Sprache der Dinge – Language of Things

Materialität, Realität und Konfliktivität in Museologie, Archäologie und anderen dinglichen Wissenschaften / Materiality, reality and conflictivity in museology, archaeology and other material sciences


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MOOC & Archäologie? Ja! aber…. / MOOC´s and Archaeology? Yes! but….

Vor einiger Zeit begann ich auf Coursera einen Kurs zum Thema Universal Heritage. Da lagen schon mehrere gute Kurse zum Thema Vorgeschichte, Museum etc. hinter mir: Natürlich Archaeologys Dirty Little Secrets der unglaublichen Sue Alcock der Brown University und die MOMA-Moocs “Art & Inquiry. Museum Teaching Strategies for your Classroom” , zum Beispiel.

Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage” wurde von der Sapienza Universität Rom angeboten und versprach eine Einführung zum Thema Heritage und Archäologie in der heutigen Zeit sowie das Erlernen digitaler Techniken in Forschung und Bewahrung archäologischer Funde. Das klang mehr als verlockend, denn geht es nicht darum, uns als Wissenschaft neu zu positionieren, eine Stellungnahme anzubieten zum Thema Geschichte, Vorgeschichte, Relevanz? Und das alles in einem MOOC! Großartig. Ich war dabei. Und dachte an Themen wie Indigene Archäologien, Heritage für alle, das Zugangs- und Bestimmungsrecht über Geschichte und die Debatten darüber, was Heritage sein sollte und wo die Grenzen liegen – sei es in Deutschland wie im Fall der dresdner Brücke oder vielleicht in Lateinamerika wo Heritage auch eine Frage von Abstammung und Recht ist.

Leider stellte sich bereits sehr schnell heraus, dass es hier nicht um die brennenden Eisen der Geschichtswissenschaften gehen würde. Ein älterer Professor brachte statisch sitzend und besonders langsam sprechend sowie unterlegt mit powerpointartigen Photos echte Gemeinplätze zum Thema Heritage vor. Schon die Einführungswoche mit dem Thema Was ist Archäologie, wo kommt sie her etc. zeigte, dass ich meine wenige Zeit eventuell doch anders verbringen sollte als mit diesem Seminar. Denn in diesem Kurs kamen gleich am Anfang Aussagen wie diese: “Archäologische Objekte können nie eine Aussage an sich sein”. Ach, tatsächlich? Objekte sind also stumme Zeugen, denen nur der Archäologe etwas entlocken kann? Ich glaube, ich habe die letzten Jahre einfach die falschen Bücher zum Thema Materialität gelesen. Dass Objekte und Materialität ein ganz eigenes, mit dem unseren verwobenes “Leben” haben – ich dachte, DAS wäre mittlerweile ein Gemeinplatz. Ist es aber wohl nicht. Deshalb möchte ich hier noch einmal Leseempfehlungen aussprechen:

Hahn, H.-P., 2014: Materielle Kultur. Eine Einführung. Reimer Verlag.

Hodder, I., 2012: Entangled. (Habe hier drüber geschrieben.)

Hodder, I. (Hrsg), 2011: The Meanings of Things.Material culture and symbolic expression. Revised edition. Routledge.

Oder, wenn es ganz schnell gehen soll, gerne auch nur die wenigen Seiten in der letzten Auflage von Eggerts “Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden.”, 2012, Seite 305 – 318.

Wer Materielle Kultur als schweigendes Zeugnis ansieht, bei dem kann auch Heritage und all die komplexen Fragen hierbei nicht wirklich schwierig vorkommen. Logisch, oder? Da restauriert man und gibt es zurück an die Menschheit. Fertig ist die Laube! (Entschuldigung, ich verkürze und pointiere natürlich.)

Ganz ähnlich, aber auch ganz anders erging es mir mit dem MOOC zu Paläoanthropologie, der schick gemacht und sehr spannend war. Reisen nach Südafrika, in Labore, viele Interviews mit Forschern zum Thema und besonders wichtig, wie ich fand: WARUM machen diese Menschen, diese Forscher, das? Warum haben sie sich dafür entschieden, wie sind sie dazu gekommen und warum sind sie dabei geblieben? Brennende Fragen, denn sie rühren ja an das Grundthema von Wissenschaft: Warum mache ich das? Warum nehme ich viel Arbeit, und ja, auch Entbehrungen auf mich? Es war sehr spannend, Intervierws dazu zu hören. Mit Wissenschaftlern, mit Studierenden.

Wie sich in den Interviews herausstellte, war der Abenteuerfaktor ein großes Thema. Dass es so toll wäre, rund um die Welt zu reisen und spannende Dinge zu tun. Und ich bin mir ganz sicher, dass das für uns alle ein großer Faktor ist. Aber es gibt auch andere Gründe. Gründe, die unsere Forschung für viele Menschen zu einem Thema machen (können). Gerade bei der Erforschung der ersten Menschen steckt soviel drin! Hier kam es leider sehr wenig zur Sprache, bzw. es wurde wenig nachgefragt und hinterfragt. Ebenso wie das möglicherweise kontroverse Thema „Nordamerikanische Forschung in einem afrikanischen Land“. Interviewt wurden nämlich fast ausschließlich weiße, nordamerikanische Forscher. Die dann in Südafrika eine Forschung durchführen. Also, selbst als Laie würde ich sagen, da steckt einiges an Konfliktpotential drin, selbst wenn man mal Themen wie Kreationismus und Bibelgläubigkeit oder Koranfestigkeit außer acht lässt, die sicher auch kontroverse Debatten zum Thema „Hominiden“ bieten.

Ich war doch erstaunt war, dass diese Themen komplett ausgespart wurden. Das war allerdings auch schon bei ADLS aufgefallen und ich frage mich: lassen die Universitäten hier Themen aus? Gibt es Themen, die ausgespart werden, weil sie zu kontrovers sind? Oder ist es eine Art Selbstzensur der beteiligten Wissenschaftler? Wer als Forscher*in in Ägypten, Jordanien, der Karibik zu tun hat, dem glaube ich nicht, dass da keine Erfahrungen sind. Und Meinungen. Diskurse.

Und darum finde ich mittlerweile: MOOCs und Archäologie – unbedingt. Bitte! Viel davon, in verschiedensten Facetten! Aber bitte, nicht die schwierigen, kontroversen Fragen aussparen. Finanzierungen, Streits um Deutungshoheit, all das sollte auch mal vorkommen dürfen. Hier möchte ich ganz deutlich sagen, dass ich es immer wieder und immer noch sehr wichtig finde, dass wir auch diese Themen, die sich ja aus unserer Geschichte und Forschungsgeschichte ergeben, auch angehen. Dass wir sie erwähnen und die momentan dazu im Raum stehenden kontroversen Ideen erklären und weiterführen. Das ist unangenehm und es kann sehr sehr anstrengend sein – gerade wenn die Gegenseite, Laien, indigene Gruppen, werauchimmer, darauf auch kontrovers antworten und tatsächlich eine MEINUNG zu unserer Forschung haben. Aber genau darum geht es: um Kommunikation. Und das ist keine Einbahnstraße.

MOOCs zum Thema Archäologie und angrenzenden Gebieten in den letzten 12-15 Monaten:

Sapienza University of Rome on Coursera: Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage

University of Buckingham on Iversity: Stonehenge.

ZEIT-Akademie: Archäologie

University of Wisconsin on Coursera: Human Evolution: Past and Future.

Brown University on Coursera: Archaeology´s Dirty Little Secrets

 ENGLISH VERSION

Some time ago, I started a course on the topic of Universal Heritage at Coursera. This was at a point when  I had already passed through several good MOOCs on the topic of prehistory, museums and archaeology.: of course Archaeologys Dirty Little Secrets of the incredible Sue Alcock of Brown University, and the MOMA-Moocs “Art & Inquiry. Museum Teaching Strategien for your classroom”.

