Sprache der Dinge – Language of Things

Materialität, Realität und Konfliktivität in Museologie, Archäologie und anderen dinglichen Wissenschaften / Materiality, reality and conflictivity in museology, archaeology and other material sciences


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Update on Language of Things

Well, I have been away, doing a kind of fieldwork in Bolivia (and, as I have been financed, it has to been mentioned that this was due to the Deutsche Altamerika Stiftung). During four weeks, I could tour old sites “of mine”, get another look at the local museum, and reanalyze a lot of sherds.

Although this may seem a bit dry and not very exciting, there is nothing like a good sherd when it comes to getting information! In this case, this was even truer when I had the opportunity to see a lot of sherds from a colleague (www.arqueologiadetarija.jimdo.com ) and realizing that there are absolutely fascinating regional micro-changes in an otherwise totally similar ceramic style. We will have to work on this, but it was absolutely worth the effort, the 22-hour-flight, the trip through a lot of customs at the airports.

And now, back in Berlin, I will attend this blog, too. So stay tuned, there is more to come! Meanwhile, check out the work of my colleague!

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Stipendien suchen & finden: der Stifterverband und die Deutsche Altamerika-Stiftung / Searching for grants: Stifterverband and the Foundation for Ancient America

Die Promotion gedeiht so leise vor sich hin. Aufgrund verschiedener privater und beruflicher Verpflichtungen geht es eher im Tempo von Herrn zu Guttenberg, dessen berühmten Satz: “in mühevollster Kleinarbeit!” ich definitiv in Anspruch nehmen darf. Und im Rahmen dieser Arbeit wurde auch bald klar, dass ein Teil des Keramikmaterials, auf dem die Arbeit hauptsächlich basiert, noch einmal erweitert analysiert werden müsste.

Da ich vier Wochen Urlaub und das Kind Ferien hat, lag es nahe, diese Analyse wiederum am Aufbewahrungsort des Materials in Südamerika durchzuführen. Geht ja auch nicht anders. Da so eine Reise für 2 Personen, Unterkunft, Essen, und auch ein Gehalt für diese Arbeit teuer sind, schaute ich mich nach Stipendien hierfür um. Und fand zunächst das Deutsche Stiftungszentrum, dessen Homepage eine Art “Glocke” bildet, unter der sich viele kleinere Stiftungen vereinigt haben. Ichvermute mal: um Zeit & Kosten zu sparen und so effizienter zu arbeiten. Unter dem Dach des Stifterverbandes befindet sich auch eine kleinere Stiftung, die Altamerika-Stiftung, die sich meinem Orchideenfach, der Altamerikanistik, verschrieben hat. Obwohl ihre Informationen eher spärlich gehalten sind, habe ich beobachtet, dass sie etwa zu der Inka-Ausstellung in Stuttgart beigetragen haben und auch sonst sind sie recht aktiv.

Da der Stifterverband und die Stiftung selber vielerlei in offensichtlich kleinen Rahmen bearbeiten, ist der Kontakt hier nicht so schnell wie bei großen Organisationen wie etwa der Gerda-Henkel-Stiftung oder gar dem DAAD. Trotzdem hatte ich am Ende genügend, wenn auch recht generell gehaltenen Informationen um ein ca. 8-seitiges Projekt samt Kostenplan einreichen zu können. Flug- und Hotelkosten beruhten auf Angaben aus dem Internet, Verpflegungskosten auf täglichen Pauschalen. Auch Kinderbetreuung und ein Stipendium, also eine Art Gratifikation für meine eigene Arbeit, kamen hinein. Sollte man die Kinderbetreuung, überhaupt die Kosten für die Reise des Kindes abrechnen? Ich habe lange darüber nachgedacht und mich am Ende dafür entschieden. Ich arbeite seit über 10 Jahren in meinem Fach und glaube, es ist an der Zeit meine persönlichen Lebensumstände auch in Projekten nicht mehr zu verschweigen. Jeder von uns hat eigene Voraussetzungen: Single – oder nicht / Mutter – oder nicht / Festangestellt – oder nicht. Da ich mein Kind aus unterschiedlichsten Gründen mitnehmen muss, gibt es tatsächlich hohe Nebenkosten. Andererseits arbeite & publiziere ich auch mit Kind und Vollzeitjob und habe das Gefühl, alles was möglich ist auch in diese Promotion zu stecken. Dann sollte ich diese Lebensumstände auch berücksichtigen wenn ich ein Projekt einreiche.

Sollte man sich selbst ein Stipendium einschreiben, wenn man schon Flug, Essen und Unterkunft beantragt: ich denke ja. Allein aus Gründen der Ethik sollte Arbeit bezahlt werden – und zwar nicht über Kost & Logis. Meine mittlerweile hoch spezialisierte Arbeit, die ich auch immer wieder anderen zugänglich mache, darf auch honoriert werden. Also: auch ein Stipendium gehört dazu. Also reichte ich das Projekt dementsprechend ein und bekam tatsächlich, zwei Monate später – eine Zusage. Nun ging alles sehr schnell. Zusage per Email, offzieller Brief per Post. Formulare um das Geld anzufordern und abzurechnen. Und ein nun sehr schneller, persönlicher Kontakt mit den zuständigen Mitarbeiterinnen des Stifterverbandes. Vielen Dank nochmal, freundliche Mitarbeiterinnen!

