Sprache der Dinge – Language of Things

Materialität, Realität und Konfliktivität in Museologie, Archäologie und anderen dinglichen Wissenschaften / Materiality, reality and conflictivity in museology, archaeology and other material sciences


Leave a comment

MOOC & Archäologie? Ja! aber…. / MOOC´s and Archaeology? Yes! but….

Vor einiger Zeit begann ich auf Coursera einen Kurs zum Thema Universal Heritage. Da lagen schon mehrere gute Kurse zum Thema Vorgeschichte, Museum etc. hinter mir: Natürlich Archaeologys Dirty Little Secrets der unglaublichen Sue Alcock der Brown University und die MOMA-Moocs “Art & Inquiry. Museum Teaching Strategies for your Classroom” , zum Beispiel.

Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage” wurde von der Sapienza Universität Rom angeboten und versprach eine Einführung zum Thema Heritage und Archäologie in der heutigen Zeit sowie das Erlernen digitaler Techniken in Forschung und Bewahrung archäologischer Funde. Das klang mehr als verlockend, denn geht es nicht darum, uns als Wissenschaft neu zu positionieren, eine Stellungnahme anzubieten zum Thema Geschichte, Vorgeschichte, Relevanz? Und das alles in einem MOOC! Großartig. Ich war dabei. Und dachte an Themen wie Indigene Archäologien, Heritage für alle, das Zugangs- und Bestimmungsrecht über Geschichte und die Debatten darüber, was Heritage sein sollte und wo die Grenzen liegen – sei es in Deutschland wie im Fall der dresdner Brücke oder vielleicht in Lateinamerika wo Heritage auch eine Frage von Abstammung und Recht ist.

Leider stellte sich bereits sehr schnell heraus, dass es hier nicht um die brennenden Eisen der Geschichtswissenschaften gehen würde. Ein älterer Professor brachte statisch sitzend und besonders langsam sprechend sowie unterlegt mit powerpointartigen Photos echte Gemeinplätze zum Thema Heritage vor. Schon die Einführungswoche mit dem Thema Was ist Archäologie, wo kommt sie her etc. zeigte, dass ich meine wenige Zeit eventuell doch anders verbringen sollte als mit diesem Seminar. Denn in diesem Kurs kamen gleich am Anfang Aussagen wie diese: “Archäologische Objekte können nie eine Aussage an sich sein”. Ach, tatsächlich? Objekte sind also stumme Zeugen, denen nur der Archäologe etwas entlocken kann? Ich glaube, ich habe die letzten Jahre einfach die falschen Bücher zum Thema Materialität gelesen. Dass Objekte und Materialität ein ganz eigenes, mit dem unseren verwobenes “Leben” haben – ich dachte, DAS wäre mittlerweile ein Gemeinplatz. Ist es aber wohl nicht. Deshalb möchte ich hier noch einmal Leseempfehlungen aussprechen:

Hahn, H.-P., 2014: Materielle Kultur. Eine Einführung. Reimer Verlag.

Hodder, I., 2012: Entangled. (Habe hier drüber geschrieben.)

Hodder, I. (Hrsg), 2011: The Meanings of Things.Material culture and symbolic expression. Revised edition. Routledge.

Oder, wenn es ganz schnell gehen soll, gerne auch nur die wenigen Seiten in der letzten Auflage von Eggerts “Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden.”, 2012, Seite 305 – 318.

Wer Materielle Kultur als schweigendes Zeugnis ansieht, bei dem kann auch Heritage und all die komplexen Fragen hierbei nicht wirklich schwierig vorkommen. Logisch, oder? Da restauriert man und gibt es zurück an die Menschheit. Fertig ist die Laube! (Entschuldigung, ich verkürze und pointiere natürlich.)