This specific MOOC, “Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage”, was presented by the Sapienza University of Rome and promsied to be an introduction on the topic of Heritage and Archaeology in modern times as well as tools for learning digital techniques in the investigation and preservation of archaeological finds. That sounded very promising. All these topics together in one MOOC: Heritage, preservation, techniques, prehistory. What came to my mind was: Indigenous Archaeology, Heritage for everybody, the access and interpretation of Prehistory and the debates about what heritage exactly is and what it could or should be. And what its limits are – be it in Germany in the case of the bridge in Dresden or maybe in Latinamerica where Heritage includes questions of descendance and birthright.

Unfortunately, I never made it to the “technical” section of the MOOC because the first sessions started with an introduction held by an elderly professor who stated, slowly speaking and with a background of powerpoint-y photos such common place enunciations about arcaheology and heritage that I decided to leave it right there. Because of phrases like: “Archaeological objects can never be a statement in themselves”. Oh, really? Objects are silent witnesses, then, and only an archaeologist might get something out of them? It seems that I´ve read the wrong books on materiality lately. That objects and materiality lead their own life, intertwined with ours, I thought that would be common place. Seems, it is not. And who sees material culture as silent witness, perceives heritage and all the complex issues associated with it as one simple thing: restaure it (HOW? WHY?), give it back (To WHOM?) – and that´s it! (I am sorry, I really DO abbreviate here.).

Similarly, although in a different way, was the experience with the MOOC on Paleoanthropology, offered by the University of Wisconsin, that was very well made and included a wide range of fascinating topics. Travelling to South Africa, visits to excavations, interviews with actual paleoanthropologists! Information on the evolution of humans! Laboratory time! And, what impressed me most was: the MOOC put an emphasis on personal experiences. Why do all these people work as paleoanthropologists? What lead them to choose this career? Why did they go on? Arduent questions because they touch the bases of scientific research: Why do I do this? Why do I spend so much time and energy on it? It was absolutely fascinating to go through these interviews with scientists and students. In the end, it turned out that the “adventure factor” was a major topic for all of them. That it´s so great to travel round the wourld and do exciting, adventurous things. And I am sure that this is a major thing for all of us. But there area other reasons as well. Reasons that (can) make our investigation a relevant topic to many other people. And the evolution of humanity is such a fascinating topic! But I would have been happy to see other subjects covered as well.

In all these interviews, as in all other MOOCs as well, controversial topics were ignored. This focus on rather “pleasant” topics in a MOOC has been present in every single one of them. Controversial subjects are being left out completely. Is this part of the official idea of doing a MOOC? Are the universities involved or is it the scientists themselves that exclude these topics in order to create a more “harmonious” MOOC? I assume that investigators working in countries like Egypt, Jordan, South Africa or the Caribbean have some opinions on controversial archaeological subjects in their study regions?! There have to be experiences, opinions, discourses? And that is why I came to think about MOOCs and Archaeology as a complicated subject.

Archaeology & MOOCs – great! But please, don´t exclude controversial topics. Let´s be more open about the subjects that concern scientists and other people alike. Let´s face difficult questions on participation as well, not only the nicer, more adventurous subjects. Problems of financiation, the power and access to interpretation – all these should have their own space in the MOOCs as well, among others. These topics, that accompany Archaeology for as long as it exists should have a right to appear and to be discussed in MOOCs. Especially there, because of their open and interactive online nature! Why don´t discuss the controversial ideas as well as the “harmonious” ones? Yes, this can be more unpleasant and time consuming than just talking about our latest adventure in the jungle, but it may be more fructiferous, as well. Many people have opinions on archaeology. And we can learn how to listen to them and interact. Because this is the point: communication! This is not a One-Way Road.

MOOCs on Archaeology and similar topics in the last 12-15 months, partially covered in this blog:

Sapienza University of Rome on Coursera: Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage

University of Buckingham on Iversity: Stonehenge.

ZEIT-Akademie: Archäologie

University of Wisconsin on Coursera: Human Evolution: Past and Future.

Brown University on Coursera: Archaeology´s Dirty Little Secrets

 

 

 

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Rezension: D. Mölders & S. Wolfram (Hrsg.) “Schlüsselbegriffe der Prähistorischen Archäologie”

Der Waxmann Verlag war so freundlich mir ein Exemplar des 2014 erschienenen Sammelbandes “Schlüsselbegriffe der Prähistorischen Archäologie” zuzusenden, herausgegeben von Doreen Mölders & Sabine Wolfram. Vielen Dank an den Verlag, dass Sie auch Internetpublikationen als so wertvoll betrachten dass Sie mich kontaktieren! Aufgrund von Zeitbeschränkungen und der generell unbezahlten Arbeit für diesen Blog kann ich nicht immer alles rezensieren, was mir angetragen wird, sondern beschränke mich auf die Publikationen, die es mir wirklich wert sind. So auch im Fall dieses (es sei vorab gesagt!) großartigen Buches.

Alleine der Titel klang so, dass ich mir vorstellte hier gebündelte, aktuelle Informationen zu erhalten, in einer kurzen, übersichtlichen Fassung. Genau das Richtige um während einer wissenschaftlichen Arbeit kurz nachzuschlagen, weiterführende Literatur vorgeschlagen zu bekommen und einen ersten Eindruck eines Schlüsselbegriffes mitzunehmen. Soweit meine Idee. Dass die Reihe “Tübinger Archäologische Taschenbücher“, aus der das Buch stammt, von Manfred K.H. Eggert mit herausgegeben wird war ein zusätzlicher Pluspunkt, da ich seine Arbeiten generell sehr schätze. Da ich aber keine Deutschland-zentrierte Forscherin bin, sind mir die Diskurse und Ideen der Prähistorischen Archäologie zwar bekannt, aber ich bin nie ganz up to date, da Diskurse in Lateinamerika noch einmal andere sind als hierzulande. Dazu der fachspezifische und persönliche Forschungsfokus – schon ist man in vielen Debatten nur am Rande dabei, und nur in sehr wenigen wirklich drin. Um so wichtiger ist es zu wissen wo man fundierte, kurz gehaltene Informationen bekommen kann wenn man in ein Thema tiefer einsteigen will.

Als das Buch vor mir lag war schnell klar, dass es noch viel besser war als gedacht. Alleine die Liste der Autoren für die einzelnen Schlüsselbegriffe las sich für mich wie ein Who-is-Who aktueller Themen mit denen ich in den letzten ein-zwei Jahren immer wieder zu tun hatte:

Sebastian Brather, zum Thema Ethnos. Stefan Schreiber, zum  Thema Materielle Kultur. Stefanie Samida, Manfred K.H. Eggert, Cornelius Holtorf, Miriam Senecheau, Susan Pollock, Reinhard Bernbeck und Julia Koch, um nur die zu nennen von denen ich schon Publikationen kannte und schätzte. Auch die gewählten zentralen Schlüsselbegriffe bilden einen Mikrokosmos der momentanen Debatten in der archäologischen Forschung – und damit meine ich nicht nur die deutsche, sondern auch die englischsprachige und zum Teil auch die lateinamerikanische. Vieles davon deckte sich mit Themen, die hier im Blog schon öfter auftauchten: “Archäologie und Kunst”, “Archäologie und Öffentlichkeit”, “Archäologie und Politik”. “Materielle Kultur”, “Postkoloniale Archäologie”, “Strukturalismus”, “Kulturbegriff”. “Lebensbilder”, “Landschaftsarchäologie”, “Ethnos”. Dazu die eher klassischen, von mir erwarteten: “Analogie”, “Archäologie(n)”, “Klassifikation”, “Gräberanalyse”, “Typologie”, “Weltsystem”, “Stratigraphie” und so weiter. Also wichtige, grundlegende methodische Begriffe und dazu Themen, die von vielen mitdenkenden Menschen und Wissenschaftlern dieser Tage immer wieder besprochen werden. Insgesamt eine großartige Auswahl von 57 Themen und Schlüsselbegriffen.

Jeder einzelne wird von einem, in Einzelfällen auch zwei, Autoren bearbeitet und auf 3-4 Seiten kurz vorgestellt. Am Ende stehen 3-5 essentielle Literaturvorschläge, alle weiteren finden sich in einem extensiven Literaturverzeichnis am Ende des Buches, sodass auch noch mehr weiterführende Recherchen möglich sind, wenn man das gerne möchte.