Und ich werde nun im Hochsommer einen vierwöchigen Arbeitsaufenthalt im Museum antreten. Scherben, Scherben, Scherben! Ich freu mich! Endlich werde ich eine Teilanalyse durchführen können die dringend nötig ist und auf die ich mich schon lange vorbereite. Übrigens, und laut Stifitungsregeln: Gefördert von der Altamerika-Stiftung!

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ENGLISH VERSION

My Ph.D. is growing and prospering. Although I am advancing in a rather slowly fashion due to different personal and job-related reasons, well, yes, its growing. And in the course of this work, it became clear that some part of the ceramic material that forms the foundation of this Ph.D. has to be re-analyzed.

As I have a 4-week-vacation in summer and my child, too, will have its vacations, I thought about re-analyzing the material where it is currently stored: in South America. And because a journey for two people, hotel, accommodation and the like, as well as a salary for myself has its costs, I was looking for a grant for this trip. And found the Deutsches Stiftungszentrum (German Fund Centre, in my translation), which acts as a tool to work more efficiently and less costly for all these foundations. The home page is something like an umbrella for different small foundations, among them the Deutsche Altamerika Stiftung (German Foundation for Ancient America), whose goal is the aid for scientific projects concerned with the archaeology, history or anthropology of the Americas. Although their informations were somewhat sparse, I saw their sponsorship for the exhibition Inka in Stuttgart, March 2014 and got the impression that thea are actively promoting our field of study.

As the Stifterverband and the foundation itself are working on a rather small scale compared to the „big fish“ like the Foundation Gerda Henkel or the German Academic Exchange Service (DAAD), the communication with them was a bit slower. But in the end I got enough information to deliver and 8-page-paper on the project, including a cost budget. This included the costs of hotel and transportation (as got from the internet), and even the costs of child care and a salary (grant) for my own work that I will be delivering. I thought a long time about putting the costs of child care in the cost budget, and even the costs of the journey, accommodation etc. of the child. But in the end, I decided to do it. I am working for 10 years in my field of study, and in the meantime I came to believe that it is okay to include our personal conditions into a budget plan. Why should we hide these important details of our life, such as a child? And if there is no other option than to take a child with us when we are working, then it should be included in the budget!

And should there be a salary for myself, when transportation, hotel and the like are already covered? Yes, there should. Because my highly specialized work, that has been presented to other people as well, deserves a salary. So, this grant belongs to the budget plan as well.

I filed the project and, two months later – got a positive answer. I will be funded! From then on, everything went quite quick. The acceptance via email, the details via letter and the forms to get the money and the accounts. And a very personal contact with the ladies from the office (Thanks, Ladies!).

So, I will be in Latin America in summer, working for 4 weeks in a museum, analyzing sherds. That’s so great! At last, I will be able to do a partly analysis that is so important to me!

Oh, and by the way and according to the rules of the foundation: it will be funded by the Altamerika-Stiftung!

 

 

 


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Kunst & Archäologie: wechselseitige Inspirationen. / Art & Archaeology: mutual inspirations.

Vor vielen Jahren sah ich einmal eine kurze Reportage über eine Ausstellung in der Schweiz. Ihr Konzept war für mich derart großartig, dass ich sie nie vergessen konnte und mit ihr hier eine Reihe von Posts eröffnen möchte, die sich mit dem Thema Kunst & Archäologie beschäftigen werden.

Kunst & Archäologie gehen ja in vielen Universitäten immer noch zusammen, v.a. im englischsprachigen Raum ist ein “Art & Archaeology Department” an den Universtitäten gang und gäbe. Kunst und Kunstgeschichte gehen natürlich mit der Archäologie, v.a. der Klassischen Archäologie, Hand in Hand, aber das ist hier nicht das Thema. Mir geht es in den Posts dieser Reihe um die Zusammenarbeit und Inspiration von Archäologie und Kunst. Welche Gedankenexperimente Archäologie und archäologische Funde auslösen, die dann wieder zu Kunst werden. Und welche Gedanken diese Kunst wiederum für den Archäologen anstoßen kann. In gewissem Sinne ist auch der Post über Rachel Whiteread´s “House” in dieser Reihe zu sehen. “Kunst” ist für mich die Möglichkeit, durch eine Fokussierung in einem Kunstwerk einen konzentrierten Blick auf Facetten meines Lebens zu erhalten und so mich selbst, mein Leben und meine Kultur in einem neuen Kontext begreifen zu können. Im besten fall so etwas Neues über mich und meine Umgebung zu lernen.

