Sprache der Dinge – Language of Things

Materialität, Realität und Konfliktivität in Museologie, Archäologie und anderen dinglichen Wissenschaften / Materiality, reality and conflictivity in museology, archaeology and other material sciences


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MOOC & Archäologie? Ja! aber…. / MOOC´s and Archaeology? Yes! but….

Vor einiger Zeit begann ich auf Coursera einen Kurs zum Thema Universal Heritage. Da lagen schon mehrere gute Kurse zum Thema Vorgeschichte, Museum etc. hinter mir: Natürlich Archaeologys Dirty Little Secrets der unglaublichen Sue Alcock der Brown University und die MOMA-Moocs “Art & Inquiry. Museum Teaching Strategies for your Classroom” , zum Beispiel.

Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage” wurde von der Sapienza Universität Rom angeboten und versprach eine Einführung zum Thema Heritage und Archäologie in der heutigen Zeit sowie das Erlernen digitaler Techniken in Forschung und Bewahrung archäologischer Funde. Das klang mehr als verlockend, denn geht es nicht darum, uns als Wissenschaft neu zu positionieren, eine Stellungnahme anzubieten zum Thema Geschichte, Vorgeschichte, Relevanz? Und das alles in einem MOOC! Großartig. Ich war dabei. Und dachte an Themen wie Indigene Archäologien, Heritage für alle, das Zugangs- und Bestimmungsrecht über Geschichte und die Debatten darüber, was Heritage sein sollte und wo die Grenzen liegen – sei es in Deutschland wie im Fall der dresdner Brücke oder vielleicht in Lateinamerika wo Heritage auch eine Frage von Abstammung und Recht ist.

Leider stellte sich bereits sehr schnell heraus, dass es hier nicht um die brennenden Eisen der Geschichtswissenschaften gehen würde. Ein älterer Professor brachte statisch sitzend und besonders langsam sprechend sowie unterlegt mit powerpointartigen Photos echte Gemeinplätze zum Thema Heritage vor. Schon die Einführungswoche mit dem Thema Was ist Archäologie, wo kommt sie her etc. zeigte, dass ich meine wenige Zeit eventuell doch anders verbringen sollte als mit diesem Seminar. Denn in diesem Kurs kamen gleich am Anfang Aussagen wie diese: “Archäologische Objekte können nie eine Aussage an sich sein”. Ach, tatsächlich? Objekte sind also stumme Zeugen, denen nur der Archäologe etwas entlocken kann? Ich glaube, ich habe die letzten Jahre einfach die falschen Bücher zum Thema Materialität gelesen. Dass Objekte und Materialität ein ganz eigenes, mit dem unseren verwobenes “Leben” haben – ich dachte, DAS wäre mittlerweile ein Gemeinplatz. Ist es aber wohl nicht. Deshalb möchte ich hier noch einmal Leseempfehlungen aussprechen:

Hahn, H.-P., 2014: Materielle Kultur. Eine Einführung. Reimer Verlag.

Hodder, I., 2012: Entangled. (Habe hier drüber geschrieben.)

Hodder, I. (Hrsg), 2011: The Meanings of Things.Material culture and symbolic expression. Revised edition. Routledge.

Oder, wenn es ganz schnell gehen soll, gerne auch nur die wenigen Seiten in der letzten Auflage von Eggerts “Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden.”, 2012, Seite 305 – 318.

Wer Materielle Kultur als schweigendes Zeugnis ansieht, bei dem kann auch Heritage und all die komplexen Fragen hierbei nicht wirklich schwierig vorkommen. Logisch, oder? Da restauriert man und gibt es zurück an die Menschheit. Fertig ist die Laube! (Entschuldigung, ich verkürze und pointiere natürlich.)

Ganz ähnlich, aber auch ganz anders erging es mir mit dem MOOC zu Paläoanthropologie, der schick gemacht und sehr spannend war. Reisen nach Südafrika, in Labore, viele Interviews mit Forschern zum Thema und besonders wichtig, wie ich fand: WARUM machen diese Menschen, diese Forscher, das? Warum haben sie sich dafür entschieden, wie sind sie dazu gekommen und warum sind sie dabei geblieben? Brennende Fragen, denn sie rühren ja an das Grundthema von Wissenschaft: Warum mache ich das? Warum nehme ich viel Arbeit, und ja, auch Entbehrungen auf mich? Es war sehr spannend, Intervierws dazu zu hören. Mit Wissenschaftlern, mit Studierenden.

Wie sich in den Interviews herausstellte, war der Abenteuerfaktor ein großes Thema. Dass es so toll wäre, rund um die Welt zu reisen und spannende Dinge zu tun. Und ich bin mir ganz sicher, dass das für uns alle ein großer Faktor ist. Aber es gibt auch andere Gründe. Gründe, die unsere Forschung für viele Menschen zu einem Thema machen (können). Gerade bei der Erforschung der ersten Menschen steckt soviel drin! Hier kam es leider sehr wenig zur Sprache, bzw. es wurde wenig nachgefragt und hinterfragt. Ebenso wie das möglicherweise kontroverse Thema „Nordamerikanische Forschung in einem afrikanischen Land“. Interviewt wurden nämlich fast ausschließlich weiße, nordamerikanische Forscher. Die dann in Südafrika eine Forschung durchführen. Also, selbst als Laie würde ich sagen, da steckt einiges an Konfliktpotential drin, selbst wenn man mal Themen wie Kreationismus und Bibelgläubigkeit oder Koranfestigkeit außer acht lässt, die sicher auch kontroverse Debatten zum Thema „Hominiden“ bieten.

Ich war doch erstaunt war, dass diese Themen komplett ausgespart wurden. Das war allerdings auch schon bei ADLS aufgefallen und ich frage mich: lassen die Universitäten hier Themen aus? Gibt es Themen, die ausgespart werden, weil sie zu kontrovers sind? Oder ist es eine Art Selbstzensur der beteiligten Wissenschaftler? Wer als Forscher*in in Ägypten, Jordanien, der Karibik zu tun hat, dem glaube ich nicht, dass da keine Erfahrungen sind. Und Meinungen. Diskurse.

Und darum finde ich mittlerweile: MOOCs und Archäologie – unbedingt. Bitte! Viel davon, in verschiedensten Facetten! Aber bitte, nicht die schwierigen, kontroversen Fragen aussparen. Finanzierungen, Streits um Deutungshoheit, all das sollte auch mal vorkommen dürfen. Hier möchte ich ganz deutlich sagen, dass ich es immer wieder und immer noch sehr wichtig finde, dass wir auch diese Themen, die sich ja aus unserer Geschichte und Forschungsgeschichte ergeben, auch angehen. Dass wir sie erwähnen und die momentan dazu im Raum stehenden kontroversen Ideen erklären und weiterführen. Das ist unangenehm und es kann sehr sehr anstrengend sein – gerade wenn die Gegenseite, Laien, indigene Gruppen, werauchimmer, darauf auch kontrovers antworten und tatsächlich eine MEINUNG zu unserer Forschung haben. Aber genau darum geht es: um Kommunikation. Und das ist keine Einbahnstraße.

MOOCs zum Thema Archäologie und angrenzenden Gebieten in den letzten 12-15 Monaten:

Sapienza University of Rome on Coursera: Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage

University of Buckingham on Iversity: Stonehenge.

ZEIT-Akademie: Archäologie

University of Wisconsin on Coursera: Human Evolution: Past and Future.

Brown University on Coursera: Archaeology´s Dirty Little Secrets

 ENGLISH VERSION

Some time ago, I started a course on the topic of Universal Heritage at Coursera. This was at a point when  I had already passed through several good MOOCs on the topic of prehistory, museums and archaeology.: of course Archaeologys Dirty Little Secrets of the incredible Sue Alcock of Brown University, and the MOMA-Moocs “Art & Inquiry. Museum Teaching Strategien for your classroom”.

This specific MOOC, “Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage”, was presented by the Sapienza University of Rome and promsied to be an introduction on the topic of Heritage and Archaeology in modern times as well as tools for learning digital techniques in the investigation and preservation of archaeological finds. That sounded very promising. All these topics together in one MOOC: Heritage, preservation, techniques, prehistory. What came to my mind was: Indigenous Archaeology, Heritage for everybody, the access and interpretation of Prehistory and the debates about what heritage exactly is and what it could or should be. And what its limits are – be it in Germany in the case of the bridge in Dresden or maybe in Latinamerica where Heritage includes questions of descendance and birthright.

