Sprache der Dinge – Language of Things

Materialität, Realität und Konfliktivität in Museologie, Archäologie und anderen dinglichen Wissenschaften / Materiality, reality and conflictivity in museology, archaeology and other material sciences


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“Alltag Einheit” im Deutschen Historischen Museum Berlin / “Unification” at the German Historical Museum Berlin

Direkt nach der Eröffnung war ich da: “Alltag Einheit”, die neue Sonderausstellung im Deutschen Historischen Museum Berlin. Es dürfte ja mittlerweile bekannt sein, dass mich Ausstellungen dieses Themas fast magisch anziehen (etwa hier zur “Bösen DDR”, hier zum “Alltag DDR” oder hier zum “Museum im Getränkemarkt”!): ich bin einfach gespannt, wie ein Teil meiner Geschichte ins Museum kommt. Und ich versuche wirklich, objektiv in der Beschreibung zu bleiben – aber es funktioniert nicht immer. “Alltag Einheit” – ist das der Gegenpart zu Alltag DDR” in der Kulturbrauerei? Die Ausstellungsdesign lässt es fast vermuten, eine konkrete Korrelation oder Information hierzu fand ich aber nicht.

Zuallererst: In der Sonderaustellung darf man keine Fotos machen. So was mag ich ja gar nicht. Warum soll ich im Museum keine Fotos machen? Ist das Ausstellungsdesign urheberrechtlich geschützt? Nein, wie das DHM mir über Twitter antwortet (@DHMBerlin), sind die Leihgaben der Grund hierfür. Diese dürfen auch Rechtsgründen (?) nicht fotografiert werden. Gerade bei dieser Ausstellung besonders schade, denn sie war dermaßen auf Mitmachen und Selbst Erleben gepolt, dass Fotos machen und mit den Objekten und Installationen interagieren nur logisch gewesen wäre. Sogar eine Fotochallenge gibt es, bei der man Fotos von der “eigenen” Einheits-Erfahrung auf Twitter mit nem speziellen Hashtag posten kann (#meineeinheit mit @DHMBerlin).

Nun aber zur Ausstellung selbst! Generell: hier wird es wirr. Nämlich sowohl in der Ausstellung, in der ich keinen klaren Rundgang fand,  sondern viele, miteinander verbundene und dann wieder abgegrenzte Areale zu verschiedenen Themenbereichen, was zum Konzept gehörte. Aber auch in der Werbung für diese Ausstellung. Diese hat nämlich folgendes, erklärtes Ziel laut der Homepage des DHM: sie “thematisiert den Alltag der Vereinigung und die Erfahrungen der Menschen sowie den in seiner Dimension historisch einmaligen Wandel des gesamten politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Gefüges der Gesellschaft in der früheren DDR ebenso wie die damit einhergehende Veränderung der alten Bundesrepublik.”. Großes Thema und: die Ausstellung will also Ost und West einbeziehen. Deshalb ja auch “Alltag Einheit“. De fakto ist es aber so, dass sie zwar sehr viele Aspekte und unterschiedliche Sichtweisen der Einheit abdeckt (und dies wird durch den Ausstellungsaufbau absolut fantastisch/plastisch umgesetzt) – diese aber eigentlich ausschließlich aus Sicht der Ostdeutschen. Ich konnte jetzt nicht wirklich Bereiche finden, in denen die westdeutschen Erfahrungen tatsächlich dargestellt worden wären – außer in den Informationstafeln, auf denen häufig auch über westdeutsche Erfahrungen mit der Einheit zu lesen war. In den Objekten und Installationen fand ich aber eigentlich – fast nichts. Ich fragte mich, ob die Einheitserfahrung für Westdeutsche wohl weniger einschneidend war? Und deshalb weniger ausstellbar?

Dafür durfte ich ganz viele Dinge selber machen. Zum Beispiel mein persönliches “Einheits”-Wort aufschreiben oder aufsprechen. Ich durfte in kopierten Akten blättern und mir Filme angucken. Ich durfte interaktiv Informationen zu besetzten Häusern im Berlin der frühen 1990er Jahre anschauen. Ich konnte Musik hören. Man konnte und sollte also eine große Menge mitmachen, und ich weiß nicht, wie sich das Ganze für jemanden anfühlt, der nicht direkt in Berlin lebte, in den 1990er Jahren. Für mich war es eher wie ein persönliches “Berlin 1995”-Revival. Denn die Objekte, die Fotos, die ausgewählten Themenbereiche beziehen sich zu einem Großteil auf Berlin und Umgebung. Wie war denn die Einheit in, sagen wir mal, Groß-Kleinkleckersdorf West und Groß-Kleinkleckersdorf Ost? Änderte sich da etwas? Was? Hierzu gibts nur wenige Informationen wie etwa die Auszüge der spektakulären Fotoreihe mit Aufnahmen von – allerdings wiederum aus dem Osten stammenden –  Menschen im Jahr 1990, 1995 (?) und nochmal zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Fotos sind übrigens generell eine große Sache. Fotos der Einheit, der Menschen, der Veränderungen. Die oben angesprochene Foto-Challenge. Dafür aber: weniger Objekte. Ganz viel läuft hier über Abbildungen, vielleicht auch weil die Veränderungen im Gefüge der Gesellschaft sich häufig einfacher über Fotos als über Objekte abbilden lassen? Absolut faszinierende Themen wie “unterschiedliche Alltagskulturen” (Zitat einer Texttafel) und Unterschiede im Denken und Handeln werden nur sehr sehr kurz und schemenhaft in den längeren Texttafeln angesprochen. Dabei ist es doch gerade das, was diese Zeit charakterisiert. Hier prallen Welten, Denkwelten, aufeinander. Das ist kaum Thema.

Im Großen und Ganzen ist der riesige Umbruch der Wendezeit also nur sehr flach abbildbar. Fotos transportieren hier viele der damals vorherrschenden Emotionen, aber das ganze Ausmaß ist eigentlich in einer Ausstellung kaum darstellbar. Es ist eine Ausstellung, wie gemacht für einen ersten Eindruck. Das große Mitmach-Potenzial und die vielen kleinen Themenbereiche bieten sich dafür an, eine Idee davon zu erhalten, wie es gewesen sein könnte. Aber viele der großen Themen sind außen vor, der Fokus liegt auf dem, was halbwegs “anfassbar”, erfassbar ist.

 UNification - Alltag Einheit DHM BerlinDas einzige Photo, bevor die Museumwärterin mahnte….Installation zu “Meinem persönlichen Einheits-Wort”. Ohne Leihgaben im Bild!

ENGLISH VERSION

Directly after the opening I decided to go and have a look at it: the new Special Exhibition at the German Historical Museum: “Unification. German Society in Transition“. It may be common knowledge by now that I am interested in these topics and that there were a lot of expositions visited so far (read about it here: “Good GDR – Bad GDR”, “Everyday Life at the GDR”, “Museum at the Cornershop”). I am curious how a part of my own past is being displayed in museums. And I really try to be an objective observer. I really do try! But I don´t always succeed. “Unification” (“Everyday Life during the Unification” as its German title traduces literally) – is this the counterpart to “Everyday Life in the GDR”, the exposition visited in Berlin some time ago? The exposition design and the title made me wonder about it, but I couldn´t find any precise information about it.