Da ich das Buch gerne zeitnah besprechen wollte, gebe ich gerne zu dass ich nicht alle Beiträge gelesen habe, sondern eher die Hälfte. Davon bezog sich ein Großteil auf Themen, die interdisziplinäre und eher konfliktive Themen betreffen (“Postkoloniale Archäologie”, “Archäologie & Medien”, etc.). Aber auch eher sehr fachspezifische wie “Typologie”,  “Zentralort” oder “Weltsystem” waren dabei. Jeder Schlüsselbegriff wird zunächst kurz (im Bezug auf die Archäologie und ihre Nachbarwissenschaften oder für sich allein) definiert, dann historisch aufgearbeitet und am Ende in einer kurzen kritischen Betrachtung zusammengefasst. Die Texte sind durchdrungen mit kritischen Bewertungen der jeweiligen forschungsgeschichtlichen Nutzung des Begriffes oder des Beziehungsgeflechtes (wenn es z.B: um Themen wie “Archäologie und …..” geht) und enthalten immer wieder weiterführende Literaturangaben zu zentralen Werken die mit dem Begriff in Beziehung stehen sowie auf andere Schlüsselbegriffe im Buch selber, sodass man kreuzlesen kann.

Obwohl ich sonst sehr kritisch bin, ist es mir schwergefallen an diesem Buch etwas Negatives zu finden. Natürlich erlaubt es die Kürze der Beiträge nicht, besonders intensive detaillierte Auseinandersetzungen mit den Begriffen anzubieten – das ist ja auch nicht das Anliegen. Manchmal wollte ich mehr wissen, mehr lesen, mehr erfahren – aber die Autor/in bot eben einen kurzen Anschnitt des Themas und kein ganzes Buch dazu. Das ist auch gut so, denn meine Zeit erlaubt es eigentlich nicht zu jedem Begriff ein ganzes Buch zu lesen. 3-4 Seiten sind dagegen perfekt! Was mich an manchen Stellen etwas störte war die Konzentration von Leseempfehlungen auf Publikationen des Autors selber. Allerdings kam dies nur selten vor und konnte durch Blättern im Literaturverzeichnis am Ende auch umgangen werden – immerhin werden dort alle genannten Publikationen noch einmal aufgelistet.

Ein weiterer positiver Punkt für mich war die Bezugnahme auf Schlüsselbegriffe der englischsprachigen Archäologie, die mittlerweile auch nach Deutschland hinübergreifen. In vielen Texten kamen auch die englischen Schlüsselbegriffe vor, sodass ein schneller Einblick in diese Debatten ebenfalls möglich ist.

Prinzipiell ist es also ein großartiges Buch, das viele Themen aufgreift die absolut notwendig sind und den Blick schärft für ihre historische Entstehungsgeschichte und Zusammenhänge mit politischen, sozialen oder interdisziplinären Gegebenheiten. Gleichzeitig ist es ein Grundlagenbuch das jedem Studenten der Archäologie eine kurze Einführung in essentielle Begriffe des Faches anbietet, ohne dabei langatmig oder verschwurbelt daher zu kommen. Kurze Erklärung, kurzer Kontext, kurze Zusammenfassung + Literatur. Punkt. Und daher anders als die anderen Einführungswerke in die Prähistorische Archäologie der letzten 15 Jahre, die ich zwar auch mag, aber die eben genau dieses Kurze meist nicht bieten. Oder die zwar eine Einführung bieten, aber interdisziplinäre Themen rauslassen oder nur kurz angehen. Gerade diese finde ich aber immens wichtig weil sie die Lebenswirklichkeit des Faches mitbestimmen. Insofern finde ich gerade die Zusammenstellung der Themen immens wichtig und genau richtig. Wir müssen wissen was eine Typologie ist, aber wir sollten uns auch mit dem Thema “Archäologie und Medien” befasst haben – wenigstens am Rande! Diese Mischung von fachinternen Begriffen und in die Gesellschaft hinüberreichenden Themen ist es, die dieses Buch für mich absolut herausragen lässt.

Schlüsselbegriffe der Prähistorischen Archäologie

Schlüsselbegriffe der Prähistorischen Archäologie


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Yesterday was the day: DAY OF ARCHAEOLOGY 2014!

Yesterday we went public: archaeologists all over the world presented a glimpse of their work. I was lucky to be among them and you may find my story here: http://www.dayofarchaeology.com/bread-winning-archaeology/

I am so glad I made it and had the time to prepare something in advance. Thank you so much for offering this opportunity and to provide a space for archaeology for everybody!

 

You may also find it interesting to read this article on the how & why of the event by Lorna Richardson: Day of Archaeology .

 


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Orchideenfächer, Kleine Fächer und ihre Relevanz im “wahren Leben” / Studying Latin American Archaeology im Germany- what for?

Orchideenfächer – oder “Kleine Fächer” wie sie seit 2005 im deutschsprachigen Raum heißen – sind ja seit Alters her die Fächer, die nur an wenigen Universitäten angeboten werden und bei denen nur wenige Studierende eingeschrieben sind. Ich selber habe ein solches Fach studiert – Altamerikanistik. Wurde es zu Beginn meines Studiums Mitte der 90er Jahre noch in Berlin, Bonn und Hamburg angeboten, sind zwei der drei Standorte mittlerweile geschlossen, haben ihren Studiengang mit anderen fusioniert oder sind prinzipiell so nicht mehr vorhanden. Momentan ist Altamerikanistik nur noch an der Universität Bonn zu studieren, die den Fokus des Studiengangs auf einen interdisziplinären Studiengang legen, der Geschichte und Neuzeit miteinander verbinden soll.

Gerade im Zuge der Bolognarefrom und der Reform-, Personal- und Finanzierungsdebatten an den Universitäten seit den 90er Jahren sind die Kleinen Fächer immer winziger worden, wurden abgebaut, zusammengelegt oder ganz geschlossen. Ein Studienprojekt widmete sich (häufig nach der Abwicklung) der “Erforschung” dieser Fächer, kartierte sie und machte sie öffentlich. Und ihre Präsenz (oder Schließung) war immer auch Teil der Mediendebatte um die Frage: Brauchen wir diese Fächer? Und warum? Was bringen uns als Gesellschaft diese Fächer? Einige dieser Artikel machen ganz klar, dass kleine Fächer wichtig sind, wie zum Beispiel dieser Artikel aus der ZEIT. Allerdings sind die dort genannten wie Klimaforschung (Paläontologie) und Studien sogenannter “Schwellenländer” (Indologie) oder “Randgruppen” (Gender Studies) nochmal etwas anderes als ernsthafte “schwere Fälle” wie etwa meinem Studienfach, deren Relevanz wirklich schwer vermittelbar ist.

Im Falle der Altamerikanistik kommen verschiedene Punkte zusammen, die zu einem Aussterben dieses Faches in Deutschland führ(t)en. Zum Einen die aktuell schwer zu vermittelnde Relevanz des Faches. Lateinamerika ist aus dem öffentlichen Bewusststein seit Jahren verschwunden – Russland, China und Indien, vielleicht noch Brasilien, dominieren die Debatte, dazu eventuell einige afrikanische Länder. Der Boom Lateinamerikas in der Medienlandschaft und der Folklore etc. ist jedoch seit den 80er Jahren vorbei und es ist schwierig, Interesse für Studien zu wecken, die sich mit diesem momentan – zumindest in der öffentlichen Meinung – irrelevanten Teil der Welt befassen.

Zum Anderen ist da das koloniale Erbe Lateinamerikas, das es schwierig macht die Relevanz ausländischer Arbeit in der Anthropologie und Archäologie dieses Kontinents zu vermitteln. Warum sollten wir hier Wissen importieren wenn es ausgebildete lokale Kräfte gibt? Archäologie und Anthropologie gelten in der öffentlichen Meinung auch nicht als “Entwicklungshilfe“, bringen also, oberflächlich betrachtet, keine schnelle, konkrete Verbesserung der Lebensverhältnisse vor Ort mit sich. Sue haben keine Vorzeigeeffekt, da sie etwas mit sich bringen, dass zwar essentiell ist, aber nicht messbar: Geschichte. Daher und aufgrund nur unzureichender Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit wirken Archäologie und Anthropologie wie “reine Wissenschaft“, Wissensgewinn für den Wissenschaftler, aber ohne Relevanz für Bevölkerung und Leben. Das Vorhandensein südamerikanischer Kollegen scheint den “Import” deutscher Altamerikanisten zusätzlich sinnlos zu machen.