Ganz ähnlich, aber auch ganz anders erging es mir mit dem MOOC zu Paläoanthropologie, der schick gemacht und sehr spannend war. Reisen nach Südafrika, in Labore, viele Interviews mit Forschern zum Thema und besonders wichtig, wie ich fand: WARUM machen diese Menschen, diese Forscher, das? Warum haben sie sich dafür entschieden, wie sind sie dazu gekommen und warum sind sie dabei geblieben? Brennende Fragen, denn sie rühren ja an das Grundthema von Wissenschaft: Warum mache ich das? Warum nehme ich viel Arbeit, und ja, auch Entbehrungen auf mich? Es war sehr spannend, Intervierws dazu zu hören. Mit Wissenschaftlern, mit Studierenden.

Wie sich in den Interviews herausstellte, war der Abenteuerfaktor ein großes Thema. Dass es so toll wäre, rund um die Welt zu reisen und spannende Dinge zu tun. Und ich bin mir ganz sicher, dass das für uns alle ein großer Faktor ist. Aber es gibt auch andere Gründe. Gründe, die unsere Forschung für viele Menschen zu einem Thema machen (können). Gerade bei der Erforschung der ersten Menschen steckt soviel drin! Hier kam es leider sehr wenig zur Sprache, bzw. es wurde wenig nachgefragt und hinterfragt. Ebenso wie das möglicherweise kontroverse Thema „Nordamerikanische Forschung in einem afrikanischen Land“. Interviewt wurden nämlich fast ausschließlich weiße, nordamerikanische Forscher. Die dann in Südafrika eine Forschung durchführen. Also, selbst als Laie würde ich sagen, da steckt einiges an Konfliktpotential drin, selbst wenn man mal Themen wie Kreationismus und Bibelgläubigkeit oder Koranfestigkeit außer acht lässt, die sicher auch kontroverse Debatten zum Thema „Hominiden“ bieten.

Ich war doch erstaunt war, dass diese Themen komplett ausgespart wurden. Das war allerdings auch schon bei ADLS aufgefallen und ich frage mich: lassen die Universitäten hier Themen aus? Gibt es Themen, die ausgespart werden, weil sie zu kontrovers sind? Oder ist es eine Art Selbstzensur der beteiligten Wissenschaftler? Wer als Forscher*in in Ägypten, Jordanien, der Karibik zu tun hat, dem glaube ich nicht, dass da keine Erfahrungen sind. Und Meinungen. Diskurse.

Und darum finde ich mittlerweile: MOOCs und Archäologie – unbedingt. Bitte! Viel davon, in verschiedensten Facetten! Aber bitte, nicht die schwierigen, kontroversen Fragen aussparen. Finanzierungen, Streits um Deutungshoheit, all das sollte auch mal vorkommen dürfen. Hier möchte ich ganz deutlich sagen, dass ich es immer wieder und immer noch sehr wichtig finde, dass wir auch diese Themen, die sich ja aus unserer Geschichte und Forschungsgeschichte ergeben, auch angehen. Dass wir sie erwähnen und die momentan dazu im Raum stehenden kontroversen Ideen erklären und weiterführen. Das ist unangenehm und es kann sehr sehr anstrengend sein – gerade wenn die Gegenseite, Laien, indigene Gruppen, werauchimmer, darauf auch kontrovers antworten und tatsächlich eine MEINUNG zu unserer Forschung haben. Aber genau darum geht es: um Kommunikation. Und das ist keine Einbahnstraße.

MOOCs zum Thema Archäologie und angrenzenden Gebieten in den letzten 12-15 Monaten:

Sapienza University of Rome on Coursera: Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage

University of Buckingham on Iversity: Stonehenge.

ZEIT-Akademie: Archäologie

University of Wisconsin on Coursera: Human Evolution: Past and Future.

Brown University on Coursera: Archaeology´s Dirty Little Secrets

 ENGLISH VERSION

Some time ago, I started a course on the topic of Universal Heritage at Coursera. This was at a point when  I had already passed through several good MOOCs on the topic of prehistory, museums and archaeology.: of course Archaeologys Dirty Little Secrets of the incredible Sue Alcock of Brown University, and the MOMA-Moocs “Art & Inquiry. Museum Teaching Strategien for your classroom”.