Unfortunately, I never made it to the “technical” section of the MOOC because the first sessions started with an introduction held by an elderly professor who stated, slowly speaking and with a background of powerpoint-y photos such common place enunciations about arcaheology and heritage that I decided to leave it right there. Because of phrases like: “Archaeological objects can never be a statement in themselves”. Oh, really? Objects are silent witnesses, then, and only an archaeologist might get something out of them? It seems that I´ve read the wrong books on materiality lately. That objects and materiality lead their own life, intertwined with ours, I thought that would be common place. Seems, it is not. And who sees material culture as silent witness, perceives heritage and all the complex issues associated with it as one simple thing: restaure it (HOW? WHY?), give it back (To WHOM?) – and that´s it! (I am sorry, I really DO abbreviate here.).

Similarly, although in a different way, was the experience with the MOOC on Paleoanthropology, offered by the University of Wisconsin, that was very well made and included a wide range of fascinating topics. Travelling to South Africa, visits to excavations, interviews with actual paleoanthropologists! Information on the evolution of humans! Laboratory time! And, what impressed me most was: the MOOC put an emphasis on personal experiences. Why do all these people work as paleoanthropologists? What lead them to choose this career? Why did they go on? Arduent questions because they touch the bases of scientific research: Why do I do this? Why do I spend so much time and energy on it? It was absolutely fascinating to go through these interviews with scientists and students. In the end, it turned out that the “adventure factor” was a major topic for all of them. That it´s so great to travel round the wourld and do exciting, adventurous things. And I am sure that this is a major thing for all of us. But there area other reasons as well. Reasons that (can) make our investigation a relevant topic to many other people. And the evolution of humanity is such a fascinating topic! But I would have been happy to see other subjects covered as well.

In all these interviews, as in all other MOOCs as well, controversial topics were ignored. This focus on rather “pleasant” topics in a MOOC has been present in every single one of them. Controversial subjects are being left out completely. Is this part of the official idea of doing a MOOC? Are the universities involved or is it the scientists themselves that exclude these topics in order to create a more “harmonious” MOOC? I assume that investigators working in countries like Egypt, Jordan, South Africa or the Caribbean have some opinions on controversial archaeological subjects in their study regions?! There have to be experiences, opinions, discourses? And that is why I came to think about MOOCs and Archaeology as a complicated subject.

Archaeology & MOOCs – great! But please, don´t exclude controversial topics. Let´s be more open about the subjects that concern scientists and other people alike. Let´s face difficult questions on participation as well, not only the nicer, more adventurous subjects. Problems of financiation, the power and access to interpretation – all these should have their own space in the MOOCs as well, among others. These topics, that accompany Archaeology for as long as it exists should have a right to appear and to be discussed in MOOCs. Especially there, because of their open and interactive online nature! Why don´t discuss the controversial ideas as well as the “harmonious” ones? Yes, this can be more unpleasant and time consuming than just talking about our latest adventure in the jungle, but it may be more fructiferous, as well. Many people have opinions on archaeology. And we can learn how to listen to them and interact. Because this is the point: communication! This is not a One-Way Road.

MOOCs on Archaeology and similar topics in the last 12-15 months, partially covered in this blog:

Sapienza University of Rome on Coursera: Recovering the Humankind´s Past and Saving the Universal Heritage

University of Buckingham on Iversity: Stonehenge.

ZEIT-Akademie: Archäologie

University of Wisconsin on Coursera: Human Evolution: Past and Future.

Brown University on Coursera: Archaeology´s Dirty Little Secrets

 

 

 


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Stonehenge MOOC bei Iversity: ein gemischtes Vergnügen / The Stonehenge MOOC at Iversity: mixed feelings.

Die Wahrheit über Stonehenge von Schebacca!

und von FishDish!

Die Fotos oben zeigen, dass Stonehenge in unserem kulturellen Gedächtnis GANZ weit oben steht. Weiter oben als das Forum Romanum und wahrscheinlich genausoweit wie die Pyramiden. Witzchen, Fotos, Weiterverarbeitung von Stonehenge in unserem Alltag sind immer da und werden von jedem verstanden. Faszinierend. Es gibt sogar ein Stonehenge-Spiele-Set, das ich unserem Hausflur fand. Gesellschaftsspiele mit Druiden und Sarsensteinen… dazu gehört schon einiges an Popularität.

In den letzten beiden Monaten habe ich einen MOOC bei Iversity.org belegt – einem Anbieter von MOOCs bei dem ich vorher noch nie unterwegs war. Gratis, wie viele MOOC-Anbieter, und interaktiv. Der Kurs zum Thema Stonehenge kam mir gerade recht, denn Stonehenge ist ja, wie gesagt, als eins DAS der bekanntesten archäologischen Zeugnisse weltweit natürlich geradezu prädestiniert dazu, etwas über die Vorgeschichte und ihren Einfluss auf unsere heutige Gesellschaft und ihren Umgang mit der Vorgeschichte zu sagen. Was auch eines der Ziele und  Anspruch des Kurses war: die gesellschaftlichen Umgänge mit Stonehenge und unseren persönlichen Zugang dazu kennenzulernen.

Generell ist es so, dass Iversity anders arbeitet als etwa Coursera. Die Aufteilung der Kurse ist nicht strikt in einen Video-Bereich, einen Materialien- und einen Chat-Bereich getrennt: hier gibt es Materialien, Videos, weiterführende Links und den Kontakt zu anderen Studierenden alles auf einer Seite. Video gucken und gleichzeitig die Fragen der Mitstudierenden lesen und durch weiterführende Medien scrollen? Kein Problem! Das war eine schöne Erfahrung, allerdings bietet Iversity im Gegenzug keine App, was für mich als Menschen mit wenig Freizeit schwierig ist. Ich sehr & höre meine MOOCs sehr gerne auf dem Arbeitsweg, zum Beispiel. Dafür brauche ich jedoch eine App, da mein Empfang gerade im ÖPNV teilweise sehr schlecht ist. Das ist für mich ein definitiver Nachteil.

Aber gut. Schau ich die Videos eben unregelmäßig abends zuhause, zumal sich dieser MOOC auch für sehr kurze Sequenzen (zwischen 2-3 Minuten) entschieden hat. Dies bedeutet, dass man relativ fix auf den Punkt kommt und es nicht lange dauert. Allerdings ist es immer von Nachteil wenn die Videos ins Hörsälen mit schlechter Akustik aufgenommen werden, mal ganz abgesehen vom unglaublichen Charme dieser weißgestrichenen Säle und Pulte. Geräusche von außerhalb des Hörsaals sind ebenfalls zu hören – das alles ist so mittelschön. Was man ebenfalls lernt (und das war nun schon in einigen MOOCs zu sehen) ist, dass die Büros der gefilmten Professoren nur so halb gemütlich sind. Heizungsrohre, schlechte Akustik, der Charme eines Toilettenhäuschens – da war schon alles dabei. Das mögen visuelle Nebensächlichkeiten sein wenn man wirkliche etwas LERNEN will, aber bei einem Video stört es eben doch. Nur scheint das noch nicht bei den Filmenden angekommen zu sein. Soweit also das Drumherum des Kurses.

Stonehenge bot zunächst eine Einführung in die Geschichte des Fundortes – und zwar sowohl der prähistorischen als auch der Forschungsgeschichte. Schön kurze Sequenzen, teils aus dem Büro und teils vor Ort (also in Stonehenge) gefilmt. Informatives über die Entstehung von Stonehenge, die landschaftliche Einbettung und die ersten und derzeitigen Forschungen. Der zweite Teil des Kurses bestand dann daraus, die diversen künstlerischen und gesellschaftlichen Kontexte, in denen Stonehenge aufscheint, zu zeigen und ihre Diversität darzustellen. Das wurde auch gemacht, denn über Lyrik, Musik, Architektur und Literatur war alles dabei. Auch die Bedeutung für einige neuere NEW-AGE-angehauchte Religionen wurde angerissen ebenso wie die Bedeutung des Tourismus.

Da blieb der Kurs jedoch leider stehen. Es ist schön zu wissen, dass die Beatles und Rolling Stones Stonehenge besucht haben und das diverse Künstler Stonehenge in ihrem Werk bearbeitet haben. Dass es eine Diskussion über die Ausstellung von Knochen im neuen Besuchercenter gibt. WARUM jedoch haben sie das getan? Welche soziokulturelle Funktion erfüllte der Fundort für die jeweilige Zeit? Wie ändert sich die Bedeutung des Fundortes oder gibt es mehrere, gleichzeitige, je nachdem wen man fragt? Antworten hierzu wurden entweder angedeutet oder erschlossen sich aus Nebensätzen. Symbol für Britannien – Symbol für die neue Ära des Wassermannes – Symbol für das, was Menschen gemeinsam erreichen können. Undsoweiter. Leider wurden sie jedoch nicht explizit angegangen. Nicht, dass ich hier eine stundenlange Abhandlung möchte, aber eine explizitere Wortwahl würde es auch tun. Oder das Einladen von Menschen, die eben eine andere Meinung zu Stonehenge haben als die den MOOC ausrichtende Universität von Buckingham.

