Sprache der Dinge – Language of Things

Materialität, Realität und Konfliktivität in Museologie, Archäologie und anderen dinglichen Wissenschaften / Materiality, reality and conflictivity in museology, archaeology and other material sciences


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Meaningful Heritage – Podiumsdiskussion im Auswärtigen Amt, 15.10.2014

"Meaningful heritage" Podiumsdiskussion SprachederDinge blog

“Meaningful heritage” Podiumsdiskussion SprachederDinge blog

Ich hatte es ja kurzfristig angekündigt & ich war dann auch da. Bei der Podiumsdiskussion “Meaningful Heritgae – New Challenges for Cultural Policy“. Um ein bisschen vorbereitet zu sein auf dieses sehr spannende Thema und die beteiligten Personen, lud ich mir erstmal den verlinkten PDF des DAI herunter: die Sonderausgabe von “Archäologie Weltweit” zum gleichen Thema. Da ging es viel darum, dass Archäologie identitätsstiftend sei, dass archäologische Stätten Tourismus- und Wirtschaftsfaktoren seien und dass Raubgrabungen und Schmuggel  von archäologischen Objekten zum Verlust von Identität für die gesamte Weltbevölkerung etc. führe. Soweit, sogut, aber eben auch so allgemein. Das Heft richtet sich an Menschen die sich noch nicht groß mit Thema beschäftigt haben und einen Einblick brauchen. Den bekommt man auch mit dem Sonderheftchen. Allerdings ist es auch so mit großen Photos und kleinen Texten vollgestopft dass eine größere Linie oder Argumentation nicht wirklich erkennbar wird. Irgendwie kommt hier alles zusammen – aber nicht differenziert, sondern eben auf 8-10 Zeilen zusammengefasst und dem Leser hübsch illustriert.

Eine etwas weiter gefasste Recherche ergab, dass die Podiumsdiskussion im Rahmen eines Kongresses stand, nämlich die “2nd international Conference of Heritage Conservation & Site Management“, auch betitelt: “Past Imperfect. Communicating the Fragment & Incomplete”. Hier der Trailer auf Youtube von Prof.Dr. Leo Schmidt. der veranstaltenden Universität.

Diese Konferenz wiederum gehörte offensichtlich vor allem zu einem zwischen Ägypten & Deutschland aufgegliederten internationalen Studiengang (Joint Master Studiengang) namens “Heritage Conservation & Site Management” der Universitäten Senftenberg-Cottbus & der Helwan-University Kairo, gefördert vom DAAD, dem DAI und dem Auswärtigen Amt. Aha. Das erklärt einiges, z.B. die Grußworte die am Beginn der Veranstaltung standen:

  1. von Prof. Dr. Leo Schmidt, Universität Cottbus-Senftenberg
  2. der Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Prof. Dr. Maria Böhmer,
  3. der Präsidentin des DAAD, Prof. Dr. Margaret Wintermantel,
  4. Kulturattachés der Ägyptischen Botschaft, dessen Namen ich leider nicht richtig verstanden habe,

die sich allesamt hauptsächlich auf die wunderbare Einrichtung, Finanzierung & Relevanz dieses Studienganges bezogen und nur teilweise auf die angekündigte Podiumsdiskussion und deren Thema.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nach den 40-minütigen, eher politisch und unverbindlich gehaltenen Grußworten gehofft hatte, dass jetzt noch was Entscheidendes geschieht. Denn bis dahin waren es eben schöne Grußworte gewesen, die aber nicht mehr taten als eben das Übliche zum Thema Heritage noch einmal zu nennen, den gegründeten Studiengang zu loben & zu preisen und die Hoffnung auszusprechen, dass es in der Diskussion dann spannend würde. Das hoffte ich auch.

Die Diskussion selber war die Zusammenfassung eines 3stündigen Expertengespräches von Vertretern deutscher Kulturinstitutionen zum Thema Heritage, Kulturerhalt & Außenpolitik, und wurde moderiert von der Präsidentin des DAI, Frau Prof. Dr. Friederike Fless, ihres Zeichens ja Vertreterin einer internationalen, auch diplomatischen Archäologie. Bis zum Schluss ist mir nicht ganz klar geworden, ob die Veranstaltung sich nun eher dem Kongress verpflichtet fühlte, oder eher dem “Außenpolitik Weiter Denken” des Auswärtigen Amtes. Und das spiegelte sich auch in der Diskussion, oder eher, korrekt gesagt, der Zusammenfassung des Expertengespräches.

Auf dem Podium saßen:

Prof. Dr. Ingrid Scheurmann, für das Thema Denkmalvermittlung,

Prof. Refai, Hewan Universität Kairo,

Prof. Dr. Knaut.

Grob zusammengefasst ging es darum, dass man Denkmalschutz im Ausland verankern & verbreitern möchte und dass deutsche Kompetenzen auf dem Gebiet Denkmalschutz & -erhalt v.a. im arabischen Raum sehr gefragt wären. Die Frage stellte sich dann eben, wie man diese Kompetenzen in Deutschland ausbauen & dann “exportieren” könne. Ich wartete die ganze Zeit darauf, dass es mal um grundlegendere Fragen ginge wie: Wer will denn den Denkmalerhalt? Und warum? Welche Probleme stellen sich? Warum ist es eben “Meaningful Heritage” oder von mir aus auch (Thema der Konferenz): “Past Imperfect“? Diese Fragen waren aber wohl nicht Thema der voran gegangenen Expertenrunde gewesen, denn sie kamen nicht. Es scheint eher in die außenpolitische Richtung gegangen zu sein, denn stattdessen wurde darüber gesprochen wie deutsche Universitäten kleinere Fächer schließen, wie man sich vernetzen kann & soll und warum es eine Denkmalvermittlung geben sollte.

Am Spannendsten & Lebendigsten waren die Worte von Frau Prof. Dr. Scheurmann, die für eine starke Vermittlungsposition der Denkmalpflege und der Denkmalvermittlung eintrat, da nur diese Punkte dafür garantieren dass unsere Gesellschaft weiß, warum man sich hier engagieren sollte & warum das ein relevantes Thema ist.

Eher unspannend dagegen die Aussagen, dass es eben diesen tollen neuen Studiengang gäbe, der eine Lücke in der Versorgung mit Denkmalpflegern & ausgebildeten Museumsmitarbeitern im Nahen Osten stopfen kann. Dass es diese Lücke gibt, ist sicher unbestritten, wichtig wäre doch aber zu fragen: Wer im Nahen Osten hat denn das Mitspracherecht zum Thema Denkmäler? Warum? Wer engagiert sich da? Raubgrabung ist schlimm, aber warum passieren denn Raubgrabungen & Schmuggel? Und was passiert denn, wenn deutsche Bildungspolitiker immer mehr kleine Fächer schließen und die so geschätzte deutsche Kompetenz auf diesem Feld einfach unter den Tisch fällt, weil wir nämlich niemanden mehr ausbilden? Immerhin waren wir hier im Auswärtigen Amt, einem Zentrum deutscher Politik, die ja durchaus mit diesen Entwicklungen zu tun hat! Empfehlung der Sprecher: vernetzt euch. Super. Sicher ist das eine Möglichkeit – die Stimme mal zu erheben und DAGEGEN zu sprechen wäre aber auch eine gewesen. Dann sitzt mal allerdings wohl nicht in so einer Podiumsdiskussion…

So blieb das Ganze am Ende eher eine Werbeveranstaltung für den sicherlich sehr schönen Studiengang “Heritage Conservation & Site Management” bzw. eine Plattform für die fördernden Institutionen & politischen Personen. Schade eigentlich, und v.a. schade, dass der Titel soviel mehr versprochen hatte. Aber, wie es mehrere Freunde hinterher sagten: Wenn man ins Auswärtige Amt geht, kann man ja davon ausgehen dass es nicht wirklich kontrovers wird! Da haben sie leider recht.

 


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INKA: Könige der Anden im Lindenmuseum Stuttgart. /INCA: Kings of the Andes at Lindenmuseum, Stuttgart.

INKA Könige der Andes Sprache der Dinge blog

INKA Könige der Andes Sprache der Dinge blog

Zugegeben, die Ausstellung “INKA – Könige der Anden” in Stuttgart endete am 15.3.2014 – jetzt ist schon äääähh….. Oktober 2014. Woran man sieht wielange Dinge manchmal im Blog liegenbleiben, aus Zeitmangel. Trotzdem möchte ich diese Ausstellung noch einmal besprechen. Erstens ist sie bis zum November 2014 noch in Rosenheim zu sehen und zweitens kamen da bei mir einige Gedanken auf, die ich hier dann doch noch teilen möchte.