And, in the first place: you can´t take photos in this exposition of the German Historical Museum. I don´t like that… why shouldn´t I take photos? Is there a copyright to the exhibition design? As the Museum let me know via Twitter (@DHMBerlin)n this is due to the fact that the exposition uses lenders for many objects. Unfortunate for this exposition, because it was particularly focussed on participation and experiencing. So interacting with objects and istallations by taking photos would have been logical – for me, at least. There is even a “Photo challenge” associated with the exposition where you may twitter your own special unification photo unter der the hashtag #meineeinheit.

But now to the exposition itself. Generally speaking: its getting a little bit confused. In the exposition where I couldn´t find any clear way to wander around but many interconnected and separated areas on different topics, which makes sense regardin the obejctive of the exhibition – as well as in the marketing of the exposition. The marketing claims the following goal: “Everyday life in the union and the experiences of the people are the focus of the exhibition “Unification. German society in transition”. It deals with the transformation, historically unique in its dimension, of the entire political, economic, social and cultural structure of society in the former GDR as well as the concomitant changes in the old Federal Republic.” Ok, so the goal is to show both Germanies, East and West. That´s why it´s called “German Society in Transition” and not “GDR Society in Transition”. But actually, although many aspects of the life during the unification process are being covered, these are mainly focussing on East German perspectives.  I wasn´t able to find areas that focussed concretely on West german perspectives on Unification, apart maybe from some comments and explanations in the information tables. But in the actual objects or installations I found – almost nothing. I wonder if the experience of unification was maybe less important to West germans? Or less “apt” for an exhibition?

But on the other hand I was allowed to do a lot of things on my own. Writing down my “personal unification word”, for example. I could scroll through copies of official documents and watch movies and documentaries. I could interact virtually with informations on squatted houses in East Berlin in the early 1990ies. I could listen to music… in the end, you could participate and interact with a lot of things in this exposition and I don´t know how this feels for somebody who didn´t live in Berlin at this specific time, say between 1990 and 1996. For me, personally, this was like a “Berlin 1995 revival”. Because the objects, most of them photos and the selected topics focussed mainly on Berlin and the surrounding areas. How was the Unification experienced in, lets say, in some small village in East and West? Were there changes? And what? There are very few informations on this – including the absolutely spectactular photograhy series of (again: East) German people visited in 1990, 1995 and the beginning of the new century.

Photos are definitely the big thing ath this exposition. Photos of the Unification, of the People, of the changes. And the above mentioned photo challenge. But few objects, comparatively. Is this because changes can be made more “experiencable” therough phpotos, transporting emotions than through “mere” objects? Many of the topics, fascinating as they are, are only addressed in the information tables. Topics like “different cultures of everyday life”, differences in perepction and acting as they developed over a 40 year span living in different political systems and societies are totally fascinating and were mentioned in the information text. But – they were not really visible in the objects or instalaltions. And this is just what characterizes this fascinating time of changes: Universes of Thoughts collide, East and West germans realized how different their mutual perceptions of objects, words, events, were. It differentiated them and let to a development of a new cultural identity, mostly still influenced by the former German states. That´s not a topic in the exhibition, though.

Generally speaking, the huge changes of the time of Unification can only be made visible in a small way. Photos transport many emotions that were prevalescent in 1989-1990 but the whole amount of change, emotions, personal and social developments is impoosible to represent at an exhibition. Or so it seems visiting this specific exposition. Its an exhibition that is great to get an idea of how things were, at that time. The big potential of participation and the many small areas and subjects are clearly apt to give you an overview of the huge changes that were happening during these 1-2 years. But the big issues are left out, the focus lies on the things that can be presented in a “museum way”.

 

 

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70 Jahre Kriegsende: Berlin integriert 1945 ins Heute. / 70 years after the end of WWII: Berlin integrates 1945 into today.

70 Jahre Kriegsende sprachederdingeblog

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In den letzten Tagen (seit dem 21. April) tauchten sie auf: Stellwände, riesig an prominenten, touristisch überlaufenen Stellen Berlins: vor dem Brandenburger Tor, am Potsdamer Platz. Und auch woanders. Und dann noch als Plakat in der U-Bahn und wo man sonst so eben vorbeikommt. Ganz in Übereinstimmung mit vielen anderen Gelegenheiten, zu denen Berlin seine Geschichte sehr prominent in den Alltag integriert (etwa hier oder hier beschrieben), sind auch diese Open-Air-Ausstellungen eine Möglichkeit, sich mit der Geschichte der eigenen oder der besuchten Stadt auseinanderzusetzen.

Großformatig zeigen die Macher der Erinnerungsaktion zum 70. Jahrestag des Kriegsendes am 8.5.2015 Bilder eben dieser Plätze im Mai 1945. Steht man direkt davor, ist es ein Zeitfenster – denn drumherum steht das, was da eben heute so steht: Restauriertes, neu Gebautes. Man schaut genauso in die Vergangenheit wie jemand, der im Mai 1945 an eben dieser Stelle vorbeigekommen wäre. Sieht man die großformatigen Plakate etwa in der U-Bahn setzt der Effekt ein, den ich bereits in “Geschichte allerorten” beschrieben habe: man denkt als Berliner an die Plätze so wie man sie heute kennt und immer wieder besucht.

Wie etwa hier beschrieben wird, ist diese Iniative von verschiedenen berliner Kulturprojekten organisiert, darunter die Berliner Unterwelten, Gedenkorte, Museen, etc. thematisch geordnet an den unterschiedlichen Ausstellungsorten. Die offizielle Internetpräsenz Berlins gibt mehr Auskunft zu den einzelnen Aspekten der Open-Air-Ausstellungen und auch zum intensiven Rahmenprogramm rund um den 8.5., getragen von Lesungen, Festakten, Führungen, Filmreihen und anderem.

Im Großen und Ganzen sind diese öffentlich zugänglichen Erinnerungsmomente eine wunderbare Sache. An einem Festakt nehmen nur sehr wenige Menschen teil, und meist sind es Politiker oder hochrangige Menschen, Zeitzeugen. Das wars dann auch. Geschichte geht uns aber alle an und bezieht sich auch auf uns alle. Wir alle machen Geschichte – deshalb sollte Erinnerung auch etwas sein, das uns allen zugänglich ist. Die Ausstellungs- und Programmreihe Berlins zum Jahrestag des Kriegsendes (in der DDR als “Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus” bekannt) ist ein gutes Beispiel hierfür.

 

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ENGLISH VERSION

In the last days, since the 21st of April, huge movable photo walls have appeared at the most popular places of Berlin: at the Brandenburg Gate, at the Potsdamer Platz and other touristic places. Other, slightly smaller versions of these photo walls can be seen at metro stations and other locations you will pass regularly when living in or visiting Berlin. Accordantly to other opportunities when Berlin integrated its own history into everday life (such as here and here), these open air expositions are a possibility to remember the history of your own city – or the city your visiting.