Dieser Teil der “social Responses” wurde also zwar durchgezogen, aber so kurz gehalten dass man am Ende nichts weiter hat als einen Überblick über die einzelnen Werke und/oder Gruppen für die Stonehenge Bedeutung/en hat. Insofern ist “Stonehenge” zwar ein informativer Kurs gewesen, aber mehr als das eben auch nicht.

ENGLISH VERSION

The truth about Stonehenge:

and from FishDish!

The photos above indicate that Stonehenge occupies a major place in our cultural memory. Higher than possibly the Forum Romanum and at least as high as the pyramids. Jokes, photos and everyday versions of Stonehenge in our everyday life are commonplace. Everybody with a Western background gets what they are about. Its fascinating. There is even a Stonehenge-play that I found at our entrance door one day.

In the last two months I have been attending a MOOC at Iversity.org – a website offering MOOCs that I hadn’t previously tried out. Its free, as so many MOOCs are and very interactive. The course on Stonehenge sounded great because Stonehenge is, as I mentioned, one of THE most known archaeological sites worldwide. And its predestined to serve as a background when you want to get a message on prehistory and its influence on todays life & the arts across. Because that was one of the self declared goals of the MOOC: to show the ways modern society responded and interacted with the archaeological site of Stonehenge.

In a general way, Iversity works slightly different than Coursera (which I attend mostly). The course presentation has no clear cuts between the course videos, links and the contact area to other students. Here, its all in one. You may watch the video and have a look at the links and other materials, or chat with other students at the same time. Thats nice! But unfortunately Iversity doesn’t offer any app until now, so viewing the videos on my way to work is out of the question. Thats rather a backdrop for people who don’t have much time (like me) and like to have access to the videos whenever they get time to do this.

But well, I´ll see the videos at home at night, even more so because this MOOC decided to offer very short video sequences, about 2-3 minutes long instead of the usual 15-20 minutes. That means that Dr. Graeme Davis gets right to the point and concentrates on the essential. But its always a visual disadvantage if you shoot the videos at the auditorium at the  University where there´s always bad acoustics. And the unconvincing atmosphere of these white washed halls is another point. You hear everything from outside the auditorium, so all this is not very welcoming. What you´ll also learn (and I saw this at various MOOCs already) is that the offices of the lecturers are not very cosy as well. Heating pipes, bad acoustics, the charm of a restroom  – I have seen quite a few things up to now. These may be visual negligibilities if you want to learn something, but in a video these things are likely to deflect you from the content of the MOOC.

Stonehenge offered firstly an introduction of the history of the site – the evolution of the prehistoric site as well as a history of the investigations at Stonehenge and its surrounding landscape. The sequences have been filmed at the University as well as on site, and you’ll learn many things about the formation of Stonehenge, its landscape surroundings and the first and contemporary investigations. The second part of the MOOC consisted in presenting the various responses that evolved to Stonehenge, be it in the arts, architecture, literature and society in general. There was a wide diversity of responses and quite a few of them were presented in the MOOC – even the meaning it has for some New Age religions and the importance of tourism for the whole region.

But that was where the course stopped. Unfortunately. Its nice to know that the Beatles and the Rolling Stones visited Stonehenge and that various artists used Stonehenge in their art or used it as an inspiration. And its cool to know that there was a lively debate on the exposition of prehistoric human bones at the new Stonehenge visitor center by Neo-Druid-inspired groups and the public in general.

But: WHY did the artists and the public in general respond in their specific ways to Stonehenge? What sociocultural function did the site fulfill during the various phases of response that it received? Are there changing meanings to the site or may there be various at the same time, depending on whom you ask? The answers to these questions were only partially given or could be deduced from half sentences. A symbol for Britania – a symbol for the new era of Aquarius – a symbol for what people can do when working together. And so forth. But the meaning were in no way attacked directly. Dr. Davis settled for the explanation that Stonehenge attracts people pecause it remands us of what people can do when working together, so that would be the basic explanation of Stonehenge´s fascination of the times. Hm, well. Its not that I would like to wish a two hour sermon on the diverse meanings of Stonehenge, but some more explicit and detailed words would have been nice. Or how about inviting people that have another perception of Stonehenge than archaeologists have? Also, I was rather surprised to hear sentences like that one of the “stranger uses” of Stonehenge has been its reception in contemporary architecture. Whats so surprising about Stonehenge being an inspiration to architects?

So, this part of “social responses” has been present, but it was rather short, giving you an overview of the works and / or groups that “use” Stonehenge in certain ways. Stonehenge has thus been an informative nice course, but nothing that I would consider doing again.


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E-Learning & Digital Cultures #edcmooc : we´re right into week 2!

I tried to take this Mooc “E-Learning and Digital Cultures” on Coursera before, but hadn’t got the time to finish. Its quite different from other Moocs I´ve taken so far because it´s more independent. You´ve to read some resources, but there are only a few video lectures and you´re rather on your own to think, connect with other people and think again.

In a way, it requires more energy although not more time. The first block of the MOOC is on Utopias and Dystopias, making you think about the future of the digital world. Is it good, bad, indifferent? These days, I thought a lot about this because I became acutely aware of how many people are out there without access to social media that I am using rather frequently. Its because they don’t feel the need to use them, but rather use the email/letter/telephone way. So, the first two weeks of the MOOC are hitting bottom with me right now. And even more when you have a look at the videos that are part of the thinking process: pure & thoughtful reflections of our ideas on the digital age – right now and in the future.

Moreover, when today I registered for Re:publica 2015. And thinking of setting something up (a panel? a session? a paper?) I found it rather distressing to realize how few people in my surrounding are into this digital spaces of expressing oneself and feeling that theres a relevance to it. So, this time #edcmooc might have a better chance of surviving my precious spare time and being thought through!


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Online weiterbilden – Wissenschaftliches Schreiben / Online Education: Scientific Writing.

Im Rahmen von Fortbildung und Co. stand es wieder im Raum: das klare wissenschaftliche Schreiben. Seit Jahren publiziere ich immer wieder und mit der Zeit lernt man logischerweise auch ungefähr, worum es dabei geht: klares, prägnantes Schreiben und klare Aussagen. Erschwerend kommt hinzu, dass Schreiben in drei Sprachen auch drei unterschiedliche Schreibkonzepte beinhaltet.

 

Da seit einiger Zeit auch Anfragen für Gutachten bei mir eintreffen, fällt  mir das Ganze noch mehr ins Auge: einige Menschen, deren Artikel da eintreffen, haben Schwierigkeiten ihre Ideen auf den Punkt zu bringen – und zwar so dass der nicht eingeweihte Leser auch begreift worum es gehen soll, woher die Daten kommen und was das Spezielle an genau dieser Forschung sein soll. Durch das Begutachten lerne ich auch für meine eigenen Texte, aber  – ein bisschen Hilfe kann nie schaden. Es doch noch etwas mehr auf dem Punkt bringen. Es noch ein bisschen prägnanter formulieren. Das geht doch immer, oder?

 

Also habe ich mich für einen Kurs im wissenschaftlichen Schreiben eingeschrieben, der über OpenEdx angeboten wird. Veranstaltet von der Stanford University, hatte es mich schon länger interessiert, wo denn nun hier die Unterschiede zu Coursera liegen sollen, bei denen ich schon einige Kurse durchhabe. OpenEdx hat natürlich ein anderes Layout etc., ansonsten liegt der Unterschied vor allem darin, dass die angebotenen Kurse von der Stanford University stammen und das Spektrum der Kurse daher etwas kleiner ist als bei Coursera, wo über 60 weltweite Universitäten mitmachen.