Beworben wurde diese Ausstellung als “einmalig”, “die größte in Europa“, sie war eine Landesausstellung des Landes Baden-Württemberg und entstammte dem renommierten Lindenmuseum. Und da das Thema tatsächlich mein Thema ist, war klar, dass ich sie sehen wollte. Und als allererstes fand ich dazu den Kuratoren-Ausstellungstrailer auf Youtube. Ganz sicher bin ich dem Thema Inka persönlich involviert und nicht ganz objektiv, aber im Großen und Ganzen liegt mir einfach am Herzen dass man vermittelt warum Archäologie gesellschaftliche Relevanz besitzt. Warum so eine riesige (aka: auch teure) Ausstellung gesellschaftlich Sinn macht, mal ganz abgesehen von der Schönheit der Objekte und dem Abenteuerfaktor Archäologie.

Der Kuratorentrailer bot vor allem eins: Die Indiana-Jonesierung der Archäologie. Man sei “in die Magazine hinabgestiegen und habe dort staubige Kisten gefunden“. In denen hätte man “unglaubliche Objekte entdeckt”, die man nun in der Ausstellung sehen kann. Undsoweiter. Aha. Ich verstehe die Faszination der Objekte im Depot. Auch ich bekomme zugegebenermaßen schwitzige Hände wenn ich mit archäologischen Objekten arbeite – einfach vor positiver Aufregung. Es ist also durchaus schön, dass man da Objekte entdecken kann – aber welche Bedeutung haben die Objekte denn für uns heute? Was zeigen sie uns, wie verbinden sie uns und die Inka miteinander?
Die Inka waren einer der größten “Staaten” auf amerikanischem Boden vor der Ankunft der Spanier. Ihre durchaus als kolonialistisch zu bezeichnende Eroberungspolitik führte bei den unterworfenen Gruppen zu ganz unterschiedlichen Reaktionen, von Gewalt und Gegengewalt inklusive kompletter Umsiedlung ethnischer Gruppen und Ausrottung, bis zur Aneigung inkaischer Kultur als Ausdruck der Anpassung und, besonders spannend, die Aneignung bestimmter inkaischerKulturelemente zur Verfolgung eigener Gruppeninteressen unter und NACH der inkaischen Herrschaft – also schon zur Zeit der spanischen Eroberung und daran anschließend auch der spanischen Herrschaft. Die Inka und ihr Dunstkreis bieten also reichlich Anknüpfungspunkte für sehr moderne, globalisierte Konzepte und Ideen in unserer eigenen Gesellschaft. Um die ging es jedoch weder in dem Trailer noch in der Ausstellung. Der Titel ist Programm, denn “Könige der Anden” könnte auch anders sein, wenn der Fokus der Austellung anders wäre. “Die andinen Kolonisatoren” etwa, oder: “Heimat & Provinz” oder was auch immer. Aber Könige bedeutet eben auch: Herrschaft. Elite. Und elitäre Objekte – und genau das gibts ja dann auch zu sehen.

Denn die Ausstellung präsentiert hauptsächlich einen schön gemachten, mit wunderbaren Objekten ausgestatteten Überblick über die Kultur der Inka: wo kamen sie her, wie lebten sie, wie eroberten sie andere Gebiete, wie starben sie. Gold, Textilien, Keramik, Bilder. Schöne Fotos andiner Landschaften. Aha-Effekte wenn man lernt dass die Kartoffel aus den Anden stammt. Wer Ausstellungen besucht, vergleicht sich ja oft unwillkürlich mit den dargestellten Gruppen oder Objekten. Vor allem Dinge der Alltagskultur führen automatisch zu Vergleichen. “Die waren weiter entwickelt als andere in Brasilien, die Inka!” oder, bei Mumienbündeln:  “Da sind doch Tote drin! Wir tun unsre einfach in die Erde und die konservieren die!” – so in diesem Sinne waren etwa Kommentare in der Ausstellung.Für Kinder gab es einen kleinen Raum zum Spielen und ansonsten vieles zum Staunen: die Nachbildung einer Inka-Mumie auf einer Sänfte etwa. Und viel viel Gold. Wie man sich das eben so vorstellt, so spektakulär und hübsch …. so war es dann auch. Keine Überraschungen, es sei denn man zählt Schönheit als Überraschung.

Über Synkretismus, Aneignung, politische Nutzung von Objekten ging es nur im letzten Teil, in dem die spanische Kolonialisierung im Vordergrund stand. Wie brachte die Gruppe der Inka als Ethnie sich hier ein? Welche Konflikte entstanden? Wie wurden diese materiell umgesetzt und dargestellt? Diese Themen hätte ich mir definitiv auch für die vorspanische Zeit gewünscht denn hier wirkt es als wäre das eine Sache die erst bei Ankunft der Europäer auftritt. Aber auch die Zeit vor den Spaniern war geprägt von der Verhandlung von Machtstrukturen und Synkretismus. Und: das sind Themen die uns heute in unserer globalisierten Welt absolut betreffen. So wie es war, blieb die große Konfliktivität und Aktualität inkaischer Kultur auf der Strecke. Konfliktivität, die sich (wie etwa in den Videofilmchen am Ende der Ausstellung sichtbar) bis in die öffentliche Perzeption der Andenstaaten heute durchzieht, eine unglaubliche Aktualität!

Ganz am Ende, kurz vor dem Verlassen der Ausstellung, da gab es auch so etwas wie Relevanz: nämlich was die Inka den Menschen in den Anden heute bedeuten. Als Vorfahren, als Erbe, als Name, als Kultur. Da war alles dabei, vom Landarbeiter bis zur deutschen Restaurantbesitzerin. Ein ganzes Spektrum von Meinungen. Als Filmformat dargeboten, zog es unglaublich viele Besucher in den Bann, man saß endlos auf Bänken. Und schaute den Kurzinterviews zu. Hier schien auf was wirklich die Bedeutung der Inka ist: nämlich ihr Name heute. Was verbinden die Menschen damit, wer identifiziert sich hiermit und warum? Die Inka sind etwas wie die “Vorfahren” der Peruaner von heuet geworden, zumindest im öffentlichen Bewusstsein. Aus genau dem gleichen Grund identifizieren sich etwa Bolivianer gerade NICHT mit den Inka sondern anderen vorspanischen Gruppierungen und verstehen die Inka häufig als eine Art frühe Kolonisatoren ihres heutigen Nationalstaates. Diese Art ganz konkreter Bedeutungen von Geschichte in der heutigen Zeit fehlen jedoch in der wunderschönen Ausstellung. Dabei wäre doch gerade das ein spannender, auf uns bezogener Aspekt: wie wirkt denn Geschichte auf uns? Ws ziehen wir darum wie instrumentalisieren wir sie? Und nicht nur die “anderen”?

Aber die Aktualität des Themas “Inka” wurde bis auf die Kurzfilme nicht angesprochen. Das europäische Publikum erfährt hier Schönes, Spektakuläres, Informatives. Aber keine

Konflikte. Das ist auch bequem, und hübsch – und sehr sehr schade.

Literaturvorschläge:

Julien, C. & K. Nowack, 2007. Inka. Geschichte, Religion, Kultur. C.H. Beck Verlag.

Earle, R., 2007. The return of the Native. Indians & Myth-making in Spanish America (1810-1930). Duke University Press.

Malpass, M. & S. Alconini (Hrsg.), 2010. Distant provinces in the Inka Empire. Toward a deeper understanding of Inka Imperialism. University of Iowa Press.

Mendez, C., 1996. Incas Sí, Indios No: Notes on Peruvian Creole Nationalism and its contemporary crisis. Journal of Latin American Studies Vol. 28, No. 1, pp. 197-225.

 

1b Pacajes

 

 

 

 

 

 

ENGLISH VERSION

Okay, I admit that the exhibition „INCA – Kings of the Andes“ finished in march 2014 in Stuttgart, and now its already….. hm…. Well, October 2014. That shows how long some things stay in this blog without being published. But I would like to write about it, anyway. Because the exhibition can still be seen at Rosenheim until November 2014 and because it stirred thought that I have been harboring for some time, and I would like to share them, even after 7 months waiting to publish them.

The exhibition was marketed as “unique”, the “biggest in Europe” and it was an exhibition on a federal basis, meaning that it had an official impact. Hosted by the famous Lindenmuseum Stuttgart, “INCA” affected my very own investigations. This was MY topic and I was eager to see it. The first thing I found on the web concerning the exhibition was a trailer on YouTube, presenting an interview with the curators of the exhibition. And to be frank: I am NOT being objective on this exhibition because I am so involved in this subject of investigation that I just cant stay on the objective side. And by and large there are issues about archaeology that are important to me and these concern mainly the social relevance of archaeology. And why an enormous (and this means: costly, too) exhibition should focus on relevance as well, and not only on the beauty of the objects it presents and the “adventure of Archaeology”.

The trailer offered one thing, mainly: Archaeology as Indiana Jones. There are sentences like: “we went down to the depots and discovered dusty boxes”. In them, there were “found incredible objects” that can now be seen in the exhibition. Well. Aha. OK. I fully understand the fascination of objects ion the depot. And I admit of getting sweaty hands when working with archaeological objects because I am so excited to do this work. So, it´s great that you can “discover” objects there – but what´s the meaning of these objects for todays life? I mean: when you strip away the scientific or artistic fascination about them??? What do they tell us about the Inca and about ourselves?