This specific MOOC, “Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage”, was presented by the Sapienza University of Rome and promsied to be an introduction on the topic of Heritage and Archaeology in modern times as well as tools for learning digital techniques in the investigation and preservation of archaeological finds. That sounded very promising. All these topics together in one MOOC: Heritage, preservation, techniques, prehistory. What came to my mind was: Indigenous Archaeology, Heritage for everybody, the access and interpretation of Prehistory and the debates about what heritage exactly is and what it could or should be. And what its limits are – be it in Germany in the case of the bridge in Dresden or maybe in Latinamerica where Heritage includes questions of descendance and birthright.

Unfortunately, I never made it to the “technical” section of the MOOC because the first sessions started with an introduction held by an elderly professor who stated, slowly speaking and with a background of powerpoint-y photos such common place enunciations about arcaheology and heritage that I decided to leave it right there. Because of phrases like: “Archaeological objects can never be a statement in themselves”. Oh, really? Objects are silent witnesses, then, and only an archaeologist might get something out of them? It seems that I´ve read the wrong books on materiality lately. That objects and materiality lead their own life, intertwined with ours, I thought that would be common place. Seems, it is not. And who sees material culture as silent witness, perceives heritage and all the complex issues associated with it as one simple thing: restaure it (HOW? WHY?), give it back (To WHOM?) – and that´s it! (I am sorry, I really DO abbreviate here.).

Similarly, although in a different way, was the experience with the MOOC on Paleoanthropology, offered by the University of Wisconsin, that was very well made and included a wide range of fascinating topics. Travelling to South Africa, visits to excavations, interviews with actual paleoanthropologists! Information on the evolution of humans! Laboratory time! And, what impressed me most was: the MOOC put an emphasis on personal experiences. Why do all these people work as paleoanthropologists? What lead them to choose this career? Why did they go on? Arduent questions because they touch the bases of scientific research: Why do I do this? Why do I spend so much time and energy on it? It was absolutely fascinating to go through these interviews with scientists and students. In the end, it turned out that the “adventure factor” was a major topic for all of them. That it´s so great to travel round the wourld and do exciting, adventurous things. And I am sure that this is a major thing for all of us. But there area other reasons as well. Reasons that (can) make our investigation a relevant topic to many other people. And the evolution of humanity is such a fascinating topic! But I would have been happy to see other subjects covered as well.

In all these interviews, as in all other MOOCs as well, controversial topics were ignored. This focus on rather “pleasant” topics in a MOOC has been present in every single one of them. Controversial subjects are being left out completely. Is this part of the official idea of doing a MOOC? Are the universities involved or is it the scientists themselves that exclude these topics in order to create a more “harmonious” MOOC? I assume that investigators working in countries like Egypt, Jordan, South Africa or the Caribbean have some opinions on controversial archaeological subjects in their study regions?! There have to be experiences, opinions, discourses? And that is why I came to think about MOOCs and Archaeology as a complicated subject.

Archaeology & MOOCs – great! But please, don´t exclude controversial topics. Let´s be more open about the subjects that concern scientists and other people alike. Let´s face difficult questions on participation as well, not only the nicer, more adventurous subjects. Problems of financiation, the power and access to interpretation – all these should have their own space in the MOOCs as well, among others. These topics, that accompany Archaeology for as long as it exists should have a right to appear and to be discussed in MOOCs. Especially there, because of their open and interactive online nature! Why don´t discuss the controversial ideas as well as the “harmonious” ones? Yes, this can be more unpleasant and time consuming than just talking about our latest adventure in the jungle, but it may be more fructiferous, as well. Many people have opinions on archaeology. And we can learn how to listen to them and interact. Because this is the point: communication! This is not a One-Way Road.

