Sprache der Dinge – Language of Things

Materialität, Realität und Konfliktivität in Museologie, Archäologie und anderen dinglichen Wissenschaften / Materiality, reality and conflictivity in museology, archaeology and other material sciences


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Geschichte schmecken? Historisches Kochen. / Savouring History? Historical Cooking.

Heute mal “leichte Kost“! Essen & Trinken im historischen Kontext sind eine hübsche Sache und stehen ganz im Sinne der “Zeitreisen” und Living History. Auch wenn es nur ein kleiner Ausschnitt ist, bringen fremde, “vergangene” Geschmackserlebnisse auch einen ganz kleinen Einblick ins Vergangene. Vor allem wenn man versucht, sie mit den “halbwegs” originalen Zutaten, Zubereitungsarten und Utensilien hinzukriegen. Wer das nicht kann oder möchte und einfach zuhause kocht, kriegt immerhin einen Einblick in die Alltagsgeschichte einer bestimmten Epoche -zumindest dann, wenn er ein ordentliches Kochbuch benutzt und nicht einfach “Paläo-Diät” bei Google eingibt.

FOTO PALÄO

Als multi-sensorisches Erlebnis bietet Essen ganz verschiedene Zugänge: vom Schmecken, Sehen, Hören hin zum Riechen und Anfassen/Tasten. Hier hat sich die Gastrosophie als neuer Untersuchungszweig entwickelt, der all diese sensorischen Aspekte zzgl. der ganzen kulturwissenschaftlichen, archäologischen und ernährungstheoretischen Details abdeckt. Und über die Macht von diversen Gerichten auf unsere Erinnerung muss ich seit Proust ja wohl nix mehr sagen…  Living History & Kochen – auf jeden Fall ist das ein Thema, das nicht allzuviel Vorbereitung braucht und daher vielen Menschen offenstehen kann, auch solchen die sich jetzt nicht ständig oder in größerem Zeitrahmen mit Vergangenheit beschäftigen.

Da gibt es zum Beispiel große Foren in Großbritannien, die sich mit dem passenden Zubereiten von Essen bei Living History befassen: Living history: Eating in the 19th century und Foren in Großbritannien zum Thema Living History / Food & Drink oder Seite auf Deutsch, auf denen der Kochprozess lange & ausführlich dargestellt wird. Der Blog Silvretta schreibt über keltischen Urkäse…( hier bei: Silvretta ) und überhaupt gehört Essen & Trinken zu einer richtigen Zeitreise irgendwie dazu, wie z.B. M. Fenske in ihrem Artikel “Abenteuer Geschichte: Zeitreisen in der Spätmoderne” darstellt.

In den letzten Jahren, nein, eigentlich seit dem Abitur als das Lateinbuch auch das Rezept für Garum und Würstchen mit Honig (kann das wirklich sein?????) enthielt, seitdem habe ich mich hin und wieder mit historischem Kochen beschäftigt – mein letztes sehr konkretes Zusammentreffen damit war beim Familientag in der Arche Nebra, dort mit “Bronzezeitlichem Essen” aus Linsen, Erbsen, Stockbrot & Würstchen oder auf dem “Zeitwanderweg” der Slawenburg Raddusch, der unter anderem auch die Kulturpflanzen vom Neolithikum bis in die Eisenzeit “in freier Wildbahn” zeigte.

Bronzezeitliches Essen: Linsen im bronzezeitlichen Tontopf! Arche Nebra - Sprache der Dinge Blog

Bronzezeitliches Essen: Linsen im bronzezeitlichen Tontopf! Arche Nebra – Sprache der Dinge Blog