The Inca were one of the biggest states on American soil before the arrival of the Spaniards. Their politics of expansion and the colonialist behavior caused very different reactions in the conquered regions, that ranged between violence, counter-violence and the extinction and re-settlement of whole ethnic groups and the appropriation of Inca culture as a means of adaptation. One of the most fascinating chapters of incaic colonization was the use of incaic material cultural elements by local groups in order to pursue their OWN agenda, participating in structures of power through the adoption of certain incaic elements during and AFTER the Inca rule, when Spanish colonization was a major threat to previous pre-Hispanic order. But this was no issue in the trailer nor in the exhibition. The title “INCA – kings of the Andes” shows what this is about, even when it could have been something completely different. What about: “Andean colonisators”? Or: “Home & Province”? But „Kings“ mean: Rulers. Elite. And: elitist obejcts, and of these there was plenty.

Because the exhibition shows mainly a wonderful, beautiful overview of Inca development and culture: Where did they come from, who were they, how did they live, how did they die, what did they conquer? Gold, textiles, ceramics, pictures. Wonderful photos of Andean landscapes. If one visits an exhibition, you often compare objects to your own culture, mainly if they touch themes of everyday culture. So these were some of the commentaries I heard at the exhibition: “They were so much superior to these Brazilian stuff, these Inca!” or, on mummies: “Oh look! They stuffed their dead in there! We put them into the earth and they preserved them!”. For children there was room to play and many objects to marvel on: mummy replicas, and gold gold gold… just as you imagine the Inca Empire – that´s how it was presented. No questions, no surprises; if you don’t count beauty as a surprise.

There was nothing to learn about syncretism, the appropriation or political use of objects. Only in the last section of the exhibition, when it came to the Spanish conquest, syncretism came along. Great, but: it seems that this is something that only went on with the encounter of Europeans and South Americans. And that’s just not true, because the negotiation of power structures was as pre-Hispanic as anything. So, I would have LOVED to see these issues included into the ore-Hispanic sections! And these are issues that border on our own globalized world as well! Inca culture in all its regional aspects is so very very up-to-date! But that’s no issue here. Conflictivity as seen on some videos at the end of the exposition, its so incredibly present until today!

Right on the end, before leaving the exposition, there was something like relevance: videos presented the views of todays residents of the Andes on the Inca. As ancestors, as heritage, as a name and as a culture. And there were many different people: from farm workers to German restaurateurs. A whole bunch of opinions! Offered as videos, it fascinated a lot of people, so everybody was seated on benches viewing these for some time. And that was the moment were relevance was almost palpable: the impact of the Inca today. What do people think about it today? What´s the relevance of Inca to them? Why do they identify with the Inca or why not? The Inca have always been perceived as something as the ancestors of todays Peruvians. And that is, f.e., the reason why Bolivians would NEVER see them as ancestors because they perceive the Inca as some early colonization of their current nation state. They see their ancestors in other prehispanic groups and use them as a political tool to explore their history and future. This tangible aspect of Inca culture TODAY would have deserved much more space in the exhibition. As it was, it was nice. But are these no relevant questions: what does history mean to us? Why do we use it, instrumentalize it? But that was no issue at „INCA“. The European public is not to be bothered with these complicated questions. The museum offered a beautiful, nice exhibtion. But please: no conflicts. That´s really nice – and really unfortunate.

Suggested reading for starters: 

Julien, C. & K. Nowack, 2007. Inka. Geschichte, Religion, Kultur. C.H. Beck Verlag.

Earle, R., 2007. The return of the Native. Indians & Myth-making in Spanish America (1810-1930). Duke University Press.

Malpass, M. & S. Alconini (Hrsg.), 2010. Distant provinces in the Inka Empire. Toward a deeper understanding of Inka Imperialism. University of Iowa Press.

Mendez, C., 1996. Incas Sí, Indios No: Notes on Peruvian Creole Nationalism and its contemporary crisis. Journal of Latin American Studies Vol. 28, No. 1, pp. 197-225.

 


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Kurzfristig & in eigener Sache: Podiumsdiskussion “Meaningful Heritage – New Challenges for Cultural Policy”

Recht kurzfristig, aber geschafft: ich bin für das Expertengespräch/Podiumsdiskussion

“Meaningful Heritage – New Challenges for Cultural Policy”

akkreditiert worden. Im Rahmen einer Kooperation des DAI & des Auswärtigen Amtes namens “Außenpolitik Weiter Denken” und in Anbindung an den Kongress “Past Imperfect: Communicating the Fragment and the Incomplete (2nd international Conference on Heritage Conservation and Site Management” (Cottbus / Kairo) werde ich am 15.10. um 18 Uhr im Auswärtigen Amt Berlin dabei sein, wenn hoffentlich engagiert diskutiert wird. Stay tuned: Bericht folgt umgehend! Ich bin gespannt ob das eigentlich ja sehr spannende Thema umfassend und v.a. kontrovers rüberkommt. Immerhin steckt da viel drin: Welterbe, Post-Kolonialismus, Community Archaeology und vieles andere!

Einen Überblick über das Warum & weitergehende Infos bietet die Seite des DAI, und v.a. das angehängte PDF mit der Sonderausgabe von “Archäologie Weltweit”.

Die Wikinger - Sprache der Dinge Blog


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Die Wikinger – Ausstellung in Berlin / The Vikings – exhibition at Berlin

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Die Wikinger” ist in Berlin angekommen. Spätestens mit der Ankunft des Seehengstes von Glendalough am 7.9.2014, der von einem größeren Publikum v.a. mit Kindern begleitet wurde, stieg der Hype um die Ausstellung im Gropius-Bau noch einmal an. Mit der Ausstellung “begeben sich die großen Museen dreier europäischer Kulturmetropolen auf die Spuren der sagenumwobenen Nordmänner” (Eigenauskunft der Website).

Aber eigentlich stand für mich nicht das Schiff im Vordergrund, obwohl dies lt. der Website der große Fokus sein soll, mir fiel von Anfang auf, dass hier wohl multimedial gearbeitet werden soll. Bei Ankunft des Schiffes erhielten wir Besucher von Wikinger-Reenactment-Menschen Flyer mit Infos zu einer Ausstellungs-App, die man mit oder ohne Museumsbesuch spielen könne, es gäbe einen zweiteiligen Dokumentarfilm namens “Die Frauen der Wikinger” und zu guter Letzt ein Onlinespiel. Und natürlich die Ausstellung! Alles in allem eine gute Eigenwerbung für die Firma Gebürdet Beets, die Ausstellung medial begleitet.

Zunächst schaute ich mir vor dem Austellungsbesuch einen Teil der Dokumentation an und möchte eigentlich nicht viel dazu sagen, außer dass da viele blond bezopfte Frauen sich gegen ihre unsensiblen Männer stellen – das Ganze durchbrochen von Experteninterviews und Archäologen, die “überraschende Funde zu Tage fördern” und “mit verschiedenen Disziplinen zusammenarbeiten” um “den neuesten Stand der Forschung” zu präsentieren. Positiv war immerhin, dass hier auch mal Archäologinnen interviewt waren, das ist ja sonst eher ein seltenes Phänomen. Ansonsten verweise ich auf eine recht treffende Rezension des SPIEGEL mit dem schönen Titel: “Weib, mach das Horn recht voll!”.

Also dann die App. Ja, die App. Mir war nicht recht klar, an wen die sich richtet. Da ich auf dem Flyer geduzt wurde, dachte ich, das könne vielleicht auch für Jugendliche oder Kinder (?) gedacht sein. Die Information auf iTunes behauptet an erster Stelle, es handele sich um “Rätsel-Spaß für die ganze Familie“. Das ist definitiv nicht ganz richtig…. ich würde hier eher “für Menschen ab 14″ angeben, alleine schon aufgrund der Fragen und der Sprache. Ansonsten ist das Ganze ganz niedlich, sehr informativ und man kann am Ende gewinnen und Clanchef sein oder auch an einem Gewinnspiel teilnehmen. Und man bekommt sehr schöne Fotos der Highlights der Ausstellung bereits vorab, plus viele Hintergrundinformationen zu ausgewählten Objekten in der Schatzkiste, die man während des Quiz befüllt.

Dergestalt vor-informiert ging ich zur Ausstellung. Mit Kind. Da ich selber immer noch keine Audioguides mag, das Kind sie aber liebt, besorgten wir die Kinderführung und: los gings!

Allerdings – es geht nicht gleich los. Denn wie in vielen Ausstellungen soll man zwar theoretisch einem Rundgang folgen, findet den aber nicht gleich. Weswegen das Museumspersonal im Eingangsbereich immer wider die gleiche Frage hörte. Zudem sollten wir ja dem Audioguide folgen, bei dem bereits die allererste Station unauffindbar war. Wir haben die “1” bis zum Schluss nicht gefunden. Aber gut, das Gesuche nach den Auduioguide-Nummern kenne ich mittlerweile und mag es trotzdem nicht.

