schritt weiter und fragte mich nach Objekten oder Hybriden, die in unserer globalisierten Welt vorkämen. Also Dinge, die für zwei unterschiedliche Kulturen stereotypisch sein können und in einem Objekt verschmolzen werden. Ich dachte an asiatische oder afrikanische Klischees, die wir im Kopf haben und über deren materielle Counterparts, die wir in unserem Leben vorfinden. Klischeebehaftete Objekte also. Die gibt es natürlich, aber kann der klischeehafte japanische Fächer über dem Couchtisch wirklich als Beipsiel für hybride materielle Kultur herhalten? Das überzeugte mich auch nicht.

An diesem Punkt begann ich schon, an meiner eigenen Idee von materieller Kultur etwas zu zweifeln. Wie kann es sein, dass ich zwar materielle Kultur im archäologischen Kontext meiner Arbeit immer wieder bearbeite, den Terminus benutze und ihn auch theoretisch unterfüttern kann – in meinem eigenen Leben aber nciht? Materielle Kultur ist ja gerade etwas, dass sich durch unser aller Leben DURCHZIEHEN sollte. Ein Konzept, dass geradezu strukturalistisch in jedermanns Leben, egal wann und wo, auftaucht und sich prinzipiell ähnlich sein sollte, wenn acuh im Ausdruck und Nutzung jeweils unterschiedlich. Gibt es heute überhaupt noch so abgrenzbare kulturelle Eigenheiten wie wir sie so oft im archäologischen AMterial zu erkennen glauben? Und sit es nicht veilleicht nur unser Blick von außen der die “fremde” “vergangene” Kultur klarer erscheinen lässt? Oder ist auch das nur eine Idee der Archäologen, die wir im Nachgang auf etwas drauflegen, das in der Sicht der vergangenen Menschen genauso hybrid und unabgrenzbar war wie unsere heutige Kultur für uns? Oder gibt es doch einen gravierenden, sichtbaren, nachweisbaren Wechsel zwischen den regionalen Kulturen und der globalisierten Welt von heute?

All diese Fragen habe ich nicht beantworten können. Aber allein schon das Nachdenken hierüber hat viele neue Türen geöffnet und Ideen generiert, die verfolgt werden wollen. Lesen und Denken wird die Folge sein. Dass meine archäologischen Ideen, Perzeptionen und Interpretationen immer auch eine Aufnahme meiner eigenen kulturellen und sogar persönlichen Sozialisierung sind, ist mir seit Langem bewusst. Aber trotzdem haben sich hier noch weitere Momente ergeben die darauf hinweisen, dass die Rückführung UNSERER Ideen auf frühere Gesellschaften /Objekte einfach zu verführerisch einfach ist. Momentan liegen daher auf meinem Schreibtisch: “Inventing the Pasts in North Central Europe“,”Envisioning the Past“, Pot/Pottery Entanglements and Network Agency“. Danach sehen wir weiter!

M. Hardt, C. Lübke & D. Schorkowitz (Ed). (2003): Inventing the Pasts in North Central Europe. The National Perception of Early Medieval History and Archaeology. Peter Lang, Bern-Frankfurt.

S.Smiles & S. Moser (Ed.) (2005): Envisioning the Past. Archaeology and the Image. Wiley-Blackwell

C.M. Watts (2008): Pot/Pottery Entanglements and Networks Agency in Late Woodland period (c AD 900-1300). BAR Interantional Series 1828.

20130527-205446.jpg

English Version

Yes, I have to admit: Coursera and other possibilities of online learning have catched my heart. After my first try with “Archaeology´s Dirty little Secrets I decided to get on with this idea and take some more online courses. So I chose Art & Inquiry: Museum Teaching Strategies for your Classroom to take as a course in July and August, that was being offered by the MOMA via Coursera. Well, I am not a teacher, but as museology and museum teaching is on my agenda on the short to middle term I tried it out. And it resulted that this course was a real gem. For me as an absolute apprentice on this field of museum teaching the “Inquiry Approach with its open questions was a fascinating experience which had many connections to my own experiences in the field and at the same time it offered many new ideas and possibilities. As a final project after four weeks of video lectures we had to choose an object to teach with, including a whole project based on the inquiry approach.

But I would like to write about here is my experience with an almost incredibly broad catalogue of questions that evolved when I was looking for suitable objects for my final project. I chose three objects, two of which could be presented as examples for certain style/culture and a third, that represented a hybrid form of the both cultures represented in the first two. Overall it was a fascinating and complex experience. And as the project had to include a practical activity, a hands-on experience for the students, I pursued the idea that they should look for hybrid objects in our own contemporary material culture and present them via photographs and descriptions. To be sure that this would work, I began to think myself: which objects would I choose form my contemporary surroundings?

So – mental pause. I thought and thought – and got to nothing. There was simply not ONE object that came to mind. I couldn’t believe it. There are always hybrid things and objects that I noted in the archaeological material and in my own context I would note – nothing? But nothing happened, except that I started thinking about Fusion Cuisine and fashion. And when I thought about it, I couldn’t say what my “German” (?), “central European” (?), “Prussian” (?) culture would be like when it came to external objects that should be representing it. The objects that surround me could be found in a similar way all around the world and although we all have a special personal style, there is no regional or national style at all. For me personally, the characterization as a East German, central European, Prussian person works. But it is not represented in an external way by objects.

So I went a little bit further and started thinking about objects or hybridisations in general, that would work as an example in a globalized world. Objects that combine the stereotypical characteristics of two cultures in one. I thought about African or Asian clichés and their  material counterparts in our lives. There are many of these but is a fake Japanese fan above the bed really an example of hybrid material culture? It didn´t convince me.

At this point I started to doubt my own idea of material culture. How could it be possible that I am perfectly able to use this terminus in my archaeological work, but not in my own life? Material culture is something that is to be found in all times and all people. An almost structuralist concept, that should be visible and similar in everybody´s life no matter time or place. Are there no cultural identifiable units as the ones we choose to see in the archaeological record? And could it be that it is only our own view from the “outside” on the archaeological material record that makes us think that “past” cultures are more or less clearly definable? Is this our archaeological viewpoint, which imposes something on a material culture that seemed as hybrid and unlimited to the “past” people as our culture seems to ourselves today? Or are there real changes between the rather regionalized cultures of the past and the contemporary rather globalized world?

I wasn´t able to respond all the questions that arose during this thinking process. But the process alone opened a lot of doors and led to new ideas that will be pursued in the next weeks and months. I have been aware for years of the fact that my archaeological ideas, my perceptions and interpretations are always a picture of my own cultural and personal socialization, too. But thinking it through for Art & Inquiry showed me that my imposition of my own ideas about and on “past” societies and/or objects seems to be so easy that it is almost an unconscious behavior. So, to get on working on this and to become even more aware, there is already a heap of books on my desk, regarding the questions of identity: “Inventing the Pasts in North Central Europe”, “Presentation in Archaeology” and “Pot/Pottery Entanglements and Networks of Agency”.

M. Hardt, C. Lübke & D. Schorkowitz (Ed). (2003): Inventing the Pasts in North Central Europe. The National Perception of Early Medieval History and Archaeology. Peter Lang, Bern-Frankfurt.

S.Smiles & S. Moser (Ed.) (2005): Envisioning the Past. Archaeology and the Image. Wiley-Blackwell

C.M. Watts (2008): Pot/Pottery Entanglements and Networks Agency in Late Woodland period (c AD 900-1300). BAR Interantional Series 1828.