At huge photo walls the organizators of this commemoration campaign of the end of the Second World War at May 8th 1945 show photos of how these samne places looked like in May 1945. When you are standing right in front of them, its like looking into a window into history: you are seeing what a passer-by in 1945 would have seen when standing at the same place as you, right now. And around you, there´s what today is: new or restorated buildings. If you look at the photos at the metro, you´ll be experiencing the effect that I described in “History at every pace“: as an inhabitant of Berlin you´ll compare inconsciously the places as you know them now with the photo.

As has been written here, the campaign has been organized by different cultural projects of Berlin, memorial places, museums, associations. The photo walls follow a thematically organized order, and the official Berlin website offers more information on the different aspects of these open air expositions and the intensive framework program associated with them at the days right before the 8th of may.

generally speaking, these “open access”-remembrance opportunities are something that I favour very much. At a ceremonial act there are only very few people involved: mainly politicians, contemprary witnesses and the like. And thats it. But History is something concerning all of us and embraces all of us. We all MAKE History – and thats why all of us should have the chance to participate in the remembrance of History. The exhibitions and framework programs evolving around the 70 years of the end of WWII in Berlin are an example of how you can get this right.

70 Jahre Kriegsende sprachederdingeblog

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Ostseegrenzturm Sprache der Dinge Blog


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Der Grenzturm in Kühlungsborn / Baltic Border Tower at Kühlungsborn, Germany.

Ostseegrenzturm Sprache der Dinge Blog

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Als ich an der Ostsee war, besuchte ich zwischendurch auch ein ganz kleines Museum: Den Ostseegrenzturm in Kühlungsborn. Ein Museum das zeigt, dass man auch mit einem winzigen Raum und viel Engagement viele Menschen erreichen, informieren und zum Denken anregen kann.

Der Ostseegrenzturm besteht eigentlich nur aus dem Grenzturm, der noch immer steht, und einem kleinen Raum mit Ausstellungsstücken. Dazu noch eine große Infotafel draußen, die für alle zugänglich ist – fertig ist das Museums”gelände”. Wie man auf der Internetseite sehen kann, besteht das Museum erst seit 2012, der Ausstellungsraum selber wird vom Ostseebad Kühlungsborn finanziert.

Was mich wirklich beeindruckt hat, ist die Unmittelbarkeit des Museums. Der Turm an sich ruft natürlich Interesse wach, aber dass die Informationen gratis per großer Infowand vor dem Turm zur Verfügung gestellt werden, ist großartig. Da der Museumsraum an sich nur zweimal wöchentlich geöffnet ist, bietet die Infowand auch außerhalb der Öffnungszeiten die Möglichkeit zu erfahren was das Anliegen des Museums ist und einigen grundlegende Informationen. Und da waren immer Menschen. Jedesmal wenn ich dort vorbeikam, wurde gelesen, fotografiert, miteinander geredet. Offenbar wildfremde Memschen erzählten sich von ihren Erfahrungen zu DDR-Zeiten oder über ihren Eindruck des Gelesenen. Kommunikation war einfach vorhanden, kam von innen heraus.

Und als ich den Museumsraum selber dann betreten hatte, muss ich sagen: es braucht das Museum fast nicht, die Infowand & der Turm würden auch alleine funktionieren. Der Raum ist relativ klein und in hellblau & weiß gehalten, vor allem gibt es dort viele Objekte zum Anschauen und auch einige Medien, wie Filme, Hörstationen, Bücher. An sich ist er recht schlicht gestaltet und wirft den Besucher so zurück auf die Ausstellungsstücke und die Informationen (die das wiederholen was schon  an der Infotafel draußen steht). Aber es gibt auch eine kleine Sitzmöglichkeit, einige Menschen blieben einfach dort sitzen und vertieften sich in die Informationen. Wer möchte, kann auch draußen den Turm besteigen, was ich jedoch nicht gemacht habe.

Ostseegrenzturm Kühlungsborn sprachederdinge blog

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Aber das sind eigentlich, meiner Meinung nach, eher Dinge die die Grenze begreifbar machen und unseren Wunsch nach direktem Erfahren erfüllen. Viel viel wichtiger uznd großartiger ist es, dass der Verein es mit dem Museum geschafft hat, Menschen zueinander zu bringen. Im Deutschen Historischen Museum oder bei “Alltag in der DDR oder im Einkaufszentrum habe ich fast niemanden von seinen persönlichen DDR-Erfahrungen oder den Eindrücken beim Lesen einer Infotafel reden hören, noch dazu mit Menschen die man gar nicht kennt und die einfach zufällig neben einem stehen.

Großartig!

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ENGLISH VERSION

The Baltic Border Tower at Kühlungsborn is a really small museum right at the shores of the Baltic Sea. I visited there some months ago and was absolutely smitten by what is possible within such a small museum. YOu can reach so many people and make them communicate and engage if you just do it properly!

The Baltic Border Tower consists mainly of the original Border Tower and a small building with an exposition at the side. And, even more important, there is a huge information wall outside the building roght beside the Tower, that gives all the information that may also be seen inside the building: on the history of the Tower, the history of the refugees from the former GDR and how the local population was involved in the escapes and on the other hand in the supervision of every one who tried to get away. So, these three parts are the museum area in itself and as you may see on the internet site it has been about for only 3 years, since 2012. The building itself is financed by the community of Kühlungsborn, the Tower and the information wall is curated and maintained by the association that founded the museum.

What impressed me most was the immediacy of the museum. Of course, the Tower stirs interest but its really the information wall beside it that is really great. As the museum building is only open twice a week, it works as an opportunity to get information on the museum, the Tower and the story of this partcilar area of the German-German border from 1961 – 1989. And: it is used by a lot of people who see the Tower and want to know what it is. There were always people reading the informations, showing each other photos and talking about the facts mentioned. They took photos of themselves, talked to one another and even complete stranger took to telling each other their experiences during the GDR or about their impressions from reading the stories about spectacular escapes from the GDR or the permanent supervision of everyday life along the former GDR border. Communication was in the air, it came from the people, almost everyone was keen to particpate and communicate.

When I entered the museum it became clear that it is almost not necesarry to have this building apart form the Tower and the wall. The room is realtively small, done in white and clear blue and it contains mainly a lot of objects to touch and see and get an impression of the surveillance of the border and the escape devices used by the refugees. It is done very simply and concentrates on the objects, offering the same information as can be got at the wall outside. But there are also places to sit, have a quiet look and read. If you like you may also climb the Tower – which I didn´t. The obejcts at the exposition are mainly there te get a hands-on experience of border surveillance, they fulfill our wish to have real objects related to the histories told at the information wall. But what is much more important is that the association succeeded in bringing people to talk to each other, to share histories and impressions. I didn´t see any like that at the German Historical Museum in Berlin, the biggest museum on German History in Germany. Or at “Everyday life at the GDR“. To talk to people you don´t even know? Share your personal ideas and impressions just because you read some text on an information wall? It´s well done if you succeed like that as an organization dedicated to German history.

Great!