Da ja der Fokus der Ausstellung das Schiffsmotiv war, prangt sofort im ersten Saal das Roskilde 6- Schiff. Es ist wirklich riesig, das Segel erfüllt den gesamten Lichthof und natürlich ist es unglaublich imposant. Da hätte man schon was mit machen können, nur leider ist es so, dass die Ausstellung sich ganz stark auf wunderhübsche Objekte bezieht, die aber nur ganz wenig Hintergrundwissen vermitteln. Liest man wie ich die relativ kurzen zweisprachigen Begleit-Tafeln, dann erfährt man ein bisschen was, aber der Bezug zu den Objekten, den gibt’s nicht direkt. Denn da steht eben nur: Scheibenfibel, Mammenstil, und eine Jahreszahl. Aha, denkt man sich. Ist ja schön. Was ist denn der Mammen-Stil? Warum wurde diese Fibel ausgewählt??? Und dann geht man weiter.

Wie gesagt, ich benutze keine Audioguides. Ich möchte eine Ausstellung erleben ohne dass mir jemand vorgibt wie ich laufe, wie lange ich schaue etc. Vielleicht ist das ein Fehler, vielleicht muss man heutzutage einen Audioguide nehmen. Ich bin da wirklich altmodisch, ich denke es sollte auch ohne wirken UND informativ sein können. War´s in diesem Falle eher nicht. Denn das Dilemma zog sich durch die gesamte Ausstellung. Sicher, die einzelnen Bereiche waren farblich und ausstattungstechnisch voneinander abgesetzt. Jeder Teil hatte seinen eigenen gefühlten Bereich, eigene Farben, eigene Materialien. Das ist jetzt der große Knaller in vielen Ausstellungen, seien es “Die Irokesen” in Berlin oder “INKA” in Stuttgart. Jedes Unterthema soll auch unterbewusst auf den Besucher wirken.

Reell sieht das aber so aus, dass sich im Saal “Götter & Rituale” alles um einen kleinen runden Tisch mit unglaublich kleinen Objekten drängt, während dahinter eine 4 Meter hohe Videoleinwand Platz wegnimmt, um darauf rauschende Bäume und Himmel zu zeigen um Atmosphäre zu schaffen. Gleich daneben: “War & Conquest”. Ein Waffensaal, der mit mehreren Dutzend Vitrinen voll ist und dann keinerlei Info dazu, außer einem Haufen Schwerter, Steigbügel und Messer – und das alles so eng dass man sich fast auf die Füße tritt: was soll das dann? Alleine zu den Ulfberht-Schwertern könnte man sicher eine ganze Ausstellung machen! Zu allem Überfluss prangten überall die gleichen, wissenschaftlichen, super drögen Aufschriften der Objekte, sogar eine Chrono-Typologie-Tabelle habe ich entdeckt. Ohne jeden Text dazu. Dafür gabs bei den Waffen zum Beispiel diesen: “zweischneidiges Schwert des Typs H (nach Petersen), ehemals streifentauschiert.” . Was soll mir das sagen? Mir sagts nämlich gar nix. Was ist Typ H? Warum ist der wichtig? Wer ist Petersen?

Ganz ehrlich, liebe Macher, da ist selbst der Archäologe in mir (und sogar der TYPOLOGE) seufzend weitergegangen.

Die Wikinger - Sprache der Dinge Blog

Die Wikinger – Sprache der Dinge Blog

So zieht sich das also durch alle Säle. Ganz am Ende gelangten wir zur “Kinderecke”. Da konnte man sich verkleiden, Fotos von sich machen lassen und einen Text in einem Computer eingeben der dann in Runenschrift auf einen “Stein” projiziert wurde. Und wie meistens war hier am meisten los. Alle wollten, nicht nur die Kinder! Eigentlich ein Beweis dafür, wie sehr das Publikum gerne mitmachen würden, selber etwas er-fahren. So wie es jetzt war, hörte ich öfter Dialoge wie diesen: “Und, was is dis jetzt?” – “Weiß nich, aber sieht schön aus, wa?”  – “Joah, schon tolle Kerle diese Wikinger!” .

Witzigerweise wurde diese Form der Darbietung komplett konterkariert durch eine wirklich winzige Ausstellung des  Wikingerschiffsmuseums Roskilde ganz am Ende des Rundgangs. Hier schaffte ein Handwerker gerade in Handarbeit an einer Replik eines Wikingerbootes, ganz ernsthaft mit Hammer und Meißel. Die Ausstellung selbst ist natürlich auf die experimentalarchäologische Fragestellung des Nachbaus der Wikingerboote beschränkt, aber in ganz erfrischet Weise werden hier ständig Kontexte aufgezeigt wie in Sötten wie diesem: “Die Bootsbauer untersuchten welche Ressourcen (….) für das Langschiff erforderlich sein würden. Das zeichnete ein Bild der Gesellschaft der Wikinger und der MAchtstrukutern, die Voraussetzung dafür waren, die erforderliche Organisation und derart umfassende Ressourcen zur Verfügung zu stellen.” BÄM. In einem Satz steht hier, was in der großen Ausstellung lediglich anklang, aber nie klar gesagt wurde: Habe ein Objekt und du kannst mehrere Dutzend Geschichten zu der Gesellschaft dahinter erzählen.

Vielen Dank, dass das am Ende nochmal gesagt wurde. Nicht ohne Grund verweilten die Menschen hier, in diesem hellen Raum ganz ohne Objekte viel länger als in den anderen, mit berauschenden Objekten vollgestopften.

Alles in allem: noch weniger als vorher möchte ich wissenschaftliche Texte aus dem Katalog in der Ausstellung wiederfinden. Wer Interesse hat, schaut da drauf – das sind vielleicht 5 % der Menschen. Alle anderen gucken sich das an, findens hübsch und gehen nach Hause. Wollen wir das wirklich?

The Vikings - exhibition at Berlin

The Vikings – exhibition at Berlin

ENGLISH VERSION

The Vikings“ have arrived at Berlin! Lately, the ship called „Sea Stallion of Glendalough“ arrived at September 7th and was accompanied by a lot of berlin families and children. This focussed the attention of the public even on more on the exhibition“ The Vikings“, to be seen at the Martin-Gropius-Building. According to the website „the great museums of three of Europe’s cultural capitals – Copenhagen’s National Museum of Denmark, London’s British Museum and Berlin’s Museum of Prehistory and Early History – set out in search of a people shrouded in myth: the Norsemen“.

For me, it was not the famous Viking ship that was in the foreground, although the website claims that the famous Roskilde 6 is the focus of the Berlin version of this exhibition, that could already be seen at London & in Denmark. What called my attention was the assumed multimedial focus of the exposition. When “Sea Stallion” arrived at Berlin, the marketing included flyers with information about a Viking quiz, a Viking online game, an app that accompanies the exhibition as well as a documentary on “The women of the Vikings”. All this came along the exhibition and it seemed to be a good marketing for the company of the Gebrüder Beets, who created all these gadgets.

So, before visiting the exhibition, I took an evening off and watched the documentary on Viking women – well, at least the first part. I wouldn’t say too much about this, its about a bunch of blonde women who fight their way against insensible men, interrupted by interviews with experts on Viking history and the ever so cliché archaeologist who “makes a great discovery” and “works in an interdisciplinary way to present the newest version of science”. Sigh. We all know how it works. Still, I would like to mention that at least there was some women archaeologists at the interviews, that’s something seldom found. Thanks for this, and for everybody else I would like to link to an article on the online paper of “Der Spiegel”, titled: “Wife, fill up the horn!” . That sums it up quite nicely.

And there was the app. Oh well, dear…. I couldn’t get it straight: at whom was this app directed??? I was approached on first name basis at the flyer so I thought that this was aimed at young people, even children? And when I consulted iTunes, it told me this was “mystery fun for the whole family”. Well, that’s simply not true. I would say that this is at least from 14 years onward, based on the language skills and the questions posed. Its relay nice, though, informative, nice photos, many of them of main objects of the exhibition, and you learn a lot. When you get to the end you win as being a clan leader, or you may apply to an online competition.

So, after this informative evening and thus prepared, we entered the exhibition. Me, and the 6-year-old son. Personally, I don’t like audioguides, so I got one for him (they have children version available) and went in without one myself.

But it doesn’t start at the beginning. Like in many exhibitions you get the advise to follow the tour – but its not easy to find the beginning of the tour. Should we turn right or left? Should we visit the Roskilde 6 first, which is presented at the centre of the enormous hall right at the beginning! Moreover, we should find number “1” of the Audioguide, which resulted in an imposible search. We didn’t find this number, never. Well, okay, So we just got on.

