Sprache der Dinge – Language of Things

Materialität, Realität und Konfliktivität in Museologie, Archäologie und anderen dinglichen Wissenschaften / Materiality, reality and conflictivity in museology, archaeology and other material sciences


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Das Neue Akropolis-Museum in Athen / The New Acropolis Museum at Athens

New Acropolis Museum sprachederdingeblog

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Eigentlich wollte ich ja über das Museum etwas später schreiben, sozusagen meine Athener Erfahrungen erstmal sacken lassen. Da aber vor einigen Tagen neue Bewegung in den Fall der Elgin-Marbles gekommen ist, ist es vielleicht ganz schön, dieses Museum vorzuziehen und hier gleich einzubinden. Immerhin wurde es ja hauptsächlich deshalb gebaut, um den Parthenon-Friesen, die heute im British Museum ausgestellt sind und um 1820 nach Großbritannien kamen, eine neue/alte Heimat zu bieten.

Das Neue Akropolis-Museum hat auf jeden Fall zwei Seiten. Eine ist die politische. Die andere die museologische. Und beide gehen Hand in Hand, was eine Beschreibung nicht einfacher macht!

Als politische Forderung der Rückgabe der Parthenon-Friese (auch bekannt als Elgin Marbles im eher englischsprachigen Raum) beruht auf der Annahme, die Friese wären von Lord Elgin unrechtmäßig nach Großbritannien ausgeführt worden (zusammengefasst etwa hier letzthin beschrieben). Andererseits beharrt das British Museum darauf, dass die Ausfuhr und auch der spätere Ankauf durch das Museum rechtmäßig waren, da es hierfür Dokumente geben soll (hier in kurzer Form dargestellt). Ich möchte hier gar nicht einsteigen, denn weder bin ich in der Diskussion wirklich kundig, noch gibt es hierfür den Platz. Eine schöne, längere Einführung zu diesem sehr kontroversen Thema findet sich im Buch “Loot” von Sharon Waxman, das ich hier schon einmal vorgestellt habe, neuere Entwicklungen kann man  im Internet unter dem Stichwort “Parthenonfries Rückgabe” (oder ähnlich) sehen.

Auf jeden Fall geht es hier nur vordergründig um die Frage ob Friese (un)rechtmäßig ausgeführt wurden – eigentlich geht es um Fragen von Kolonialismus. Ähnliches geschieht seit Jahren mit dem Fall Nofretete in Berlin, in dem auch immer wieder Debatten angestoßen werden, die eigentlich auf Dokumenten und rechtlichen Fragen beruhen, die eigentlichen (post)kolonialen Fragen aber außen vor lassen.

Aber eigentlich ging es ja nun um das Museum an sich. Sichtbar ist das Museum bereits, wenn man am Parthenon steht und auf die XXXX Seite Athens hinunterblickt. Gleich hinter dem Dionysos-Theater findet sich das Museum, ein heller, gläserner Bau. Kommt man dem Gebäude näher, sieht man vor allem eines: der Eingang ist vertieft, darüber erhebt sich ein verglastes Gebäude, dessen oberster Stock fast völlig einsehbar ist. Selbst von draußen sind die Stücke des Parthenons-Frieses, Repliken, etc. schemenhaft erkennbar. Unter den Füßen sieht man die Ausgrabungsstätten der Umgebung der Akropolis zwischen 500 vC  – 700 nC, die, so wie sie sind, ins Museum integriert wurden und später begehbar sein sollen. Bislang liegen sie einem zu Füßen.

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Da übrigens das Museum Fotos nur an sehr ausgewählten Orten erlaubt, sei hier auf die Website verwiesen, die viele Fotos anbietet. Meine Fotos stammen von den Außenbereichen. Und noch ein kurzes Wort zu Familien & Kindern. Zwar war ich in diesem Museum alleine, es gibt aber mehrere Kinderecken, spezielle Kinderführungen und Kinderinformationen. Familien erhalten wohl einen speziellen Familien-Pack am Eingang, mit Gadgets für Familien mit Kindern. Mein Favorit war die nachgebaute Akropolis aus Legosteinen!

Auf jeden Fall: Dieses Museum ist mehr als ein Museum. Es ist ein Ort der Einkehr in die klassische Welt, so wie Griechenland und die Besucher sie sich wünschen. Räumlich so großzügig geschnitten dass selbst die vielen Besucher sich verlaufen und man sich alleine, ungestört fühlt, in ruhiger Betrachtung der Statuen, Keramiken, Friese. Ein unglaublich schönes Gefühl, gerade wenn der Blick aus den Glasfronten immer wieder gegenüber auf die Akropolis fällt, deren Parthenon die gleiche Ausrichtung und Größe hat wie das oberste Stockwerk des Museums. Der Genius Loci ist hier zuhause.

Mein Studium der Klassischen Archäologie dauerte nur 2 Semester und endete aufgrund der Sinnlosigkeit von Diskussionen über die Handhaltung zerbrochener Statuen. Zusammengefasst kann ich sagen, dass mir die Irrelevanz dieses Studienfaches für mich selbst damals klar wurde. Trotzdem übt die Antike, das Aufkommen der Demokratie und die griechischen Stadtstaaten immer noch eine Faszination aus, die vielleicht auch kulturell bedingt ist. Akropolis und Neues Akropolis-Museum waren also ein Magnet in Athen und ich habe die verständlichen, nicht zu langen, aber auch nicht zu kurzen Texte genossen, die mir Überblick über die einzelnen Phasen der Entwicklung der Akropolis und des alten Griechenlands im Allgemeinen boten. Ich mochte die Statuen, die Keramiken, die wunderbare Beleuchtung. Sei es im Tageslicht, durch die riesigen Glaswände, oder im Aufgang bei eher weichem Licht für die Keramiken. Helle, weiße Oberflächen wiederholen die Idee der weißen Antike, so überholt diese auch sein mag. Und dieses Weiß schafft eine helle, ruhige Atmosphäre.

Innerhalb des Museums gibt es insgesamt 3 Stockwerke, die die verschiedenen Areale der Akropolis wie auch die unterschiedlichen zeitlichen Phasen abbilden, sei es in Keramik oder den Statuen. während es im Treppenaufgang um die Akropolis und ihre einzelnen Areale geht, ist der erste Stock vor allem der archaischen Akropolis mit ihren Dutzenden von Korai (Votivstatuen junger Frauen) gewidmet. Der Zwischenstock birgt einen der beiden Museumsshop, das Café, die Karyatiden und Informationen zum Parthenon.

Der oberste, dritte, Stock ist ganz den Parthenonfriesen gewidmet, denn das Parthenon ist hier architektonisch nachgebildet, sodass man sowohl die inneren wie auch die äußeren Friese in der Größe und Aufrichtigen sieht wie es auf dem Parthenon der Fall wäre, das sich hinter dem Fenster auf der Akropolis erhebt. Idee war hier, die – zurückbekommenen ?! – Teile der Friese wieder einzufügen sodass das Parthenon im Museum praktisch aufersteht. Da dies aber nicht der Fall ist, hat man sich bislang mit den Originalen beholfen, die in Athen verblieben sind sowie mit einigen Repliken. Viele Paneele bleiben auch einfach leer. Ihnen gegenüber immer wieder die Möglichkeit zu sitzen, zu schauen. Einzelne Statuen und Infotafeln geben weitere Informationen zum Parthenon, dem Stil, einzelnen Details, der Nachvollziehung dargestellter Szenen, die ja teilweise nur noch schemenweise sichtbar sind.

Wer um diese Galerie im 3. Stock herumwandert, bekommt jedoch hauptsächlich eine gefühlte Idee davon, wie es gewesen sein mag, im alten Athen das Parthenon zu betreten und sich dort aufzuhalten. Es ist ein großartiges Gefühl, und das sage ich jetzt als klassisch recht unbeschlagener Mensch, der sich einfach der Schönheit und dem Genius Loci hingibt. Ich kann keine Analysen zu den Statuen liefern, ich kenne auch nicht alle mythischen Geschichten dahinter. Und ich habe keinen Audioguide. Ich laufe einfach nur ganz in Ruhe um die Galerie herum. Innen und außen in der Galerie, betrachte die vorhandenen oder nicht vorhandenen Paneele und sinniere über die Geschichte. Es ist ein sehr besonderes Museum mit einem besonderen Gefühl.

Obwohl ich im Museum keine explizite Information zum Thema der Rückgabefrage gefunden habe, machen die Paneele in der obersten Galerie sehr deutlich, was hier fehlt. Auch der zweite Besuch gab keine Informationen darüber her, ob und wie hier mit dem Thema der Rückgabe des Frieses umgegangen wird. Auch die offiziellen Bücher im Museumsshop konzentrieren sich auf die Objekte, und nehmen keinen Bezug auf Politisches. Wer nichts über die politische Seite der Akropolis weiß, wird hier nicht informiert, es geht schlicht und ergreifend um das Klassische Athen. Und das wird hier auf wunderbar gestaltete Weise wieder lebendig.

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Legomodell der Akropolis – New Acropolis Museum Athens sprachederdingeblog

ENGLISH VERSION

Actually, I wanted to write about this museum a little bit later on, lets say when my Athenian experiences settled down a bit. But as there have been movements in the case of the Elgin Marbles in the last few days, I decided to do it right away. Because the New Acropolis Museum was built to house the whole of the Parthenon Frieze (the parts being currently in Britain also known as Elgin Marbles) and to offer a new home of all of the frieze in Greece. So, the New Acropolis Museum definitely has two sides to it: a political. And a museological. Both go hand in hand, which doesn´t help when describing this beautiful museum.