Hier soll es heute jedoch um eine Ausstellung gehen, die Kunst und Archäologie in einer Weise miteinander verband, die hochgradig relevant gewesen sein dürfte für die Selbstwahrnehmung der Besucher und unsere Vorstellungen von Alltäglichkeit, Kunst und Kulturgut hinterfragte. Es handelte sich um eine Ausstellung von Marcel Biefer im Museum Zug im Jahr 2000, die heutiges Alltagsgut und prähistorisches Alltagsgut miteinander verband und damit die unterliegenden Konzepte beider in Frage stellte. 1Hier ein Foto aus der Ausstellung: archäologische Töpfe und heutige (weitere Bilder auf Biefers Homepage http://www.biefer.com/index.php geben einen guten Eindruck von seinem Werk und dieser Ausstellung im Besonderen). Sowohl das Museum Zug als auch die Arbeiten Marcel Biefers zeigen, wie sehr Ethnologie, Kunst, Archäologie und Museum miteinander verschmelzen und sich befruchten können.

Gerade die Ausstellung heutiger, “alltäglicher” Materialität in einer Vitrine bzw. generell im Museumskontext öffnet den Blick für die Konzepte, die wir mit prähistorischer Materialität verbinden. Was macht ein Ding zu einem musealen Ding, zu einem wert geschätzten Ausstellungsstück? Das Buch “Museologie-knapp gefasst” definiert das folgendermaßen: “Die musealen Ojekte werden indes nicht nur als originale Elemente einer Wirklichkeit selegiert. Sie dienen vor allem als Belege für gesellschaftliche Werte. Deshalb stehen sie im Musealkontext nicht als Ikonen oder Dinge an sich, sondern als Schlüssel zur Erkenntnis und Verstehen.”. Was unterscheidet dann die Töpfe aus der Steinzeit von den Konservendosen der Neuzeit? Welche Ideen stülpen wir den alten Objekten über, die wir neuen Objekten (noch?) absprechen? Ist Alter an sich schon ein Wert? Seltenheit?

In Verbindung mit neuzeitlichen Dosen stellt sich doch die Frage: welchen “Wert”, welche Bedeutung hatten die steinzeitlichen Töpfe für die mit ihnen lebenden Menschen? Waren sie nicht auch ein alltägliches Alltagsgut? Etwas das man schätzte, aber eher in Bezug auf seine Funktionalität und Bequemlichkeit, nicht aber im Sinne heutigen musealen oder wissenschaftlichen Wertschätzens? Und was sagt das über unsere Ideen als Archäologen bezüglich Alltagsgütern vergangener Zeiten? Sollten wir uns nicht bewusst sein, dass, wenn diese vergangenen Dinge für uns ein Mittel zum Verständnis vergangener Gesellschaften sind, das Gleiche auf heutige Dinge genauso anwendbar ist?

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Als Exkurs muss man sagen, dass dies zu Fragen führt, die viele Archäologen bei der Feldarbeit und danach beschäftigen: wie definiere ich ein Kulturgut? Was ist ein Artefakt? Was tue ich mit neuzeitlichen Funden? Wie wende ich theoretisches Wissen um die Definition in einer konkreten Situation im Feld an? Wie werde ich auch meinen Möglichkeiten der Sammlung, Dokumentation, Aufbewahrung gerecht, wo setze ich Grenzen?

Gerade in meiner Studienregion, Südamerika, endet die Vorgeschichte in der Vorstellung der Archäologen oft genug einfach mit der Ankunft der Spanier. Die kolonialzeitliche Archäologie ist ein relativ neuer Zweig der lateinamerikanischen Archäologie und viele Archäologen dokumentieren Fundorte mit kolonialzeitlichem Material nur wenig oder gar nicht. In jedem Fall aber ist das Kapitel “Kolonialzeit” in Monographien das Kürzeste. Sicher hängt das mit der historisch gewachsenen Wahrnehmung vorspanischer Gesellschaften zusammen, die sich nur langsam ändert. Und auch in Europa wird die Frage neuzeitlichen “modernen” Kulturgutes in der archäologischen Forschung wohl zunehmend verfolgt und diskutiert.

Nun ist das Ausstellen zeitgenössischer, vermutetermaßen alltäglicher Dinge nichts unbedingt Neues, denn verschiedene Museen nutzen und nutzten die Spannung zwischen dem Konzept “Museum=Kulturgut=Hochkultur” und der Ausstellung alltäglicher Gegenstände, um heutige Wertevorstellungen zu verdeutlichen und gleichzeitig zu hinterfragen. So etwa im new yorker Sheila C. Johnson Design Center: Masterpieces of Everyday New York: Objects as a story.  Oder im berliner Museum der Dinge als: “Böse Dinge. Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks.” Im Zusammenhang mit archäologischen Objekten jedoch war es mir noch nicht begegnet. Und gerade hier entsteht eine starke Reibung, denn neben inherenten Ideen unserer Zeit zum Thema “Museum und Museumsobjekt” werden ja auch andere Kategorien unseres heutigen Lebens offen gelegt: Vergänglichkeit und Kontinuität zum Beispiel. Oder das Wort “Wegwerfgesellschaft”, das gerade im Zusammenhang mit dem Konservendosen aufkommen kann. Auch Umwelt und Umweltschutz könnten dazu gehören wenn heutige Materialien wie Plastik und Metall im alltäglcihen Gebrauch klar machen, wie sehr wir jetzt auf nicht oder nur sehr langsam abbaubare Materialien zurückgreifen. Und: prähistorische Menschen, die ja als Hersteller und Nutzer hinter den ausgestellten Dingen stehen, können einem plötzlich sehr nahe sein, wenn man sieht dass der Eimer, der in der eigenen Wohnung dient, als Form und Gefäß schon vor 3000 Jahren so im Einsatz war – nur aus einem anderen Material. Das Nebeneinanderstellen beider Gefäße verdeutlicht das geradezu übermäßig.