The focus for the berlin version of “The Vikings” was ships etc. So, following this, you will be confronted with “Roskilde 6” right at the beginning, its soooo big and it occupies all the space in this first exhibition room. But, and this is like a résumé of the whole exhibition: a beautiful object doesn’t make up for poor information. The whole exhibition is about beautiful objects, made from wood, from metal, from stone and whatever you like. But the information that goes with it, is sparse, short and very very dry. Its scientific. It reads like this: “Fibula with discoid catch plate, style so-and-so, YEAR”. That’s it. Oh great. What’s the so-and-so style all about???? Why did you choose this brooch to be on display???? And then – you just go on and forget about the brooch. And that’s the dilemma of this exhibition.

As I said, I don’t use audioguides. Maybe I should, maybe with an Audioguide this exhibition is great. But I like to explore an exhibition on my own, discovering objects and their meaning and their relationships and entanglements. And I still think that it should be possible to make an exhibition that works without an Audioguide, as well. And so, the exhibition was really nice. The separate sections on different themes were coloured differently and had their specific interior design that was thought to reflect the main theme of the objects. That’s the big thing right now, no matter if it was “The Iroquois” at Berlin or the famous “Inka” exhibition at Stuttgart this year. Every subsection is thought to have its won impact on the visitor.

But unfortunately, the reality looks like this: in the hall called “Gods & Rituals” everybody is crowded around a tiny round table that holds incredibly small objects related to deities. But in the background, a video screen with a height of an estimated 3 meters takes up ALL the space showing trees and skies to give us “the atmosphere” of the divine (I assume).

The opposite happens to the hall dedicated to “War & Conquest”. In a tiny hall, there are about 10-12 display cases, all painted in grey. They hold weapons, many of them in a very rusted stated or in pieces, that can only be seen from the front of every display. The displays are clustered so closely that you can’t barely move between them, you are continuously bumping into other people and the information you get is so sparse, it could make me weep. With the Ulfberht-swords alone you would have told a dozen of histories on Viking weapons and warfare, but you get information like this (quote): “double-edged sword of type H (after Petersen), formerly streifentauschiert” (translation mine and surely lacking). What´s that? What do you want to tell me? I didn’t get anything. What’s type H? what makes it relevant? And who is Petersen?

So, dear curators, I just went on and sighed. Even as an archaeologist (and worse: as an archaeologist who is into typologies), my patience had come to an end.

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And so it goes on and on. Finally, we got to the “children’s corner”. You could put on Vikings clothes, grab a sword and type your name into a computer where this was transformed it to Viking runes to be displayed on the adjacent wall. And there was so many people there! Not only children, everybody crowded this tiny corner. That’s the ultimate proof of how much people WANT to interact and do something themselves. But how it is right now, the following, overheard at the exhibition, is typical: “SO, what was THIS?” – “Don’t have a clue. But its nice, isn’t it?” – “O yes, these Vikings were great guys!”.

What was great was the counterpart of this very detailed exhibition by a small exhibition connected to the main theme. The Viking Museum Roskilde put on display a craftsman who is producing a replica of a Viking boat during the time of the exhibition. People crowded around his workplace, spending up to 30 minutes observing how he carved wood with different tools. The displays of the museum itself were “only” present with presentation boards that displayed to idea behind the ethnoarchaeological approach of the museum. The main question was the following: why do ethnoarchaeological research on Viking boats???? And it was answered directly by pointing out the contexts that a Viking boat might shed light on. Quote: “The boat builders did research on which (…) resources would be necessary to build a long boat. That created a picture of the Viking society and the structures of power that were the premise for the organisation and the resources that had necessarily be provided for it.” (translation mine). BOOM! In one sentence, this museum got to the whole point. It had never been said in the big exposition, but here you get it straight: You may have only ONE object (in this case: a Viking ship) but you can tell a dozen stories on the society behind it.

I am so grateful that this was said, finally. That’s just the reason why all these people stayed in this light room almost without any objects for so much longer than in the other ones, chock-full with beautiful objects without much meaning apart from beauty.

So, in the end, I would like to remark that I would love to see the scientific context behind an exposition in the catalogue. I love to read catalogues. But in the exposition, I am only too happy to have it the other way. And the other people who visited the exposition were, just as we were, bored by the information. They liked the objects, went home and forgot about them. That’s not quite the point, right?

 

 

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Archäologie für eine Region: das Besucherzentrum Arche Nebra. / Archaeology for a whole region: the Nebra Sky Disc Visitor Center

Unlängst war ich in Nebra & wie diese Stadt und die gesamte Region sich auf ein archäologisches Fundstück, nämlich die Himmelsscheibe von Nebra beziehen, war hier schon Thema.

Eigentlich war ich aber dort, weil ich mir ja das Besucherzentrum Arche Nebra – Die Himmelsscheibe erleben” anschauen wollte, ein neu errichtetes Gebäude das ausschließlich die Himmelsscheibe zum Thema hat und alles rund um die Fundgeschichte, den Fund selbst, und die Bronzezeit im Allgemeinen anbietet. Schon auf der Homepage war mir aufgefallen, dass die Arche Nebra wohl zu den ganz wenigen Museen gehört, die sich selber finanzieren. Freundlicherweise gab mir Fr. Werner, die Marketingmitarbeiterin der Arche Nebra, dazu noch einige weitere Daten (dafür nochmal vielen Dank!). Tatsächlich schafft es das Museum, sich zu 80-100 % (je nach Jahr) selbst zu finanzieren, das dürfte ziemlich sensationell im Kultur- & Museumsleben sein. Sicherlich tun Vermietungen, Hochzeiten, Waldführungen das Ihrige dazu, aber was ist eigentlich ehrenrührig daran sich als Museum auch solchen FInanzierungsoptionen zu öffnen? Soweit ich sehe, tut es dem Haus an sich keinen Abbruch. Dazu kommt noch, dass die Region um Saale & Unstrut seit den 90er Jahrenzu einem größeren Teil vom Tourismus lebt – und Wangen & Nebra sind sicherlich keine Publikumsmagneten wenn man daneben Naumburg oder Freyburg erleben kann.Daher stammt auch sicherlich die Idee des regionalen Marketing, die Thema des ersten Beitrages zur Himmelsscheibe war. Daher & trotz alledem: die Zahlen beweisen dass das Besucherzentrum es schafft, immer wieder viele Besucher anzuziehen! Und das ist, muss ich sagen, nicht verwunderlich denn die Arche Nebra ist eines der anregendsten und gleichzeitig besucherfreundlichsten Museen die ich bislang besucht habe. Das Haus wird zu einem Teil von Familien besucht, aber auch von Schülergruppen und grötenteils von Einzelpersonen, viele von ihnen, fast 70 %, stammen aus der weiteren Umgebung aber diverse Besucher reisen wie wir von weiter weg an, sodass die Arche Nebra aus dem ganzen Bundesgebiet Besucher anzieht. Schon beachtlich wenn man sich die sehr ruhige Umgebung betrachtet!

Gelegen nur wenige Fußminuten von der ursprünglichen Fundstelle der Himmelsscheibe mitten auf dem Land, zeigt das Gebäude in allerschönster Form die Umsetzung eines archäologischen Fundstückes in Architektur. Die Himmelsscheibe stand Pate für die Gebäudeform:

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und fügt sich wunderbar in die Landschaft ein. Man tritt durch einen langen überdachten Atriumsraum ein und das Gebäude bietet soviel Glas, dass man eigentlich doch ständig das Gefühl hat, direkt in der Landschaft zu sein. Umgeben ist das Gebäude von einem sanft ansteigenden hügeligen Gelände und angrenzendem Waldgebiet, das viel viel Platz für Außenaktivitäten bietet. Wir waren mit Kind an einem der heißesten Tage des Jahres da, der mit mehreren Workshops für Kinder auf der Wiese aufwartete: Felsbilder abpausen, “Ausgraben für Kinder”, bronzezeitliches Essen… es gab viel zu sehen und zu tun! Diese Workshops wurden mit viel Liebe und Detail durchgeführt, alle Mitarbeiter waren freundlich und aufgeschlossen, es herrschte eine angenehme, fast familiäre Atmosphäre. Das Besondere war für mich, dass diese Workshops wirklich ernsthaft versuchten, archäologisches Arbeiten nachzustellen. Hier wurdez.B.  nicht nur ausgegraben – nein, die Kinder zeichneten und katalogisierten ihre “Funde” auch auf einem Formblatt. Dadurch machten sie sich Gedanken darüber, was sie da gerade aus der Erde geholt hatten. Warum sieht das so aus? Was könnte das sein? Aus welchem Material ist das eigentlich? Zudem wurden die Kinder fast 1:1 betreut und das in so liebevoller, geduldiger Manier dass ich beinahe sprachlos war. Für Kinder auf jeden Fall eine großartige Sache, von der heute noch bei uns gesprochen wird! Zur Stärkung noch ein bronzezeitliches Würstchen mit Linsengericht vom offenen Feuer, angeboten aus einer Replik bronzezeitlicher Keramik: und los gings in die Ausstellung(en).