 

Der Kurs an sich ist wie üblich in mehrere Unterrichtseinheiten aufgeteilt, die wöchentlich strukturiert sind. Momentan liegen wir bei Woche 4 von 8 und sprechen über die korrekte Punktuation, Paragraphenstruktur und ähnliches. Zu fast jedem Video gibt´s ein Quiz, einen Wochenaufgabe und auch 3 Essays, die über das Peer-Review-Verafhren bewertet werden. Die Struktur und der Aufbau sind also ähnlich dem von Coursera und auch die vergebenen Zertifikate werden nach “Teilgenommen” (70/100 Punkten) und “Ausgezeichnet” (ab 90/100 Punkten) verteilt. Etwas unübersichtlicher finde ich den Seitenaufbau von OpenEdx, aber daran gewöhnt man sich. Die Verteilung der Informationen erfordert etwas Eingewöhnung – sehr angenehm finde ich aber das Tool zur Peer Review. Im gegensatz zu Coursera kann man hier die Texte der Mitstudenten mit einem Korrekturprogramm direkt kommentieren oder nachvollziehbar ändern. Prinzipiell allerdings habe ich das Gefühl, dass hier weniger Aufwand für den Kurs betrieben wurde als bei vielen Coursera-Kursen, die gerne nicht nur per Powerpoint und Erzähler, sondern per Animation, Videos, Interviews und interaktiven Gadgets arbeiten. Klar offeriert auch Coursera Kurse die ausschließlich aus Powerpoint bestehen, aber da dran zu bleiben erfordert wirklich viel Liebe zum Kursthema. Sicher werde ich auf OpenEdx noch andere Kurse probieren um zu sehen ob das nun der Durchschnitt ist oder ein visueller “Ausrutscher“, aber da die angebotenen anderen Kurse sich gerade eher um Quantenphysik als um Geisteswissenschaften drehen, wird es nicht sofort etwas werden.

 

Seit den ersten Videos und Übungen muss ich aber sagen: es hilft. Ungemein sogar, denn alles Gelernte kann ich praktisch sofort umsetzen – hier im Blog oder Gutachten oder meinen eigenen Texten, kurzen und längeren. Da es hauptsächlich um den Umgang mit Texten in Artzikellänge oder etwas kürzer geht, hilft es mir in vielen Fällen weiter, aber die Umsetzung eines klaren Paragraphen mit deutlicher Struktur ist etwas, das man auch in Büchern anwenden könnte. Dafür sei dem Kurs vielen Dank!

1b Pacajes

 

 

 

 

 

 

 

 

ENGLISH VERSION

 

When it comes to online education I am continously searching for new courses to take. And a real priority for me is clear and concise writing. I have been publishing for some years now, mainly articles, and during these years I learned how to write precisely and to the point. But writing in three different languages requires always the problem that there are different writing traditions involved when it comes to style, phrasing and the like.

 

For some time there have been requests for evaluations, too. And that is the point where it becomes even clearer: some people have serious problems of getting to the point in scientific writing. Getting to the point in a way so that their readers will understand what´s the article about, where the data come from and what´s the central point of the investigation?! While evaluating these works I learn(ed) a lot about my own writing and am continuously working to become a better writer. But its always possible to be a little bit more concise, a little bit shorter, a little bit better – isn’t it?

 

So I got this course on Scientific Writing on OpendEdx. OpenEdx offers courses from the Stanford University and I had wondered for some months where the difference to Coursera may be. As I have taken some courses on Coursera at the last months, the difference first lies in the layout. But that is surely only a superficial difference; the important ones are underneath the surface. First: OpenEdx offers fewer courses and is – at least right now – more centered on natural sciences, especially medicine. That’s logically, when you take into account that on Coursera there are more than 80 universities involved and OpenEdx – well, its Stanford, isn’t it?

 

The course itself offers different units which follow a weekly structure. Every week has about 5 videos, almost every video goes with a quiz and there are extra essays that will be peer reviewed. Right now, we´re on week 4 and are learning about the correct punctuation, the structure of paragraphs and the like. So, the structure is similar to Coursera and the extended certificates are similarly structure, too. You earn a certificate when you get about 70 %of all available points and an “With distinction” certificate when you get more than 90%.

 

I have to admit that the layout of the website seems a little bit confusing visually, but I suppose that I´ll get adapted to that. Waht I really liked is the peer-review tool – it offers the possiblity to leave comments and text directly in the essay. Apart from that it seems that the course itself received a little less attention than the ones I took on Coursera. It contains mainly PowerPoints and a speaker, while at Coursera there is often a lot of visual gadgets, videos, interviews, animations. Of course, Coursera offers courses too that contain only PowerPoints, but its really hard to stay tuned with these. You really have to LOVE the course to finish; its easier when the course is visually more attracting. But well, its my first course on OpenEdx and I will certainly try other ones in the future to see if this is just part of THIS course or if its an overall feature.

 

The important point it that since the first videos and quizzes I feel that I am getting better at writing. It helps a lot, actually. And the best thing is: I can apply what I´ve learned directly – in this blog, in the articles, in the evaluations. But it could even be helpful with books, because classes on something like “how to structure a paragraph” can be really helpful in this. So: thanks to this course! I am looking forward for the next 4 weeks!

 


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Art & Inquiry: Denkanstöße zu materieller Kultur / Reflections on material culture

Ich muss es wohl bekennen: Coursera & Konsorten und ihre Online-Kurse haben es mir wirklich angetan. Nach meinem ersten Versuch mit Archaeology´s Dirty Little Secrets hatte ich ja angekündigt, diesen Sektor auszubauen. Das habe ich getan und einer der Kurse, die im Juli & August auf meiner Agenda standen war ein vom MOMA angebotener: “Art & Inquiry: Museum Teaching Strategies for your Classroom”. Gut, ich bin keine Lehrerin, aber ich möchte kurz- oder mittelfristig eher ins Museumsfach wechseln und Vermittlung und Kuratieren steht auf meiner Weiterbildungsliste gaaaaanz oben. Also klang der Kurs nicht schlecht, so als Einstieg. Und er war absolut umwerfend. Für mich als Vermittlungsneuling war der “Inquiry Approach” mit seinen ergebnisoffenen Fragen eine unglaublich spannende Erfahrung, die sich in einigen Teilen mit meinen selbst gemachten Vermittlungserfahrungen in der Feldarbeit deckte und mir gleichzeitig viele neue Möglichkeiten aufzeigte. Abschließendes Projekt war das Aussuchen eines Objekts oder Kunstwerks, das man in der eigenen Arbeit als Vermittlungsobjekt zu einem bestimmten Thema nutzen würde, inklusive der Erstellung eines “inquiry based” Projektes, das dieses Objekt beinhaltet.

Worüber ich hier jedoch schreiben möchte, ist der fast unglaubliche Fragenkatalog der sich ergab als ich meine Objekte für das finale Projekt auf ihre Verwendbarkeit hin abklopfte. Ich hatte 3 Objekte gewählt, von denen je zwei exemplarisch für einen archäologischen Stil/Kultur stehen konnte und ein drittes, das eine Hybridform der vorigen beiden darstellte. Hintergrund sollte die Zuordnung von Identität über Materialität sein und der Ausdruck persönlicher  Ideen über die Hybridisierung von Materialität. Ingesamt gesehen: sehr spannend, sehr komplex. Da das zu entwickelnde Projekt auch die Erstellung einer praktischen Aktivität der Lernenden beinhaltete, hatte ich zunächst die Idee, dass die Personen hybride zeitgenössische Objekte suchen und fotografieren sollten und die Beziehung von sich selbst zu diesen Objekten kurz notieren sollten. Und um ganz sicher zu gehen, dass das funktioniert, bin ich es gedanklich durchgegangen. Welche Objekte würden MIR einfallen?

Mentale PAUSE. Ich dachte nach und nach – mir fiel nichts ein. Leeres Hirn. Ich dachte, dass das nicht so schwer wäre, immerhin fällt es mir in archäologischem Material AUCH nicht schwer, solche hybriden Dinge zu entdecken. Aber in meiner eigenen Umgebung? Es passierte nichts, außer dass ich plötzlich über Fusion Cuisine nachdachte und über Mode. Ich merkte, dass ich gar nciht genau sagen konnte, was meine “deutsche” (?), “mitteleuropäische” (?), “preussische” (?) Kultur sein sollte, wenn es um äußerliche Dinge ging. Objekte, die mich tagtäglich umgeben findet man ja so auf der ganzen Welt und obwohl sicher jeden seinen eigenen persönlichen Stil hat, gibt es keinen wirklichen regionalen oder gar nationalen Stil auf den ich mich berufen könnte. Ich ganz persönlich, als Mitteleuropäerin, Ostdeutsche und Preußin – alles Attribute mit denen ich durchaus leben kann und die mich meiner Meinung nach persönlich charakterisieren könnten. Aber materiell? Funktioniert es nicht.

Also ging ich einen Schritt weiter und fragte mich nach Objekten oder Hybriden, die in unserer globalisierten Welt vorkämen. Also Dinge, die für zwei unterschiedliche Kulturen stereotypisch sein können und in einem Objekt verschmolzen werden. Ich dachte an asiatische oder afrikanische Klischees, die wir im Kopf haben und über deren materielle Counterparts, die wir in unserem Leben vorfinden. Klischeebehaftete Objekte also. Die gibt es natürlich, aber kann der klischeehafte japanische Fächer über dem Couchtisch wirklich als Beipsiel für hybride materielle Kultur herhalten? Das überzeugte mich auch nicht.