Aber auch, und das ist nun sicher wieder eine sehr archäologische Sicht: das Thema Typologie. Stellt man unsere Gebrauchsgegenstände, gerade alltägliche wie Töpfe, Eimer etc., neben prähistorische, so wird klar, dass unsere archäologischen Typologiekonzepte tatsächlich Realitäten beschreiben die durch 1000ende von Jahren aktuell bleiben. Die Frage stellt sich jedoch: inwieweit werden sie von uns den Dingen aufgestülpt? Inwieweit passen Theorie und Realität zueinander? Typologie-Entwickler haben sich seit Jahrzehnten hierzu den Kopf zerbrochen und immer kleinere Einheiten erstellt um ein Ding möglichst perfekt zu beschreiben und zuzuordnen. Und doch: inwieweit spielt hier unsere eigene Ideenwelt mit hinein? Und inwieweit sind immer kleinteiligere Typologien anwendbar, wenn Zeit und Geld sehr begrenzt, die Fundquantität jedoch sehr groß ist? Dies wird jedoch Thema eines kommenden Blogposts sein, deshalb verweise ich nur auf ein interessantes Buch zum Thema Typologie.

Heute aber, zum Thema Kunst & Archäologie, möchte ich einfach sagen, dass diese Ausstellung tatsächlich Türen öffnet zu neuen Ideen. Das Museum Zug, das ich nur über seinen Internetauftritt & Facebook kenne, stellt Vermittlung von Geschichte ganz weit nach vorne, bereits im Namen: Museum für Urgeschichte(n). Zusammen mit den Arbeiten von Marcel Biefer eine hoch konzentrierte Vermittlungsmöglichkeit, die Geschichte in unser Leben transportiert und es relevanter denn je macht.

Achtung: alle Photos werden mit Erlaubnis des Künstlers publiziert.

Ausgewählte Literatur: 

Typologien? : W. Adams & E. Adams (2007): Archaeological Typology and Practical Reality: A dialectical Approach. Cambridge University Press

Kritik zur Ausstellung “Masterpieces of everyday New York”: http://www.theatlanticcities.com

Waidacher, Friedrich, 2005: Museologie – knapp gefasst. UTB. 

Targa, Juan Garcia, 2009: Arqueologia Colonial Latinoamericana (BAR Series)

Zur Gegenüberstellung schriftlicher Quellen und archäologischer Daten: A. Alzate Gallego: La Arqueologia colonial como herramienta para contrastar la historia escrita. 

Zu einer interessanten kleinen Einführung zu “Kunst” siehe auch Wikipedia.

Klavs Randsborg, 2003: The making of Early Scandinavian History: material Impressions. In M. Hardt, C. Lübke & D. Schorkowitz (Hrsg.): Inventing the Past in North Central Europe, S. 50-69, Frankfurt /Main: Lang.

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ENGLISH VERSION:

Many years ago, I saw a TV trailer about an exposition in Switzerland. Its concept was so extraordinary that I could never forget it and I want to use it as a starting point for a series of posts about art & archaeology.

Art & Archaeology can be found at  many universities where an “Art & Archaeology Department” is usually exists, at least in English speaking countries. Logically, art and art history are going hand in hand with archaeology in many ways but that’s not the topic here. I would like to focus on the cooperation and mutual inspiration that link art and archaeology in different ways. Archaeology and archaeological finds can be inspiring in many ways to art while this (and other) art works are thought provoking in turn to archaeologists. In a sense, the post about Rachel Whiteread can be seen in this context. “Art” means to me a possibility to focus on certain facets of my life and to be able to see myself, my life and culture in a new context or even to understand something completely new about it.

Today´s post is about an exposition that linked art and archaeology in a highly relevant way regarding the autoperception of the visitor and our ideas on the everyday, art and cultural goods. It’s an exposition that Marcel Biefer featured in the year 2000 at the Museum Zug in Switzerland. Here, everyday contemporary objects like plastic buckets and past objects of everyday life (as ceramic vessels) were presented side by side. This co-presentation resulted in an undermining of concepts we might have harbored towards both of them. A photo from this exhibition shows it – you may have a look at other photos at the website of Marcel Biefer (http://www.biefer.com/index.php) which offer a representative impression of his work and the exhibition in particular. The Museum Zug as well as the works of Marcel Biefer show how archaeology, anthropology, art and museum can be potentially intertwined and linked, creating new, fructiferous ideas.