The political claim of restituting the Elgin Marbles is based on the assumption that these were taken away by Lord Elgin on an illegal basis to Great Britain in the 19th century (see a short version of the events here). On the other hand, the British Museum refuses this claim on the basis of the legality of the export and later buying of the marbles by the museum because of certain legal documents presented at that time (have a look at this part of the discussion here). I don’t want to take sides in that, I have no deep knowledge of the case, nor is this the place to do it. If you´d want to have a longer, more detailed introduction to it, have a read at the part of “Loot” of Sharon Waxman that deals with the Elgin Marble – topic. Newer developments are avaibale at the internet.

Anyway, the question of the friezes coming back to Greece and if they were exported illegally in the first place is a rather superficial question. Actually, the question(s) and the debate(s) are on colonialism. Similar things are happening around the topic of Nofretete in Berlin, where claims of restitutions are being issued on a rather regular basis. Based on legal documents, these also draw on post(colonial) questions, that are being left out in the legal debate.

But, this blog post was to be on the museum itself, which is visible even from the Acropolis. If you’re standing at the Parthenon you can devise it on the other side, directly behind the theatre of Dionysos. Its a building in light color, with a lot of glass, and when you come nearer you’ll see that it is partially subterranean. But even from the outside you can make out parts of the Parthenon frieze inside, you may see parts of statues, or replicas. Below your feet is a glass floor through which you can see the excavations of the surroundings of the Acropolis from 500 BC up to 700 AD and at some point, when the excavations are complete and the whole subterranean area has been conservated, you ´ll may visit these excavations – by now they’re only visible form above.

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Something on the side: the museum unfortunately allows to make photos only in very restricted and selected areas, so all my photos are from the outside buildings. You may have a look at the website, which offers nice photos of the museum. And a short aside to the topic of families and children: I went alone this time, but I was informed that families get a special family-pack at the entrance with educational gadgets and the like. Different children’s areas exist, together with quiet reading areas. There are special informations for children, children tours – and I liked the lego model of the Acropolis best!

In any case: this museum is more than a “Museum”. Its a location of contemplation of the classical world, such as Greece and the visitors would like it to be. Spatially, the museum is so large that even huge amounts of visitors find sufficient space and you may feel alone, undisturbed in your quiet gazing at statues, ceramics, friezes. I went to the museum twice, on Friday evening and sunday afternoon, and even with masses of people going there on sunday it had a quiet quality to it, mainly based on the high ceilings and the overall spatial disposition of its rooms and galleries. Its a wonderful feeling to be there, especial when your view is diverted every now and then to the acropolis right across the street, looming up high in an greek sky of pure blue. Through large glass panes the Parthenon itself is visible, showing the same size and orientation as the top floor of the museum. Genius Loci is at home here.

My studies of Classical Archaeology only went on for a year and that has been some time ago. They ended because of what I felt was the senselessness of ongoing debates in class about the original disposition of a hand of broken statues and the like. I must admit that the relevance of these details never got to me – I am more fond of actual interpretation of data, be they from excavations, surveys or analysis. But nevertheless, Antiquity, the rising of European democracy and the greek city states radiate a fascination which may be culturally induced but work nevertheless. In me and many other people! The Acropolis and the New Acropolis Museum thus were one of my main sights to be seen in Athens and I rather indulged in the not too short – not too long information texts the Museum offers on the development of the Acropolis, especially in Archaic and Classical times. I admit, I just liked the statues, the ceramics, the wonderful lighting. If its in daylight, through massive glass panes, or in the entrance ramp in a soothing light with the ceramics. White, translucent surfaces keep up our idea of the White Antiquity, as outdated as that may be. And white creates a clear, quiet atmosphere.

After getting an introduction to the surroundings of the Acropolis via the excavations below your feet, you’ll be informed on the Acropolis and the Sanctuary of the Nymph, with a side dish of Athenian Marriage in classical times. Another sector of the entrance ramp offers information on Greek everyday life. And while the first floor is entirely dedicated to the archaic Korai (early votive statues) and early Acropolis, the second floor holds a cafe, a museum shop, a reading area and the Karyatides. The top floor is dedicated to the Parthenon, as we know it by now – the classical one.

So, the top floor, dedicated to the Parthenon friezes, has been remodeled to match the Parthenon. You can see whatever´s left of the friezes in the same size and orientation as the Parthenon itself up in the Acropolis would have been. The inner and outer friezes (their replica or even blank spaces) are presented in a way that corresponds to the original, antique disposition. The whole idea of this floor was to include the friezes now in London and other parts of the world so that the visitor may get an idea of the original Parthenon – as this is not the case and may parts of the frieze remain abroad, replicas have been filled in in some areas, others stay just blank. Single statues on the side and additional information is offered to give more information on the Parthenon itself, the styles, several details of the frieze and so on.

New Acropolis Museum Athens sprachederdingeblog

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Whoever wanders in this gallery, gets a feeling of how it my have been to enter the Parthenon in classical times and to stay there. Its a wonderful feeling  – and I say this mainly as a person with no scientifically induced feelings towards Antiquity. But even so, you can feel the beauty, the genius loci. I couldn’t analyze the statues in any archaeological or art historical way, I don’t know all the mythical histories behind their stories. I don’t use an audioguide. I just walked along, sat down, gazed, wandered again. Again and again I contemplated the panels and thought about history. I may gaze up to the Acropolis and then around me again. This is a very special museum with a very very special feeling to it.

Although I couldn’t find any information on display concerning the restitution debate, the panels in the Parthenon gallery just make it clear what is lacking here. Even a second visit didn’t reveal any written information on this sensible topic. And the books at the museum shop offer “only” architectural and art historical information. If you don’t know anything on the political side of this museum and its objects you won’t get to know it here. It´s about Classical Athens. And this comes alive in this museum in a wonderful way.

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Ich Mann – du Frau. Gender in der Archäologie im Archäologischen Museum Colombischlössle Freiburg. / Me man – You woman. Gender in Archaeology at the Archaeological Museum COlombischlössle.

Ich Mann - Du Frau Colombischloessle sprachederdingeblog

Mann? Frau? Und: warum Mann oder Frau? “Ich Mann – Du Frau” im Colombischloessle. sprachederdingeblog

Großartigerweise habe ich es tatsächlich geschafft, die Ausstellung zu besuchen bevor sie wieder schließt. Aber wichtig: sie ist verlängert worden! Bis zum 17. Mai 2015! Deshalb gleich hierzu Anfang der Rat: Besuchen Sie diese kleine, feine Ausstellung. Kein Zögern, die Reise lohnt sich.

Das Archäologische Museum Colombischlössle in Freiburg im Breisgau, ist ein wunderbarer, kleiner, luftiger Bau mit einem lichtdurchfluteten inneren zentralen Treppenhaus, um das herum sich die Säle mit den Dauer- und Wechselausstellungen gruppieren. Klein, aber fein, deshalb sind es auch “nur” 1 Raum im Keller, 4 Räume im Erdgeschoss und noch einmal soviele im 1. OG. Die Größe hat aber nichts mit der Qualität zu tun. Heute und hier erstmal der Update zur Sonderausstellung “Ich Mann, du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?“, demnächst dann auch zur Dauerausstellung!

Die Sonderausstellung nimmt das gesamte Erdgeschoss ein und empfängt einen bereits neben dem Treppenaufgang mit rot-blau gestalteten Badezimmern. Inklusive Spiegeln, in denen man sich sehen kann. Bin ich eher der männlich, blau gehaltene Typ? Oder doch eher das süßliche Rot-Pink? Das ist aber auch das einzige Mal, in dem die Ausstellung diese Genderrollen vorführt. Denn die Ausstellung an sich verzichtet ganz bewusst auf farbliche Zuordnungen, die Wiederholung von Genderrollen und dergleichen, sondern fokussiert sich vor allem auf Eines: das Hinterfragen dieser Stereotypen. Und das macht sie so dezent, dass man erst einmal selber immer wieder in die typischen Mann-Frau-Zuschreibungen reinfällt, bevor ein kleiner Ausstellungstext, eine Frage an der Wand oder eine schlichte Information einen zurückholt und aufzeigt, dass man gerade selber das gemacht hat, was man typischerweise meistens macht: Dinge zuordnen. In Schemata, die uns anerzogen sind und uns seit Jahren begleiten.

Gehalten ist die lichtdurchflutete Ausstelung in den Farben hellbeige. Texte werden auf einem rot-blau-gemusterten Grund gegeben, der einen seltsam unzuschreibbaren Lila-Ton ergibt. Also genau im Sinne des “Nicht-Zuordnen-Könnens”! Und schon bevor dem Betreten des ersten Saales gibt eine kleine Texttafel Ausdruck davon, worum es hier geht. Gender-Zuschreibungen: sind sie “normal”? Zeitbeständig? Einfach “gegeben”? Oder entsprechen sie eben nicht vielmehr dem jeweiligen Jetzt, sind gesellschaftspolitisch gewollt und forciert?

Jeder Raum steht unter einem Motto, das an der Wand Aussagen trifft., wie etwa: Die Archäologie gibt den Objekten ein Geschlecht. Großartige Aussage, klar formuliert, und dazu eine Aussage, die einen stutzen klässt. die ARCHÄOLOGIE gibt den Objekten ein Geschlecht? Sind denn die Geschlechterrollen nicht fest und immer gegeben? Heißt das also, dass WIR daran beteiligt sind, dass diese Rollen vergeben werden? Aktiv? Also: wir könnten das auch anders machen? Nachdenken setzt ein.