An diesem Punkt begann ich schon, an meiner eigenen Idee von materieller Kultur etwas zu zweifeln. Wie kann es sein, dass ich zwar materielle Kultur im archäologischen Kontext meiner Arbeit immer wieder bearbeite, den Terminus benutze und ihn auch theoretisch unterfüttern kann – in meinem eigenen Leben aber nciht? Materielle Kultur ist ja gerade etwas, dass sich durch unser aller Leben DURCHZIEHEN sollte. Ein Konzept, dass geradezu strukturalistisch in jedermanns Leben, egal wann und wo, auftaucht und sich prinzipiell ähnlich sein sollte, wenn acuh im Ausdruck und Nutzung jeweils unterschiedlich. Gibt es heute überhaupt noch so abgrenzbare kulturelle Eigenheiten wie wir sie so oft im archäologischen AMterial zu erkennen glauben? Und sit es nicht veilleicht nur unser Blick von außen der die “fremde” “vergangene” Kultur klarer erscheinen lässt? Oder ist auch das nur eine Idee der Archäologen, die wir im Nachgang auf etwas drauflegen, das in der Sicht der vergangenen Menschen genauso hybrid und unabgrenzbar war wie unsere heutige Kultur für uns? Oder gibt es doch einen gravierenden, sichtbaren, nachweisbaren Wechsel zwischen den regionalen Kulturen und der globalisierten Welt von heute?

All diese Fragen habe ich nicht beantworten können. Aber allein schon das Nachdenken hierüber hat viele neue Türen geöffnet und Ideen generiert, die verfolgt werden wollen. Lesen und Denken wird die Folge sein. Dass meine archäologischen Ideen, Perzeptionen und Interpretationen immer auch eine Aufnahme meiner eigenen kulturellen und sogar persönlichen Sozialisierung sind, ist mir seit Langem bewusst. Aber trotzdem haben sich hier noch weitere Momente ergeben die darauf hinweisen, dass die Rückführung UNSERER Ideen auf frühere Gesellschaften /Objekte einfach zu verführerisch einfach ist. Momentan liegen daher auf meinem Schreibtisch: “Inventing the Pasts in North Central Europe“,”Envisioning the Past“, Pot/Pottery Entanglements and Network Agency“. Danach sehen wir weiter!

M. Hardt, C. Lübke & D. Schorkowitz (Ed). (2003): Inventing the Pasts in North Central Europe. The National Perception of Early Medieval History and Archaeology. Peter Lang, Bern-Frankfurt.

S.Smiles & S. Moser (Ed.) (2005): Envisioning the Past. Archaeology and the Image. Wiley-Blackwell

C.M. Watts (2008): Pot/Pottery Entanglements and Networks Agency in Late Woodland period (c AD 900-1300). BAR Interantional Series 1828.

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English Version

Yes, I have to admit: Coursera and other possibilities of online learning have catched my heart. After my first try with “Archaeology´s Dirty little Secrets I decided to get on with this idea and take some more online courses. So I chose Art & Inquiry: Museum Teaching Strategies for your Classroom to take as a course in July and August, that was being offered by the MOMA via Coursera. Well, I am not a teacher, but as museology and museum teaching is on my agenda on the short to middle term I tried it out. And it resulted that this course was a real gem. For me as an absolute apprentice on this field of museum teaching the “Inquiry Approach with its open questions was a fascinating experience which had many connections to my own experiences in the field and at the same time it offered many new ideas and possibilities. As a final project after four weeks of video lectures we had to choose an object to teach with, including a whole project based on the inquiry approach.

But I would like to write about here is my experience with an almost incredibly broad catalogue of questions that evolved when I was looking for suitable objects for my final project. I chose three objects, two of which could be presented as examples for certain style/culture and a third, that represented a hybrid form of the both cultures represented in the first two. Overall it was a fascinating and complex experience. And as the project had to include a practical activity, a hands-on experience for the students, I pursued the idea that they should look for hybrid objects in our own contemporary material culture and present them via photographs and descriptions. To be sure that this would work, I began to think myself: which objects would I choose form my contemporary surroundings?

So – mental pause. I thought and thought – and got to nothing. There was simply not ONE object that came to mind. I couldn’t believe it. There are always hybrid things and objects that I noted in the archaeological material and in my own context I would note – nothing? But nothing happened, except that I started thinking about Fusion Cuisine and fashion. And when I thought about it, I couldn’t say what my “German” (?), “central European” (?), “Prussian” (?) culture would be like when it came to external objects that should be representing it. The objects that surround me could be found in a similar way all around the world and although we all have a special personal style, there is no regional or national style at all. For me personally, the characterization as a East German, central European, Prussian person works. But it is not represented in an external way by objects.

So I went a little bit further and started thinking about objects or hybridisations in general, that would work as an example in a globalized world. Objects that combine the stereotypical characteristics of two cultures in one. I thought about African or Asian clichés and their  material counterparts in our lives. There are many of these but is a fake Japanese fan above the bed really an example of hybrid material culture? It didn´t convince me.

At this point I started to doubt my own idea of material culture. How could it be possible that I am perfectly able to use this terminus in my archaeological work, but not in my own life? Material culture is something that is to be found in all times and all people. An almost structuralist concept, that should be visible and similar in everybody´s life no matter time or place. Are there no cultural identifiable units as the ones we choose to see in the archaeological record? And could it be that it is only our own view from the “outside” on the archaeological material record that makes us think that “past” cultures are more or less clearly definable? Is this our archaeological viewpoint, which imposes something on a material culture that seemed as hybrid and unlimited to the “past” people as our culture seems to ourselves today? Or are there real changes between the rather regionalized cultures of the past and the contemporary rather globalized world?

I wasn´t able to respond all the questions that arose during this thinking process. But the process alone opened a lot of doors and led to new ideas that will be pursued in the next weeks and months. I have been aware for years of the fact that my archaeological ideas, my perceptions and interpretations are always a picture of my own cultural and personal socialization, too. But thinking it through for Art & Inquiry showed me that my imposition of my own ideas about and on “past” societies and/or objects seems to be so easy that it is almost an unconscious behavior. So, to get on working on this and to become even more aware, there is already a heap of books on my desk, regarding the questions of identity: “Inventing the Pasts in North Central Europe”, “Presentation in Archaeology” and “Pot/Pottery Entanglements and Networks of Agency”.

M. Hardt, C. Lübke & D. Schorkowitz (Ed). (2003): Inventing the Pasts in North Central Europe. The National Perception of Early Medieval History and Archaeology. Peter Lang, Bern-Frankfurt.

S.Smiles & S. Moser (Ed.) (2005): Envisioning the Past. Archaeology and the Image. Wiley-Blackwell

C.M. Watts (2008): Pot/Pottery Entanglements and Networks Agency in Late Woodland period (c AD 900-1300). BAR Interantional Series 1828.


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Die Vergangenheit gehört allen?! oder: “Who owns the Past?”

“Who owns the Past?” ist eine Frage, die locker mal 206.000.000 Antworten bei Google erhält. Und das nur im englischsprachigen Netz. Denn das Thema ist genauso gut und vielleicht noch brisanter für Regionen, in denen Vergangenheit durch archäologische Forschungen lange kolonialisiert wurde und in denen die Archäologie als elitäre Wissenschaft regionale Bevölkerungsgruppen geradezu ausschloß. Es sind meiner Meinung nach die Begleiterscheinungen postkolonialer Zeiten, die die Frage „Who owns the Past?“ in diesen Regionen zu einem sensiblen Dauerbrenner gemacht hat.

Post-koloniale Archäologie ist in diesen Ländern und Regionen nicht nur eine von außen herangetragene Idee, dass nun lokale Akteure stärker eingebunden werden sollten, sondern die konkrete Möglichkeit, dass hier neue Wege der Partizipation ausprobiert werden sollten. Es geht um die Ausbildung eigener Archäologen, um das Erarbeiten und Probieren eigener archäologischer Herangehensweisen. Es geht um die Einbindung lokaler Akteure, ihrer Wünsche und Forderungen. Und es geht darum, mit archäologischen Projekten, abgesehen von den wissenschaftlichen Aspekten, Antworten auf Fragen von Identität, Gleichberechtigung und Verbesserung der Lebensumstände zu geben. (siehe hierzu auch für alle spanisch sprechenden Leser die Sonderausgabe der Chungará in der Literaturliste am Ende des Posts).