 


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Mini-Museum oder Die Vergangenheit im Getränkemarkt./ Mini-Museum or: History at the Corner Shop

Wann ist ein Museum eigentlich ein Museum? Wenn es mehrere Räume hat? Oder viele Besucher? Oder dauerhaft in der sozialen Gemeinschaft verankert ist? Die ICOM sagt ja: “Ein Museum ist eine gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zum Zwecke des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt.“ (ICOM 2006). Ein Ausstellunghaus hingegen: Haus, das im Wesentlichen auf eine eigene Sammlung verzichtet, aber auch keine Verkaufsausstellungen veranstaltet.” Gedenkstätten? Und was ist mit Folgendem:

Im berliner Stadtteil Friedrichshain gibt es ein “Museum”, dass eigentlich nur aus drei Billy-Regalen besteht und das mitten im Getränkemarkt aufgebaut ist. Dort steht es seit Jahr und Tag und jeder Besucher/Käufer kommt dran vorbei. Viele bleiben stehen, schauen, fragen etwas zu den Objekten. Friedrichshain liegt im Osten der Stadt, also im ehemals sozialistischen Gebiet der DDR. Und der Besitzer des Getränkemarktes hat hier Objekte ausgestellt, die nur ein einziges Merkmal eint: sie alle stammen aus der DDR und gehören zur Alltags-Welt dieses vergangenen Staates. Von der Brause (aka Limonade) bis zum Radio ist einiges vertreten und auf Nachfrage erzählte er mir, das alles hätten ihm Kunden vorbeibracht, die Ausstellung ist also im Wachsen begriffen. Warum aber stellt er das hier alles aus? Was ist der Zweck davon und was die Motivation, das alles abzustauben und zu erweitern? Der Besitzer sagte einfach nur: “Wir hatten die Sachen zuhause und denn ham die Kunden da immer ooch ma wat mitjebracht! Und nu steht dit ehm hier!”.

Kleine Museen, wie etwas die Heimatstube in Raddusch, oder eben die drei Billy-Regale im Getränkemarkt gehören ganz sicher zu den “Wilden Museen” *. Ein Museum der Kleinen Leute. Hier steht das Objekt nur für sich, es wird nicht abgegrenzt, es ist kein Bild, Symbol für irgendetwas (Janelli 2012: 28). Nein, es soll uns einfach nur erinnern an etwas das war. Das so nicht mehr existiert, aber in uns noch weiterlebt. Ganz ohne Beschriftung und Erklärung sprechen hier die Dinge für sich selbst. für manche als Erinnerungs-Jogging, für andere als exotisches Ding aus vergangenen Zeiten ohne jegliche Verbindung zu einem selbst. Hier kommen Menschen ins Gespräch – darüber was das für Dinge sind, wofür sie benutzt wurden. Sie erzählen einander davon, wie schwer es war diese Dinge zu bekommen in der sozialistischen Planwirtschaft.

Es ist eine sehr lebendige Sache, so ein Minimuseum im Getränkemarkt. Und es ist nicht so konsumbasiert wie andere Ausstellungen in Einkaufszentren, und auch nicht effektheischend. Es ist eher eine Erinnerung und ein Gesprächsgrund. Lebendige Geschichte – für den, der sich darauf einlassen will.

*A. Janelli, 2012. Wilde Museen. Zur Museologie des Amateurmuseums. Transcript Verlag.

Museum im Getränkemarkt - Sprache der Dinge Blog

Museum im Getränkemarkt – Sprache der Dinge Blog

Foto 3 Foto 2ENGLISH VERSION

When is a Museum a Museum? Is there a minimum size? Or a minimum amount of visitors? Or does it have to be permanently linked to its surrounding society? The ICOM says: “A museum is a non-profit, permanent institution in the service of society and its development, open to the public, which acquires, conserves, researches, communicates and exhibits the tangible and intangible heritage of humanity and its environment for the purposes of education, study and enjoyment.” (ICOM 2007). What about “exhibition buildings” that don’t have their own collections but exhibit? And what about memorial places – “A memorial is a structure built in order to remind people of a famous person or event.”? And what about the following:

In the Berlin neighborhood of Friedrichshain, there’s a museum that consists mainly of three shelves that are placed directly in a small super market. It has been there for some years and every day visitors / clients come along and have a look at it while buying drinks and alcohol. Many of them stop for a minute and start chatting about the things at display, talking to each other, asking the proprietor about his collection or just remembering events related to these objects in their own lives. Friedrichshain is located at the Eastern part of Berlin and belonged to the former socialist GDR. And the proprietor has on display objects from GDR-times. They all belonged to the everyday life of this lost state: starting with lemonade bottles and up to radios there’s almost everything on display and when I asked him how the things got here and if they belonged to him, he told me that clients had started to bring these things over and are still doing it. The collection is growing. But why does he exhibit these objects? What´s his motivation? Where does the energy to preserve these things come from, to look after them and have them cleaned all the time? The only answer I got was: “Well, we had these things at home, then we put them here, the clients started to bring other things around and now they are just here!”.

Small museums, as the typical local museum consisting of one or two small rooms crammed with objects collected by a mostly private person, or these three shelves at the supermarket belong surely to what is called “Wild Museums” or “amateur museums”. Its ” a museum for ordinary people”*. Here, the object represents itself, its not a symbol or a an image of something. It just is itself, reminding us of personal events or memories. Reminding us of something that doesn’t exist anymore – without any explanation the objects speak for themselves, raise questions or curiosity. It´s like memorizing for some people or being an exotic object for others. People get to talk to each other contemplating the objects, because these represent so many different, personal ideas. At the supermarket, people talk about how difficult it was to buy these objects in socialist times, relating very personal stories to strangers. Others wonder about the design or function. Anyway, they make people talk.

It’s a very animated thing, this little museum at the supermarket. And its not centered on consuming things, like the exhibitions in shopping malls and it doesn’t want to get your attention no matter what. Its just living history and living memory. For anybody who likes to join.

*A. Janelli, 2012. Wilde Museen. Zur Museologie des Amateurmuseums. Transcript Verlag.


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Der Teufel ist unter uns? Ausstellungen in Einkaufszentren / OMG!!!! Exhibitions in Shopping malls.

Exhibition at shopping malls: "25 years of the Fall of the Berlin Wall", Potsdamer Platz Arkaden

Exhibition at shopping malls: “25 years of the Fall of the Berlin Wall”, Potsdamer Platz Arkaden

Wenn man manchen Museums- und Vermittlungsmitarbeitern so zuhört, könnte man glauben, einen Teufel gäbe es wirklich. Er ist so böse, dass manche Mitarbeiter sogar an Kündigung denken, wenn er auftaucht, damit sie nicht in Kontakt mit ihm kommen. Der Teufel heißt: Ausstellungen in Einkaufszentren. Natürlich gibts es auch andere Museumsmitarbeiter, die das Ganze etwas differenzierter sehen, aber die Einstellung, dass eine Ausstellung in einem Einkaufszentrum eine fiese Sache sei – die ist mir trotzdem schon öfter begegnet. Und ich frage mich: warum eigentlich?

