Sprache der Dinge – Language of Things

Materialität, Realität und Konfliktivität in Museologie, Archäologie und anderen dinglichen Wissenschaften / Materiality, reality and conflictivity in museology, archaeology and other material sciences


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Mein liebstes Denkmal: E.T.A. Hoffmann / My favorite monument: writer E.T.A. Hoffmann.

In Berlin gibt es ein Denkmal. Es ist das für mich Schönste, was es gibt. Es ist lebendig. Es ist oft mit Blumen geschmückt. Oder mit anderen Kleinigkeiten. Es ist eine Erinnerung an die Phantasie, den Reichtum von Gedanken. Es ist die Büste E.T.A. Hoffmanns am Gendarmenmarkt. Hier hat er das Wort “Sekt” erfunden, hier war das Haus, aus dem “Des Vetters Eckfenster” auf den Gendarmenmarkt schaute. Nur 10 Minuten von hier ist das Nikolaiviertel, dessen Kirche in seinen Geschichten vorkommt. Aber hier wird er nicht nur mit einer Gedenktafel geehrt, die vermutlich seltsam jemand liest – nein, hier steht die Büste, die an ihn erinnert. Ein Werk der Künstlerin Carin Kreuzberg, dessen Original seit 1976 bereits an der Liebknecht-Brücke in der Nähe des Alexanderplatzes steht.

Sie ist ehrlich gesagt, recht klein. Und sie steht nicht prominent irgendwo auf dem Platz und hat ne Eisenkette drumrum. Nein, sein Denkmal ist auf Brusthöhe unter einem Fliederstrauch. Man kann sich ebenfalls drunterdrucken und ist mitten in der Stadt ein bisschen in einem Garten, für ein paar Momente wenigstens. Egal ob im Frühling, Sommer oder Winter – sein Denkmal ist immer draußen, in der Natur. So wie seine Helden, wie etwa im “Fremden Kind”.

Ein lebendiges Denkmal, so wie seine Geschichten. Ein wenig verwunschen und romantisch – so wie seine Geschichten. Schöner kann man nicht erinnert werden, als in den Jahreszeiten unter einem Fliederbusch.

Sprache der dinge E.T.A. Hoffmann

Sprache der dinge E.T.A. Hoffmann

English Version

There is a monument in Berlin, that is my favorite one. Its beautiful, its lively, its always adorned with flowers or other little things people found in the street and put there to remember a famous German romantic writer called E.T.A. Hoffmann. Its a monument to phantasy, to the richness of thought and writing. Its at the Gendarmenmarkt at Berlin, where the writer lived for years, and where some of his stories are located. And he is not being remembered only by a metal plaque (which is been read seldom – if ever – by people passing by) but by a small monument, a copy of the original done by artist Carin Kreuzberg in 1976. Its not prominently located at the Square. Its rather hidden away under a lilac bush, providing  shelter for the breast-high bust of the writer. You may duck under the bush yourself to deposit your flowers into its hands – and you will not be in Berlin, the big city, anymore but lile inside a garden. Its a moment of quiet and garden-ness. No matter the season, its always outside and within Nature – just like the heroes of his writing are.

Its a monument to life, like his stories. Its romantic – like his stories. Its enchanted – like his stories. Its almost hidden – like so many riddles in his writings. You cannot be remembered any more beautiful than by weathering the seasons within a gigantic bush of lilac.

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