Diese Form der Archäologie ist natürlich nicht nur in post-kolonialen Regionen der Erde präsent sondern genauso in Europa, wo die Einbindung lokaler Akteure in den letzten Jahren ein wichtiger Teil archäologischer Arbeit geworden ist. Aber der Großteil postkolonialer Archäologie findet eben doch in außereuropäischen Regionen statt. Und ist dort ein sensibles, konfliktgeladenes Thema. „Vergangenheit“ ist ein Thema, dass jeden Menschen berührt, weil jeder eine Vergangenheit besitzt. Und nicht nur seine eigene, sondern durch orale Übermittlung, schulisches Lernen und kulturelles Umfeld auch eine Gruppenvergangenheit. Und diese, selbst empfundene, Vergangenheit kann stark von der von Archäologen präsentierten Variante variieren. Dieses Problem lösen zu wollen bzw. Denkanstöße zu vermitteln ist einer der Ansätze der postkolonialen Archäologie.

Indigenous Archaeology ist ein Zweig der der postkolonialen Archäologie, der daraufhin arbeitet indigene Gruppen ganz gezielt zu integrieren – in die Feldarbeit, in die Archäologie als Studienfach, in die Ausarbeitung der Ergebnisse und v.a. der Vermittlung der Ergebnisse und deren Nutzung für künftige Generationen. Es geht also um eine Interaktion auf gleicher Ebene, nicht von oben nach unten. Und da das vielen Archäologen mittlerweile wichtig ist und sie Aspekte dieser Arbeit in ihre Projekte integrieren, hat sich auch einiges innerhalb der Feldarbeit geändert.

Ich selbst stand, ganz mitteleuropäische Archäologin, vor einigen Jahren ungläubig vor einem Beitrag in einem Sammelband zu postkolonialer Archäologie, in dem eine Archäologin indigener Abstammung beschrieb, wie sie ihre Grabungen nun in runden, statt in quadratischen oder rechteckigen Grabungseinheiten durchführte. Es hatte was mit der anzestralen Idee des runden Hauses in ihrer Ursprungskultur zu tun, wenn ich mich recht erinnere. Und die Frage ist ja: so abstrus mir das vorkommt, wie viel Recht habe ich, ihr diese Idee abzusprechen? Auf welchem Niveau diskutiert man hier? Da kommen nicht nur wissenschaftliche, sondern auch ganz persönliche Fragen hoch. Und das ist einer der großen Kritikpunkte, die in diesem Blogbeitrag formuliert werden. Der Autor hat durchaus an einigen Punkten in seiner Kritik recht, natürlich ist fast jede „Post“-Richtung sehr politisch. Problematisch ist aber meiner Meinung nach genau die Frage OB es eine Archäologie oder generell Wissenschaft geben kann, die unpolitisch ist. Ich glaube nicht. Jede wissenschaftliche Arbeit ist gewollt oder ungewollt politisch, selbst wenn es der Forscher gar nicht möchte. Auch wenn wir uns GEGEN eine politische Nutzung unserer Arbeiten aussprechen ist schon diese Meinung eine politische Äußerung in ihrer eigenen Art.

Und abgesehen von eher formalen Aspekten postkolonialer und indigener Archäologie wie der Form der Grabungseinheiten – wie gehen wir als europäische oder „weiße“ Archäologen mit dem Thema um? Rassistische Konzepte und soziale Klischees greifen hier auf verschiedenen Seiten. Auch Archäologen, die selber aus postkolonialen Ländern stammen werden z.T. aufgrund ihrer helleren oder dunkleren Hautfarbe in einigen Regionen ihrer Heimatländer NICHT als Gleichberechtigte wahrgenommen. Wie geht man mit diesen problematischen Situationen um? Vorkommnisse aus 500 Jahren Kolonialgeschichte können in einem einzigen archäologischen Projekt sowieso nicht finanziell oder persönlich aufgearbeitet werden. Und: es funktioniert so auch nicht. Aber das ist schwierig zu vermitteln, viel schwieriger als Vergangenheit an sich.

Für mich persönlich als Mitteleuropäerin bedeutet die Arbeit in Südamerika auch viel Selbstreflektion. Natürlich braucht jeder Wissenschaftler Selbstreflektion, auch wenn er/sie im eigenen Land arbeitet, aber wenn zur wissenschaftlichen Arbeit an sich und der Vermittlung dieser Arbeit auch noch koloniale “Rechnungen” hinzukommen, dann verwirrt sich alles noch mehr. Postkoloniale und indigene Archäologie schärfen den Blick für eigene kulturelle Klischees und Wahrnehmungsformen. Und sie öffnen die Augen für andere Wahrnehmungen von Wissenschaft und Vergangenheit. Die Frage ist, wieweit wir diese anderen Wege gehen können und wollen – das muss jeder Archäologe für sich entscheiden. Ich halte es aber für entscheidend sich zunächst über das Problem an sich im Klaren zu sein um dann eine Entscheidung treffen zu können.

Die Frage “Who owns the Past?” wird also in den letzten Jahrzehnten zunehmend und von vielen Personen und Gruppen gestellt. Und sie wird, wie neulich in einem Coursera-Kurs zu Archäologie von den Archäologen selbst sehr sehr zurückhaltend und diplomatisch beantwortet. Es geht um Artefakte, um Erhaltungsmöglichkeiten, um die Einbindung vieler verschiedener Gruppen – wissenschaftlicher, regionaler, ethnischer. Aber es geht nur ganz am Rand bei einigen der Befragten um die implizierten Gruppen – die Wissenschaftler, die lokalen Akteure, die Anwohner. Es ist schwierig die Balance zu finden zwischen unserem archäologischen Herz und dem Wunsch soviele Personen wie möglich in unsere Arbeit und Vermittlung einzubinden. Funde müssen bewahrt werden, aber lokale Anwohner haben eine ganze Vielzahl von nicht-archäologischen Ansichten hierzu. Entwicklung ist etwas, dass sich viele Menschen wünschen, aber Arhcäologie mag nciht immer das richtige Werkzeug sein um sich ein besseres Leben aufzubauen. Undsoweiter.

Meiner Meinung nach lässt sich die Frage denn auch viel einfacher beantworten: Vergangenheit gehört den Menschen im Allgemeinen. Und es gibt auch nicht DIE Vergangenheit, sondern nur immer wieder veränderbare Versionen, die auch nebeneinander existieren können. Zunächst und ganz vorne steht aber die Antwort: Vergangenheit gehört zunächst und vor allem den Menschen der Region, in der wir als Archäologen arbeiten. So wie hier in dieser Reportage Nikolai Grube sagt, als es um die Zukunft der Mayaforschung geht: “Ich würde mir für die Mayaforschung wünschen, dass sie letztlich denjenigen zugute kommt, die die Erben dieser Kultur sind. Das sind die vielen Maya, die heute noch leben (…) und die von ihrer eigenen Geschichte losgelöst und abgekoppelt sind durch die Folgen des Kolonialismus. Ich denke, die heutige Mayaforschung muss den Maya einen Teil ihrer Geschichte zurückgeben und wenn sie das kann, hat sie eigentlich ihr edelstes Ziel erreicht!” (Quelle: “Sternenkriege der Maya”, Teil 2, Minute 41 ff.).

Bücher zum Thema:

C. Smith & H.M: Wobst (Ed.), 2004: Indigenous Archaeologies – Decolonizing Theory and Practice. Routledge. http://www.amazon.de/Indigenous-Archaeologies-Decolonising-Practice-Archaeology/dp/0415589061

J. Lyden & U. Rizvi (Ed.), 2011: Handbook of Postcolonial Archaeology. Left Coast Press.

http://www.lcoastpress.com/book.php?id=299

M. Liebmann (2010): Introduction: The Intersections of Archaeology and Postcolonial Studies. In Liebmann & Rizvi (Ed.) Archaeology and the Postcolonial Critique. Lanham/New York: Altamira Press.

Download on Academia.edu: http://www.academia.edu/1558671/The_Intersections_of_Archaeology_and_Postcolonial_Studies

 Regional bezüglich der Anden: Sonderausgabe Chungará 2003/2 zum Thema Arqueologia Social y Comunidades Indigenas en el Norte de Chile / Sur de Bolivia: http://www.chungara.cl/index.php/vol35-2

Beispiel für ein Symposium zum Thema in Argentinien: http://www.soc.unicen.edu.ar/observatorio/simposio-pueblos-originarios-y-arqueologia.php

Leicht lesbarer, aber ziemlich einseitiger Einblick zum Thema NAGPRA/ USA: J. Benedict: No Bone unturned: The adventures aof a Top Smithsonian Forensic Scientist and the lega battle for Amreicas oldest skeletons.