Und da ich neben Archäologie & Arbeit auch gerne koche, habe ich mir öfter Gedanken darüber gemacht, wie die Gerichte wohl aussahen, die man zu verschiedenen Zeiten dargebracht bekam. Während des Studiums war es dieses Buch von Jens Lüning, das mir eine neue Ideenwelt eröffnete mit seinen Aufzählungen verfügbarer Obst-, Gemüse – & Getreidesorten im Neolithikum Mitteleuropas. Während der Feldarbeit in den Südanden gehörte es für mich immer auch dazu, Essen aufzuspüren, das so oder ähnlich auch in vorspanischer Zeit gegessen worden sein mag. Als Heimat von Kartoffeln (auch gerne als Trockenkartoffeln), Mais, Kürbis & Ananas, Chili & Erdnüssen, Quinoa & Amaranth sowie der immer noch üblichen Zubereitung von Trockenfleisch und -fisch sowie dem gelegentlichen Auftauchen essbarer Ton-Sorten (hier nachlesbar bei Browman & Gundersen) kommt da so einiges infrage, von dem man manches etwa hier einsehen kann: Fixaufdentisch.de Überhaupt ist das Auseinanderdividieren der vor der Entdeckung Amerikas verfügbaren Esswaren in Europa durchaus spannend, wenn man sich wenig oder gar nicht damit beschäftigt. Hirse? Linsen? Äpfel? (Fasizinierende Leküre hierzu: 1493 von Charles C. Mann). http://en.wikipedia.org/wiki/1493:_Uncovering_the_New_World_Columbus_Created

Es ist ein spannendes Thema, da es mittels ungewohnter Geschmäcker nicht nur aus der eigenen Welt weg-transportiert und neue Räume öffnet, sondern auch den Blick schärft für Dinge, die in unseren Küchen heute nur allzu normal sind – aber noch nicht lange sind. Oder auch für Dinge, die wir nicht mehr nutzen, aber die lange die Küche unserer Familien begleiteten. Auch das DDR-Museum bietet ja eine ganzes Restaurant mit DDR-Küche an (nur mit sehr un-DDR-haften Preisen), der beste Beweis dafür, dass eine ganze Gesellschaft und ihre Kultur in der Vergangenheit gelandet ist.

Im Rahmen dieses Interesses für Küche & Kochen in anderen Zeiten habe ich über die Jahre auch immer wieder Kochbücher gesucht, gefunden, verworfen. Living History führt ja auch dazu, dass beliebte Epochen wie das Mittelalter mit einer riesigen Anzahl von Kram vermarktet werden, auch mit Kochbüchern. Hier habe ich einmal die herausgestellt, die sich tatsächlich bewährt haben. Ihre Namen heischen viel Aufmerksamkeit – das müssen sie auch auf dem absolut überfüllten Kochbuch-Markt. Nichtsdestotrotz ist ihr Inhalt großartig und keine Effekthascherei. Sie zeichnen sich durch Vieles aus, v.a. aber dadurch dass sie Gerichte & ihre Kontexte tatsächlich versuchen so darzustellen wie sie gewesen sind oder sein könnten – auch wenn dies unserem Geschmack eher entgegensteht: Kohl mit Zimt & Parmesan aus der Renaissance? Trockenfleisch und gefriergetrocknete Kartoffeln mit essbarem Ton? Seltsame Vorstellungen! Der Probierfaktor geht hier über den Gefall-Faktor. Trotzdem bieten sie auch immer “moderne” Alternativen, um ein Nachkochen oder -schmecken zu erleichtern, falls das gewünscht ist. Diese Kochbücher vereint ausserdem der wunderbare Anspruch, die Gerichte nicht möglichst toll, sondern möglichst unbehandelt zu fotografieren oder kontemporäre Original-Bilder dagegenzustellen.

Alle drei Bücher sind eine wunderbare Möglichkeit um sich mit etwas Zeit in andere Zeiten einzufühlen und einzuschmecken. Und wunderbar, um mit Freunden einfach mal etwas ganz Neues zu probieren – und sich zu fragen warum und wie wir heute essen! Und auch eine andere Frage einmal zu bedenken: wir arbeiten immer mit Objekten, materiellen Dingen der Vergangenheit, oder schriftlichen Dokumenten. Aber was ist mit so immateriellen Dingen wie Geschmack, Geruch, Tastsinn? Wie fühlen sich diese Dinge für uns an, eröffnen sie uns vielleicht ganz andere Zugänge zur Vergangenheit als die üblichen Museums-Glaskästen? Probieren wir es aus!