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Die Ausstellungsstücke an sich werden erst einmal ganz neutral, ohne Zuschreibungen präsentiert. Vor hellem Grund, in kleinen Vitrinen. Schaut man sich die Objekte und Objektensembles an, merkt man selber wie man sich ein Bild dazu macht. Gold, Schmuck? Frauen! Falsch. Hier sind es mächtige goldene keltische Halsringe (torques) die von beiden Geschlechtern getragen werden. Zwei Grabensemble mit Skelett und Topf? Sicher Frauen! Nein – hier liegt der Teufel im Detail. Das Grab mit Topf und Knöpfen gehört der Frau, das mit Topf und Pfeilspitzen dem Mann. Und so geht es in jedem Raum, immer etwas themaitsch geordnet? Welche Objekte werden denn voin der Archäologie Männern & Frauen zugeordnet? Darum geht es im ersten Saal? Und was ist mit paläolithischen Figurinen, die swohl weiblich als auch männnlich sein können? Und was ist mit den Goldringen in Saal 3? Mit den Skeletten in Saal 4? Wer wird wie bestattet? Und vor allem, immer wieder: welche Rolle spielen die Archäolog*innen bei der Zuschreibung der Geschlechter aufgrund von Objekten? Natürlich können manche Stereotypen widerlegt werden, wenn weitere Wissenshcaften wie etwa die Anthropologie Skelette als weiblich/männlich identifizieren können und usneren Objektzuschreibungen damit widersprechen. Der Mann mit den beiden Kindern im Grab. Der Weber. Alles Dinge, die wir intuitiv erst einmal ganz anders eingeordnet hätten.

Problematisiert wird jedoch hier auch ganz stark, was geschieht, wenn einfach nur Objekte da sind. Objekte, denen WIR eine Rolle zusprechen. Objekte, die durch uns sprechen und Dinge sagen, die WIR als natürlich empfinden – nicht vielleicht jedoch ihre Nutzer in der Vergangenheit. Das wird immer wieder angesprochen und in Begleittexten auch ganz deutlich thematisiert. Wie etwa das Thema Visualisierungen: zeichnerische Rekonstruktionen zeigen häufig das, was der Zeichner als normal und üblich findet – nicht immer aber die Realität der Vergangenheit. Rollenzuschreibungen zeigen das, was der Ausgräber und Interpreteur als normal emofindet – nicht das, was die Menschen der Vergangenheit für ihre Lebensrealität hielten.

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Über die gesamte Ausstelung hinweg wird diese sehr einfache und hocheffektive Strategie durchgehalten. Objekte fordern unsere zuschreibung geradezu heraus – wer in sich hineinhört bekommt klare Antworten. Mann – Waffen. Frau – Schmuck. Selbst mit sensibilisiertem Auge gelingt es mir nicht, diese Zuordnungen nicht automatisch aufkommen zu lassen. Und durch die wirklich kurzen Texten an den Vitrinen und die längeren, eindeutigen, reflektierten Texte der Wandtafeln wird all das, was der Kopf automatisch produziert, in Frage gestellt.

Ich Mann – Du Frau” ist eine der besten Ausstellunge, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Nicht nur, weil sie eben diese Problematik sichtbar macht und Sterotypen des Sehens hinterfragt. Sondern auch, weil sie Probleme der Archäologie sichtbar macht. Wer trifft hier die Zuschreibungen? Warum? Wie dienen diese politischen und gesellschaftlichen Wünschen? Ganz klar haben es die Austellungsmacher hier gemacht: Archäologie ist keine neutrale Wissenschaft. Sie trifft Zuschreibungen, die gesellschaftspolitischen Einfluss haben. Die Ansprüche zementieren – oder diesen widersprechen können! Sie öffnet dem ublikum die Augen dafür, dass es an uns liegt, hier Einfluss zu nehmen. An uns als Wissenschaftler*innen und an uns als “Publikum” – wir alle können beeinflussen was und wie wir sehen und Rollen zuschreiben. In diesem Sinne war der letzte Raum auch die logische Fortsetzung der archäologischen Objekte: hier können an einem Baum Fotografien angefasst werden. Männer und Frauen schauen uns an, auf der ückseite ihrer Fotografien steht, wer sie sind und was sie machen. Das nette junge Mädchen eine Fallschirmjägerin? Der bärtige Herr ein Sozialarbeiter?

Und was schaut uns aus den Spiegeln an, die dazwischen hängen? Wir selbst. Wer sind wir und was machen wir selber aus unseren Rollen?

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Was ist meine Rolle? Ich Mann – du Frau. sprachederdingeblog

 ENGLISH VERSION

Let me have one thing clear before I start off: Its just great that I made it to this exposition! Before it ends! And, beware: its open till may 17th, so go there and visit. You wont regret it.

The Archaeological Museum Colombischloessle at Freiburg /Breisgau in South Germany is a wonderful, small, breezy building with a light-flooded inner staircase, around which all the rooms are situated. Its small but great – even if its “only” one room in the basement, 4 rooms at the ground floor and another four at the first floor, used for the permanent and non-permanent exhibitions. So, size is not a criterion for quality! Right here and today I´ll write about the non-permanent exhibition “Me man – you woman. Fixed role models since the beginning of time?” (“Ich Mann – du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?”), and at some later point I´ll also do something on the permanent exhibition as well.

The special exhibition can be seen in 4 rooms at the ground floor and welcomes you right next to the counter. There, you’ll be facing tow bathroom interiors, complete with tooth brush, cosmetics and mirrors where you may see yourself. Do you feel attracted to the blue, masculine version? Or rather the sweet little pink one? That´s the only point where gender roles are being simply „repeated“ at the exposition. All the other objects, texts, even the exhibition design are carefully aimed at challenging our present gender role models gently but forcefully. And a small text makes this clear, before you even enter the first room. There are no typical assignations of color, repetitions of gender roles and the like. The exhibition centers on the challenging of these culturally induced roles – and it does so very gently. You´ll be noticing that you automatically assigned gender roles when you look at the objects and the exposition will make you notice that you did. So, its YOU that’s assigning here. You are putting seemingly “neutral” objects into categories you yourself assign to them. Welcome to the patterns that you learned all your life – and now try to unravel them visiting this great exhibition.

The light-flooded rooms are designed in a rather neutral white, peppered with texts and sentences on violet ground, made out of minuscule red and blue squares. So: is it red – or is it blue? Can you name it? That’s right what the exhibition is all about. Why are you so sure of a color? Or of a gender role model? Are these assignations “always there”? Or have they been ascribed by us? Aren´t they rather socially induced, favored by political currents?

Every room has a motto that is displayed prominently at the wall: “Archaeology assigns a gender to objects”, for example. Great, clear statements that make you wonder: so, Archaeology assigns sex and gender? Are these roles not just a given thing that Archaeology “unearths”? Does this mean that we are implicated when it comes to these assignations? Do we have an active role? Which means: we can change these roles? Challenge them?

The objects themselves are being presented in small display cases, neutral and without any adscription of gender and sex. If you look at them, you assign gender automatically, based on your culturally educated mind. Gold, jewelry? Women! Wrong. These are celtic neck rings (torques), worn originally by men and women alike. Two burials with one pot each? Women! Wrong again. The details show that the skeleton with a pot and buttons is a woman, the one with a pot and arrowheads is a man. And so it goes on, every room shows one aspect of these adscriptions. Which objects are traditionally assigned to men and women by archaeologists and non-archaeologists? That’s the point in the first room. The second focusses on Paleolithic figurines that can be interpreted as men or women. In many cases the adscription can be at least doubted. And what about the neck rings in room 3? The burials in room 4? Who is being buried which way? Is a skeleton with weaving implements automatically a woman, displaying thus just our own gender adscriptions to certain tasks?

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And, above all: what’s the role of archaeologists in these adscriptions? Of course, some stereotypes can be challenged, especially when other disciplines have a hand in getting more details on the objects and the skeletons concerned. Many times I would have assigned gender roles automatically to all these objects and this is just the point: when there is only an object, just one find. In this case we almost automatically assign gender to this object and its use. The objects speak to us, but we can only understand their language when we assume that it’s the same cultural language as ours. And it may differ greatly from the cultural use of them in the past, in their original site and place. This dilemma is displayed in every room, again and again: The assignations of gender and sex are ours. Whether if it´s in scientific texts or visual reconstructions: we play our role in stabilizing our own gender roles and transporting them to the past. I´ve never in my life seen this problem publicly displayed. Short, poignant texts outline the influence of scientists in the adscription of gender roles to past cultures, thus consolidating our own gender roles. What we perceive as normal role models is being transported to the past, many times without any doubts. But is it not about the reality of the past instead of inducing our IDEA of the past?

The whole exhibition is focused on challenging these perceptions. And it does so with a highly simple and effective strategy: The objects challenge us to assign our gender roles automatically – if you listen to yourself you´ll always get clear answers by your unconscious. Weapons? – men! Jewelry, pots? – Women! Even with a certain sensitization I have not been able to prevent this automatic reaction to the objects. But the short text at the display cases and the longer ones at the walls show you that you´re simply wrong. Differents sciences are putting so many data together that stereotypic assginations are just not longer possible. But even with all these data, its our mind that assigns roles. Your mind played a trick and the reality has been totally different from your assumption.

Me Man – You Woman” has been one of the best exhibitions I’ve seen lately. Not only because it shows the problematic adscriptions of gender and makes clear how stereotypic our ideas and assignations are. But also, because it clarifies the problems of archaeology itself. Who makes these assignations? Why? How does this serve the current political and social backgrounds? The exhibition shows that archaeology is no neutral, nice science working in an ivory tower. Our doings affect how we all see the past – and if the past is a mere simple extension of the present or not. Archaeologists have a job that influences sociopolitical currents. We can go with the flow – or not. We can challenge gender role models – we as archaeologists and we as the public. This exhibition makes it very clear that its up the very one of us to take our choice. So, the last room of the exhibition is the clear statement of this active role everybody can have. It has only one object in it: a tree with many small photographies of ordinary people. On the back, there are the professions of these people, and they, as well as the whole exposition contradict our automatic perception of the person on front. The nice little woman – a former professional army parachutist? The man with the formal beard and suit – a social worker?

And what is it between these photos? Small mirrors. Look at one and you will see: yourself. Who are you and what role do you choose?