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ENGLISH VERSION

“Who owns the past?” is a question that get´s more than 206.000.000 answers on google. And this is only the English speaking part of the world. Because this question is even more sensible and hotly debated in parts of the world which have a colonial past and where archaeology has long since played the role of an elitist science which excluded the majority of the population. In my opinion that´s part of the aftermath of colonial times and the companion of post-colonial ones and it makes the question “Who owns the past?” an ever burning question in these regions.

Post colonial archaeology in these countries and regions is not an idea that has been imposed to have local protagonists more involved, but this idea represents the possibility to try new ways of scientific participation. It concerns the education of their own “national” archaeologists, the development of their own distinct archaeological approaches. It is about the involvement of local actors and their wishes and demands. It´s about the answers that archaeological projects can give to question concerning identity, equal opportunities and the improvement of living environments. (If you read Spanish, have a look at the special edition of the journal Chungará, cited at the end of this post).

Naturally, this version of archaeology is to be found everywhere around the globe, not only in the post colonial regions of the world. It’s the same in Europe where the involvement of local actors has become an important part of archaeological work during the last years. But a better part of post colonial archaeology is taking place in regions outside Europe. And it presents a highly sensible, emotional theme. “The Past” is something that touches everybody directly, because everybody has a past. And not only a personal past but also, through oral traditions, schooling and community experiences, a community past. And this “felt” past can differ radically from the version of the past that archaeologists present. In my opinion it is one of the main goals of post colonial archaeology to solve these problems or to offer thought-provoking impulses.

Indigenous Archaeology is a branch of post colonial archaeology which works to integrate indigenous groups directly into scientific work – this means during field work, in the study of archaeology at university and most of all, in the procurement of the results of archaeological investigation and their use for future generations. So, it´s about interaction on an equal level between the archaeologist and the local communities and protagonists. This is increasingly important to many archaeologists and has been integrated into many aspects of archaeological investigation – which has led to profound changes in archaeological field work.

As an archaeologist from Central Europe I was confronted a couple of years ago with the work of an archaeologist with indigenous roots, who presented a new form to conduct her excavations. Instead of using the “classical” rectangular spaces and grids of an excavation pit, she worked with circular excavation pits, because this resonated with the ancestral idea of round houses of  her indigenous background. And the question is: I may find this disturbing or even absurd, but do I have the right to reject her idea? On which level are we discussing when it comes to these technical terms? Is it only about certain investigation techniques? Or are there personal factors as well that play an unconscious role? There are many scientific and personal questions arising. And this is also one of the criticisms post colonial archaeology has received. In my opinion, this blog post resumes many of them. Some of these critiques are understandable, especially when it comes to the political dimensions of theoretical currents. But in my opinion the most problematical point is the question if there could be an archaeology or in that case any science that can be apolitical. I don´t think so. Every scientific work is political, and that´s not a matter if the scientist wishes it to be so or not. Even when we take a decision to be AGAINST a political use of our work we are already taking a decision that has a political impact.

And disregarding any formal aspects of post colonial or indigenous archaeology like the layout of our excavation pits mentioned above – how can we deal with this indigenous and post colonial archaeological current, being European or “white” archaeologists? Racist concepts and social clichés are being actively used or at least passively underlying on both sides – by archaeologists and local people alike. Even archaeologists that are native from post colonial countries are known to have been discriminated and badly treated for their lighter or darker skin in some parts of their own country – so this is not exclusively an “1st world” – “3rd world” (or “whatever world”) problem. How do we deal with these problematic situations during fieldwork? It´s simply not possible to rehabilitate 500 years of colonial history during one field season, not in the personal realm and surely not in the financial realm, either. And it doesn´t work like that, anyway. But these details are difficult to communicate, often much more difficult than the archaeological past.

For me as a central European woman working in South America means a lot of self reflection. Of course, every scientist should be self reflective and self conscious when it comes to his/her work, even when working in our home countries. But if our work and the communication of our work present additional layers of (post) colonial meaning and history, everything gets too entangled to be easily solved. Post colonial and indigenous archaeology enable us to get a more detailed view of our own cultural clichés and perceptions, concerning the implications of our work and our own personalities involved in the investigation. They open our eyes for different perceptions of science and the past. The question is how much do we dare to integrate these new views into our work – and that is a question that every archaeologist has to answer for him/herself. But I think it´s decisive to be clear about the existence of this problem to be able to take a decision when the time comes.

So, the question „Who owns the Past?” has been put before us increasingly in the last decades – and it came from a variety of social and scientific groups or protagonists. And the question is being answered only reluctantly and evasively – as was the case, e.g., in the Coursera course on archaeology I attended. The answers were so diplomatic and cautious, they mainly centered on artifacts and the possibilities to maintain and preserve them, they included themes like the inclusion of many different groups of people – scientific, regional, and ethnical. But there were little palpable answers when it came to the actual people involved: THE scientist, THE archaeologist, THE local people. It´s difficult to find the balance between our archaeological heart and the wish to integrate as many people as possible into our work and its communication. Artifacts have to be preserved, but local people may have a multitude of non-archaeological opinion about this. Development is something people want but archaeology may not always be the tool to get a better living.

But besides all these contradictions, in my opinion, the answer to this question still is pretty clear: the past belongs to all people, in general. And there is not one past but a multitude of pasts, interchangeable versions that can coexist. But foremost there is the answer that the past belongs foremost to the people of the region where we actually work as archaeologists. So let´s finish this with a quote from Nicolai Grube in a documentation about Maya archaeology: “I would like the investigation of Maya history to benefit ultimately the people who are the heirs of these cultures. These are all the Maya that live today and that find themselves uncoupled from their own history due to the consequences of colonialism. I think that contemporary Maya archaeology and investigation has to restore a part of history to the Maya and if this can be achieved, then the noblest goal of this investigation has been achieved, too. (Quelle: “Sternenkriege der Maya”, Teil 2, Minute 41 ff.).

related Books:

C. Smith & H.M: Wobst (Ed.), 2004: Indigenous Archaeologies – Decolonizing Theory and Practice. Routledge. http://www.amazon.de/Indigenous-Archaeologies-Decolonising-Practice-Archaeology/dp/0415589061

J. Lyden & U. Rizvi (Ed.), 2011: Handbook of Postcolonial Archaeology. Left Coast Press.

http://www.lcoastpress.com/book.php?id=299

M. Liebmann (2010): Introduction: The Intersections of Archaeology and Postcolonial Studies. In Liebmann & Rizvi (Ed.) Archaeology and the Postcolonial Critique. Lanham/New York: Altamira Press.

Download on Academia.edu: http://www.academia.edu/1558671/The_Intersections_of_Archaeology_and_Postcolonial_Studies

Regarding the South Andes: Special edition of the journal Chungará 2003/2 on: “Arqueologia Social y Comunidades Indigenas en el Norte de Chile / Sur de Bolivia”: http://www.chungara.cl/index.php/vol35-2

Symposium: http://www.soc.unicen.edu.ar/observatorio/simposio-pueblos-originarios-y-arqueologia.php

An easy to read but not well written introductorily book that is clearly partial in its description of the events on NAGPRA/ USA: J. Benedict: No bone unturned. The Adventures of a Top Smithsonian Forensic Scientist and the Legal Battle for America’s Oldest Skeletons.


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Spezialisierung vs. Allrounder oder: Europa vs. Südamerika // Specialization vs. Allrounder or: Europe vs. South America

Immer öfter sehe ich im Fernsehen Reportagen, die uns Archäologen zeigen, wie wir – medial gesehen – GANZ neue Forschungsmethoden anwenden. Man sieht Archäologen beim Satellitenbild auswerten, beim DNA-Erforschen, beim Zeichnen von Keramik mittels Computern.  Auch der Coursera-Kurs von dem neulich die Rede war, zeigt wieviele Spezialisten natürlich in einem Projekt zusammenarbeiten und welche Arbeiten man auslagert um möglichst gute Ergebnisse zu erhalten: sämtliche Analysen (Keramik, Stein, Knochen), viele statistische Arbeiten, nicht-invasive geologische Forschungen, etc. Es gibt sehr viele Spezialisten, die nötig sind um eine archäologische Arbeit aus möglichst vielen Blickwinkeln zu betrachten und zu interpretieren. Soweit – sogut, nur: dieses Bild stimmt nur für einen kleineren Teil der archäologischen Welt. Und zwar für Europa und Nordamerika und vielleicht noch für Gebiete die seit Jahrhunderten erforscht werden, wie etwa Ägypten.

Meine eigene Erfahrung ist jedoch völlig diametral zu diesen. Obwohl ich in Deutschland studiert habe, konnte mein Orchideenfach mir kaum praktische Archäologiekenntnisse vermitteln. Dazu musste ich mich im Nebenfach in die Ur- und Frühgeschichte einschreiben, wo ich aus Zeitgründen weniger Kurse belegen konnte als ich gewollt hätte. Meine praktische Erfahrung stammt aus Bolivien, wo ich in verschiedenen Projekten Grabungs- und Analyseerfahrung sammelte.