Zum Dritten gab es strukturelle Probleme innerhalb des Studienganges (die heute in Bonn teilweise versucht werden auszugleichen). Altamerikanistik, als Studium der Anthropologie, Archäologie und Geschichte Lateinamerikas angeboten, bot zumindest in meinen Zeiten, also bis zum Beginn des jetzigen Jahrtausends, nie die Möglichkeit, grundlegende Methoden dieser drei Fächer zu erlernen. Quellenstudium, Forschungstechniken, Interpretationsmöglichkeiten – diese Dinge wurden nur selten angeboten und standen als kleine Minderheit gegenüber Kursen, die zwar einzelne Kulturen, Perioden oder Aspekte der Geschichte Lateinamerikas beleuchteten, aber nicht die Werkzeuge vermittelten, die man als Wissenschaftler/in später selber braucht. Nur die geschickte Auswahl der Nebenfächer führte dazu, dass diese Methoden erlernt werden konnten. Meine Erfahrung mit dem Nebenstudium der Ur- und Frühgeschichte (heute: Europäische Archäologie) war dafür typisch. Kollegen belegten Kurse in Geographie, Geologie, Vermessungskunde, Vorderasiatischer Archäologie, Ethnologie etc. Für mich war die Ur- und Frühgeschichte eine Möglichkeit, mir  ein eher verschultes, informationsgeladenes, strukturiertes Lernen in diesem Studienfach anzueignen, gepaart mit der Möglichkeit, Grabungs- und Analysemethodik zu erlernen. Andererseits erstaunte mich das sehr faktenorientierte Publizieren sehr. Interpretationen waren dünn gesät und mein angloamerikanisch geschultes Interpretationsherz der Altamerikanistik musste damit erst umgehen lernen.Das war definitiv ein großes Manko meines Studiums – ein Manko, das ich bis heute durch Weiterbildung versuche auszugleichen. Allerdings hat das interdisziplinäre Lernen auch einen großen Vorteil: es schärft den Blick für Schwächen und Stärken anderer Fächer. Das Erkennen dieser Unterschiede schult den Blick und das Gleiche gilt für das Zusammentreffen von unterschiedlichen Ideen und Methoden in Lateinamerika selbst.

Trotz der oben genannten Kritikpunkte ist das Aufeinandertreffen von Archäologen der gleichen Fachrichtung, die aber in unterschiedlichen Ländern gelernt haben, sehr inspirierend. Der Austausch unterschiedlicher Terminologien und Methoden ist bereits zwischen Archäologen benachbarter lateinamerikanischer Länder eine Herausforderung und Bereicherung, das gilt noch viel mehr für das Auftauchen außer-amerikanischer Forscher. Die eingesetzten Methoden und Techniken differieren stark und öffnen oft ein Fenster zu neuen Ideen und Interpretationen.

Trotz allem bleibt aber ein großes Problem bestehen: was soll die Relevanz unseres Faches sein? In ganz Deutschland arbeiten (ich schätze jetzt mal und lasse mich gerne korrigieren) noch so an die deutschstämmige  30-40 Altamerikanisten. Von diesen sind (ebenfalls geschätzt, bitte korrigieren falls es jemand exakt weiß) ca. 10-15 Personen mit der Archäologie Südamerikas befasst – wie ich. Was soll also die Relevanz unserer Arbeit sein? “Warum sollte sich ein junger Mensch für dieses Fach entscheiden????” – wie es ein Kollege neulich formulierte. Unter anderem, weil es erst unsere Geschichte ist, die es uns ermöglicht zu sehen wer wir sind, woher wir kommen und welche komplexen Wege die Menschheit geht. Und damit die Basis bildet für ein Verständnis zukünftiger Entwicklungen. Sicher gibt es in Lateinamerika viele gut ausgebildete Archäologen  und ihre Arbeit ist immens wichtig. Aber auch unsere interdisziplinäre und itnerkontinentale Zusammenarbeit kann hier methodologisch und interpretativ produktiv sein, wenn der europäische Blick ohne kolonialistische Ideen daherkommt.

Um das zu erreichen sollten wir jedoch eins nie vergessen: wir sollten unser Wissen vermitteln wo immer es geht. Unser Fach vertreten und es kommunizieren. Aufstehen und sprechen wenn man uns fragt – und auch ungefragt.

Update: Neuer Artikel zu vier “Kleinen FÄchern” in ZEIT online am 28.1.2014: http://www.zeit.de/studium/hochschule/2014-01/kleine-studiengaenge-studium

besonders interessant: die Kommentare von Studierenden der Kleinen Fächer UNTER dem Artikel!

ENGLISH VERSION

Small academic disciplines or fields of study (called „small studies“ or metaphorically “orchid studies” in German to emphasize the smallness, supposed irrelevance and at the same time the beauty of these studies) are academic disciplines which focus on rather “exotic” and “minor” objects of study; that can be studied at few universities and with only very few students – due to the lack of general interest in these studies. I have studied such a discipline myself: Altamerikanistik, or to give it an English name: Latin-American Archaeology. Although this covers only some part of these studies, because it involved also anthropology, iconography, indigenous languages and the like. While these studies were offered at three universities (Berlin, Bonn and Hamburg) when I began studying around 1995, there is now only one university in Germany which still clings to it: the University of Bonn, which has refocused on Altamerikanistik with a rather interdisciplinary view, connecting archaeology and prehispanic times with a rather anthropological focus on contemporary phenomena in Latin America.

With the declaration of Bologna and many many reform packages on university personnel and financiation from the 90ies onwards, there has been considerable re-organization at German universities. The “small studies” became even smaller, they were fused with other disciplines or completely closed down. A special study was conducted after all this happened, investigating the disposition, development and structure of these small fields of study. Their presence or close-down was always covered in the media, and they raised the question: Do we need these studies? And why? What is the relevance of these studies for our society? Some of the articles made it clear that these small studies are highly relevant to all of us – but the disciplines mentioned are often easier to convey than my own choice. Something like paleontology, related to climate research, Indian studies (Indology) or Gender Studies cover areas of study highly relevant to at least some segments of our society and can thus be communicated far more easily than something like “Latin-American Archaeology”.

Speaking of Latin-American Archaeology, there are several things that led to its almost complete extinction in Germany. For one, there´s the difficulty to explain the relevance of these studies in today´s Germany. Latin America is a region that has almost no lobby in our contemporary society and media – there are Russia, China, India, maybe Brazil too, that keep the headlines and think tanks occupied. The boom of Latin America in German conscience in the 1980ies has long since past. And apart from some folklore group singing at the city square and a headline on Evo Morales´ official plane being involved in the Snowden incident at Vienna there is no public interest in Latin-American matters right now. So why should Latin American Archaeology matter? Why are we studying a part of the world that is almost invisible in German media and thinking right now?

On the other hand there´s the colonial heritage of Latin America, making it difficult to talk about the relevance of European investigation in Latin America. Why should we “import” archaeological knowledge when there are many and well trained local archaeologists? And because archaeology and anthropology seem to be so absolutely irrelevant when living conditions are poor and even water and electricity are lacking, technical development aid seems a much better option when there is money to spend. Archaeology and anthropology seem to have no direct positive effect on living conditions; there seem to be no direct renderings to the local people. But nonetheless: archaeology matters. Because history matters and archaeological results are immaterial but nonetheless overly important. It´s up to marketing and public relations to make this point absolutely clear: history matters. Not only to the scientists who do the research but to local people, too, that’s at least my repeated experience. Its not about investigation and results that only serve me to get a Ph.D. – local people are mostly interested in archaeological work because their history matters to them and local history and archaeological history may be highly relevant to current political agendas.