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Browman, D. & J. Gundersen, 2007. Altiplano comestible clays: Prehistoric and historic geophagy of Highland Peru & Bolivia. Geoarchaeology 8 : 5, S. 413-425.

Fenske, M., 2009. Abenteuer Geschichte. Zeitreisen in der Spätmoderne. In Hardtwig & Schig (Ed.): History Sells! Franz Steiner Verlag.

Lutz, P., 2007. Herrenspeis & Bauernspeis. Krumme Krapfen, Olla Potrida und Mamonia. Rezepte aus der mittelalterlichen Burgküche. Fulda: Verlag M. Naumann.  

Lüning, J., 2000. Steinzeitliche Bauern in Deutschland – die Landwirtschaft im Neolithikum. Bonn: Habelt.

Peschke, H.-P. von & W. Feldmann, 2001. Kochbuch der Renaissance. Düsseldorf: Patmos Verlag.

Werner, A. & J. Dummer, 2010. Kochen durch die Epochen. Von der Steinzeit bis ins Mittelalter. Stuttgart: Theiss.

Slavic Fort Raddusch

Slavic Fort Raddusch

 

 

 

 

 

 

 

ENGLISH VERSION

So, today it´s „light fare“! Eating & Drinking in a historical context are a nice thing to do and are completely in line with “Time Traveling” and Living History. Even when it’s a rather eclectic and fragmentary view of it, these strange, “exotic” flavors can give us a glimpse of the past. Especially when you try to cook them with half-decent ingredients, original forms of preparation and / or implements. If you don’t like that or its too much of an effort and you´d just like to proceed to cook it at home as it comes along, then you might still get a glimpse of everyday life and flavors of some time of the past – if you have a decent cookbook at hand and not just enter “Paleo diet at google.

 

FOTO PALÄO

Eating & Drinking are multi sensory events that offer different approaches to the past: smelling, seeing, hearing, touching and overall, savoring something. Gastrosophy has developed as a new discipline that tries to tackle eating & drinking as just this multicomponent event, embedded in a historical – ecological context and offering even archaeological details on eating & drinking. And as to the power of memory a certain dish can emanate: well, I don’t have to say nothing about this after Proust, do I? Living History & cooking: that’s something that doesn’t need too much preparation and is open to a whole bunch of different people and audiences. You don’t need to be heavily interested in archaeology to like a historical meal! You just have to love cooking and have a certain interest in past times to enjoy historical cooking!

There are a lot of forums, especially in great Britain, that offer advice on preparing historical dishes in as-much-as-possible original settings or during Living History events or at this forum! And there are websites in German that offer information on how to create celtic cheese (Here at Silvretta!) and, in general: Eating & Drinking is just part of a “real” time travel, as M. Fenske lays out in her article “Adventure History: Time Travel in the late modern age” (Available only in German, I’m sorry!)

In the last years, or to be true ever since I left high school with a Latin textbook that offered recipes for Garum and Sausages with Honey (can that be ???) as well as translations, since this moment I have been interested in historical cooking. I love cooking in general, but cooking as a glimpse of the past has been always on my mind. The last time I came across it was at Arche Nebra, where we were offered Bronze Age Food during the family day, which included lentils, yellow peas, sausages and bread on a stick or during our walk across the area outside the Slavic fort at Raddusch, where a “Time Hiking Trail” included the crops from the Neolithic up to the Iron Age “in the wild”.

 

Bronzezeitliches Essen: Linsen im bronzezeitlichen Tontopf! Arche Nebra - Sprache der Dinge Blog

Bronzezeitliches Essen: Linsen im bronzezeitlichen Tontopf! Arche Nebra – Sprache der Dinge Blog

So, in all these years I thought a lot about the dishes served and smelled during the Past. During my university years, it has been this book by Jens Lüning on Neolithic farming that offered me a lot to think with its presentation of fruits & vegetables available during the Neolithic. During fieldwork in the South Andes I alwys tried to find dishes that may have been served similarly in prehispanic times. The South Andes are home to a lot of crops, among them plants like the potatoe (often consumed as dried potatoe or chuño), as well as maize, squash & pineapple, chili & peanuts, quinoa & amaranth and the still thriving business of dried meat (called charque) and dried fish as well as the consuming of edible clays (have a look at this fascinating topic with Browman & Gundersen). In general, its very difficult to separate all these different crops that have mingled since the European discovery of the Americas (Fascinating reading on this topic in a ever readable style: “1493. Uncovering the New World Columbus created” by Charles C. Mann).