MOOCs on Archaeology and similar topics in the last 12-15 months, partially covered in this blog:

Sapienza University of Rome on Coursera: Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage

University of Buckingham on Iversity: Stonehenge.

ZEIT-Akademie: Archäologie

University of Wisconsin on Coursera: Human Evolution: Past and Future.

Brown University on Coursera: Archaeology´s Dirty Little Secrets

 

 

 

Advertisements


Leave a comment

Art & Inquiry: Denkanstöße zu materieller Kultur / Reflections on material culture

Ich muss es wohl bekennen: Coursera & Konsorten und ihre Online-Kurse haben es mir wirklich angetan. Nach meinem ersten Versuch mit Archaeology´s Dirty Little Secrets hatte ich ja angekündigt, diesen Sektor auszubauen. Das habe ich getan und einer der Kurse, die im Juli & August auf meiner Agenda standen war ein vom MOMA angebotener: “Art & Inquiry: Museum Teaching Strategies for your Classroom”. Gut, ich bin keine Lehrerin, aber ich möchte kurz- oder mittelfristig eher ins Museumsfach wechseln und Vermittlung und Kuratieren steht auf meiner Weiterbildungsliste gaaaaanz oben. Also klang der Kurs nicht schlecht, so als Einstieg. Und er war absolut umwerfend. Für mich als Vermittlungsneuling war der “Inquiry Approach” mit seinen ergebnisoffenen Fragen eine unglaublich spannende Erfahrung, die sich in einigen Teilen mit meinen selbst gemachten Vermittlungserfahrungen in der Feldarbeit deckte und mir gleichzeitig viele neue Möglichkeiten aufzeigte. Abschließendes Projekt war das Aussuchen eines Objekts oder Kunstwerks, das man in der eigenen Arbeit als Vermittlungsobjekt zu einem bestimmten Thema nutzen würde, inklusive der Erstellung eines “inquiry based” Projektes, das dieses Objekt beinhaltet.

Worüber ich hier jedoch schreiben möchte, ist der fast unglaubliche Fragenkatalog der sich ergab als ich meine Objekte für das finale Projekt auf ihre Verwendbarkeit hin abklopfte. Ich hatte 3 Objekte gewählt, von denen je zwei exemplarisch für einen archäologischen Stil/Kultur stehen konnte und ein drittes, das eine Hybridform der vorigen beiden darstellte. Hintergrund sollte die Zuordnung von Identität über Materialität sein und der Ausdruck persönlicher  Ideen über die Hybridisierung von Materialität. Ingesamt gesehen: sehr spannend, sehr komplex. Da das zu entwickelnde Projekt auch die Erstellung einer praktischen Aktivität der Lernenden beinhaltete, hatte ich zunächst die Idee, dass die Personen hybride zeitgenössische Objekte suchen und fotografieren sollten und die Beziehung von sich selbst zu diesen Objekten kurz notieren sollten. Und um ganz sicher zu gehen, dass das funktioniert, bin ich es gedanklich durchgegangen. Welche Objekte würden MIR einfallen?

Mentale PAUSE. Ich dachte nach und nach – mir fiel nichts ein. Leeres Hirn. Ich dachte, dass das nicht so schwer wäre, immerhin fällt es mir in archäologischem Material AUCH nicht schwer, solche hybriden Dinge zu entdecken. Aber in meiner eigenen Umgebung? Es passierte nichts, außer dass ich plötzlich über Fusion Cuisine nachdachte und über Mode. Ich merkte, dass ich gar nciht genau sagen konnte, was meine “deutsche” (?), “mitteleuropäische” (?), “preussische” (?) Kultur sein sollte, wenn es um äußerliche Dinge ging. Objekte, die mich tagtäglich umgeben findet man ja so auf der ganzen Welt und obwohl sicher jeden seinen eigenen persönlichen Stil hat, gibt es keinen wirklichen regionalen oder gar nationalen Stil auf den ich mich berufen könnte. Ich ganz persönlich, als Mitteleuropäerin, Ostdeutsche und Preußin – alles Attribute mit denen ich durchaus leben kann und die mich meiner Meinung nach persönlich charakterisieren könnten. Aber materiell? Funktioniert es nicht.