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Meaningful Heritage – Podiumsdiskussion im Auswärtigen Amt, 15.10.2014

"Meaningful heritage" Podiumsdiskussion SprachederDinge blog

“Meaningful heritage” Podiumsdiskussion SprachederDinge blog

Ich hatte es ja kurzfristig angekündigt & ich war dann auch da. Bei der Podiumsdiskussion “Meaningful Heritgae – New Challenges for Cultural Policy“. Um ein bisschen vorbereitet zu sein auf dieses sehr spannende Thema und die beteiligten Personen, lud ich mir erstmal den verlinkten PDF des DAI herunter: die Sonderausgabe von “Archäologie Weltweit” zum gleichen Thema. Da ging es viel darum, dass Archäologie identitätsstiftend sei, dass archäologische Stätten Tourismus- und Wirtschaftsfaktoren seien und dass Raubgrabungen und Schmuggel  von archäologischen Objekten zum Verlust von Identität für die gesamte Weltbevölkerung etc. führe. Soweit, sogut, aber eben auch so allgemein. Das Heft richtet sich an Menschen die sich noch nicht groß mit Thema beschäftigt haben und einen Einblick brauchen. Den bekommt man auch mit dem Sonderheftchen. Allerdings ist es auch so mit großen Photos und kleinen Texten vollgestopft dass eine größere Linie oder Argumentation nicht wirklich erkennbar wird. Irgendwie kommt hier alles zusammen – aber nicht differenziert, sondern eben auf 8-10 Zeilen zusammengefasst und dem Leser hübsch illustriert.

Eine etwas weiter gefasste Recherche ergab, dass die Podiumsdiskussion im Rahmen eines Kongresses stand, nämlich die “2nd international Conference of Heritage Conservation & Site Management“, auch betitelt: “Past Imperfect. Communicating the Fragment & Incomplete”. Hier der Trailer auf Youtube von Prof.Dr. Leo Schmidt. der veranstaltenden Universität.

Diese Konferenz wiederum gehörte offensichtlich vor allem zu einem zwischen Ägypten & Deutschland aufgegliederten internationalen Studiengang (Joint Master Studiengang) namens “Heritage Conservation & Site Management” der Universitäten Senftenberg-Cottbus & der Helwan-University Kairo, gefördert vom DAAD, dem DAI und dem Auswärtigen Amt. Aha. Das erklärt einiges, z.B. die Grußworte die am Beginn der Veranstaltung standen:

  1. von Prof. Dr. Leo Schmidt, Universität Cottbus-Senftenberg
  2. der Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Prof. Dr. Maria Böhmer,
  3. der Präsidentin des DAAD, Prof. Dr. Margaret Wintermantel,
  4. Kulturattachés der Ägyptischen Botschaft, dessen Namen ich leider nicht richtig verstanden habe,

die sich allesamt hauptsächlich auf die wunderbare Einrichtung, Finanzierung & Relevanz dieses Studienganges bezogen und nur teilweise auf die angekündigte Podiumsdiskussion und deren Thema.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nach den 40-minütigen, eher politisch und unverbindlich gehaltenen Grußworten gehofft hatte, dass jetzt noch was Entscheidendes geschieht. Denn bis dahin waren es eben schöne Grußworte gewesen, die aber nicht mehr taten als eben das Übliche zum Thema Heritage noch einmal zu nennen, den gegründeten Studiengang zu loben & zu preisen und die Hoffnung auszusprechen, dass es in der Diskussion dann spannend würde. Das hoffte ich auch.

Die Diskussion selber war die Zusammenfassung eines 3stündigen Expertengespräches von Vertretern deutscher Kulturinstitutionen zum Thema Heritage, Kulturerhalt & Außenpolitik, und wurde moderiert von der Präsidentin des DAI, Frau Prof. Dr. Friederike Fless, ihres Zeichens ja Vertreterin einer internationalen, auch diplomatischen Archäologie. Bis zum Schluss ist mir nicht ganz klar geworden, ob die Veranstaltung sich nun eher dem Kongress verpflichtet fühlte, oder eher dem “Außenpolitik Weiter Denken” des Auswärtigen Amtes. Und das spiegelte sich auch in der Diskussion, oder eher, korrekt gesagt, der Zusammenfassung des Expertengespräches.

Auf dem Podium saßen:

Prof. Dr. Ingrid Scheurmann, für das Thema Denkmalvermittlung,

Prof. Refai, Hewan Universität Kairo,

Prof. Dr. Knaut.

Grob zusammengefasst ging es darum, dass man Denkmalschutz im Ausland verankern & verbreitern möchte und dass deutsche Kompetenzen auf dem Gebiet Denkmalschutz & -erhalt v.a. im arabischen Raum sehr gefragt wären. Die Frage stellte sich dann eben, wie man diese Kompetenzen in Deutschland ausbauen & dann “exportieren” könne. Ich wartete die ganze Zeit darauf, dass es mal um grundlegendere Fragen ginge wie: Wer will denn den Denkmalerhalt? Und warum? Welche Probleme stellen sich? Warum ist es eben “Meaningful Heritage” oder von mir aus auch (Thema der Konferenz): “Past Imperfect“? Diese Fragen waren aber wohl nicht Thema der voran gegangenen Expertenrunde gewesen, denn sie kamen nicht. Es scheint eher in die außenpolitische Richtung gegangen zu sein, denn stattdessen wurde darüber gesprochen wie deutsche Universitäten kleinere Fächer schließen, wie man sich vernetzen kann & soll und warum es eine Denkmalvermittlung geben sollte.

Am Spannendsten & Lebendigsten waren die Worte von Frau Prof. Dr. Scheurmann, die für eine starke Vermittlungsposition der Denkmalpflege und der Denkmalvermittlung eintrat, da nur diese Punkte dafür garantieren dass unsere Gesellschaft weiß, warum man sich hier engagieren sollte & warum das ein relevantes Thema ist.

Eher unspannend dagegen die Aussagen, dass es eben diesen tollen neuen Studiengang gäbe, der eine Lücke in der Versorgung mit Denkmalpflegern & ausgebildeten Museumsmitarbeitern im Nahen Osten stopfen kann. Dass es diese Lücke gibt, ist sicher unbestritten, wichtig wäre doch aber zu fragen: Wer im Nahen Osten hat denn das Mitspracherecht zum Thema Denkmäler? Warum? Wer engagiert sich da? Raubgrabung ist schlimm, aber warum passieren denn Raubgrabungen & Schmuggel? Und was passiert denn, wenn deutsche Bildungspolitiker immer mehr kleine Fächer schließen und die so geschätzte deutsche Kompetenz auf diesem Feld einfach unter den Tisch fällt, weil wir nämlich niemanden mehr ausbilden? Immerhin waren wir hier im Auswärtigen Amt, einem Zentrum deutscher Politik, die ja durchaus mit diesen Entwicklungen zu tun hat! Empfehlung der Sprecher: vernetzt euch. Super. Sicher ist das eine Möglichkeit – die Stimme mal zu erheben und DAGEGEN zu sprechen wäre aber auch eine gewesen. Dann sitzt mal allerdings wohl nicht in so einer Podiumsdiskussion…

So blieb das Ganze am Ende eher eine Werbeveranstaltung für den sicherlich sehr schönen Studiengang “Heritage Conservation & Site Management” bzw. eine Plattform für die fördernden Institutionen & politischen Personen. Schade eigentlich, und v.a. schade, dass der Titel soviel mehr versprochen hatte. Aber, wie es mehrere Freunde hinterher sagten: Wenn man ins Auswärtige Amt geht, kann man ja davon ausgehen dass es nicht wirklich kontrovers wird! Da haben sie leider recht.

 

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Eine Kleinstadt durchdesigned: die Himmelsscheibe von Nebra / A small town designed archaeologically: the Nebra sky disc

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Dies wird der Start einer kleinen Serie zum Thema “Himmelssscheibe von Nebra”. Zu Beginn dieses Sommers war ich in Nebra um mir die berühmte Himmelsscheibe von Nebra anzuschauen – die allerdings gar nicht direkt in Nebra zu sehen ist, sondern im Landesmuseum Halle. Trotzdem, es ging mir eher um die Bearbeitung und Darstellung dieses Fundes, der eine ganze Region auf die Bühne der Öffentlichkeit gehoben hat. Seit dem Fund der Himmelsscheibe im Jahr 1999 und seiner “Rettung” im Jahr 2003 ist Nebra als Stadt und die gesamte Region darauf ausgerichtet, diesem Fund eine Bühne zu bieten. Insofern interessierte mich nicht nur das Besucherzentrum Arche Nebra, um das es in einem anderen Beitrag gehen wird, sondern auch das Drumherum, das Marketing der Stadt & der Region. Außerdem gibt es diverse Fernsehdokumentationen zur Himmelsscheibe, die durchaus einen eigenen Beitrag verdienen denn auch hier wird die Himmelsscheibe als Projektion & Vehikel für diverse Botschaften genutzt. Heute also: “Teil 1 – eine Kleinstadt wird durchdesigned.”

Tatsächlich ist das Marketing in und um Nebra vollständig auf die Himmelsscheibe ausgelegt. Wird Nebra an der Infotafel am Bahnhof noch schlicht als “Stadt des Sandsteins” beschrieben, ist der gesamte Rest komplett auf die Himmelsscheibe bezogen. Es ist, als wäre die “Stadt des Sandsteins” mittlerweile voll und ganz zur “Stadt der Himmelsscheibe” geworden. Da ändert es auch nichts dran, dass das Besucherzentrum in Wangen liegt – und gar nicht direkt in Nebra.

Denn es heißt eben: “Himmelsscheibe von Nebra” und daher gibt es dort in Nebra:

1) die Himmelsscheiben-Hotels, auch wenn sich dahinter sowohl das Schlosshotel Himmelsscheibe als auch das Hotel Himmelsscheibe verstecken.