It was especially the exhibition of everyday materiality in a museological context that opened up the possibility to grasp the underlying unconscious concepts we use to focus on prehistoric materiality. What is it that makes an object a museological object, transforming it to a valued exhibition object? The book “Museologie – knapp gefasst” (“A short introduction to museology”- translation mine) defines it as follows (translation mine): “Museological objects are not being selected as original elements of a reality. They work as proofs of societal values. That is why they are not presented in a museum context as icons but as a key to perception and understanding.” So what makes the difference  between a neolithic vessel and the contemporary can? Which ideas are we imposing on ancient objects, which we are (for now?) denying contemporary, new objects? Is age a value? Rareness?

Connecting ancient objects to contemporary ones raises the question of what value, which meaning did ancient vessels have for the people who made and used them? Were they everyday objects? Something that was valued in relation to its use and functionality, but not in the sense of todays scientific or museological value? And what does this say about our ideas as archaeologists in relation to everyday objects of past times? Shouldn’t we be aware that our perception of past objects as keys to understanding past societies could be applied in the same way to our contemporary materiality?

As an excursus I would like to add that this leads to the question that many archaeologists face before, during and after fieldwork: how can I define a cultural asset? What is an artifact? What is my relation to contemporary finds? How do I use theoretical knowledge of these definitions during fieldwork reality? How can I put these into relation to the (economic and spatial) possibilities of collection, documentation, custody? What are my limitations?

Especially in Southamerica, my study region, prehistory ends at the arrival of the Spaniards in 1536 – at least in the minds of most archaeologists. Colonial archaeology is a relatively new phenomenon in Latinamerican Archaeology and many archaeologists document colonial (16th-17th century) or republican sites (18th century) only to a limited extend or not at all. In any case, the chapter on the “Colonial Era” is always the shortest in any monograph I know. I am sure that this is connected to the historical development of the perception of prehispanic societies which is changing and expanding only gradually – but at least it´s changing. In Europe, too, the question regarding the modern era and its cultural goods is being debated in archaeological investigations.

Getting back to the main theme of this post – the exhibtion of contemporary, presumably everyday objects is nothing new. It has been presented in museums before and was used to highlight and question the tension between the contemporay idea of museum= cultural assets = high culture and the presentation of everyday materiality. This was the case at the Sheila C. Johnson Design Center, New York: Masterpieces of Everyday New York: Objects as a story.   or at the Museum der Dinge (Museum of Things) in Berlin:  “Böse Dinge. Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks.”. But I hadn´t seen anything like that in an archaeological context before. And its here that, in my opinion, a tension is created that centers on the inherent contemporary ideas concerning Museums and museum objects as well as categories of our contemporary life. These comprise continuity and change, for one thing, or the fugacity of cultural ideas for another. The term “throwaway society“ could pop up looking at the cans and ceramics in the photo. Another one could be environment and environmentalism seeing that materials like plastic and metal have replaced perishable materials like ceramics in our contemporary lifestyle. And: prehistoric people, the makers and users of the past objects, can feel very close to us when you notice that the plastic vessel you may have in your flat has just the same shape as a ceramic vessel you see in the museum. Form and Function did serve people 3000 years ago – and they do it now, too. Presenting both vessels side by side puts a finger on this.

And it leads to another, rather archaeological question: typology. When you present basic commodities of our own time together with past ones it becomes clear that our ideas on typology haven’t changed, but have been roughly the same for some thousand years now. Typology describes past realities as well as contemporary ones. And so you may ask yourself: How do reality and typology interrelate? What about the discussion on form and function? In the end: Do objects impose their typology on us, rather than the other way round?

I´d like to end this post on Art & Archaeology with a praise of this exhibition that opened the doors of perception. The Museum Zug, known to me only from their website, is putting the presentation of history on the top of their list, and show this even in their name: Museum for Prehistory(ies). In combination with the works of Marcel Biefer this was a highly concentrated presentation of past times into our contemporary world and makes it relevant to each of us.

Please note: all photos shown here are published with permission of the artist.

Selected Literature:

Typologies? : W. Adams & E. Adams (2007): Archaeological Typology and Practical Reality: A dialectical Approach. Cambridge University Press

Critics to the exhibition “Masterpieces of everyday New York”: http://www.theatlanticcities.com

Waidacher, Friedrich, 2005: Museologie – knapp gefasst. UTB. 

Targa, Juan Garcia, 2009: Arqueologia Colonial Latinoamericana (BAR Series)

An article about the combination of written colonial sources and archaeological finds:  A. Alzate Gallego: La Arqueologia colonial como herramienta para contrastar la historia escrita. 

An interesting introduction on “Art”:  siehe auch Wikipedia.