Also ging ich einen Schritt weiter und fragte mich nach Objekten oder Hybriden, die in unserer globalisierten Welt vorkämen. Also Dinge, die für zwei unterschiedliche Kulturen stereotypisch sein können und in einem Objekt verschmolzen werden. Ich dachte an asiatische oder afrikanische Klischees, die wir im Kopf haben und über deren materielle Counterparts, die wir in unserem Leben vorfinden. Klischeebehaftete Objekte also. Die gibt es natürlich, aber kann der klischeehafte japanische Fächer über dem Couchtisch wirklich als Beipsiel für hybride materielle Kultur herhalten? Das überzeugte mich auch nicht.

An diesem Punkt begann ich schon, an meiner eigenen Idee von materieller Kultur etwas zu zweifeln. Wie kann es sein, dass ich zwar materielle Kultur im archäologischen Kontext meiner Arbeit immer wieder bearbeite, den Terminus benutze und ihn auch theoretisch unterfüttern kann – in meinem eigenen Leben aber nciht? Materielle Kultur ist ja gerade etwas, dass sich durch unser aller Leben DURCHZIEHEN sollte. Ein Konzept, dass geradezu strukturalistisch in jedermanns Leben, egal wann und wo, auftaucht und sich prinzipiell ähnlich sein sollte, wenn acuh im Ausdruck und Nutzung jeweils unterschiedlich. Gibt es heute überhaupt noch so abgrenzbare kulturelle Eigenheiten wie wir sie so oft im archäologischen AMterial zu erkennen glauben? Und sit es nicht veilleicht nur unser Blick von außen der die “fremde” “vergangene” Kultur klarer erscheinen lässt? Oder ist auch das nur eine Idee der Archäologen, die wir im Nachgang auf etwas drauflegen, das in der Sicht der vergangenen Menschen genauso hybrid und unabgrenzbar war wie unsere heutige Kultur für uns? Oder gibt es doch einen gravierenden, sichtbaren, nachweisbaren Wechsel zwischen den regionalen Kulturen und der globalisierten Welt von heute?

All diese Fragen habe ich nicht beantworten können. Aber allein schon das Nachdenken hierüber hat viele neue Türen geöffnet und Ideen generiert, die verfolgt werden wollen. Lesen und Denken wird die Folge sein. Dass meine archäologischen Ideen, Perzeptionen und Interpretationen immer auch eine Aufnahme meiner eigenen kulturellen und sogar persönlichen Sozialisierung sind, ist mir seit Langem bewusst. Aber trotzdem haben sich hier noch weitere Momente ergeben die darauf hinweisen, dass die Rückführung UNSERER Ideen auf frühere Gesellschaften /Objekte einfach zu verführerisch einfach ist. Momentan liegen daher auf meinem Schreibtisch: “Inventing the Pasts in North Central Europe“,”Envisioning the Past“, Pot/Pottery Entanglements and Network Agency“. Danach sehen wir weiter!

M. Hardt, C. Lübke & D. Schorkowitz (Ed). (2003): Inventing the Pasts in North Central Europe. The National Perception of Early Medieval History and Archaeology. Peter Lang, Bern-Frankfurt.

S.Smiles & S. Moser (Ed.) (2005): Envisioning the Past. Archaeology and the Image. Wiley-Blackwell

C.M. Watts (2008): Pot/Pottery Entanglements and Networks Agency in Late Woodland period (c AD 900-1300). BAR Interantional Series 1828.