Thirdly, there were always structural problems in this field of study. Today, the University of Bonn is trying to better these problems, but when I studied 15 years ago, Altamerikanistik implied a wonderful mix of archaeology, anthropology, history, linguistics, sociology and the like. But it never offered some solid methodology to get working. We studied something like a patchwork investigation, taking only the courses that interested us. The study of historical sources, the techniques of investigation during field work, the variability of interpretations – all these were never part of the curriculum. When we realized that we were very short on these substantial bases on archaeological work, we took courses in other disciplines, such as European Archaeology, Geology, Geography and the like. This has been one of the really problematic areas of the discipline, and one which is causing me problems up till today – and I have been trying ever since to balance this with continuing studies.

Nevertheless, the interdisciplinary learning has one big advantage: you learn to see the world and your research through the eyes of other disciplines. I had my own experience studying European Archaeology, a study area characterized by the publication of large amounts of data without little interpretation. It´s just the opposite of Altamerikanistik, where small amounts of data may often lead to exaggerated interpretations. And it’s comparing both disciplines that helped me to understand which way I´d like to choose for my own research. Methods, Data, Interpretation, everything can be differently understood in other disciplines. And the same applies to archaeological research when done by a European in Latin America or a local archaeologist in the same area. We differ in methods, we differ in interpretation and we differ in our way to go about an investigation. This can be very interesting and inspiring and it’s the heart of my claim here.

Because despite all the critic written above, the clash of different “archaeological upbringings” can be very inspiring and may lead to absolutely fascinating new interpretations. The exchange of terminology and methods is already a challenge between archaeologists from different Latin American countries, between Europeans and Latin Americans even more so.  And this leads us to exchange information and enables us to reach new levels of interpretation.

But still, the problem of relevance remains: why does archaeology matter at all? All over Germany, there may be (my guess) about 30-40 persons which studied Latin American Archaeology in Germany and now work professionally in this area. And of these there may be (my guess again) about 10-15 which are working on South American Archaeology as I do – and not on history, anthropology, etc. So the question remains: What’s the relevance of our work? Or, to put it as a colleague did recently: “Why should a young person decide to study as we did?”. I think that it’s the knowledge about our history that makes us see what we are and where we are heading – personally, nationally and on a global scale. To know our history prevents us from being politically blind because it shows us the diversity and subjectivity of history and its interpretations. And to understand where we come from is the basis for every future move we make. Sure, there are many local archaeologists in Latin America and their work is immensely important – for research AND for the sociopolitical implications their work has. But its our interdisciplinary and intercontinental interaction that can focus on new methodological and interpretative ideas, when our European view is free of colonial implications.

And to get there we should do one thing wherever we are: communicate our discipline. Explain why it matters and speak up when we´re asked – and even if we´re not!


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Sigamos interactuando: Encuentro Internacional de Ceramica Arqueologica Centro-Sur Andina

Zunächst und für die deutschsprachigen Leser hier: dieser Beitrag erscheint auf Spanisch und Englisch. Der Workshop “Sigamos Interactuando: International workshop on archaeological ceramics from the South-Central Andes“, der ja schon länger auf dem Blog angekündigt war,  fand in Mendoza, Argentinien, statt und in meinem Fachgebiet spricht man eben zu 99% Spanisch. Deshalb heute und hier: Spanisch und unten auf Englisch.

Tuve el honor de ser invitada al Encuentro Sigamos Interactuando: Encuentro Internacional de Cerámica Arqueológica Centro-Sur Andina entre el 25 al 29 de noviembre, 2013, en Mendoza, Argentina. El encuentro, desarrollado para el intercambio de informacion entre especialistas en cerámica arqueológica CentroSur Andina fue una posibilidad espectacular para reunirse con colegas de diferentes areas de la region Centro-Sur Andina: Bolivia, Jujuy-Tucuman, Catamarca, Norte de Chile y Chile Central-Mendoza. Las mesas regionales de estas 5 regiones fueron constituidas por muchas arqueólogas (y algunos arqueólogos) trabajando en cerámica arqueológica, en total 45 personas. Ya que la idea era intercambiar informaciones sobre nuestras investigaciones, datos e interpretaciones acerca del material ceramico de la zona de estudio de cada uno, se pidieron ponencias en Powerpoint de antemano para dar a todos la posibilidad de conocer de cerca el trabajo de los demas ANTES del encuentro – y asi poder meternos de pleno en el trabajo una vez que nos reunáramos en Mendoza. El foco de trabajo en el encuentro mismo iba a ser la elaboración de un powerpoint regional, sintetizando todos los datos conocidos del area en cuestion. La dispersión de la información en publicaciones en revistas o trabajos de tesis difícilmente accesibles y la accesibilidad de datos no-publicados son mayores problemas en mi area de estudio y tambien en las areas vecinas. La cerámica, por el otro lado, muestra muchas relaciones e influencias y esta conectada de una u otra forma entre todas las regiones en cuestión. Encontrarse entre todos para superar estos problemas era entonces uno de los mayores fines del encuentro!

Y debo decir que esto funcionó  de maravilla. Ya que los Powerpoint fueron accesibles desde hace dos meses antes del encuentro todos estabamos al tanto sobre los trabajos de los demas y sus focos de investigacion. Una vez que todos estuvimos alli nos fuimos manos a la obra! El encuentro no consistía solamente en trabajar durante el dia, sino que la organización de almuerzos y cenas en conjunto y el alojamiento que un mismo hotel llevaron al continuo intercambio de información! Al fin y al cabo todos pasamos el dia entero, desde el desayuno hasta la cena a medianoche, con discusiones, encuentros, intercambios de información. Para muchos de nosotros era una posibildad de volver a encontrarnos con colegas que ya conocimos y, por el otro lado, conocer todos aquellos que hasta ese momento solo conocíamos de sus publicaciones y que nunca habíamos tenido la oportunidad de ver en persona. Así que: aprovechamos todos el tiempo al máximo! Y gracias a la increíble organización del encuentro, nos dió todo el tiempo para hacerlo, sin tener que preocuparnos por ?donde ir a comer? ?como llegar de la universidad al hotel? etc. Simplemente nos concentramos en el tema principal de estos días: la CERAMICA.

La cerámica arqueológica centro sur andina ha sido estudiada desde los comienzos de la arqueología en la región alrededor del año 1900, y ha generado un alto nivel y cantidad de observaciones, análisis e interpretaciones desde ese momento. Sin embargo, los estudios fueron pocos y dispersos por un tiempo muy prolongado y se concentraron en áreas principales o investigadores específicos. Esto es especialmente cierto para Bolivia, donde el estudio de cerámica arqueológica fuera del área circunlacustre empieza con mayor intensidad recien alrededor de 1995. Pero también en las otras regiones las investigaciones han aumentado recien desde hace unos 15 años, tomando un curso mas sistemático y/o tecnológico, entrando a niveles de análisis de pastas etc. Otro punto importante, a mi parecer, es el hecho de que muchas zonas (debido a los vastos territorios a cubrir) son trabajadas por solo una o dos personas, resultando en una concentración de conocimiento en muy pocas manos.

El encuentro en Mendoza proveyó a todos la posibilidad de subsanar los puntos mencionados. Tuvimos la oportunidad de hacer preguntas a todos, buscar especialistas de áreas vecinas y cubrir vacíos de informacion – tanto en las mesas regionales como también en los encuentros personales en los espacios de pausas, cena, almuerzo o paseo. Se miraron fotos, se describieron tiestos, algunos hasta llevaron tiestos de cerámica para ser inspeccionados por ceramistas colegas. Este intercambio fue tan fructifero y prolongado que al fin de los cinco dias todo el mundo estuvo exhausto de tanta concentración en solo cerámica, estilos, tiestos, pastas, decoración. Se usaron los primeros dos días para elaborar los powerpoint regionales, presentando estos síntesis de datos en el dia 3 y 4 y recibiendo un análisis de las tres especialistas invitadas a comentar en el quinto día: Myriam Tarragó, Isabel Druc y Fernanda Farabella. El trabajo fue por lo tanto intenso, directo y extremadamente fructífero.