2) Der Bäcker: führt die Himmelscheibe im Schaufenster. Die Apotheke: ebenso. Viele Geschäfte haben in den Schaufenstern eine immergleiche Dekoration: ein blauer Fries mit der Himmelsscheibe drauf, man hat offensichtlich das Ganze zusammen besprochen und durchdesigned.

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3) Im Hotel gibts Himmelsscheiben-Kekse, einen Himmelscheiben-Springbrunnen, eine Himmelsscheiben-Plakette als Schmuck an der Wand, es gibt  die Himmelsscheibe in den Zimmernummer-Schildchen und an der Hauswand als Gemälde. Es gibt sie also praktisch überall.

4) Die Tourismus-Karten bieten Informationen “rund um die Himmelsweg entdecken”. Es ist also nicht nur die Arche Nebra, sondern man hat ein gesamtregionales Konzept entwickelt: “Himmelswege“, das ausser Nebra und der Arche Nebra noch das “Himmelsobservatorium Goseck” beinhaltet und die Dolmengöttin von Langeneichstädt” sowie das Landesmuseum Halle selbst. Außer den vorgestellen großen und kleinen Fundorten geht es bei Himmelswege ums Wandern, es gibt den Himmelswege-Lauf, einen Himmelsscheiben-Radweg und einen Haufen Veranstaltungen. Hauptmarketing-Objekt ist auch hier: die Himmelsscheibe.

Ich weiß ja nicht, ob es im Neanderthal auch so ist (ich werde es aber bald herausfinden!), aber eine derartige intensive Vermarktung eines archäologischen Fundes habe ich in Deutschland bislang nicht erlebt. Vor allem die Verzahnung von archäologischem Fund und Landschaftstourismus, Wandern, Laufen etc. und die Einbeziehung einer gesamten Region haben mich überrascht. Egal ob Bäcker oder Apotheke, egal ob Wanderweg oder Dorfanger – die Himmelsscheibe verbindet sie alle und formt einen einzigen großen Einzugsbereich, in dem von der anhaltenden Faszination dieses Fundes gezehrt wird. Die Vermarktung unter einem übergreifenden Logo – der Himmelsscheibe und einigen Abstraktionen derselben – führt zum immer gleichen Wiedererkennungseffekt.

Sachsen-Anhalt und v.a. die Saale-Unstrut-Region leben seit längerem vom Tourismus, zumal in den frühen 1990er Jahren nach der Wiedervereinigung die großen Fabriken in den Städten geschlossen wurden. Seitdem ist die Konzentration auf den Tourismus noch stärker geworden und egal ob naumburger Dom oder freyburger Schloss, ob Straße der Romanik oder Sekt- & Weinkellereien, Tourismus ist fast der einzige größere Einnahmefaktor. Nie zuvor jedoch war das Ganze derart regional abgestimmt und verwies untereinander auf weitere Besuchsmöglichkeiten, weitere Wanderwege oder neue “Entdeckungen” in Museen oder archäologischen Fundorten.

Ich muss sagen, dass mich die wirklich intensive Vermarktung der Himmelsscheibe erst überraschte. Der überregionale Faktor dieser Idee jedoch gefällt mir, da er es ermöglicht, eine ganze Landschaft in ihrer Gesamtheit verstehen zu können. Ganz im Sinne auch des Antrages auf das Weltkultur Erbe Saale-Unstrut-Region, der die gesamte Kulturlandschaft einbezieht, der ebenfalls in dieser Tradition steht.

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ENGLISH VERSION

This is the 1st part of a series around the famous Nebra Sky Disk, because during this summer, I had the chance to visit the town of Nebra, “home“ of the famous Nebra sky disk. Although the original disk itself is not exhibited directly at Nebra but in the Regional Museum of Halle some 200 kilometers away, Nebra is home to a visitor center called “The arch of Nebra” and I was very interested in how the town and the whole region had been transformed by the discovery of the disk. The presentation of the sky disk and the story behind its discovery and its recovery from the people who had found and sold it on the black market as looted archaeological goods. The story made headlines in Germany and all over the world from 1999 and since its recovery in 2003 Nebra and the surrounding region have started to called themselves “the region of the sky disc” using the discovery as a touristic marketing option. So, I was not only there to see the visitor center and the replica of the sky disc (which will be covbered in another entry), but I was almost as much interested in how the disc had been used in local & regional marketing. Moreover, I will be focussing on some of the TV documentations that have been published on the sky disc. But today, its Part 1: How Nebra became the City of the Sky Disc.

And really, the marketing in and around the small town of Nebra, located beautifully at the beach of the river Unstrut and with a mere 2.467 inhabitants, has used the sky disc in each and every way that you can possibly imagine. Reaching Nebra via railway leads you to a first touristic presentation of Nebra which seems to have been put up BEFORE the discovery of the disc because it cites Nebra as “the town of sandstone”, relating the history of the famous Nebra sandstone quarries that have been exploited until 1990 (more or less). But once you leave the tiny railway station you will be completely surrounded in a sky disc universe. The “town of sandstone” has completely become the “town of the sky disc” – and it doesn’t matter that the discovery and the visitor center are located near the neighboring village of Wangen (551 inhabitants).

Because its called „Nebra sky disc“ and so Nebra has taken full account of this. There are:

  • The sky disc hotels, divided into: the Country House Hotel “Sky Disc” and the “Hotel Sky Disc”.
  • The bakery has a frieze with the Sky disc in the display window, as well as the drugstore, the jewelry store and a lot of other tiny stores around the town. Obviously, someone has thought this through because the frieze is always the same: a sky blue ribbon with the sky disc on it.
  • At the hotel there are sky disc cookies, a sky disc fountain, a replica of the sky disc at the wall. The sky disc has been incorporated into the room number badge and it has been painted on the wall. It´s everywhere.
  • The tourist maps around Nebra show information “around the sky walks” – so its not only the visitor center and the sky disc, but there is much more. A regional concept has been developed that includes the hiking trail “Sky walks”. This trails connects Nebra and the visitor center in Wangen with tow other archaeological sites (“Dolmengöttin von Langeneichstädt and the Sky observatory Goseck) and the Museum at Halle where the original sky disc can be seen. These archaeological things aside, the trail focusses on hiking in a beautiful hilly landscape, including a “Sky walk cycle”, a “sky walk bicycle trail” and a whole lot of events related to it. But still, the main marketing focus is the sky disc.

 

I don’t know if it’s the same at the Neanderthal Valley (but I will find out soon!), but the relation between archaeology and marketing is really intense in the region of Nebra, I had never seen anything like this in Germany. The interlocking of archaeological find and landscape tourism, hiking, jogging and the inclusion of a whole region into it have surprised me, as I didn’t expect it to be this intense. If it’s the bakery, the drugstore, the hiking trail or the village center – the sky disc unites them all into a single unit that relies on the ongoing fascination of the Nebra sky disc and its history. The marketing centered on a single object – the sky disc and some abstractions of it – lead to a recurring effect of recognition value.

Saxony-Anhalt and above all the region of the rivers Saale and Unstrut are living for some time now off tourism, not least because almost every factory has been closed down following the German reunification in 1990. SO the concentration on the tourism in this beautiful region full of rivers, wine hills, and medieval castles has even increased more than ever because its almost the only source of income. So if it’s the cathedral of Naumburg, the castle in Freyburg, if it’s the “Trail of Romanesque” or the wineries, its all about tourism. But never before had I seen the intent of giving it such a macro regional aspect, including and relating a whole sort of experiences, offering a whole package of hiking, cycling, museums, history & archaeology experiences and landscape.

So in the end I have to admit that I have been very surprised by the intensity of archeology marketing. I like the macro regional aspect, though, because it helps the visitor to understand and think a region as a whole instead of focusing only on certain aspects of it. This is completely in line with the application to appoint the whole region as World Heritage, an idea that also includes a heavy focus on landscape and its transformations through human action.

 

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Archäologie & Politik oder: die Relevanz von Archäologie auf dem Pausenflur. / Archaeology & politics, or: the relevance of Archaeology discussed at the coffee break.

sprechende dinge Naturkundemuseum Stuttgart

sprechende dinge Naturkundemuseum Stuttgart

Archäologie & Politik – ein großes, sehr großes Thema. Momentan beschäftige ich mich gerade damit, denn erstens geht mir dieses Thema seit mehreren Jahren im Kopf herum und zweitens werde ich es Ende Juni auf der ADLAF-Nachwuchs-Tagung in Berlin in einem Kurzvortrag vorstellen.

In Gesprächen mit Bekannten, Kollegen, Freunden sehe ich immer wieder, dass nur sehr wenige Menschen die Relevanz des Themas sehen. Immerhin reden wir hier ja über vergangene Zeiten, nichts was uns jetzt direkt betrifft. Oder? Vergangenheit ist eben vergangen – wie sollte uns das heute betreffen? Meine Faszination und auch meine Vorsicht bei diesem Thema reichen bis weit ins Studium zurück, noch in die Fast-Vor-Internet-Zeiten.  In der Fakultät (und zwar bezeichnenderweise auf dem Pausenflur) erwähnte jemand die Verstrickung der deutschen Ur-und Frühgeschichte in die Volk&Raum-Ideologie der Nazis. Ich war elektrisiert. So eine aktuelle Verbindung von Vorgeschichte und heutiger Zeit? Das war mir nicht bewusst gewesen – und es war Mitte/Ende der 1990er Jahre auch nie Thema im Studium – außer eben auf dem Flur.