Viele Menschen, die ich damit habe umgehen sehen, rümpfen (heimlich oder ganz offen) die Nase über diese Ausstellungen zu allen möglichen Themen in Shoppingmalls in aller Welt. Meist geht es um die negative Besetzung von Konsum & Konsumismus, die als entgegengesetzt der Hochkultur (aka: Museum) verstanden wird. Ich selbst habe von thematisch völlig vom Shoppingcenter losgelösten Ausstellungen über die Europäische Raumfahrtbehörde (ESA)  und Ausstellungen über Trekking-Erfahrungen im Outdoor-Laden schon einiges gesehen. Und das Internet sagt mir, dass auch ganze Kunstausstellungen zum Teil in Shoppingcenter verlagert werden, vor allem im asiatischen Raum.

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Nachbarschafts-Einbindung ist momentan ja eine große Sache. Seit das Thema der Partizipation nach Deutschland geschwappt ist und seitdem Kultur zeitgleich immer weniger finanziert wird, ist das Thema nicht mehr nur eine  Nische für engagierte Menschen, die finden dass Kultur für alle dasein sollte und in die breite Masse kommen sollte. Sondern das Thema “Nachbarschaft”, “Kiez”, u.a. werden als Marketing-Tool genutzt, das größere Besucherzahlen bringen soll; Interesse für die eigene Sache, am Ende also: mehr Geld. Allerdings ist es eine Sache, sich so etwas auf die Fahnen zu schreiben, ein andere ist es nämlich das Ganze auch umzusetzen. Ein Beispiel aus der zeitgenössischen Musik-Szene: das Konzerthausorchester Berlin hat groß angekündigt: Kiezkonzerte! zu machen. Diese finden jedoch, wie sich nach der großen Plakataktion zeigte, nicht etwas tatsächlich in den ablegenen Orten der Kieze der Hauptstadt statt, sondern eher in sehr eleganten, extrem sorgfältig und kulturell gepflegten Orten wie dem BodeMuseum, dem meCollectorsRoom und anderen Spielstätten. Da fragt man sich dann doch, was das “kiezige”, urtümliche, volksnahe daran sein soll, was ja durch das Wort “Kiezkonzert” nahegelegt wurde.

Ähnlich also im Ausstellungsbetrieb. Seitdem es en vogue ist, das Publikum in Ausstellungen stärker einzubinden, sie auf vielfältige Form anders konsumieren und in geringerem Masse auch partizipieren zu lassen, seitdem scheinen sich auch Ausstellungen an anderen Orten als dem klassischen Museum stärker durchzusetzen. Zum großen Teil werden diese Ausstellungen dafür veranstaltet, eine bestimmte Institution dem Publikum auf leichte Art vorzustellen und näherzubringen. Sei es die ESA, wie oben erwähnt, die in den berliner Potsdamer Platz Arkaden aufbaute, oder eben eine Fotoausstellung in der Philharmonie zum Thema “Gustav Mahler” – man möchte sich präsentieren. Und da eine Ausstellung in der Philharmonie immer nur die antrifft, die diesen Hort der Hochkultur sowieso schon betreten haben, bieten sich Einkaufszentren doch an um wirklich eine breite Masse im eher entspannten (?) Wochenend-Shopping anzusprechen.

Wiederum in den Potsdamer Platz-Arkaden im Zentrum Berlins lief im Oktober 2014 eine Ausstellung zum Thema 25 Jahre Mauerfall, die auf wunderbare Weise einmal aufzeigt was da alles so drinsteckt.

1. Bleib bekannt! Hier wählte man ein Thema, das in Berlin sowieso überall aufkommt UND das zudem am Potsdamer Platz auch noch wegen des Geistes de Ortes geographisch nahe liegt: die Berliner Mauer verlief nur ungefähr 100 Meter von den Arkaden entfernt. Außerdem bietet es sich zusätzlich noch wegen des Jubiläums des Mauerfalls an. Mehr geht eigentlich nicht!

2. Sei PLASTISCH! Vom Trabbi bis zum Mauersegment, vom Stacheldraht bis zum Kostüm von Udo Lindenberg (Ich sage nur: “Sonderzug nach Pankow“) war alles original da. Womit wir auch schon beim zweiten Punkt wären:

3. Sponsoren! Hier sponsort das ebenfalls am Potsdamer Platz gelegene Musical-Theater die Ausstellung mit, weil sie nämlich seit Jahr & Tag das Musical “Hinterm Horizont” spielen, passenderweise mit Musik von Udo Lindenberg & dem Thema “Deutsche Teilung”. Passt also! Und die dezenten Hinweisschildchen neben den Vitrinen á la: “Hier entlang zum Musical-Theater” fallen auch nur minimal auf. Zum Thema Udo Lindenberg & Sonderzug nach Pankow hab ich hier schon mal was gesagt, meine Meinung über diesen angeblichen”Song der Revolution von 1989″ hat sich nicht geändert. Deshalb hier nochmal gerne der Link zu einem Video der DDR-Band Sandow: “Born in GDR”.

4. Bleib einfach! Die Texte in der Ausstellung sind kurz. Und: die Sätze sind SUPER kurz. Hauptsätze. Hauptsätze. Hauptsätze. Möglichst nicht über 8 Wörter. Selbstverständlich in Deutsch & Englisch, das Publikum, das hier einkauft ist international.

5. Wiedererkennungswert! Man setzt auf Altbekanntes und erzählt dann “Die Geschichte dahinter“. Beispiel etwa: die Geschichte des berühmten Fotos des Soldaten, der über den Stacheldraht springt, ikonenhaft in ganz Berlin immer wieder genutzt, um “Die Deutsche Teilung” zu illustrieren.

6. Keine Aufreger! Der Aufbau folgte schön dem chronologischen Aufbau, also 1961 – 1989. Und die Texte, Fotos, etc. boten jetzt auch nix Bahnbrechendes, sondern eher das was man sowieso in den Medien kennt. Erfreulicherweise wurde aber tendenziöse Dinge (siehe die Besprechung der Erinnerungsstelen in Berlin!) unterbleiben. Danke dafür!

Prinzipiell finden sich hier also relativ viele Dinge vereint, die für diese Ausstellungen typisch sind: Wiedererkennungswert, populäres Thema. Einfach verständliche Darstellung & Betextung. Alles in allem finde ich, dass Ausstellungen in Shopping Centren generell eine nette Art sind, Dingem, Themen, Institutionen, anzureißen. Warum nicht? Es macht Lust auf mehr, für mich jedenfalls. Den anderen Besucher interessiert vielleicht einfach die unterhaltsame Art der Darstellung. Natürlich reden wir hier nicht von den großen, komplexen Themen. Andererseits habe ich das Gefühl dass die auch in großen etablierten Museen häufig nicht unbedingt auf der Agenda stehen. Also: Warum dann nicht eben doch eine Ausstellung im Shopping-Zentrum?! Es ist ein Anfang, sich selber nach draußen zu begeben um Menschen zu begeben, die sonst nämlich nicht ins Museum kommen! Und zwar nicht, indem man in eher elitären Orten eines Kiezes auftritt sondern eben wirklich da, wo die Leute hingehen.

Übrigens ein interessanter kurzer Text zum Weiterlesen:

Heumann, E., 2007: The Potential of Museum Learning – The Essential Museum. In Lord, B. (Hrsg): The Manual of Museum Learning. Altamira Press.