La idea y el deseo de todos era seguir trabajando en este intenso nivel de interacción, volviéndonos a encontrar lo mas pronto posible. Formar vínculos entre áreas vecinas e intensificar las relaciones entre diferentes áreas de estudio mediante los investigadores respectivos sería un fin a perseguir! Todas las mesas regionales concluyeron por lo tanto con los siguientes puntos finales:

1) es necesario seguir interactuando para poder investigar mas a fondo los estilos y/o tradiciones cerámicas de cada región e ir elaborando ideas sobre las conexiones inter- e intraregionales del material cerámico.

2) sintetizar los datos para cada región en la forma de un manual que pueda servir a todos/todas en el trabajo de investigacion, sea este en el campo o en el laboratorio.

3) intensificar los estudios a nivel de pastas, concentrándonos tambien en los estudio de laboratorio. Ésta es una parte relativamente nueva en el análisis cerámico en los Andes Centro-Sur y un área con mucho potencial.

Finalizamos el encuentro con estas conclusiones y con la gran esperanza de que el siguiente taller será una realidad muy pronto!

ENGLISH VERSION

Dear Readers,

I had it announced on this blog for months: I have been honored with an invitation to the workshop “Sigamos interactuando (Let´s stay interacting). International workshop on archaeological ceramics from the South-Central Andes” that took place at Mendoza, Argentina, between the 25th and 29th of November 2013. This workshop, developed for the exchange of information between all the ceramic specialists for the archaeological ceramics from the South-Central Andes, was a great opportunity to reunite and getting to know colleagues from different areas of the central-South Andes: Bolivia, Jujuy-Tucuman, Catamarca, North Chile and central Chile – Mendoza, all working on the ceramic material of these regions. The regional workshops of these 5 specific geographic areas were “(Wo)manned” with a lot of (women) archaeologists – and some men. We were 45 persons and the idea of exchanging information about our recent investigations, the data and interpretations about the ceramic material from our study regions was prepared by sending all this information in a personal powerpoint BEFORE the workshop began. This served everybody to get relevant information on what other colleagues are working on, updating ourselves on the latest (sometimes even unpublished) developments of everybody else. And: we were able to get directly to work when we arrived at Mendoza. The focus of this was to reunite all the information in one big regional powerpoint, offering a synthesis of the ceramics of every region to colleagues from other regions – thus providing everybody with an update on the regional ceramic material. As is the custom in our field of study, many informations have formerly been published in little journals or in unpublished Ph.D. or licenciado thesis only, creating a very disperse and difficult-to-access information pattern. On the other hand, the ceramic material is united in many aspects, showing influences and migration patterns and is related throughout the region. That’s just the point why connecting the archaeologists working on these ceramics is so important: only uniting our information can we get to a new perspective on our material, providing completely new ways of interpretation.

And I have to admit: it worked just perfectly. AS we had access to the personal powerpoint since September, we were completely updated on the work of our colleagues and their focus of interest. And when we got to Mendoza we went directly to work! The workshop did not consist only in a heavy workload during daytime, but the perfect organization of lunch and dinner and the accommodation of almost everybody at the same hotel did their part to continuous information exchange while chatting, eating perfect Argentinean food and having one of the famous Mendoza wines. So in the end, we spent all day, starting from breakfast up to midnight with discussions, meetings, exchange of information. For many of us that was an opportunity to meet colleagues we knew already, but also to know the ones we only knew form their publications and where no opportunity had arisen to get know each other personally. So we used all the time to a maximum! And thanks to the incredible organization of the event, we had all the time to do that – we didn’t even had to think about all these gruesome details like: “Where we will eat? How do we get to the University or the hotel? And the like. We could just concentrate on the central theme: Ceramics.

The archaeological ceramics of the South-Central Andes have been studied since the beginnings of the 20th century and these studies have generated a high level and an enormous quantity of observations, analysis and interpretations since then. But nevertheless, the investigations itself were few and widely dispersed during a long time – and focused on specific moments in time, main areas or specific researchers. This is especially true for Bolivia, where research on ceramics outside the Titicaca lake area begins as late as the 1990s.

But also in other regions the investigations have just begun some 15 years ago, developing a more systematic and/or technological approach, concerning the study of pastes and the like. Another important point, at least in my opinion, is the fact that vast areas (due to the broad geographical regions we are covering) have been investigated by only one or two archaeologists ever, which results in a concentration of information in very few hands.

The workshop in Mendoza provided all of us with the opportunity to enhance all these problematic points. We could ask the investigators directly; look for specialists in neighboring areas and cover up information – in the regional workshops as well as in the personal encounters with archaeologists working in other areas during the retreats, lunch, dinner or during a walk outside. We had looks at photos together, we described our material to others, some even brought fragments with them to show them around and ask for opinions. This exchange was so fructiferous and constant that after the five days we were absolutely exhausted from all this concentration on ceramics, styles, fragments, paste, decoration and the like. We used the first two days to work on our regional power point, presenting this as a synthesis on the 3rd and 4th day. After there was space for commentary and observations for the three special guests that had been invited: Myriam Tarragó, Isabel Druc and Fernanda Farabella. So, the work was very intense, very direct, and overwhelmingly, extremely rewarding.

The idea of all of us was to stay on working at this intense level of interaction, uniting again as soon as possible. To form relations between neighboring areas and to intensify the relations between fields of study through the archaeologists themselves! Every regional group concluded with almost the same final goals for the future:

1) it is necessary to stay connected in order to investigate more intensely the different styles or ceramic tradition of every region and to elaborate ideas on connections between them.

2) synthesize the data of every region in a manual that can help everybody to orientate us when working on ceramic materials, may this be at the field or the laboratory.

3) intensify the study on the technological level when it comes to pastes, concentrating on the laboratory studies. This is a relatively new aspect in the analysis of ceramics in the South-Central Andes and an area with a lot of potential for future work.

We ended the workshop with these conclusions and with the big hope of another encounter as soon as possible!

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Durante las sesiones de trabajo en las mesas regionales./ Working during the regional workshops.

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Almuerzos en conjunto: la mesa de Bolivia y la mesa Jujuy-Catamarca en el comedor estudiantil. / Lunch tables according to our regional tables: the “Bolivian” table and the table of Jujuy-Catamarca.

P1120584Del Hotel a la Universidad de Cuyo: Mariel Lopez, Isabel Druc, Veronica Williams, Maria Ester Albeck. /From the hotel to the University of Cuyo: Mariel Lopez, Isabel Druc, Veronica Williams, Maria Ester Albeck.

P1120615P1120600P1120591Preparando las ponencias finales regionales! / Preparing the final regional presentations!

P1120609Todos los participantes en el dia final del encuentro delante de la Universidad de Cuyo! / All participants on the final day at the UNiversity of Cuyo!


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Online weiterbilden – Wissenschaftliches Schreiben / Online Education: Scientific Writing.

Im Rahmen von Fortbildung und Co. stand es wieder im Raum: das klare wissenschaftliche Schreiben. Seit Jahren publiziere ich immer wieder und mit der Zeit lernt man logischerweise auch ungefähr, worum es dabei geht: klares, prägnantes Schreiben und klare Aussagen. Erschwerend kommt hinzu, dass Schreiben in drei Sprachen auch drei unterschiedliche Schreibkonzepte beinhaltet.

 

Da seit einiger Zeit auch Anfragen für Gutachten bei mir eintreffen, fällt  mir das Ganze noch mehr ins Auge: einige Menschen, deren Artikel da eintreffen, haben Schwierigkeiten ihre Ideen auf den Punkt zu bringen – und zwar so dass der nicht eingeweihte Leser auch begreift worum es gehen soll, woher die Daten kommen und was das Spezielle an genau dieser Forschung sein soll. Durch das Begutachten lerne ich auch für meine eigenen Texte, aber  – ein bisschen Hilfe kann nie schaden. Es doch noch etwas mehr auf dem Punkt bringen. Es noch ein bisschen prägnanter formulieren. Das geht doch immer, oder?