Noch aktueller wurde es dann jedoch während meiner eigenen Forschungen in den Südanden ab dem Jahr 2000. Immer wieder wurden meine Forschungsergebnisse in Vorträgen angefordert und dann gerne mittels interessierter Nachfragen dahin gelenkt, dass sie zeitgenössische politische Interessen unterstützen sollten. Es dauerte ein wenig, bis ich dem entgegentrat und die Daten, die ich gesammelt hatte, als DATEN zur Verfügung stellte – dann aber nicht davon ausging, dass sich das schon irgendwie regelt sondern diese Daten durch ein Monitoring auch in ihrer weiteren Verbreitung etwas begleitete und mich gegen direkte Instrumentalisierung verwahrte, wenn es mir möglich war.  Ich glaube immer noch, dass es nicht darum gehen kann, archäologische Daten erst zu “generieren” und diese dann im Sinne von “Damit hab ich nix mehr zu tun” in den angeblich leeren, neutralen Raum der Wissenschaft zu stellen. Jeder Archäologe sollte sich bewusst sein, dass Daten politische, gesellschaftliche Relevanz haben und man Verantwortung dafür trägt (s.a. Link zur “Nation Chichas“).

Die Verbindung der Ur-& Frühgeschichte mit der Kulturkreis-Idee und der daraus hervorgehenden Volk-&-Raum-Theorie der Nazis sind in den letzten Jahren recht detailliert aufgearbeitet (s. Bibliographie). Was aber heute & hier passiert, darauf sind wir im Praktischen selten vorbereitet. Denn immer noch heißt es: du schreibst auch für Nicht-Wissenschaftler? Du vermittelst deine Daten in Vorträgen die NICHT auf Fachpublikum zugeschnitten sind? Das ist doch vulgarisierte Archäologie! Wo sind deine Fach-Publikationen? Was soll der Sinn der Vermittlung deiner Daten sein, wenn du sie an Nicht-Archäologen weitergibst? Diese und anderen Antworten habe ich häufig gehört und dasselbe auch von Kollegen erfahren, die ihre Ergebnisse ebenfalls für andere Menschen außerhalb der Academia publizieren.

Aber in der Praxis ist es doch so: wir arbeiten in einem gesellschaftlichen Kontext, den unsere Daten interessieren. Cornelius Holtorf hat die Gründe hierfür für westliche Kulturen aufgearbeitet, aber je nach Land ist die Umgebungssituation mehr oder weniger interessiert an Archäologie, häufig sind Menschen in konfliktiven gesellschaftlichen Situationen (wie etwa in Ländern mit kolonialer Vorgeschichte) interessierter an Daten ihrer Vorgeschichte um diese auch in eigenen, z.T. politisierten Diskursen intensiv zu nutzen und sie zu instrumentalisieren. Und in diesem Sinne treffen unserer Forschungen auf Interesse bei der Bevölkerung und wird von dieser aufgegriffen, weiter benutzt, umgedeutet. Für mich persönlich heißt das: ich kümmere mich auch nach der Generierung um die Daten, soweit ich dazu die Möglichkeit habe. Es geht mir nicht darum, eine Deutungshoheit zu schaffen, aber wenn ich sehe dass Daten in eine Richtung interpretiert werden, die stark politisiert ist möchte ich dem zumindest widersprechen – denn auch ich darf zu meinen Daten eine Meinung haben und muss das Herauspicken von dem Anderen genehmen und politisch gerade gewünschten Teilaspekten nicht widerspruchslos zusehen. Und insofern ist eine Vermittlungsarbeit in meinen Augen für jedes archäologische Projekt wichtig: Vermitteln an die unmittelbare und mittelbare Umgebung, durch Vorträge, Besuche, Publikationen jeder Art. Und: es sollte in den Lehrplan, es sollte zu jedem Studium dazugehören Daten auch vermitteln zu können oder zumindest eine Idee davoni zu haben, dass so etwas relevant ist. archäologische Daten haben geselleschaftliche Relevanz und je mehr wir sie vermitteln, desto besser können unsere Chancen für Akzeptanz und am Ende auch, ja: Geld, Fördermittel, stehen. Archäologie betrifft alle, und auch die Politik. Das ist kein Thema, das nur auf dem Pausenflur bleiben sollte.

Ausgewählte Literatur:

Boytner, R., L. Swartz Dodd & B. J. Parker (Hrsg.), 2010. Controlling the Past, Owning the Future. The Political Uses of Archaeology in the Middle East. Tucson: The University of Arizona Press.

Archäologie für Politiker, hrsg. von Dominique Oppler

Herrera Wassilowsky, A. (Hrsg.), 2013. Arqueologia y desarrollo en América del Sur. De la Práctica a la Teoría. Lima: IEP.

Holtorf, C., 2007. Archaeology is a brand. The Meaning of Archaeology in contemporary popular culture. Oxford: Archaeopress.

Ojala, C.-G., 2009. Sámi Prehistories. The Politics of Archaeology and Identity in Northernmost Europe. Uppsala: University of Uppsala.

Parzinger, H., 2012. Archäologie und Politik. Eine Wissenschaft und ihr Weg zum kulturpolitischen Global Player. RHEMA Verlag.

Schachtmann, J., et al. (Hg.), 2009. Politik und Wissenschaft in der Prähistorischen Archäologie. Perspektiven aus Sachsen, Böhmen und Schlesien. Göttingen: VR unipress.

Swartley, L., 2002. Inventing Indigenous Knowledge. Archaeology, Rural development and the raised field Rehabilitation Project in Bolivia. NY & London: Routledge.

Aktuelles Beispiel: Verquickung von Archäologie & Politik im zeitgenössischen autonomischen Diskurs in Bolivien: die “Nation Chichas” (Spanisch)

ENGLISH VERSION

Archaeology and Politics, that’s a big, a really big issue. I am working currently on a short paper & poster I will be presenting at the ADLAF on the end of June in Berlin, and, moreover, its an issue that has been on my mind for years now.

Talking with acquaintances, friends, collegaues, I got the impression that only very few are aware of the importance and relevance of the connection between archaeology and politics. I mean: we are talking on past times, aren´t we? Times, that don’t concern us dreictly, in the present, right now? Or are we not? The Past is past us – why shouldn’t we care about it now? My fascination and sensibilization for this issue can be traced to a moment years ago, when I was still studying European Archaeology, before internet became a commodity. At the faculty floors somebody mentioned the immersion of the German Archaeology of the 1920s with Nazist ideologies like “People & Space” (Volk-und-Raum-Theorie). I was electrified. Here was an actual connection between archaeology and politics? I had never thought about that! In the mid 1990ies, this was never any issue in our archaeology classes – but in the breaks themes like this came up between students.

It got even more pressing when I began my archaeological investigations in the South Andes from the year 2000 onwards. Again and again, my data and interpretations were required in public speeches and were directed to interpretations that suited the local politic elites rather well. It took some time until I gathered the courage to position myself against it and (at the same time) against the influential people that were behind these instrumentalizations and –redirection of archaeological data. I always offered my data to a very heterogeneous group of people, ranging from local –rather white skinned – elites to local habitants, indigenous groups, school children and the like. But as time went by, I increasingly vetoed against the use of short & convenient versions of my data as instruments of political tendencies, to reach political goals etc. “Data on the loose” doesn’t mean you can relax and just don’t bother anymore. Data should be monitored if their free use tends to be discriminating for some sections of the society. That, at least, is my personal opinion gathered in these years abroad. If I am capable of influencing the politicized use of my data, their presentation in a shortened “light” version that sustains political claims – then I will, I even have to intervene. I cant believe any longer that’s it the sense of science in general and archaeology in particular, to first generate a lot of data, and then let them on the loose in a supposedly “empty”, “neutral” space of science. Every archeologist should be acutely aware of the political and social relevance of his/her data and act accordingly and responsibly.

The connection between the European (and here especially German) archaeology and the ideas of the Kulturkreis and the theories on “People/Nation & Space“ have been widely presented in the last years (have a look at the bibliography). But what happens here and now to our data is another question and not many seem to be prepared for it. Because its always the same: “So, you are writing for a non-scientific public?? You are presenting your data publicly to a non-scientific section of society? Then this is archaeology vulgarized? That’s not science! Where are you scientific papers? And what for are you presenting your data to a wider public?” (The corpus of literature on this is growing as well, see bibliography below). These were questions and comments colleagues and I myself got a lot.

But reality is a complex thing: we are working in a society who is interested in our data. The reasons for this interest are manifold and varying. Cornelius Holtorf gives an excellent overview for the background of this for Western societies. In societies with a colonial background, the interest is far more complex and includes identity, nation state, autonomisation and even aspects like revenge, hate and the like.

And in these political contexts people are even more interested to use archaeological data to sustain their current political goals. Our data meet an overwhelming interest, they will be embraced, re-interpreted, re-directed. For me, personally, this means that I will take responsibility for my data and have a look at the context in which they are re-appearing. I am not interested in generating a patronization or a conclusive authority of my data, but to be sensible about their use after publication. And to intervene publicly should their use be directly political, bending data conveniently to a political goal. As a political person I have a right, too, to express my opinion about this issue and I will take this liberty and exercise my right of free opinion.

And this is also the reason why I believe that communicating archaeology is overwhelmingly important for ANY archaeological project: Communicating data to the immediate and mediate surrounding through papers, speeches, lectures, visits on the dig etc., online via homepage, blogging, whatever you like. And: it should be included in the curricula of future archeologists. We should be aware of this sphere of our work when we graduate. Archaeological data have societal relevance and if we are communicating them broadly than our possibilities to be accepted, and in the end also: to be financed, are better than if we ignore this part of our work or deem it unnecessary or a nuisance. Archaeology concerns everybody, and that means: politics too. That’s not a subject that should remain an issue of coffee breaks.

Selected readings:

Archäologie für Politiker, hrsg. von Dominique Oppler

Boytner, R., L. Swartz Dodd & B. J. Parker (Ed.), 2010. Controlling the Past, Owning the Future. The Political Uses of Archaeology in the Middle East. Tucson: The University of Arizona Press.

Archäologie für Politiker, hrsg. von Dominique Oppler

Herrera Wassilowsky, A. (Ed.), 2013. Arqueologia y desarrollo en América del Sur. De la Práctica a la Teoría. Lima: IEP.