Klavs Randsborg, 2003: The making of Early Scandinavian History: material Impressions. In M. Hardt, C. Lübke & D. Schorkowitz (Eds.): Inventing the Past in North Central Europe, S. 50-69, Frankfurt /Main: Lang.


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DAAD-Kongressreisenprogramm / Funding for congress trips by the German Academic Exchange Service

Dieses Jahr ist wohl das Jahr der erfolgreichen Stipendienanträge! Denn heute geht es um ein weiteres Stipendium des DAAD: das Kongress- und Vortragsreisenprogramm. Vor einiger Zeit wurde ich eingeladen, auf einem im Herbst stattfindenden Workshop in Südamerika zu sprechen und da man die Reise dorthin ohne feste wissenschaftliche Stelle kaum alleine stemmen kann, habe ich versucht, über den DAAD eine Unterstützung für dieses bislang einmalige Treffen von Archäologen meiner Fachrichtung und Spezialisierung zu bekommen.

Im Gegensatz zum Promotionsstipendium, um das es hier schon einmal ging, ist das Kongressprogramm noch nicht digitalisiert, das wird sich allerdings schon in den nächsten Monaten ändern. Noch müssen die Unterlagen per Post eingesandt werden und auch die restlichen Formulare etc. erhält man mit der Post. Was natürlich nicht ausschließt, den Sachbearbeiter beim DAAD trotzdem per Email zu kontaktieren. wenn es um einige spezielle Fragen geht. Das Schöne beim DAAD ist unter Anderem, dass Emails sehr schnell und kompetent beantwortet werden!

Um nun zu prüfen, ob eine Unterstützung meiner Reise angemessen ist, wollte der DAAD folgende Unterlagen haben:

a) ein ausgefülltes Antragsformular, inklusive eines Kurzlebenslaufes,

b) das Vortrags-Abstract,

c) eine Begründung der Wichtigkeit dieses Kongresses, der Forschungsthematik und des Zusammentreffens der Wissenschaftler dort für mein eigenes Forschungsvorhaben,

d) zudem ein Unterstützungsschreiben des Doktorvaters/Doktormutter sowie

e) die offizielle Einladung der Kongressveranstalter.

Dies alles sollte spätestens vier Monate VOR Beginn des gewünschten Kongresses eingereicht sein. Und nachdem all das abgeschickt war, erhielt ich eine kurze Bestätigungsemail, in der in einem PDF das weitere Vorgehen des DAAD anhand einer Grafik dargestellt war. Ich habe noch nie erlebt, dass so etwas graphisch dargeboten wird, aber ich muss sagen: es war sehr übersichtlich, mit Pfeilen und verschiedenen Farben. Nach einigen Nachfragen bezüglich des Workshops war alles eingereicht.

Das Warten begann. Und nun, zwei einhalb Monate später, erfahre ich: es hat geklappt, ich bin förderungswürdig. Wunderbar! Da die Kongressreisenförderung auf Rechnungslegung basiert, werde ich also alles bezahlen, hinfahren und danach abrechnen. Der DAAD hat alle nötigen Formalitäten im Brief erklärt und auszufüllende Formulare gleich beigefügt. Super!

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The current year seems to be the year of successful funding for our archaeological research! Because today´s theme is: a funding to attend a congress via the German Academic Exchange Service (DAAD). I have been invited some time ago to speak at a congress in South America this winter. And this is not something you could finance on your own, especially when you are not related to a scientific job. SO I tried to convince the German Academic Exchange Service to finance the trip to a workshop which will be unique in the history of my special investigation theme on archaeological ceramics.

Contrary to the Doctorate funding that has already been written about on this blog, the congress program has not been digitalized yet, although its under way and will be started next year. So until now, you have to send all your documents via mail and will receive responses and documents via mail, too. This doesn´t exclude the possibility to contact somebody at the DAAD via email. One of the good things about the DAAD is, that email contact is always swift and very professional!

In ordert o take a decision about my request, the DAAD wanted to have a look at the following documents:

a)      The application form, including a short CV

b)      The abstract of my lecture

c)      The reason why this workshop is so important for my studies and generally, in my field of study

d)      An explanatory statement of my Ph.D. supervisor

e)      The official invitation of the organizing team of the congress.

These 5 documents should be mailed four months before the congress will take place. And after mailing everything, I got an email from the DAAD which confirmed that everything was received and to explain me how to get on, I was given a pdf file with a visual explanation of the evaluation process. This was very didactic!

Now, after 2 and half month of waiting, I was told that the DAAD thinks that my speech has to be financed! That’s so wonderful! As this funding will return the expenses on the basis of bills, I will pay right now everything, hold my speech and file every bill when back in Germany. The DAAD already sent me every document that will be necessary to get the re-funding afterwards. That’s great!