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Denn das interessierte mich dann doch am meisten: die Ausstellung? Ich stieß zunächst durch ein Werbeblättchen auf die Arche Nebra, in der die neueste Wechselausstellung “Herrscher der Bronzezeit beworben wurde. Die Wechselausstellungen der Arche bezogen sich bislang häufig auf sagen wir mal, recht populäre Themen: Mammuts, Ägyptische Mumien… “Herrscher der Bronzezeit” war die erste eher regional ausgelegte und auch sehr archäologische Wechselausstellung und sie war: super. Wie ein Leitfaden zog es sich durch die Ausstellung und das ganze Haus: es ist zu schaffen auch mit wenigen, kleineren und nicht ganz so spektakulären Funden großartige, informative, spannende Ausstellungen zu machen.

Außer dieser Sonderschau gibt es natürlich die Dauerausstellung, die den Fund der Himmelsscheibe sowie die Bedeutung und Interpretation des Ganzen aufarbeitet und der eigentliche Kern der Arche Nebra ist. Ich muss zugeben dass ich im Vorfeld wirklich überlesen hatte, dass das Besucherzentrum eine Replik der Himmelsscheibe ausstellt und nicht das Original. Eigentlich macht das aber überhaupt nichts, denn die Dauerausstellung ist ein absoluter Hit und die kleineren Begleitfunde, die als Originale bereit stehen, entschädigen. Natürlich steht die Himmelsscheibe im Zentrum, aber das gesamte Ausstellungs-Obergeschoß ist so ausgelegt, dass der Besucher nicht nur ständig viele viele Informationen über die spektakuläre Fundgeschichte erhält (inklusive Polizei, verdeckten Ermittlern und einem Archäologen als Undercover-Agenten in einer schweizer Kellerbar, und JA, das ist wirklich wahr!), nein, diese Information kommt auch noch anschaulich und leicht erklärt daher. Der Ausstellungsraum ist unglaublich hoch und bietet mittels eines Panoramafensters Ausblick auf den Mittelberg, auf dem sich auch die Fundstätte befindet; die Innenausstattung mit futuristischen orangefarbenen Bällen und Trichtern ist ebenfalls wieder an die Himmelsscheibe angelehnt. Hierin eingelassen sind die Bildschirme mit Informationen und immer wieder kleine Vitrinen mit Fundstücken oder überraschenden Durchblicken. Eine Replik der Himmelssscheibe zum Anfassen macht auch haptisch klar wie KLEIN aber doch schwer das Ding ist!

Für Erwachsenen gibts zudem einen digitalen Himmelscheiben-Putzer, der auf den Glasscheiben der Vitrinen virtuell umhertanzt und Dinge erzählt, für Kinder gibts das Ganze nochmal als (absoluter Knaller!): Kasperletheater in Endlosschleife auf einem Bildschirm. Ich hatte die ganze Zeit das angenehme Gefühl nicht nur wunderbare Informationen zu bekommen, sondern diese auch noch in ansprechender Form. Manchmal ist das ja bei Museen eher selten. Hier verbinden sich fachliche Informationen mit solchen die eher für das Nicht-Fachpublikum gedacht sind und die immer neuen Ein- und Durchblicke des sehr schwungvoll gestalteten Ausstellungsraumes führen dazu, dass man immer wieder neues Interesse an den dargebotenen Daten bekommt.

Ergänzt & erweitert wird die Ausstellung durch ein Planetarium, in dem es eine Präsentation zur Himmelsscheibe zu sehen gibt: ihre Herstellung, ihre astronomischen Informationen, ihre wechselhafte Geschichte als Objekt und natürlich ihre Fundgeschichte. Die Macher haben es geschafft das Ganze so zu halten dass es sowohl für Erwachsenen als auch für Kinder spannend und verständlich ist, und erfreulicherweise wurde auf viele Sterotypen archäologischen Re-Enactments verzichtet.

Was mir wirklich wichtig war und sicher einer meiner persönlichen Favoriten, das war die überall thematisierte Verquickung von archäologischem Fund und seiner Fundgeschichte. Das Thema “Raubgrabung” kam überall wieder zur Sprache, eine seltene Angelegenheit in Museen. Das Besucherzentrum konzentriert sich also nicht nur auf den unverfänglichen und spektakulären Fund, sondern kümmert sich auch noch um den gesellschaftlichen Kontext und thematisiert die Probleme mit illegaler Schatzsuche, Hobbyarchäologie und Metalldetektoren. Dies nicht nur in der Ausstellung, sondern auch während der Führungen. Ehrlicherweise muss man allerdings zugeben, dass das nicht sehr differenziert geschieht, hier werden fast aussschließlich die negativen Aspekte thematisiert, nicht der gesamte sehr kontroverse Stand der Dinge.

Obwohl ja, wie gesagt, die Himmelsscheibe selber nicht dort ist, gibts es viele kleinere Fundstücke, v.a. Steinobjekte. Diese sind zwar eher kleinteilig, aber durch die informative Präsentation und die Beschriftung mit Objekt- oder Fundnummer zusammen mit der Beschreibung für die Besucher verbindet sich hier archäologischer Arbeitsalltag mit Museumsinformation.

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Diese Idee findet sich auch an der Fundstelle wieder, an der neben dem immensen Aussichtsturm mit Blick in alle Himmelsrichtungen auch ein Spiegel an der Fundstelle und viele kleine Betonplaketten warten. Nachdem man also wahlweise dorthin 5 Minuten Bus fährt (alle 30 Minuten direkt vom Besucherzentrum!) oder dorthin läuft ( mit Kind & langsam ca. 40 Mintuen durch einen Buchenwald), steht man in einer Ringwallanlage und überall, wenn man nur richtig schaut, sind die Betonplaketten die die kleineren Funde zeigen, die auf diesem Areal NACH der Raubgrabung der Himmelsscheibe selber durch die archäologischen Nacharbeiten gefunden wurden. Bilder & Fundnummern zeigen, wieviel hier im Boden lag!

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Ich muss ehrlich sagen, dass der Besuch in der Arche Nebra rundum wunderbar war. Die Kombination von Natur & Museum, von Information & Entertainment, zusammen mit wirklich freundlichen Mitarbietern von der Kasse bis zur Kinderbetreuung – es war großartig. Dazu noch das Restaurant mit Terrasse und einem Blick auf sanften Hügel der Unstrut – es blieb eigentlich nichts zu wünschen übrig.

Wer diesen Blog verfolgt, weiß dass hier selten nur Lobeshymnen stehen und ich werde auch von keiner Institution bezahlt oder gefördert. Unser Aufenthalt in der Arche Nebra war ein reines Privatvergnügen, das einfach für mich als Archäologin & Museums-Fortbildende wunderbar war, weil es so viele Aspekte dessen vertrat was ich mir seit Jahren wünsche und selber versuche in meiner Arbeit anzubieten: Vermittlungsarbeit für ganz verschiedene Zielgruppen: Kinder, Erwachsene, Spezialisten & interessierte “Laien”. Vermittlungsarbeit auf einem Niveau, das sehr viele Menschen einschließt und unterschiedliche Informationen für unterschiedliche Gruppen in EINEM Haus und in EINER Austellung anbietet. Thematisierung archäologischer Arbeit und der Probleme, die Raubgrabungen aufwerfen. Meiner Meinung nach dürfte die Arche Nebra damit einen beträchtlichen Beitrag dazu leisten, Archäologie & Geschichte in der regionalen Wahrnehmung zu verankern – zusammen mit all den Vernetzungen und Problemen die das so mit sich bringt.

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ENGLISH VERSION (sorry, it went online sometime after the original publication but I am working on a whole lot of things right now…)

Some months ago I went to Nebra, and how this city and the whole region have been centered along with the world famous find of the Nebra sky disc – this has already been covered on this blog. But in the end, I had been inspired to visit by the existence of “The arch of Nebra – living the sky disc”. The visitor center of Nebra got a whole new building, centered exclusively on the find of the sky disc and around its complicated, James-Bond-like history and the Bronze Age. When I visited the home page of the visitor center, I noted that this has to be an institution (its seems that it´s not a museum according to the statement of the ICOM on the definition of Museums) that is financing itself based on its incomes, receiving very little state subsidies, if any at all. Thanks to Mrs. Werner, the marketing assistant of “Arche Nebra”, gave me some detailed information on how their financing works (again: thanks a lot!). They are able to auto- finance around 80-100 % of their overall budget and to be honest, that’s absolutely sensational in the cultural sphere!

Sure, the Arche is doing everything to attract visitors by offering not only the exposition and a lot of archaeology-related activities, but far more. There are weddings, hiking tours, you can rent the building if you like. But its not a shame to focus yourself on other activities as well! Moreover, the whole region of the rivers Saale & Unstrut have been living off what the tourists are willing to spend and the small village of Wangen and Nebra itself are surely no tourist magnets compared to the famous sites of Naumburg or the wine based economy and tourism of Freyburg, which are nearby. So this may be a reason for the regional marketing that was my focus in the first blog entry related to the Nebra sky disc.