Holtorf, C., 2007. Archaeology is a brand. The Meaning of Archaeology in contemporary popular culture. Oxford: Archaeopress.

Ojala, C.-G., 2009. Sámi Prehistories. The Politics of Archaeology and Identity in Northernmost Europe. Uppsala: University of Uppsala.

Parzinger, H., 2012. Archäologie und Politik. Eine Wissenschaft und ihr Weg zum kulturpolitischen Global Player. RHEMA Verlag.

Schachtmann, J., et al. (Hg.), 2009. Politik und Wissenschaft in der Prähistorischen Archäologie. Perspektiven aus Sachsen, Böhmen und Schlesien. Göttingen: VR unipress.

Swartley, L., 2002. Inventing Indigenous Knowledge. Archaeology, Rural development and the raised field Rehabilitation Project in Bolivia. NY & London: Routledge.

A current example: Mingling of Archaeology & Politics: the current case of the bolivian “Nation Chichas” (Spanish)


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“Loot” – von Sharon Waxman

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Heute möchte ich mal eine Lanze brechen für eine Seite, die mir seit Längerem am Herzen liegt weil sie mir immer wieder gute Vorschläge unterbreitet: Goodreads. Goodreads, als Seite auf der man gelesenen und noch zu lesen wollende Bücher auf Bücherregalen einsortieren kann, macht nämlich auch Folgendes: es schlägt einem aufgrund der gelesenen und bewerteten Bücher neue Bücher vor. Und so kam es auch zum folgenden, großartigen Buch: “Loot” von Sharon Waxman (Paperback 2009, Hardcover 2008).

“Loot” hat eine eigene Website auf der man einiges zum Buch erfahren kann, aber das wusste ich vorher nicht. Und, lasst euch nicht täuschen: Nofretete auf dem Titel bedeutet nicht, dass Nofretete auch INNEN vorkommt. Dafür aber sehr sehr viele andere Dinge, die immens spannend und vielschichtig daher kommen. Denn der Untertitel: “The Battle over the Stolen Treasures of the Ancient World” wird genauso im Buch durchgehalten. Die Autorin präsentiert in einer gut geschriebenen, schnell lesbaren aber trotzdem nicht oberflächlichen Art fast sämtliche Aspekte der Rückgabedebatte der letzten 30 Jahre, mit einem Fokus auf die Jahre ab 1995 – 2007. Es scheint unglaublich, aber die Aufteilung des Buches in vier spektakuläre Rückgabefälle in vier Ländern (Ägypten, Türkei, Griechenland und Italien), verteilt auf vier international bekannte Museen und ihre Mitarbeiter (Louvre, Metropolitan Museum of Art, British Museum, J.Paul Getty Museum) garantieren, dass sie alle Aspekte dieser unglaublich komplexen Debatte abdecken kann. Wirklich alle Argumente, aller Seiten, werden genannt und aufgearbeitet, zumeist an einem Treffen mit einem Vertreter einer bestimmten Ansicht in der Debatte.

Natürlich ist Rückgabe ja auch in Lateinamerika ein riesiges Thema, leider wird die hier nochmal kompliziertere Debatte (Kolonisation, etc.) nicht integriert in das Buch, sondern nur am Beginn kurz angesprochen. Das ist aber der einzige Punkt, den man eventuell kritisieren könnte, ansonsten folgt das Buch einer wahren Tour-de-Force von Argumenten, Gegenargumenten, Einwürfen und Fragen. All das lässt den Leser mit der Idee zurück, dass es in dieser Debatte kaum wirklich “Lösungen” gibt, nur Lösungsansätze. Und es wird klar, wie verhärtet die Fronten auf allen Seiten sind und wieviele Scheuklappen auf allen Seiten noch getragen werden. Es gibt kein Gut und Böse, nur Schattierungen. Und das ist das wirklich Großartige an diesem Buch: das Panorama dieser Debatte lässt erahnen, dass es hier IMMER um viel mehr geht als nur Objekte: sie repräsentieren etwas was allen Beteiligten wichtig ist und was alle anders interpretieren – sie sind Stellvertreter vergangener Zwänge und Kolonisationen; sie sind keine Objekte sondern fast Subjekte. Und sie spielen eine ganz aktive Rolle – ihre Personifizierung emotionalisiert die ganze Debatte und hebt sie auf ein höheres, fast unlösbares Niveau von Emotionen, Stolz und Kränkung, die über sie und durch sie ausgetragen werden.

Und obwohl das Buch nun schon 6 Jahre alt ist, finde ich das es nichts an Aktualität verloren hat, es ist eine echte Leseempfehlung! Und: Gerade als ich dieses Buch las, gab es in der ZEIT diesen kurzen Videobeitrag zu einer Ausstellung von “Looted Art”: http://bcove.me/xr1k5jjr. Check it out!

ENGLISH VERSION

Today I would like to say something about a website that I came to love, actually: Goodreads. That´s mainly because Goodreads offers me propositions for new books to read, based on previously read and rated books on my “bookshelves” at the site. And thus, Goodreads proposed a really inspiring book last month: “Loot” yb Sharon Waxman (Paperback 2009, Hardcover 2008).

Loot” has its own website with informations about the writing of the book, but I didn´t know this beforehand. And don´t be distracted: placing Nofretete on the cover does NOT mean that the Nofretete case will be covered in this book. That´s just the most prominent example of looted artifacts and it served the book well: I bought it (among other reasons) because Nofretete attracted me, because I know she´s here in Berlin at the Museum Island. But it´s not necessary to have Nofretete inside the book as well: Mrs. Waxman covers the theme of the book searching through different museums, different cases of supposedly looted art und covers the subtitle “The Battle over the Stolen Treasures of the Ancient World” to a maximum. She is able to cover all the wide and broad range of questions arising when it comes to looted artifacts, so she writes about the historical context of each of the four selected cases focussing on the years between 1995-2007 from four different countries (Egypt, Turkey, Greece and Italy), about the persons involved and the museums (Louvre, Metropolitan Museum of Art, British Museum, J.Paul Getty Museum) that house these artifacts today. She mainly covers all the details of the controversial discussion on devolution with the description of encounters with different actors in this “game”. And as she has a well written, easy-to-read style, the book is nothing but well resarched and provides so many details on all the controversial aspects of the devolution of art to the countries of origin that nobody who has read this book entirely will ever come up with some easy, supposedly “final” solution to this problem.

Of course, devolution is a major isuue in Latin America, too. And thats almost the only point the book doesn´t cover: the debates on colonization and neo-colonization that haven´t been included into the book but are only mentioned in the introduction. That´s but the the only critique I would like to make because the remainder of the book, a good 200 pages, is a magic voyage through space, time and a whole series of arguments, counter-arguments and again arguments, questions etc.. All this leaves the reader with a profound feeling for the complexity of the problem, the idea that there are no easy solutions. And it makes clear how difficult the debate is, actually. How many cultural ideas are being maintained and there is no “good”, no “bad” in this issue – there only shades of grey, each and every one of them created by arguments and counterarguments. And the great thing about this book is: it makes you realize that the objects in questions are much more than simple Objects. They are representatives of the arguments involved and are being used by every party in their own line of argumentation. They represent restraints of the past, colonization processes, they are no objects but almost subjects in the debate about where and to whom they belong. They are playing an active role in this discussion – their personification is emotionalizing the whole debate, lifting it to a complex level of emotions, pride, rejection. Emotions that are being associated and communicated through the objects in question.

The book is almost 6 years on the market now and it seems that it hasn´t lost anything of its up-to-dateness. Reading this book has been a real pleasure and so I would like to recommend it here. And just as I read it, there was even a teaser about a exposition on “Looted Art”: http://bcove.me/xr1k5jjr. Check it out!


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Sigamos interactuando: Encuentro Internacional de Ceramica Arqueologica Centro-Sur Andina

Zunächst und für die deutschsprachigen Leser hier: dieser Beitrag erscheint auf Spanisch und Englisch. Der Workshop “Sigamos Interactuando: International workshop on archaeological ceramics from the South-Central Andes“, der ja schon länger auf dem Blog angekündigt war,  fand in Mendoza, Argentinien, statt und in meinem Fachgebiet spricht man eben zu 99% Spanisch. Deshalb heute und hier: Spanisch und unten auf Englisch.

Tuve el honor de ser invitada al Encuentro Sigamos Interactuando: Encuentro Internacional de Cerámica Arqueológica Centro-Sur Andina entre el 25 al 29 de noviembre, 2013, en Mendoza, Argentina. El encuentro, desarrollado para el intercambio de informacion entre especialistas en cerámica arqueológica CentroSur Andina fue una posibilidad espectacular para reunirse con colegas de diferentes areas de la region Centro-Sur Andina: Bolivia, Jujuy-Tucuman, Catamarca, Norte de Chile y Chile Central-Mendoza. Las mesas regionales de estas 5 regiones fueron constituidas por muchas arqueólogas (y algunos arqueólogos) trabajando en cerámica arqueológica, en total 45 personas. Ya que la idea era intercambiar informaciones sobre nuestras investigaciones, datos e interpretaciones acerca del material ceramico de la zona de estudio de cada uno, se pidieron ponencias en Powerpoint de antemano para dar a todos la posibilidad de conocer de cerca el trabajo de los demas ANTES del encuentro – y asi poder meternos de pleno en el trabajo una vez que nos reunáramos en Mendoza. El foco de trabajo en el encuentro mismo iba a ser la elaboración de un powerpoint regional, sintetizando todos los datos conocidos del area en cuestion. La dispersión de la información en publicaciones en revistas o trabajos de tesis difícilmente accesibles y la accesibilidad de datos no-publicados son mayores problemas en mi area de estudio y tambien en las areas vecinas. La cerámica, por el otro lado, muestra muchas relaciones e influencias y esta conectada de una u otra forma entre todas las regiones en cuestión. Encontrarse entre todos para superar estos problemas era entonces uno de los mayores fines del encuentro!