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Spezialisierung vs. Allrounder oder: Europa vs. Südamerika // Specialization vs. Allrounder or: Europe vs. South America

Immer öfter sehe ich im Fernsehen Reportagen, die uns Archäologen zeigen, wie wir – medial gesehen – GANZ neue Forschungsmethoden anwenden. Man sieht Archäologen beim Satellitenbild auswerten, beim DNA-Erforschen, beim Zeichnen von Keramik mittels Computern.  Auch der Coursera-Kurs von dem neulich die Rede war, zeigt wieviele Spezialisten natürlich in einem Projekt zusammenarbeiten und welche Arbeiten man auslagert um möglichst gute Ergebnisse zu erhalten: sämtliche Analysen (Keramik, Stein, Knochen), viele statistische Arbeiten, nicht-invasive geologische Forschungen, etc. Es gibt sehr viele Spezialisten, die nötig sind um eine archäologische Arbeit aus möglichst vielen Blickwinkeln zu betrachten und zu interpretieren. Soweit – sogut, nur: dieses Bild stimmt nur für einen kleineren Teil der archäologischen Welt. Und zwar für Europa und Nordamerika und vielleicht noch für Gebiete die seit Jahrhunderten erforscht werden, wie etwa Ägypten.

Meine eigene Erfahrung ist jedoch völlig diametral zu diesen. Obwohl ich in Deutschland studiert habe, konnte mein Orchideenfach mir kaum praktische Archäologiekenntnisse vermitteln. Dazu musste ich mich im Nebenfach in die Ur- und Frühgeschichte einschreiben, wo ich aus Zeitgründen weniger Kurse belegen konnte als ich gewollt hätte. Meine praktische Erfahrung stammt aus Bolivien, wo ich in verschiedenen Projekten Grabungs- und Analyseerfahrung sammelte.

Und dort gelten völlig andere Regeln. In gut 90 % der dortigen Projekte ist man als Archäologe für Prospektion, Grabung und Analyse der Keramik zuständig. Möglichst auch noch für die Steinartefakte. Lediglich Knochen (tierische und menschliche) werden durch Spezialisten analysiert – wenn man sich die Dienste leisten kann und vorausgesetzt, der Einzige im Land Verfügbare hat Zeit. Zeichnungen und geographische Karten werden ebenfalls vom zuständigen Archäologen erstellt, eventuell (mit etwas Glück) unter Mitarbeit der geographischen Fakultät einer Universität. Luftbilder werden ebenfalls von ihm ausgewertet.

Als ich begonnen habe, in diesen bolivianischen Projekten auch größere Aufgaben zu übernehmen oder schließlich eigene Projekte zu leiten, gab es weder finanzielle noch personelle Kapazitäten um Aufgaben auszulagern. Von der Planung bis zur Keramikanalyse und dem Zeichnen und Fotografieren für die Publikation wurde alles durch eine Hand ausgeführt. Natürlich bleiben dabei viele spezielle Wissensmöglichkeiten auf der Strecke. Oft wählen wir beschreibende Methoden, um nicht durch falsche Analysen das Interpretationsbild zu verzerren. So habe ich seit Jahren einen beschreibenden Ansatz in der Keramikanalyse gewählt, da die Analyse mit einer Lupe mit 10 X und wenigen geologischen Kenntnissen dazu führt, dass man möglichst gut beschreiben sollte – um dann ausgewählte Stücke vielleicht zum Dünnschliff z.B. nach Argentinien weiterzuleiten (was ein größeres bürokratisches Vorgehen verlangt), sofern das möglich ist. Da man aber bis dahin auch publizieren und kommunizieren muss, beschränke ich mich auf beschreibende Ansätze. “Weiße weiche Einschlüsse” hilft da mehr als die selbst verzapfte Aussage “Quarzeinschlüsse” wenn man sich nicht sicher ist.

Wir beschränken uns auch bei der Beschreibung von Steinartefakten auf sichtbare Merkmale, da von einer Analyse von Mikrospuren noch nicht einmal ansatzweise ausgegangen werden kann und eine solche Analyse auch nicht viel Sinn machen würde, wenn man noch nicht mal weiß was in 50 Kilometer Entfernung an Steinartefakten vorliegt. Unsere Publikationen bilden das ab, was man als “Grundlagenforschung” beschreiben könnte. Wir betreten Gebiete, die noch nie einen Archäologen gesehen haben. Das hat auch Vorteile – man sieht manchmal unglaubliche Dinge und Funde. Und die Nachteile: wir sind darauf angewiesen, selber soviel wie möglich machen zu können. Denn Zeit, Geld und Personal lassen es gar nicht zu, dass man einige der anliegenden Aufgaben abgibt.

Heute werden auch in Südamerika viele neue Labore gebaut, die sich ausschließlich etwa mit der Analyse von Steinartefakten beschäftigen. Ist schön, sieht super aus und die Studenten finden es spektakulär. Aber: ist das wirklich sinnvoll? Wenn 80 % eines Landes noch nicht einmal ansatzweise archäologisch dokumentiert sind? Wäre es nicht wichtiger, rauszugehen und zu forschen? Zu prospektieren, zu sondieren, zu graben. Zu analysieren und zu publizieren. Die Mikroanalyse der 50 Steinabschläge aus Fundort XY? Bringen vielleicht interessante Ideen zum Gebrauch der Artefakte an diesem einen Ort. Der sehr wahrscheinlich als erforschter “Leuchtturm” in einem 1000 Kilometer-Umkreis steht. Besser wäre es doch eventuell, diese Ressourcen in flächendeckende Forschung zu stecken, bevor die umliegenden Fundorte weggepflügt sind oder unter der neuen Straße verschwinden.