Und, zum Thema “Welche Besucher kommen denn so in ein Museum & warum?”: 

Graf, B. & Noschka-Roos, A., 2009. Stichwort: Lernen im Museum. Oder: eine Kamerafahrt mit der Besucherforschung. ZfE 12: 7-27.

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ENGLISH VERSION

When you are listening to some people working in the museum and education sphere, there seems to be a devil among us. He is so evil that some people even consider to resign so that they won´t get in contact with him. The devil is called: Exhibitions in shopping malls. Of course, there are others that have a more differentiated view on this topic but I’ve met many people now that seem to believe that an exhibition in a shopping mall is something evil. And I have asked myself ever since: why is this?

The people I have asked about this are not content with the connection between museums and shopping malls all over the world. Mostly, this is because of the relationship between consumerism as opposed to the perceived “High Culture” of the museum. Considering my own experience I have seen anything ranging thematically autonomous exhibitions of the ESA (European Space Agency) in a shopping mall up to expositions on outdoor experiences in outdoor- shops with a high level of coincidence between the articles on sale and the exposition. And the internet tells me that whole art exhibitions have been moved to shopping malls, mainly in Asia.

Including a neighborhood-concept in cultural institutions is the new current in Germany, since the term of „participation“ is making deeper impact here. And since culture has been less financed every year. Culture is not anymore only for people engaged in High Culture but it should embrace everybody and encounter the masses on the street (or elsewhere). So “Neighborhood” is a new marketing tool that is being employed to get more visitors, which means heightened interest from the population, and in the end: more money. But its one thing to tell everybody that you´re doing the neighborhood-thing and another to have it actually hit the street. Street Credibility is not so easy to come by! A recent example is the Konzerthausorchester Berlin, which claimed to be going “Into the Neighborhoods” doing concerts there. But when you look up where the concerts actually take place than its at really High Culture-locations (e.g. museums!) and not in the parts of the neighborhoods where high culture never gets. May I question what the neighborhood element is, then? If you’re promising neighborhood than I am expecting neighborhood.

So, the same thing happens in the museums & the exhibitions. Since its en vogue to include the public in the exhibitions, to change the form of exhibition “consumption” and (in a lesser percentage) to have people participate, since this date there seems to be a rise in exhibitions at places that are not museums. In many cases these exhibitions aim at presenting a institution to a broader public – as in the case of ESA or the presentation of a photo exhibition at the Philharmonie Berlin concerning the philharmony and its most famous conductors. But as an exhibition at the philharmonie is public only to the people that already from part of a group that consumes culture in a (presumably) regular basis: why not use shopping malls as a platform to encounter people during their shopping trip on weekends?

As an example, I would like to present an exhibition I have recently seen (may I say „visited“?) at the Potsdamer Platz Arkaden, one of the main shopping malls at Berlin. This exposition, called 25 years of the fall of the Berlin Wallshowed what these exhibitions are about.

  • Be familiar! In my example, the curators chose a topic that is present everywhere at Berlin and additionally its super present at Potsdamer Platz where the Berlin Wall stood, only some meters away from what is now the Shopping Mall. And there was the 25th anniversary of the Fall of the Berlin Wall. So, there’s almost nothing that could be more inviting than this topic.
  • Be Vivid! From the famous Trabbi-car up to the original part of the Wall, from barbed wire to the original costume of Udo Lindenberg (a famous Berlin singer of the 1980ies) – everything was an original. Which leads us to point nr. 3:

 

  • Sponsors! In my example, the musical theater Potsdamer Platz is sponsoring the exhibition. And that’s because they are offering a musical called “Behind the horizon” with music by Udo Lindenberg and the topic of the Berlin Wall. So: it fits! And there are very discreet labels at the exhibition indicating the way to the musical theater in case anybody wants to go to the musical after having seen the exhibition.

 

  • Stay simple! The texts at the Exhibition are short. And the sentences are super short. Main clause. Main clause. Main clause. And no more than 8 words per sentence. Of course, the information is offered in German and English because the shoppers have international backgrounds.

 

  • Recognition Value! Choose something everybody knows and then tell “The Story behind it”. Here it was the famous photo of a young East Berlin soldier jumping the Berlin Wall when it was still nothing more than barbed wire. The photo became an icon of the German separation and is used to illustrate history.

 

  • Don’t disturb anybody! The presentation followed the chronological link of the events from 1961 – 1989. And the texts and photos didn’t offer anything disturbing, new or something to make you think. It was a repetition of the things we already know. What’s positive: there were no tendentious statements, either (as I have described here). Thanks’ a lot!

Generally, the exhibition represents many things that can be considered typical for this genre of expositions: recognition value, popular topics, simple presentation and texts and a lot of original artifacts. So, after all it seems to me that exhibitions in shopping malls are quite successful when it comes to presenting a topic to a general public! Sure, these are no detailed presentations, but it encourages anybody to learn more about something – and some may just be attracted by the easy way of presentation. No, these are not the big, complex topics. But, really, sometimes it seems to me that these are not on the agenda of big museums, either. And if this is the case: then why not do something at the shopping mall? It’s a start, and its something where museums can go outside their buildings to meet people that don’t usually attend museums. And if you want to do this, then you shouldn’t go to the High Culture places of your neighborhood but where the people are!


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Aus aktuellem Anlass….

Heute nur ganz kurz ein Link zu dieser Kurz-Reportage der ZEIT:

Ostdeutsches Manifest zum Mauerfall

Viele der darin enthaltenen Gendankanstöße zum Thema  “Verändern durch Schweigen” und die Veränderung von Vergangheit durch das emblematische Nutzen einiger Dinge, Personen & Objekte, anderer aber nicht – das beschäftigt mich auch immer wieder.


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“Alltag in der DDR”- neu in der Kulturbrauerei Berlin / “Everydaylife at the GDR” – the new exposition at the Kulturbrauerei

Vor einem Monat besuchte ich das DDR-Museum in der Kulturbrauerei. Erstens, weil es mich thematisch interessiert und ich sehen wollte, wie ein Teil meiner persönlichen Vergangenheit hier präsentiert wird, zweitens weil ich bereits vor der Eröffnung dem Blog des Museums gefolgt war, dessen Darstellung mich auch neugierig machte.

Vorweg: das DDR-Museum ist virtuell gut vertreten: es besitzt einen eigenen Blog, der allerdings leider mit der Eröffnung zu enden scheint (hier: TAGEBUCH)! Auf dieser Seite gibts übrigens den Pressetext des Museums selber, der den Auftrag der Ausstellung ziemlich genau versucht zu charakterisieren. Aber die spannende Frage ist ja immer: wie weit klaffen Anspruch & Idee und die Wirklichkeit auseinander? Passt ja irgendwie auch zum Thema “Gelebter Sozialismus“. Noch eins vorweg: Die Ausstellung “Alltag in der DDR” wird getragen von der Stiftung Haus der Geschichte, über dessen “Geschichtsstelen” ich ja bereits berichtet hatte und die ich etwas, nun ja, schwierig fand. Auch in diesem Sinne war ich daher gespannt auf diese neue Ausstellung! Nun muss man ja sagen: Berlin ist und war bereits recht gut bestückt was DDR-Museen etc angeht. Es gibt das DDR-Museum am Berliner Dom, die Gedenkstätte Berliner Mauer im Prenzlauer berg, das Museum am Checkpoint Charlie undsoweiter. Ganz Berlin, so könnte man denken, ist eine einzige Gedenkstätte und viele verschiedene Visionen der Vergangenheit sind verfügbar. Nun also auch “Alltag in der DDR” in der Kulturbrauerei.