 

Also habe ich mich für einen Kurs im wissenschaftlichen Schreiben eingeschrieben, der über OpenEdx angeboten wird. Veranstaltet von der Stanford University, hatte es mich schon länger interessiert, wo denn nun hier die Unterschiede zu Coursera liegen sollen, bei denen ich schon einige Kurse durchhabe. OpenEdx hat natürlich ein anderes Layout etc., ansonsten liegt der Unterschied vor allem darin, dass die angebotenen Kurse von der Stanford University stammen und das Spektrum der Kurse daher etwas kleiner ist als bei Coursera, wo über 60 weltweite Universitäten mitmachen.

 

Der Kurs an sich ist wie üblich in mehrere Unterrichtseinheiten aufgeteilt, die wöchentlich strukturiert sind. Momentan liegen wir bei Woche 4 von 8 und sprechen über die korrekte Punktuation, Paragraphenstruktur und ähnliches. Zu fast jedem Video gibt´s ein Quiz, einen Wochenaufgabe und auch 3 Essays, die über das Peer-Review-Verafhren bewertet werden. Die Struktur und der Aufbau sind also ähnlich dem von Coursera und auch die vergebenen Zertifikate werden nach “Teilgenommen” (70/100 Punkten) und “Ausgezeichnet” (ab 90/100 Punkten) verteilt. Etwas unübersichtlicher finde ich den Seitenaufbau von OpenEdx, aber daran gewöhnt man sich. Die Verteilung der Informationen erfordert etwas Eingewöhnung – sehr angenehm finde ich aber das Tool zur Peer Review. Im gegensatz zu Coursera kann man hier die Texte der Mitstudenten mit einem Korrekturprogramm direkt kommentieren oder nachvollziehbar ändern. Prinzipiell allerdings habe ich das Gefühl, dass hier weniger Aufwand für den Kurs betrieben wurde als bei vielen Coursera-Kursen, die gerne nicht nur per Powerpoint und Erzähler, sondern per Animation, Videos, Interviews und interaktiven Gadgets arbeiten. Klar offeriert auch Coursera Kurse die ausschließlich aus Powerpoint bestehen, aber da dran zu bleiben erfordert wirklich viel Liebe zum Kursthema. Sicher werde ich auf OpenEdx noch andere Kurse probieren um zu sehen ob das nun der Durchschnitt ist oder ein visueller “Ausrutscher“, aber da die angebotenen anderen Kurse sich gerade eher um Quantenphysik als um Geisteswissenschaften drehen, wird es nicht sofort etwas werden.

 

Seit den ersten Videos und Übungen muss ich aber sagen: es hilft. Ungemein sogar, denn alles Gelernte kann ich praktisch sofort umsetzen – hier im Blog oder Gutachten oder meinen eigenen Texten, kurzen und längeren. Da es hauptsächlich um den Umgang mit Texten in Artzikellänge oder etwas kürzer geht, hilft es mir in vielen Fällen weiter, aber die Umsetzung eines klaren Paragraphen mit deutlicher Struktur ist etwas, das man auch in Büchern anwenden könnte. Dafür sei dem Kurs vielen Dank!

1b Pacajes

 

 

 

 

 

 

 

 

ENGLISH VERSION

 

When it comes to online education I am continously searching for new courses to take. And a real priority for me is clear and concise writing. I have been publishing for some years now, mainly articles, and during these years I learned how to write precisely and to the point. But writing in three different languages requires always the problem that there are different writing traditions involved when it comes to style, phrasing and the like.

 

For some time there have been requests for evaluations, too. And that is the point where it becomes even clearer: some people have serious problems of getting to the point in scientific writing. Getting to the point in a way so that their readers will understand what´s the article about, where the data come from and what´s the central point of the investigation?! While evaluating these works I learn(ed) a lot about my own writing and am continuously working to become a better writer. But its always possible to be a little bit more concise, a little bit shorter, a little bit better – isn’t it?

 

So I got this course on Scientific Writing on OpendEdx. OpenEdx offers courses from the Stanford University and I had wondered for some months where the difference to Coursera may be. As I have taken some courses on Coursera at the last months, the difference first lies in the layout. But that is surely only a superficial difference; the important ones are underneath the surface. First: OpenEdx offers fewer courses and is – at least right now – more centered on natural sciences, especially medicine. That’s logically, when you take into account that on Coursera there are more than 80 universities involved and OpenEdx – well, its Stanford, isn’t it?

 

The course itself offers different units which follow a weekly structure. Every week has about 5 videos, almost every video goes with a quiz and there are extra essays that will be peer reviewed. Right now, we´re on week 4 and are learning about the correct punctuation, the structure of paragraphs and the like. So, the structure is similar to Coursera and the extended certificates are similarly structure, too. You earn a certificate when you get about 70 %of all available points and an “With distinction” certificate when you get more than 90%.

 

I have to admit that the layout of the website seems a little bit confusing visually, but I suppose that I´ll get adapted to that. Waht I really liked is the peer-review tool – it offers the possiblity to leave comments and text directly in the essay. Apart from that it seems that the course itself received a little less attention than the ones I took on Coursera. It contains mainly PowerPoints and a speaker, while at Coursera there is often a lot of visual gadgets, videos, interviews, animations. Of course, Coursera offers courses too that contain only PowerPoints, but its really hard to stay tuned with these. You really have to LOVE the course to finish; its easier when the course is visually more attracting. But well, its my first course on OpenEdx and I will certainly try other ones in the future to see if this is just part of THIS course or if its an overall feature.

 

The important point it that since the first videos and quizzes I feel that I am getting better at writing. It helps a lot, actually. And the best thing is: I can apply what I´ve learned directly – in this blog, in the articles, in the evaluations. But it could even be helpful with books, because classes on something like “how to structure a paragraph” can be really helpful in this. So: thanks to this course! I am looking forward for the next 4 weeks!

 


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Online gratis weiterbilden als Archäologin? Learning online as an archaeologist?

Heute: Online-Kurse für Archäologen. Auf Deutsch und auf Englisch (siehe unten), da dieser Blogeintrag auch auf für die englisch sprechenden Teilnehmer von “Archaeology´s Dirty Little Secrets” zur Verfügung stehen soll.

Today: Online courses for archaeologists. In German and in English (see below), because this blog entry will be also (hopefully) seen and read by english speaking participants of “Archaeoloy´s Dirty Little Secrets”. Be welcome! For the English version, please scroll to the photo my intent of “Akkadian writing” – below it you will find the text in English.

Coursera habe ich vor einigen Monaten zufällig entdeckt, auf der Suche nach Weiterbildungsmöglichkeiten. Da mein Urlaub beschränkt ist und meine Arbeit in einer nicht-archäologischen Vollzeitanstellung permanent mit meinen archäologischen Plänen kollidiert, ist eine Onlineweiterbildung als Ergänzung zu den “direkten” Vor-Ort-Weiterbildungen vielleicht gar nicht schlecht.

Coursera bietet als einer der führenden englischsprachigen Onlineanbieter kostenlose online-Kurse und um es einmal auszuprobieren und der Möglichkeit des Online-Studierens (MOOC) eine Chance zu geben, habe ich mich eingeschrieben. Unter anderem: für den Kurs “Archaeology’s dirty little secrets”, gegeben von Prof. Sue Alcock von der Brown University, USA (auf der Website des Joukowsky-Institutes gibts auch den Link zum Joukowsky-Journal, der noch einmal den Kurs von Prof. Alcock beschreibt) .
Meine Idee war, durch die Belegung eines Archäologiekurses in etwa sehen können zu können, auf welchem Niveau die Kurse liegen, da ich ja als Archäologin mehr oder weniger weiß, wovon die Rede ist. Außerdem interessiert mich seit Längerem die Darstellung des Archäologen-Seins, und gerade der Titel lässt ja keine Wünsche offen: Geheimnisse, Dreck, Archäologen. Was möchte man mehr – es entspricht genau dem gängigen Klischee. Klischees, mit denen Prof. Alcock sofort im ersten Kurs aufräumt und auf eine ganz eigene, erfrischende Art loslegt mit “Archäologie für alle Interessierten”.