Und dort gelten völlig andere Regeln. In gut 90 % der dortigen Projekte ist man als Archäologe für Prospektion, Grabung und Analyse der Keramik zuständig. Möglichst auch noch für die Steinartefakte. Lediglich Knochen (tierische und menschliche) werden durch Spezialisten analysiert – wenn man sich die Dienste leisten kann und vorausgesetzt, der Einzige im Land Verfügbare hat Zeit. Zeichnungen und geographische Karten werden ebenfalls vom zuständigen Archäologen erstellt, eventuell (mit etwas Glück) unter Mitarbeit der geographischen Fakultät einer Universität. Luftbilder werden ebenfalls von ihm ausgewertet.

Als ich begonnen habe, in diesen bolivianischen Projekten auch größere Aufgaben zu übernehmen oder schließlich eigene Projekte zu leiten, gab es weder finanzielle noch personelle Kapazitäten um Aufgaben auszulagern. Von der Planung bis zur Keramikanalyse und dem Zeichnen und Fotografieren für die Publikation wurde alles durch eine Hand ausgeführt. Natürlich bleiben dabei viele spezielle Wissensmöglichkeiten auf der Strecke. Oft wählen wir beschreibende Methoden, um nicht durch falsche Analysen das Interpretationsbild zu verzerren. So habe ich seit Jahren einen beschreibenden Ansatz in der Keramikanalyse gewählt, da die Analyse mit einer Lupe mit 10 X und wenigen geologischen Kenntnissen dazu führt, dass man möglichst gut beschreiben sollte – um dann ausgewählte Stücke vielleicht zum Dünnschliff z.B. nach Argentinien weiterzuleiten (was ein größeres bürokratisches Vorgehen verlangt), sofern das möglich ist. Da man aber bis dahin auch publizieren und kommunizieren muss, beschränke ich mich auf beschreibende Ansätze. “Weiße weiche Einschlüsse” hilft da mehr als die selbst verzapfte Aussage “Quarzeinschlüsse” wenn man sich nicht sicher ist.

Wir beschränken uns auch bei der Beschreibung von Steinartefakten auf sichtbare Merkmale, da von einer Analyse von Mikrospuren noch nicht einmal ansatzweise ausgegangen werden kann und eine solche Analyse auch nicht viel Sinn machen würde, wenn man noch nicht mal weiß was in 50 Kilometer Entfernung an Steinartefakten vorliegt. Unsere Publikationen bilden das ab, was man als “Grundlagenforschung” beschreiben könnte. Wir betreten Gebiete, die noch nie einen Archäologen gesehen haben. Das hat auch Vorteile – man sieht manchmal unglaubliche Dinge und Funde. Und die Nachteile: wir sind darauf angewiesen, selber soviel wie möglich machen zu können. Denn Zeit, Geld und Personal lassen es gar nicht zu, dass man einige der anliegenden Aufgaben abgibt.

Heute werden auch in Südamerika viele neue Labore gebaut, die sich ausschließlich etwa mit der Analyse von Steinartefakten beschäftigen. Ist schön, sieht super aus und die Studenten finden es spektakulär. Aber: ist das wirklich sinnvoll? Wenn 80 % eines Landes noch nicht einmal ansatzweise archäologisch dokumentiert sind? Wäre es nicht wichtiger, rauszugehen und zu forschen? Zu prospektieren, zu sondieren, zu graben. Zu analysieren und zu publizieren. Die Mikroanalyse der 50 Steinabschläge aus Fundort XY? Bringen vielleicht interessante Ideen zum Gebrauch der Artefakte an diesem einen Ort. Der sehr wahrscheinlich als erforschter “Leuchtturm” in einem 1000 Kilometer-Umkreis steht. Besser wäre es doch eventuell, diese Ressourcen in flächendeckende Forschung zu stecken, bevor die umliegenden Fundorte weggepflügt sind oder unter der neuen Straße verschwinden.

Europa ist, wie es Manfred Eggert einmal sagte “so gut erforscht, dass nur noch quantitative Sprünge, aber keine qualitativen mehr zu erwarten sind“. Da ist eine Spezialisierung logische Folge, denn sie weitet das Untersuchungsgebiet aus. Schade ist aber, dass die Medien dies darstellen als wäre es die generelle archäologische Realität – es ist aber nur eine Momentaufnahme eines kleinen Teiles der archäologischen Welt.

English Version

Increasingly, there are documentals on TV that show an archaeological reality that uses (at last in the media´s view) completely new methods of investigation. I have seen archaeologists studying aerial photographs, I have seen them “deciphering the DNA” of Oetzi, I have seen them drawing ceramic sherds with and on laptops. At the Coursera course that I have recently presented there has been special emphasis on the team work that archaeologists do. How necessary it is to include a lot of specialists: on bones, on ceramics, on lithics, on flotation, for statistical works, for non invasive geological investigation etc. There are so many specialists that are necessary to get an archaeological investigation going and, over all, going on successfully. This may be true – but only for a certain part of the archaeological world: for Europe, North America and maybe some of the regions of the world which have a long term history of archaeological investigation, such as Egypt.

But my own experience is so far from this, so diametrally opposed that I wanted to write about it, at least here. Although I studied in Germany, my field of study didn´t offer any practical archaeological skills, so I had to inscribe to courses from other studies. Anyway, I spent my vacations mostly in Bolivia, where I was gathering practical experiences on excavation and analysis in archaeological projects. And the rules were completely different from the ones I learned at my university in central Europe. As an archaeologist, you are responsible for the survey, excavation and analysis of ceramic and (if possible) lithic material. Only bones are an exception to the rule and are submitted to specialists for their analysis. But this applies only if you have enough funds to pay some specialist for this analysis or if the only specialist available in the country has time to do it. You do all the drawings and most of the maps, if you are lucky there is some faculty of Geography involved in the project so you may get assistance on that field. The analysis of aerial photo is also the duty of the archaeologist and not of some external specialist.

So when I began to participate in these bolivian projects on a larger scale and, at last, to direct my own projects, there were no resources to rely on, there were no funds to get specialists involved. From planning the project to getting the ceramics analyzed, from photographing the finds to drawing finds for publication – it was all done by one person. Logically, you will only get somewhat fragmentary results this way. The specialists knowledge can never be replaced!  And so we select more descriptive methods in order to avoid wrong itnerpretations. This is in my case especially true for ceramic analysis, because the analysis of sherds with a 10 % augmented device and limited geological knowledge is not comparable to a thin section done by a specialist. This will maybe be done in our case if we get the funds and the permits to ship some sherds to Argentina. But you have to be able to communicate your finds and even publish them before it ever comes to sending this samples, so a sentence like: ”the sherd has white smooth inclusions” is more helpful than bloating out about Quarz inclusiosns when maybe they could also be – volcanic glass, p.e.

IN the case ot lithic artifacts we remit ourselves to a mere description and documentation because a micro analysis is completely out of thinking. And what would be the sense of doing these analysis if you don´t know what you may be finding in a 50 kilometer radius? Our publications show what may be called “basic investigation”. We investigate regions that haven´t been documented before. And there are advantages and disadvantages to this. You see sometimes incredible things and this makes you feel special. But we are absolutely pressed to do as many aspects of archaeological work by ourselves as we can. Because the restrictions of time, money and people impede that you delegate parts of your work.

Today, there are many new labs being funded in South America. There may be, p.e., laboratories working especially on lithic micro wear. That’s great and the students love it. But is it really meaningful? If you have a big section of a country not even remotely known in archaeological terms, wouldn’t it be better to investigate first? Document what´s left? Wouldn’t it be important to go out and do field work instead of investigating on the microscopical scale in a lab? To publish what´s out there? If you have the micro analysis of say, 50 lithics or sherds from a particular site and you publish these data when there are no other data available for a whole region of 1000s of km² – then how relevant are these data you got from the laboratory? I aprt form the idea that it would be preferable to invest the scarce funds archaeology gets in regional investigations and afterwards go for the special analysis. And this should be done before these regions have been covered by roads and houses or the archaeological sites have been destroyed by agricultural activities.

Europe has been, as Manfred Eggert once said, “so intensily archaeologically investigated that we can only expect quantitative leaps, but no qualitative ones.” For this reason, a specialization is a logical outcome because these are the fields where we may expect new data and new ideas. But I regret the fact that this picture is the one that the media present as a overall reality. It is not – it is only the partial reproduction of the archaeological world.