Schon beim Eintreten wurde klar, dass hier erstens sehr engagierte Servicekräfte am Werk sind und zweitens ist das ganze Museum wunderbar interaktiv, bietet Überraschungen und unerwartete Informationen “zum Anfassen“. Auf jeden Fall geeignet für Menschen, die Geschichte gern “begreifen” wollen – wörtlich und bildlich! Ich wurde ernsthaft von drei verschiedenen Museumsmitarbeitern gefragt ob ich nicht Interesse an einer Führung hätte, die demnächst stattfände und man fragte mich, ob ich mich wohlfühle. Ich schätze so etwas, weil es zeigt, dass man das Publikum nicht nur verwaltet im Sinne von “NIX ANFASSEN!” sondern auch weitere Informationsangebote machen möchte. Toll!

Die Ausstellung an sich strotzt vor Anschauungsmaterial. Da mir nciht klar war, ob der Rundgang linsherum oder rechtsherum beginnt, bin ich nach rechts gelaufen und begann meine Tour mit dem Alltagsleben in der DDR – also der privaten Seite. Versorgung, Freizeit, Literatur, Bewältigen der Versorgungsengpässe undsoweiter sind die Themen dieser Seite der Ausstellung und alles ist wunderbar mit originalen Exponaten dokumentiert, die die Alltagswelt der DDR sozusagen “wiederauferstehen” lassen sollen. Es gibt einen orginalen Zeitungskiosk, eine begehbare Restaurantecke mit originalen Speisekarten, einen Einkaufswagen etc etc. – Objekte en masse, dazu Repliken, Zitate an den Wänden und Vitrinen und Faksimiles, die Originaldokumente präsentieren und damit einen Blick “aus der Vergangenheit”. Obwohl mir das prinzipiell sehr zusagt, weil es Vergangenheit personalisiert und damit viel erfühlbarer macht, hatte ich doch mit dieser speziellen Form ein-zwei Probleme. Zunächst steht bei vielen Zitaten nicht, von wem und wann die genannten Aussagen gemacht wurden (ein Einwand, den ich später auch im Besucherbuch wiederfand). Zum anderen ist es zwar eine einfühlsame Art der Geschichtspräsentation, aber selbst als Wissenschaftlerin die nur am Rande mit schrifltichen zeitgenössischen Dokumenten arbeitet bin ich mir mehr als bewusst, dass persönliche Aussagen immer durch mehrere Filter gehen um dann am Ende als scheinbar “objektiver” Eindruck eines Geschichtsereignisses auf dem Papier zu stehen. Trotzdem sind all diese Filter, Einflussnahmen und persönlichen Vorlieben und Wünsche ein Grund dafür, dass schriftliche Geschichtszeugnisses eben nicht 1:1 als “Wahrheit” gelten können. Diesen Einwand hätte ich gerne irgendwo gesehen um Menschen, die die Aussagen lesen auch darauf aufmerksam zu machen. Gerade in der DDR (und auch in allen anderen Gesellschaften) spielen Machtverhältnisse eine große Rolle und der Einzelne bemüht sich, in diesem Machtverhältnissen eine bestimmte Rolle einzunehmen oder zu erlangen. In diesem Sinne nutzen wir auch Schriftstücke um uns zu präsentieren und diese, genau diese Kleinigkeit könnte man dem Besucher noch mal vorsichtig nahebringen um Missverständnisse zu vermeiden.

Aus meiner persönlichen Sicht weiß ich noch ziemlich genau wieviele Berichte ich über Ferien und Pioniertreffen und Klassenfahrten schreiben musste. Und sogar als 8-10-Jährige wussten wir genau, was in diesen Berichten stehen sollte – und was nicht. Wenn man also meine Pioniertreffen-Berichte ins Museum stellen würde, wäre ich definitiv ein gut erzogener sozialistischer Jungpionier gewesen. Das war leider nur nicht meine persönliche Geschichte – sondern eben die offizielle, geschrieben Variante.

Was mich jedoch faszinierte, war die Form in der diese Objekte und Aussagen dargeboten werden. So gibt es z.B. immer wieder Momente in denen kleine Klapptürchen erscheinen auf denen Aussagen stehen wie: “Offenes Land – freie Menschen”. Öffnet man die Klappe, findet man einen Ausschnitt einer Dokumentation zum Thema “Demonstrationen”. Überhaupt wird sehr viel mit Film gearbeitet, viele Seh- und Hörstationen bieten die Möglichkeiten, sich längere und kürzere Ausschnitte aus Dokumentationen zu bestimmten Themen anzusehen. Großartig gemacht und wunderbare Auswahl! Ein Manko das mich länger geärgert hat, war allerdings das ständige und wiederholte Untermalen des Ausstellungsrundgangs mit Udo Lindenbergs “Hinterm Horizont immer weiter”. Udo Lindenberg hat sich offensichtlich seit Jahren mit “Sonderzug nach Pankow” und seinem Musical “Hinterm Horizont” den Ruf ergattert, der DDR-kompetente Sänger schlechthin zu sein, aber ich finde es gibt dutzende Lieder aus DDR-Zeiten und von DDR-Gruppen oder -sängern, die man hier hätte nutzen können (hier ein kleiner, gut dokumentierter Ausflug ins DDR-Musikleben bei Wikipedia). Das ist zugegebenermaßen eine etwas persönliche Kritik, aber es hat mich einfach geärgert.

Prinzipiell lebt die Ausstellung jedoch von der Gegenüberstellung der offiziellen Darstellung des Lebens in der DDR und dem tatsächlichen, gefühlten Leben dort. Immer wieder werden hier Objekte und Aussagen gegeneinander gestellt und erzeugen so ein Gefühl dafür, wie Lebenswelt und Anspruch der politischen Führung auseinanderklafften. Wie so oft fehlte mir jedoch eins: die WÜrdigung der Menschen, die sich in der Anfangsphase der DDR tatsächlich dafür eingesetzt haben, eine neue Lebenswelt zu schaffen, ein alternatives, neues System. Ich weiß, dass das eine Idee ist die nicht wirklich populär ist, aber ich finde es eine Abwertung der Menschen die tatsächlich an einen alternativen, sozialistichen Lebensentwurf glaubten. Viele DDR-Bürger waren bis 1989 davon überzeugt, dass es möglich sein müsste eine Alternative zu schaffen, eine lebenswerte Alternative für die es zu kämpfen lohnt. All diese Menschen werden auch in dieser Ausstellung ausgespart, gesprochen wird vom “Ruf nach Freiheit”, nicht vom Wunsch die DDR zu verändern statt sie abzuschaffen. Es ist immer wieder verwunderlich wie es gelingt, diesen Teil der Geschichte auszusparen*. Und schade ist es auch.

*Kleine Anfangslektüre:

Christa Wolf: Reden im Herbst.