But in spite of this: the number of visitors shows that the museum is able to attract a large number of people every year, around 60.000 of them. And that comes as no surprise when you have a look at the visitor center itself. In my opinion, this is one of the most welcoming, inspiring and fascinating institutions I visited in the last years. The visitors consist mainly of families, but there are school groups or individual visitors as well. Many of them, around 70%,have a regional background, but the other 30 % reside all over Germany. That’s quite impressive when you have a look at the very quiet surrounding.

The visitor center is located only a few wlaking minutes from the original place of discopvery of the Nebra Sky disc on the Mittelberg, right between Wangen & Nebra. The building has been inspired by the sky disc itself and shows beautifully how archaeological finds can be translated into actual architecture.

The building and the surroundign landscape form a harmonic entity. The entrance to the building is formed by a large atrium and there are so many glass walls that one could feel like being acutally outside instead of in a museum. The hilly, woody landscape around the visitor center offers a lot of space for any outside activity. We got there on one of the hottest days of the summer with our six year old son. The lawns around the building were being used for chidrelns activities like excavation, Bronze Age food and much more… there was a lot to do and a lot to see!

All the workshops were offered with a lot of love and warmth, and the children were taken care of in a almost personal manner. It was a very special experience to see how some details of the arcaheological work were presented to the children. This was not only about excavating “something”, no, the object was drawn, analysed and there was even a special form that the children filled in with the specifics of their discovery. And this draw them to think aboiut the objects discovered: why does the object looks like this? What could it have been? What was its use? To strengthen us before entering the exhibition, there was Bronze Age food, prepared in replicas of Bronze Age pottery on an open fire on the lawn. And then we were off to the exposition itself.

Because obviously this was the main reason of our visit: to have a look at the exposition. I had been lured to the center by an advertisement of their current temporal exposition called “Rulers of the Bronze Age”. All previous temporal expositions had focused on rather popular themes like mammoths, mummies and the like. “Rulers of the Bronze Age” was the first regionally based archaeological exposition and it was just great. It proves that with a minimum of originail objects you can do a terrific exposition that offers a lot of information in an interesting manner!

Apart from this temporal exhibition there is the permanent exposition that covers the process of the discovery of the Nebra Sky Disc, its interpretation and meaning in/for archaeology and for our society in general. This is the center of the museum, its core message. I admit that I hadn’t got the fact that the visitor center exhibits a replica of the Sky Disc and no thte orginal object, but that didn’t matter in the end. The permanent exhibition is so great and the “lesser” finds (stone chippings, sherds etc.) make up for the replica. Fo course the Sky Disc is at the cnter of the exposition, but the overall exposition includes also ifnoramation about the find of the Sky Disc (complete with police men and an archaeologist working as an undercover agent in a basement bar in Switzerland). This is not only spectacular, but it is presented in a very informative and entertaining way. The exposition hall is very high and the picture window gives way to the hill where the Sky Disc was found, creating the illusion of being inside the landscape instead of a museum. The interior design has a rather futuristic way, everything has an orange tint and the design is based on the Sky Disc, focusing on round and funnel-shaped forms. Inside these you are confronted with display cases and screens. A second replica of the Sky Disc can be touched to experiment the original weight and haptic sensation of it.

For adults there is the digital „Charman“ dancing around on the display cases, joking and telling stories about the Sky Disc. For children there is a complete puppet-theater on a screen where the whole story oft he discovery oft he Sky Disc is played by puppets. All the time I had the comfortable sensation of being informed in a leisurely way, without somebody lecturing me. Sometimes that’s rather weird at museums and here in Wangen I felt I was being welcome and giving me information was a pleasure, not a deed. Scientific information, rather interesting for myself as an archaeologist, is intertwined with the data that rather appeal to a non-scientific visitor. The interior design helps to create new interest at every step by helping architecturally with the exposition.

The exhibition is complemented by a planetarium that offers a presentation tot he meaning and making oft he Sky Disc in its different phases and the discovery process. This show, concordant with the exhibition, offers information for adults and children as well without being boring. I am moreover very thankful fort he fact that the usual stereotypes of archaeological re-enactments have been excluded in the show.

What was really important to me (and also one of my personal favourites) was the presentation of the connection between archaeology and robbery. In the case oft he Sky Disc the object was found by two men with a metal detector, an illegal activity in Germany. They sold the object to another person who tried to sell it to museums. The theme oft he „pot hunters“ came up on every twist and turn oft he exposition. That means that the museum does centre on the object, yes, but on its social and political and scientific context as well. Hobby archaeologists and metal-detectoring are a major issue in Germany and but almost never it is an issue at museums. I have to admit that the presentation of hobby archaeology etc. is not very detailed, and does not represent the controversial position s to it, but I am grateful that it is an issue at all!

And although the Sky Disc is not present at the exhibition, the smaller finds create a feeling for the site and its context. Ist all in the information that surrounds them, and the description with a find number together with an explanation create a feeling fort he archaeological everyday working routine.

This idea is present at the site, as well, which can be visited within a 20 minutes walk form the museum (or you may take the bus which is going every 30 minutes (!)). There´s an immense tower at the site, offering an overall view oft he region, pointing out several hills around the site and the nearby mountains that may have played a role in the Bronze Age. A mirror at the place of discovery and the implementation of concrete blocks at every discovery place of other objects associated with the Sky Disc create an idea about the disposition oft he objects.

I do freely admit that I enjoyed our visit at the “Arche Nebra”. The combination of nature and Museum, of information & entertainment, in addition to the friendly persons at the counters and the exhibitions – it was an overall experience that created a feeling of being welcome. To all of you who follow this blog, you will know that I am not very inclined to say that something is really GREAT. And I am not being sponsored by anyone. But our stay at “Arche Nebra” was so great for me as an archaeologist and a person who loves museums. It presented aspects of work that have been my interest for a long time and aspects I would like to see integrated into my own work: mediation with the public on a whole lot of levels: scientific, non-scientific, for children and adults. Mediation on a level that includes a lot of people. Mediation for different groups of people in ONE Museum and in ONE exhibition. Centered on archaeological work and the implications of pot hunters.

I think that the Arche Nebra is doing a great job to create an intricate connection between archaeology & history in the regional perception – together with all the implications, entanglements and problems that this brings along.

 


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Andres Cruzat / Chile: la persistencia de la memoria / The persistence of memory

Heute nur ganz kurz, aber sehr prägnant: die Arbeit des chilenischen Künstlers Andres Cruzat zur andauernden Präsenz des Pinochet-Putsches. : La persistencia de la memoria. Ein sehr intensives Werk, das mehr als deutlich zeigt, dass unsere Geschichte uns weiter begleitet – und gleichzeitig eine Erklärung dafür, dass neue Regime auch gerne die architektonische Landschaft verändern um Erinnerungen leichter auszumerzen.
Wer spanisch kann, sollte auch die Kommentare unter de, Facebook-Eintrag lesen, dort wird nochmal klar, welchen Graben die Vergangenheit bis heute zieht!

Und hier die Version ohne Kommentare und ohne Facebook: Cooperativa.cl

Short but poignant and very very intense: the work of the Chilean artist Andres Cruzat “The persistence of memory” on the presence of the rising of Pinochet. Its and intense work of photography that shows more than clearly how History accompanies us all day – and a wonderful explanation for the necessity of changing architectonic landscapes when new governments come to power, even more so when this is done by brutal force.

All those who speak Spanish should have a look at the Facebook comments below the photos. The gap in this country is still so wide that one may say that history never dies.

And at the following link you find the version without comments and without Facebook: cooperative.cl !

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Eine Kleinstadt durchdesigned: die Himmelsscheibe von Nebra / A small town designed archaeologically: the Nebra sky disc

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Dies wird der Start einer kleinen Serie zum Thema “Himmelssscheibe von Nebra”. Zu Beginn dieses Sommers war ich in Nebra um mir die berühmte Himmelsscheibe von Nebra anzuschauen – die allerdings gar nicht direkt in Nebra zu sehen ist, sondern im Landesmuseum Halle. Trotzdem, es ging mir eher um die Bearbeitung und Darstellung dieses Fundes, der eine ganze Region auf die Bühne der Öffentlichkeit gehoben hat. Seit dem Fund der Himmelsscheibe im Jahr 1999 und seiner “Rettung” im Jahr 2003 ist Nebra als Stadt und die gesamte Region darauf ausgerichtet, diesem Fund eine Bühne zu bieten. Insofern interessierte mich nicht nur das Besucherzentrum Arche Nebra, um das es in einem anderen Beitrag gehen wird, sondern auch das Drumherum, das Marketing der Stadt & der Region. Außerdem gibt es diverse Fernsehdokumentationen zur Himmelsscheibe, die durchaus einen eigenen Beitrag verdienen denn auch hier wird die Himmelsscheibe als Projektion & Vehikel für diverse Botschaften genutzt. Heute also: “Teil 1 – eine Kleinstadt wird durchdesigned.”