Europa ist, wie es Manfred Eggert einmal sagte “so gut erforscht, dass nur noch quantitative Sprünge, aber keine qualitativen mehr zu erwarten sind“. Da ist eine Spezialisierung logische Folge, denn sie weitet das Untersuchungsgebiet aus. Schade ist aber, dass die Medien dies darstellen als wäre es die generelle archäologische Realität – es ist aber nur eine Momentaufnahme eines kleinen Teiles der archäologischen Welt.

English Version

Increasingly, there are documentals on TV that show an archaeological reality that uses (at last in the media´s view) completely new methods of investigation. I have seen archaeologists studying aerial photographs, I have seen them “deciphering the DNA” of Oetzi, I have seen them drawing ceramic sherds with and on laptops. At the Coursera course that I have recently presented there has been special emphasis on the team work that archaeologists do. How necessary it is to include a lot of specialists: on bones, on ceramics, on lithics, on flotation, for statistical works, for non invasive geological investigation etc. There are so many specialists that are necessary to get an archaeological investigation going and, over all, going on successfully. This may be true – but only for a certain part of the archaeological world: for Europe, North America and maybe some of the regions of the world which have a long term history of archaeological investigation, such as Egypt.

But my own experience is so far from this, so diametrally opposed that I wanted to write about it, at least here. Although I studied in Germany, my field of study didn´t offer any practical archaeological skills, so I had to inscribe to courses from other studies. Anyway, I spent my vacations mostly in Bolivia, where I was gathering practical experiences on excavation and analysis in archaeological projects. And the rules were completely different from the ones I learned at my university in central Europe. As an archaeologist, you are responsible for the survey, excavation and analysis of ceramic and (if possible) lithic material. Only bones are an exception to the rule and are submitted to specialists for their analysis. But this applies only if you have enough funds to pay some specialist for this analysis or if the only specialist available in the country has time to do it. You do all the drawings and most of the maps, if you are lucky there is some faculty of Geography involved in the project so you may get assistance on that field. The analysis of aerial photo is also the duty of the archaeologist and not of some external specialist.

So when I began to participate in these bolivian projects on a larger scale and, at last, to direct my own projects, there were no resources to rely on, there were no funds to get specialists involved. From planning the project to getting the ceramics analyzed, from photographing the finds to drawing finds for publication – it was all done by one person. Logically, you will only get somewhat fragmentary results this way. The specialists knowledge can never be replaced!  And so we select more descriptive methods in order to avoid wrong itnerpretations. This is in my case especially true for ceramic analysis, because the analysis of sherds with a 10 % augmented device and limited geological knowledge is not comparable to a thin section done by a specialist. This will maybe be done in our case if we get the funds and the permits to ship some sherds to Argentina. But you have to be able to communicate your finds and even publish them before it ever comes to sending this samples, so a sentence like: ”the sherd has white smooth inclusions” is more helpful than bloating out about Quarz inclusiosns when maybe they could also be – volcanic glass, p.e.

IN the case ot lithic artifacts we remit ourselves to a mere description and documentation because a micro analysis is completely out of thinking. And what would be the sense of doing these analysis if you don´t know what you may be finding in a 50 kilometer radius? Our publications show what may be called “basic investigation”. We investigate regions that haven´t been documented before. And there are advantages and disadvantages to this. You see sometimes incredible things and this makes you feel special. But we are absolutely pressed to do as many aspects of archaeological work by ourselves as we can. Because the restrictions of time, money and people impede that you delegate parts of your work.

Today, there are many new labs being funded in South America. There may be, p.e., laboratories working especially on lithic micro wear. That’s great and the students love it. But is it really meaningful? If you have a big section of a country not even remotely known in archaeological terms, wouldn’t it be better to investigate first? Document what´s left? Wouldn’t it be important to go out and do field work instead of investigating on the microscopical scale in a lab? To publish what´s out there? If you have the micro analysis of say, 50 lithics or sherds from a particular site and you publish these data when there are no other data available for a whole region of 1000s of km² – then how relevant are these data you got from the laboratory? I aprt form the idea that it would be preferable to invest the scarce funds archaeology gets in regional investigations and afterwards go for the special analysis. And this should be done before these regions have been covered by roads and houses or the archaeological sites have been destroyed by agricultural activities.

Europe has been, as Manfred Eggert once said, “so intensily archaeologically investigated that we can only expect quantitative leaps, but no qualitative ones.” For this reason, a specialization is a logical outcome because these are the fields where we may expect new data and new ideas. But I regret the fact that this picture is the one that the media present as a overall reality. It is not – it is only the partial reproduction of the archaeological world.