Sarah Kirsch: Die Pantherfrau. Fünf Frauen in der DDR.

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ENGLISH VERSION

A month ago I visited the Museum at the Kulturbrauerei, which opened its exposition Everyday life in the GDR. As I am interested in these representations of GDR life for personal reasons, I wanted to see how this part of my personal history was being represented in a museological context. And secondly, I had been following the blog of the exposition which made it possible to follow the installation of the exposition even before its opening. That roused my curiosity, and I decided to visit shortly after.

To be frank: this exposition has a nice online representation, there’s the blog and other information as well. At this page you may find the press release of the exposition which makes clear which ideas are central to the exposition. But as always: there is a gap between idea and reality, and the question is: was this gap bridged? And in which way? Are the ideas of the museum visible to the visitor and have they been translated in the concept of the exposition in a suitable way? The gap between reality and ideal has some relation to the inert conflict of the “real and existing socialism” (if I am allowed to translate broadly one of the most famous phrases of the GDR political elites which in German reads “Real Existierender Sozialismus”, alluding to the idea that the GDR went from the mere IDEA of socialism to its REAL implementation in the life of a whole state).

There’s another thing that I would like to mention before describing my experience in the exposition. This exposition is part of a museum network created by the Foundation Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland” which has been responsible for the “history stela” which have been covered in this blog already and which were, to say it mildly, controversial for me. So that was another point to be curious about this exposition and the representation of GDR life in it.

Now there are plenty of museums and locations that represent GDR history and GDR everyday life in Berlin. There is the DDR Museum at the center of East Berlin, there is the Wall Memorial location, the Museum of Checkpoint Charlie and a lot more. The whole of Berlin, or so it seems, has something to do with socialist history and the divided city between 1961 – 1989. There are many different versions of this history available, and now there is “Everyday life in the GDR”, too.

When I entered the exposition, it was immediately clear that there was a lot of enthusiasm of the people working at the exposition. And moreover, there were a lot of interactive displays, surprises and unexpected information “to get at” (literally!). This exposition is surely something for people who want to experience everyday life and are looking for lively exhibionts, objects to touch, direct witnesses speaking in videos and through letters and notes. I have asked been three times if I wouldn’t like to attend a guided tour to get even more information and if I felt really comfortable at the exposition. I like this kind of attention to visitors because it reflects an attention towards customers that is quite different from the usual “DON’T TOUCH!”, offering more information and help instead.

The exposition itself was full of objects, surrounded by written testimonies and the opportunity to explore documents and objects by yourself. The exposition has been divided roughly in two different parts: private life and public life in the GDR. At the private side you get information about things like vacations, literature, the provision with goods and the problems of acquiring them (from food to TV sets). The public side is characterized by information on work, the integration of almost every citizen in statal organizations, the organization of companies and factories and the like. Everything has been documented with original objects which make it seem that everyday life has become “real life” again. You will be confronted with re-made restaurants, a newspaper kiosk, a shopping cart and so on – there are objects everywhere, complemented by replicas, quotations from contemporary documents and facsimiles. You wander through a lost and gone world of objects, you may pick up a letter from a young boy describing his vacations  in a school work, you look at tables which present facsimiles of original menus from the 80ies, showing clearly the problems of getting different kind of foods.

It is through this very direct approach that the visitor is able to get a glimpse of this version of the past and the use of quotations and facsimiles seems to give the opportunity to “live” this moment again. But – there’s a problem with it, at least in my opinion. The personalization of the past and the possibility to get a personal glimpse of personal experiences of the past through original documents presents some big problems. There is the fact that many quotations come without its source. So you will never know who made these statements, when and under which condition. That’s a critique that I found reflected afterwards in the comments of other visitors in the guest book, too. And, related with this, there is the fact that written documents seem to present the reality of the past, but even as a scientist who works only marginally with written documents, I am aware of the fact that these documents present always only a VERSION of the past, not its reality. There are several filters to a document, due to the personal situation of the person who speaks or writes, the intention of the author and the public at which the document has been directed (or not) and the like. You can´t present these documents as “the reality” – even more so as we are speaking of the GDR, a state that influenced its citizens heavily in order to be on the politically correct side. Relations of power are omnipresent in human society, and even more so in the GDR and all other socialist states. The citizens tried to behave in a way that was socially and politically acceptable and this is demonstrated in our written documents as well – especially when we turn to official documents at school or work.

I would have liked to see information on these problems with written records as these are so widely represented in the exposition. I liked the fact that you can see them, read them, and immerse yourself into them. But I think that it is the responsibility of the museum to make it clear that these documents may NOT represent some ultimate truth on the matter. That there´s a gap between written and personal history. Personally, I know how many accounts of vacations and political relevant demonstrations I have written as a child. And even as children of 8-10 years we knew perfectly well what these records had to contain – and what not. So, if you put one of my records on display in this exposition, it would seem that I was a politically correctly educated child that loved its home country and defended it against capitalism. Well, that was NOT my reality, but my written record of reality.

What I liked about the exposition was the inclusion of a whole lot of interactive elements available to the visitor. Apart from the facsimiles there are videos and audio stations with a beautiful and wide range of documentation(s) to choose from. There are little covers on the walls with phrases like “Free people” – if you open the clack than you are confronted with the reality of GDR life: the oppression of demonstration on part of the statal police.

Finally, something that really got on my nerves was the fact that you hear a song from Udo Lindenberg all the time: „Behind the horizon“. Udo Lindenberg was a singer songwriter from capitalist Germany, famous for some songs that were related to the life on the socialist side of the border. Nevertheless, there are so many socialist (and critical) groups and singers from the GDR itself that I really can´t understand the decision to play this song. That may be a personal critic but after 40 minutes of Udo Lindenberg´s song I was simply annoyed.

Generally, the exposition gets its relevance from the opposition between the official version of GDR life and the private reality. Objects and official statements are confronted with each other, creating a gap between the communicated and the felt reality of everyday life in the GDR. The personal statements serve as another counterpart, creating a juxtaposition between state and private life. This recreates the feeling and life of GDR citzens who lived this gap between politics and private life.

What I missed, and that’s a critique I would like to make to many representations of everyday life at th e GDR, is the neglect of the people who started socialist Germany as a dream, an utopia of a better life after national socialism destroyed so much of Germany. That’s an idea few people like to hear about today and still, that has been a reality in the late 40ies and 50ies and even afterwards. There were always different approaches to the GDR: the state´s approach, the approach of idealistic communists and socialists and than the many other versions of life in the GDR. I know that that these alternatives of creating a “new socialist lifestyle” are not politically correct nowadays and may even seem obsolete, but it seems to me that we should at least be able to present these ideas as part of a past that concerns all of us. There were so many GDR citizens that were convinced that the idea of socialism itself was a positive one – but one that needed basic and structural changes. And that were convinced that it must be possible to change the GDR instead of abolishing this state reunifying it with capitalist Germany. In the exposition this is visible in the focus on the statement “we want freedom” but not on the wish to change the GDR. I am constantly wondering how it is possible to exclude this part of history so permanently… and it’s a pity at the same time. We should be able to present a multi layered history, not a unilateral one.

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