Von Kontexten über Datierung bis hin zum grossen Thema “Who owns the past” werden wir alle Facetten der Archäologie abdecken. In den letzten fünf Wochen haben die über 37.000 eingeschriebenen “Studenten” auf grundlegende, unterhaltende und sehr sehr engagierte Art verschiedene Grundthemen wie Chronologie, nicht invasive Forschungsmethoden und anderes abgedeckt, und in den Foren die zu jedem Kurs gehören, gibts natürlich viel viel Diskussion, zu allen möglichen Themen, nicht nur zu Fragen des Kurses. Sondern auch: wie sollte eine gute Ausstellung aussehen? Wer hat das Recht auf Funde? Was ist mit Tourismus. Was ist mit sozialer Archäologie? Die praktischen Übungen jede Woche geben die Möglichkeit, Dinge wie Keilschrift auszuprobieren, 3D-Programme kennenzulernen oder Aspekte zu recherchieren und zu überdenken, die ich schon länger einmal besser nachschauen wollte. Archäologie und Kunst? Archäologie und Fälschungen? Ich muss sagen, das ist wirklich spannend UND unterhaltend zugleich. Und ich bin jetzt schon neugierig auf die noch kommenden Wochen.

Und ich muss jetzt, nach vier Wochen, sagen: es ist eine wunderbare Möglichkeit, Wissen zu erweitern und neue Themenfelder zu erforschen. Viel hängt ab von der Darbietung der einzelnen Formate, die je nach Kurs von statischem Ablesen des Teleprompters bis hin zu solch abwechslungsreichen Kursen wie “Archaeologiy´s Dirty Little Secrets” reichen. Jeder Dozent erarbeitet sich sein eigenes Format. Jeder Kurs besteht aus 1 – 1 1/2 Stunden Videomaterial pro Woche plus ein abschließendes Wochenquiz. Je nach Kurs werden noch Lektüre oder Hausaufgaben notwendig. Natürlich MUSS man die nicht machen, zumal wenn man kein Abschlusszertifikat möchte, sondern es einem um die Kenntnisse an sich geht. Mit momentan drei belegten Kursen benötige ich etwa 5-6 Stunden wöchentlich dafür – das kann man auch mal neben der 40-Stunden-Woche schaffen. Die meisten Kurse werden von einem Abschlusszertifikat begleitet, einige sogar von einem kostenpflichtigen Sonderzertifikat, das die Identität des Onlinestudenten durch einige aufwändige Prozeduren noch einmal gesondert überprüft.

Logischerweise ist aber mein Probe-Onlinekurs zu Archäologie nicht unbedingt eine Weiterbildung für mich, sondern eher eben eine Unterhaltungssendung. Also habe ich zur Unterstützung meiner tatsächlichen Schwachstellen noch einige andere Dinge ausgewählt:

1) “Maps & the Geospatial Revolution“, ein Kurs zu GIS. Da ich bislang sehr wenig mit Karten und Vermessung gearbeitet habe, bzw. das meistens delegiere, ist es jetzt an der Zeit, eine ordentliche Einführung zum Thema GIS zu belegen um dann vielleicht in einer Echt-Weiterbildung dort anzuknüpfen.

2) “Free Speech”, um auf Kongressen etc. noch besser auftreten zu können und meine Funde besser zu präsentieren. Und , eine echte Herausforderung:
3) “R-Statistics”, um endlich einen großen Schwachpunkt auszubessern: Umgang mit Statistik. Hier wird es um einen ersten Zugang zum Arbeiten und Programmieren von R-Statistiken gehen. Ich bin sicher, dass mich das an diverse Grenzen bringen wird, denke aber auch dass ein Kurs viel bringen kann.

Generell sind gerade Kurse zu Statistik, Vermessung und neuen Medien sehr stark vertreten, sodass man dort Wissenslücken schließen kann. Ganz sicher werde ich also Onlinekurse weiterhin nutzen, gerade als Einführung oder Auffrischung von Kenntnissen. Neben einem Vollzeitjob und der fast fehlenden Möglichkeit, meine archäologische Arbeit weiterzuführen und zu verbessern, ist eine Onlineressource eine echte Alternative.

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I stumbled upon Coursera some months ago as I was looking for possibilities to get further education. As my vacations are limited and my work in a non-archaeological setting is colliding constantly with my ongoing archaeological investigation and publication, an online MOOC seemd to be a good possibility for advanced education, especially in combination with “real world” courses and workshops.

Coursera offers free online courses (MOOC) about a wide variety of themes and to take the chance and try it, I inscribed. Among other things, I suscribed to “Archaeology’s dirty little secrets”, given by Prof. Sue Alcock from Brown University, USA (at the Website of the Joukowsky-Institutes you will even find a link to the Joukowsky-Journal, which has dedicated its front story to the course of Prof. Alcock). My idea was to take a course about archaeology so that as an archaeologist would be able to glimpse an idea about a theme that I am knowledgable about and in that way to get an idea about the level that Coursera courses tend to have. Moreover, I have been interested for years in the presentation of “being an archaeologist” and the titel of the course left nothing to want: secrets, dirt, archaeologists. What more can you want – its so perfectly cliché! Clichés that Prof. Alcock gets done with in the very first class and begins in her very own lifely style to deliver “archaeology for everyone”.

Starting with context, going to datation and on to the big controversial themes of “Who owns the past“, we will cover all facettes of archaeological work. in the last 5 weeks over 37.000 students have been participating with a lot of emotion in basic themes like chronology, non invasive investigation and a lot of other things. The forums, that belong to every coursera course, cover even more areas of archaeological investigation and ethics, not only about technical course questions. Instead its about: how to make a good exposition in a museum? Who has the right to archaeological finds? Waht about tourism? What about social archaeology? There is a lot of discussion going on!
The practical assignments every week give the students the possibility to try things on their own, like the akkadian writing you see in the photo, but also about 3 D modelling or finding sites with google earth. And its more, because it gives also the opportunity to think and investigate about themes that I always wanted to know something more about. Archaeology and art? Archaeology and fakes? Its really interesting and entertaining and I am looking forward to the weeks to come.

After five weeks of lectures I have to say that this is a wonderful possibility to broad your scope of knowledge and to investigate new fields of learning. Much depends on how a class is being offered and there is everything between a course in which someone reading statically a text from a teleprompter up to such detailed and rich courses like “Archaeology´s dirty little secrets“. Every lecturer develops his/her own style of presentation, having between 60 and 90 minutes of video lectures every week. Aditionally, there will be a weekly quiz to take and additional reading and assignments. Obviously you don’t HAVE to do these, at least if you don´t want to get a final certificate but are after knowledge in general. Right now I am inscribed into three courses which means a workload of about 5-6 hours per week. And this is something that you can do even with a full time job and a family and child. Most courses offer a final certificate, some even offer a special “signature track” certificate which will cost something because there will be extra research being done on your actual identity.

Obviously, a course on archaeology is not really something which will expand my actual knowledge, but is something more “entertaining” in my case. Entertaining and inspiring. Very inspiring. But to cover some of my real professional weakneses I have inscribed into other courses:
1) “Maps & geospatial revolution“, a course about GIS. I have never worked with maps or just in a very limited way, I could always delegate this work about maps. So now its time to get a real introduction to GIS and to build the bases on which to take a real life educational course.

2) Free Speech, so I will be able to communicate my results and aims even better then now. Congresses, workshops and intercultural communication are always coming up in my job so formulating my ideas consequently and persuavivly is of uttermost importance. And, as a real challenge, there is
3) “R- statistics”. I have a real weakness when it comes to statistics and I have to admit that it is absolutely necessary to get better in this. So there will be an introduction into statistics, even some programming and working. This will surely be something which will get me to my limits but I am eager to have a try. At least one.

So generally, at Coursera there are several opportunities to get on with archaeological learning. Surely, there is much about statistics and GIS, but also about new media and soft skills. In the end, I think I will be using online courses to fill in gaps of knowledge, put a basis on relevant themes or to refresh memories. With a full time job and a family this is a very fascinating opportunity to get on with my archaeological work, to learn more in my free time and to better my skills. For me it´s a real alternative!

If you like: check out what Lois Elden thinks about Archaeology´s Dirty Little Secrets at her blog!