Tatsächlich ist das Marketing in und um Nebra vollständig auf die Himmelsscheibe ausgelegt. Wird Nebra an der Infotafel am Bahnhof noch schlicht als “Stadt des Sandsteins” beschrieben, ist der gesamte Rest komplett auf die Himmelsscheibe bezogen. Es ist, als wäre die “Stadt des Sandsteins” mittlerweile voll und ganz zur “Stadt der Himmelsscheibe” geworden. Da ändert es auch nichts dran, dass das Besucherzentrum in Wangen liegt – und gar nicht direkt in Nebra.

Denn es heißt eben: “Himmelsscheibe von Nebra” und daher gibt es dort in Nebra:

1) die Himmelsscheiben-Hotels, auch wenn sich dahinter sowohl das Schlosshotel Himmelsscheibe als auch das Hotel Himmelsscheibe verstecken.

2) Der Bäcker: führt die Himmelscheibe im Schaufenster. Die Apotheke: ebenso. Viele Geschäfte haben in den Schaufenstern eine immergleiche Dekoration: ein blauer Fries mit der Himmelsscheibe drauf, man hat offensichtlich das Ganze zusammen besprochen und durchdesigned.

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3) Im Hotel gibts Himmelsscheiben-Kekse, einen Himmelscheiben-Springbrunnen, eine Himmelsscheiben-Plakette als Schmuck an der Wand, es gibt  die Himmelsscheibe in den Zimmernummer-Schildchen und an der Hauswand als Gemälde. Es gibt sie also praktisch überall.

4) Die Tourismus-Karten bieten Informationen “rund um die Himmelsweg entdecken”. Es ist also nicht nur die Arche Nebra, sondern man hat ein gesamtregionales Konzept entwickelt: “Himmelswege“, das ausser Nebra und der Arche Nebra noch das “Himmelsobservatorium Goseck” beinhaltet und die Dolmengöttin von Langeneichstädt” sowie das Landesmuseum Halle selbst. Außer den vorgestellen großen und kleinen Fundorten geht es bei Himmelswege ums Wandern, es gibt den Himmelswege-Lauf, einen Himmelsscheiben-Radweg und einen Haufen Veranstaltungen. Hauptmarketing-Objekt ist auch hier: die Himmelsscheibe.

Ich weiß ja nicht, ob es im Neanderthal auch so ist (ich werde es aber bald herausfinden!), aber eine derartige intensive Vermarktung eines archäologischen Fundes habe ich in Deutschland bislang nicht erlebt. Vor allem die Verzahnung von archäologischem Fund und Landschaftstourismus, Wandern, Laufen etc. und die Einbeziehung einer gesamten Region haben mich überrascht. Egal ob Bäcker oder Apotheke, egal ob Wanderweg oder Dorfanger – die Himmelsscheibe verbindet sie alle und formt einen einzigen großen Einzugsbereich, in dem von der anhaltenden Faszination dieses Fundes gezehrt wird. Die Vermarktung unter einem übergreifenden Logo – der Himmelsscheibe und einigen Abstraktionen derselben – führt zum immer gleichen Wiedererkennungseffekt.

Sachsen-Anhalt und v.a. die Saale-Unstrut-Region leben seit längerem vom Tourismus, zumal in den frühen 1990er Jahren nach der Wiedervereinigung die großen Fabriken in den Städten geschlossen wurden. Seitdem ist die Konzentration auf den Tourismus noch stärker geworden und egal ob naumburger Dom oder freyburger Schloss, ob Straße der Romanik oder Sekt- & Weinkellereien, Tourismus ist fast der einzige größere Einnahmefaktor. Nie zuvor jedoch war das Ganze derart regional abgestimmt und verwies untereinander auf weitere Besuchsmöglichkeiten, weitere Wanderwege oder neue “Entdeckungen” in Museen oder archäologischen Fundorten.

Ich muss sagen, dass mich die wirklich intensive Vermarktung der Himmelsscheibe erst überraschte. Der überregionale Faktor dieser Idee jedoch gefällt mir, da er es ermöglicht, eine ganze Landschaft in ihrer Gesamtheit verstehen zu können. Ganz im Sinne auch des Antrages auf das Weltkultur Erbe Saale-Unstrut-Region, der die gesamte Kulturlandschaft einbezieht, der ebenfalls in dieser Tradition steht.

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ENGLISH VERSION

This is the 1st part of a series around the famous Nebra Sky Disk, because during this summer, I had the chance to visit the town of Nebra, “home“ of the famous Nebra sky disk. Although the original disk itself is not exhibited directly at Nebra but in the Regional Museum of Halle some 200 kilometers away, Nebra is home to a visitor center called “The arch of Nebra” and I was very interested in how the town and the whole region had been transformed by the discovery of the disk. The presentation of the sky disk and the story behind its discovery and its recovery from the people who had found and sold it on the black market as looted archaeological goods. The story made headlines in Germany and all over the world from 1999 and since its recovery in 2003 Nebra and the surrounding region have started to called themselves “the region of the sky disc” using the discovery as a touristic marketing option. So, I was not only there to see the visitor center and the replica of the sky disc (which will be covbered in another entry), but I was almost as much interested in how the disc had been used in local & regional marketing. Moreover, I will be focussing on some of the TV documentations that have been published on the sky disc. But today, its Part 1: How Nebra became the City of the Sky Disc.

And really, the marketing in and around the small town of Nebra, located beautifully at the beach of the river Unstrut and with a mere 2.467 inhabitants, has used the sky disc in each and every way that you can possibly imagine. Reaching Nebra via railway leads you to a first touristic presentation of Nebra which seems to have been put up BEFORE the discovery of the disc because it cites Nebra as “the town of sandstone”, relating the history of the famous Nebra sandstone quarries that have been exploited until 1990 (more or less). But once you leave the tiny railway station you will be completely surrounded in a sky disc universe. The “town of sandstone” has completely become the “town of the sky disc” – and it doesn’t matter that the discovery and the visitor center are located near the neighboring village of Wangen (551 inhabitants).

Because its called „Nebra sky disc“ and so Nebra has taken full account of this. There are:

  • The sky disc hotels, divided into: the Country House Hotel “Sky Disc” and the “Hotel Sky Disc”.
  • The bakery has a frieze with the Sky disc in the display window, as well as the drugstore, the jewelry store and a lot of other tiny stores around the town. Obviously, someone has thought this through because the frieze is always the same: a sky blue ribbon with the sky disc on it.
  • At the hotel there are sky disc cookies, a sky disc fountain, a replica of the sky disc at the wall. The sky disc has been incorporated into the room number badge and it has been painted on the wall. It´s everywhere.
  • The tourist maps around Nebra show information “around the sky walks” – so its not only the visitor center and the sky disc, but there is much more. A regional concept has been developed that includes the hiking trail “Sky walks”. This trails connects Nebra and the visitor center in Wangen with tow other archaeological sites (“Dolmengöttin von Langeneichstädt and the Sky observatory Goseck) and the Museum at Halle where the original sky disc can be seen. These archaeological things aside, the trail focusses on hiking in a beautiful hilly landscape, including a “Sky walk cycle”, a “sky walk bicycle trail” and a whole lot of events related to it. But still, the main marketing focus is the sky disc.

 

I don’t know if it’s the same at the Neanderthal Valley (but I will find out soon!), but the relation between archaeology and marketing is really intense in the region of Nebra, I had never seen anything like this in Germany. The interlocking of archaeological find and landscape tourism, hiking, jogging and the inclusion of a whole region into it have surprised me, as I didn’t expect it to be this intense. If it’s the bakery, the drugstore, the hiking trail or the village center – the sky disc unites them all into a single unit that relies on the ongoing fascination of the Nebra sky disc and its history. The marketing centered on a single object – the sky disc and some abstractions of it – lead to a recurring effect of recognition value.

Saxony-Anhalt and above all the region of the rivers Saale and Unstrut are living for some time now off tourism, not least because almost every factory has been closed down following the German reunification in 1990. SO the concentration on the tourism in this beautiful region full of rivers, wine hills, and medieval castles has even increased more than ever because its almost the only source of income. So if it’s the cathedral of Naumburg, the castle in Freyburg, if it’s the “Trail of Romanesque” or the wineries, its all about tourism. But never before had I seen the intent of giving it such a macro regional aspect, including and relating a whole sort of experiences, offering a whole package of hiking, cycling, museums, history & archaeology experiences and landscape.

So in the end I have to admit that I have been very surprised by the intensity of archeology marketing. I like the macro regional aspect, though, because it helps the visitor to understand and think a region as a whole instead of focusing only on certain aspects of it. This is completely in line with the application to appoint the whole region as World Heritage, an idea that also includes a heavy focus on landscape and its transformations through human action.

 

Stadt Nebra - Stadt der Himmelsscheibe - Sprache der Dinge Blog

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