20130527-205446.jpg

English Version

Yes, I have to admit: Coursera and other possibilities of online learning have catched my heart. After my first try with “Archaeology´s Dirty little Secrets I decided to get on with this idea and take some more online courses. So I chose Art & Inquiry: Museum Teaching Strategies for your Classroom to take as a course in July and August, that was being offered by the MOMA via Coursera. Well, I am not a teacher, but as museology and museum teaching is on my agenda on the short to middle term I tried it out. And it resulted that this course was a real gem. For me as an absolute apprentice on this field of museum teaching the “Inquiry Approach with its open questions was a fascinating experience which had many connections to my own experiences in the field and at the same time it offered many new ideas and possibilities. As a final project after four weeks of video lectures we had to choose an object to teach with, including a whole project based on the inquiry approach.

But I would like to write about here is my experience with an almost incredibly broad catalogue of questions that evolved when I was looking for suitable objects for my final project. I chose three objects, two of which could be presented as examples for certain style/culture and a third, that represented a hybrid form of the both cultures represented in the first two. Overall it was a fascinating and complex experience. And as the project had to include a practical activity, a hands-on experience for the students, I pursued the idea that they should look for hybrid objects in our own contemporary material culture and present them via photographs and descriptions. To be sure that this would work, I began to think myself: which objects would I choose form my contemporary surroundings?

So – mental pause. I thought and thought – and got to nothing. There was simply not ONE object that came to mind. I couldn’t believe it. There are always hybrid things and objects that I noted in the archaeological material and in my own context I would note – nothing? But nothing happened, except that I started thinking about Fusion Cuisine and fashion. And when I thought about it, I couldn’t say what my “German” (?), “central European” (?), “Prussian” (?) culture would be like when it came to external objects that should be representing it. The objects that surround me could be found in a similar way all around the world and although we all have a special personal style, there is no regional or national style at all. For me personally, the characterization as a East German, central European, Prussian person works. But it is not represented in an external way by objects.

So I went a little bit further and started thinking about objects or hybridisations in general, that would work as an example in a globalized world. Objects that combine the stereotypical characteristics of two cultures in one. I thought about African or Asian clichés and their  material counterparts in our lives. There are many of these but is a fake Japanese fan above the bed really an example of hybrid material culture? It didn´t convince me.

At this point I started to doubt my own idea of material culture. How could it be possible that I am perfectly able to use this terminus in my archaeological work, but not in my own life? Material culture is something that is to be found in all times and all people. An almost structuralist concept, that should be visible and similar in everybody´s life no matter time or place. Are there no cultural identifiable units as the ones we choose to see in the archaeological record? And could it be that it is only our own view from the “outside” on the archaeological material record that makes us think that “past” cultures are more or less clearly definable? Is this our archaeological viewpoint, which imposes something on a material culture that seemed as hybrid and unlimited to the “past” people as our culture seems to ourselves today? Or are there real changes between the rather regionalized cultures of the past and the contemporary rather globalized world?

I wasn´t able to respond all the questions that arose during this thinking process. But the process alone opened a lot of doors and led to new ideas that will be pursued in the next weeks and months. I have been aware for years of the fact that my archaeological ideas, my perceptions and interpretations are always a picture of my own cultural and personal socialization, too. But thinking it through for Art & Inquiry showed me that my imposition of my own ideas about and on “past” societies and/or objects seems to be so easy that it is almost an unconscious behavior. So, to get on working on this and to become even more aware, there is already a heap of books on my desk, regarding the questions of identity: “Inventing the Pasts in North Central Europe”, “Presentation in Archaeology” and “Pot/Pottery Entanglements and Networks of Agency”.

M. Hardt, C. Lübke & D. Schorkowitz (Ed). (2003): Inventing the Pasts in North Central Europe. The National Perception of Early Medieval History and Archaeology. Peter Lang, Bern-Frankfurt.

S.Smiles & S. Moser (Ed.) (2005): Envisioning the Past. Archaeology and the Image. Wiley-Blackwell

C.M. Watts (2008): Pot/Pottery Entanglements and Networks Agency in Late Woodland period (c AD 900-1300). BAR Interantional Series 1828.