Y debo decir que esto funcionó  de maravilla. Ya que los Powerpoint fueron accesibles desde hace dos meses antes del encuentro todos estabamos al tanto sobre los trabajos de los demas y sus focos de investigacion. Una vez que todos estuvimos alli nos fuimos manos a la obra! El encuentro no consistía solamente en trabajar durante el dia, sino que la organización de almuerzos y cenas en conjunto y el alojamiento que un mismo hotel llevaron al continuo intercambio de información! Al fin y al cabo todos pasamos el dia entero, desde el desayuno hasta la cena a medianoche, con discusiones, encuentros, intercambios de información. Para muchos de nosotros era una posibildad de volver a encontrarnos con colegas que ya conocimos y, por el otro lado, conocer todos aquellos que hasta ese momento solo conocíamos de sus publicaciones y que nunca habíamos tenido la oportunidad de ver en persona. Así que: aprovechamos todos el tiempo al máximo! Y gracias a la increíble organización del encuentro, nos dió todo el tiempo para hacerlo, sin tener que preocuparnos por ?donde ir a comer? ?como llegar de la universidad al hotel? etc. Simplemente nos concentramos en el tema principal de estos días: la CERAMICA.

La cerámica arqueológica centro sur andina ha sido estudiada desde los comienzos de la arqueología en la región alrededor del año 1900, y ha generado un alto nivel y cantidad de observaciones, análisis e interpretaciones desde ese momento. Sin embargo, los estudios fueron pocos y dispersos por un tiempo muy prolongado y se concentraron en áreas principales o investigadores específicos. Esto es especialmente cierto para Bolivia, donde el estudio de cerámica arqueológica fuera del área circunlacustre empieza con mayor intensidad recien alrededor de 1995. Pero también en las otras regiones las investigaciones han aumentado recien desde hace unos 15 años, tomando un curso mas sistemático y/o tecnológico, entrando a niveles de análisis de pastas etc. Otro punto importante, a mi parecer, es el hecho de que muchas zonas (debido a los vastos territorios a cubrir) son trabajadas por solo una o dos personas, resultando en una concentración de conocimiento en muy pocas manos.

El encuentro en Mendoza proveyó a todos la posibilidad de subsanar los puntos mencionados. Tuvimos la oportunidad de hacer preguntas a todos, buscar especialistas de áreas vecinas y cubrir vacíos de informacion – tanto en las mesas regionales como también en los encuentros personales en los espacios de pausas, cena, almuerzo o paseo. Se miraron fotos, se describieron tiestos, algunos hasta llevaron tiestos de cerámica para ser inspeccionados por ceramistas colegas. Este intercambio fue tan fructifero y prolongado que al fin de los cinco dias todo el mundo estuvo exhausto de tanta concentración en solo cerámica, estilos, tiestos, pastas, decoración. Se usaron los primeros dos días para elaborar los powerpoint regionales, presentando estos síntesis de datos en el dia 3 y 4 y recibiendo un análisis de las tres especialistas invitadas a comentar en el quinto día: Myriam Tarragó, Isabel Druc y Fernanda Farabella. El trabajo fue por lo tanto intenso, directo y extremadamente fructífero.

La idea y el deseo de todos era seguir trabajando en este intenso nivel de interacción, volviéndonos a encontrar lo mas pronto posible. Formar vínculos entre áreas vecinas e intensificar las relaciones entre diferentes áreas de estudio mediante los investigadores respectivos sería un fin a perseguir! Todas las mesas regionales concluyeron por lo tanto con los siguientes puntos finales:

1) es necesario seguir interactuando para poder investigar mas a fondo los estilos y/o tradiciones cerámicas de cada región e ir elaborando ideas sobre las conexiones inter- e intraregionales del material cerámico.

2) sintetizar los datos para cada región en la forma de un manual que pueda servir a todos/todas en el trabajo de investigacion, sea este en el campo o en el laboratorio.

3) intensificar los estudios a nivel de pastas, concentrándonos tambien en los estudio de laboratorio. Ésta es una parte relativamente nueva en el análisis cerámico en los Andes Centro-Sur y un área con mucho potencial.

Finalizamos el encuentro con estas conclusiones y con la gran esperanza de que el siguiente taller será una realidad muy pronto!

ENGLISH VERSION

Dear Readers,

I had it announced on this blog for months: I have been honored with an invitation to the workshop “Sigamos interactuando (Let´s stay interacting). International workshop on archaeological ceramics from the South-Central Andes” that took place at Mendoza, Argentina, between the 25th and 29th of November 2013. This workshop, developed for the exchange of information between all the ceramic specialists for the archaeological ceramics from the South-Central Andes, was a great opportunity to reunite and getting to know colleagues from different areas of the central-South Andes: Bolivia, Jujuy-Tucuman, Catamarca, North Chile and central Chile – Mendoza, all working on the ceramic material of these regions. The regional workshops of these 5 specific geographic areas were “(Wo)manned” with a lot of (women) archaeologists – and some men. We were 45 persons and the idea of exchanging information about our recent investigations, the data and interpretations about the ceramic material from our study regions was prepared by sending all this information in a personal powerpoint BEFORE the workshop began. This served everybody to get relevant information on what other colleagues are working on, updating ourselves on the latest (sometimes even unpublished) developments of everybody else. And: we were able to get directly to work when we arrived at Mendoza. The focus of this was to reunite all the information in one big regional powerpoint, offering a synthesis of the ceramics of every region to colleagues from other regions – thus providing everybody with an update on the regional ceramic material. As is the custom in our field of study, many informations have formerly been published in little journals or in unpublished Ph.D. or licenciado thesis only, creating a very disperse and difficult-to-access information pattern. On the other hand, the ceramic material is united in many aspects, showing influences and migration patterns and is related throughout the region. That’s just the point why connecting the archaeologists working on these ceramics is so important: only uniting our information can we get to a new perspective on our material, providing completely new ways of interpretation.

And I have to admit: it worked just perfectly. AS we had access to the personal powerpoint since September, we were completely updated on the work of our colleagues and their focus of interest. And when we got to Mendoza we went directly to work! The workshop did not consist only in a heavy workload during daytime, but the perfect organization of lunch and dinner and the accommodation of almost everybody at the same hotel did their part to continuous information exchange while chatting, eating perfect Argentinean food and having one of the famous Mendoza wines. So in the end, we spent all day, starting from breakfast up to midnight with discussions, meetings, exchange of information. For many of us that was an opportunity to meet colleagues we knew already, but also to know the ones we only knew form their publications and where no opportunity had arisen to get know each other personally. So we used all the time to a maximum! And thanks to the incredible organization of the event, we had all the time to do that – we didn’t even had to think about all these gruesome details like: “Where we will eat? How do we get to the University or the hotel? And the like. We could just concentrate on the central theme: Ceramics.

The archaeological ceramics of the South-Central Andes have been studied since the beginnings of the 20th century and these studies have generated a high level and an enormous quantity of observations, analysis and interpretations since then. But nevertheless, the investigations itself were few and widely dispersed during a long time – and focused on specific moments in time, main areas or specific researchers. This is especially true for Bolivia, where research on ceramics outside the Titicaca lake area begins as late as the 1990s.

But also in other regions the investigations have just begun some 15 years ago, developing a more systematic and/or technological approach, concerning the study of pastes and the like. Another important point, at least in my opinion, is the fact that vast areas (due to the broad geographical regions we are covering) have been investigated by only one or two archaeologists ever, which results in a concentration of information in very few hands.

The workshop in Mendoza provided all of us with the opportunity to enhance all these problematic points. We could ask the investigators directly; look for specialists in neighboring areas and cover up information – in the regional workshops as well as in the personal encounters with archaeologists working in other areas during the retreats, lunch, dinner or during a walk outside. We had looks at photos together, we described our material to others, some even brought fragments with them to show them around and ask for opinions. This exchange was so fructiferous and constant that after the five days we were absolutely exhausted from all this concentration on ceramics, styles, fragments, paste, decoration and the like. We used the first two days to work on our regional power point, presenting this as a synthesis on the 3rd and 4th day. After there was space for commentary and observations for the three special guests that had been invited: Myriam Tarragó, Isabel Druc and Fernanda Farabella. So, the work was very intense, very direct, and overwhelmingly, extremely rewarding.

The idea of all of us was to stay on working at this intense level of interaction, uniting again as soon as possible. To form relations between neighboring areas and to intensify the relations between fields of study through the archaeologists themselves! Every regional group concluded with almost the same final goals for the future:

1) it is necessary to stay connected in order to investigate more intensely the different styles or ceramic tradition of every region and to elaborate ideas on connections between them.

2) synthesize the data of every region in a manual that can help everybody to orientate us when working on ceramic materials, may this be at the field or the laboratory.

3) intensify the study on the technological level when it comes to pastes, concentrating on the laboratory studies. This is a relatively new aspect in the analysis of ceramics in the South-Central Andes and an area with a lot of potential for future work.

We ended the workshop with these conclusions and with the big hope of another encounter as soon as possible!

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Durante las sesiones de trabajo en las mesas regionales./ Working during the regional workshops.

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Almuerzos en conjunto: la mesa de Bolivia y la mesa Jujuy-Catamarca en el comedor estudiantil. / Lunch tables according to our regional tables: the “Bolivian” table and the table of Jujuy-Catamarca.

P1120584Del Hotel a la Universidad de Cuyo: Mariel Lopez, Isabel Druc, Veronica Williams, Maria Ester Albeck. /From the hotel to the University of Cuyo: Mariel Lopez, Isabel Druc, Veronica Williams, Maria Ester Albeck.

P1120615P1120600P1120591Preparando las ponencias finales regionales! / Preparing the final regional presentations!

P1120609Todos los participantes en el dia final del encuentro delante de la Universidad de Cuyo! / All participants on the final day at the UNiversity of Cuyo!