It´s fascinating how strange and new flavors can transport you to a new world of experiences, and how it sharpens the view for things that have become totally normal in our current cooking but haven’t been for a long time! Think of new ingredients or new forms of cooking! Or of objects that we don’t use anymore but that have accompanied the cooking of our families for long times. Even the GDR-Museum offers a restaurant with genuine GDR-recipes (but with non-GDR-prices) and it’s the best proof that this German state has perished – it´s past now.

Within this interest for cooking and kitchens in past times I have tried several cookbooks, sought them, rejected most of them. The interest for Living History has led (among the selling of other accessories) to the publication of a whole bunch of cookbooks; there are dozens alone for the middle ages! I have compiled the three that I really love, giving a glimpse of prehistory, the Middle Ages and the Renaissance. Their titles are begging for attention – but well, that’s just necessary on this highly competitive market for cookbooks. What really matters is that their recipes are great. They stand out due to their combination of history and context, trying to present the recipes as they might have been, even if they are contrary to our current ideas of cooking. Cabbage with cinammon & parmesan? Dried meat and dried potatoes? These are strange things to eat….and I have tried some of them at this website: Fixaufdentisch.de !

In these books, trying new dishes is the more important than cooking something similar to what we regularly eat. But these cookbooks offer alternatives as well, when you want to make the dish more similar to something we might be eating today. They give you advice on how or where to find a certain ingredient or how to get a substitute of it. And they share the wonderful idea that photos of these dishes should be presented NOT according to marketing issues, doing a lot of photo-shopping or food-photographing, but insisting on photos of the actual dishes just as they are. Or on pictures of the dishes in contemporary sources like paintings or printings.

All three book offer the wonderful opportunity to feel something of what the Past might have been like and what its flavors were. And they are wonderful to spend time with friends exploring foreign times & sensations – to try something new and to ask ourselves why and how we eat today. And there is another question as well: we always center on objects, on the material world that surrounds us. What about the immaterial issues of sensory impressions? How do they feel, do they open up new entrances to the Past? Other ones than the usual museum exhibitions with objects behind glass?

Lets try it!

P.S. If you have another ideas for cookbooks that might be interesting, let me know! I´m looking forward to it!

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Related Reading:

Browman, D. & J. Gundersen, 2007. Altiplano comestible clays: Prehistoric and historic geophagy of Highland Peru & Bolivia. Geoarchaeology 8 : 5, S. 413-425.

Fenske, M., 2009. Abenteuer Geschichte. Zeitreisen in der Spätmoderne. In Hardtwig & Schig (Ed.): History Sells! Franz Steiner Verlag.

Lutz, P., 2007. Herrenspeis & Bauernspeis. Krumme Krapfen, Olla Potrida und Mamonia. Rezepte aus der mittelalterlichen Burgküche. Fulda: Verlag M. Naumann.  

Lüning, J., 2000. Steinzeitliche Bauern in Deutschland – die Landwirtschaft im Neolithikum. Bonn: Habelt.

Peschke, H.-P. von & W. Feldmann, 2001. Kochbuch der Renaissance. Düsseldorf: Patmos Verlag.

Werner, A. & J. Dummer, 2010. Kochen durch die Epochen. Von der Steinzeit bis ins Mittelalter. Stuttgart: Theiss.


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A digital artefact or: the whole world is entangled. #edcmooc

 

Its been four weeks now and at the “E-Learning & Digital Culture” -mooc we have been through a lot of thinking on how the human & the digital mingle & intertwine. And for weeks now, there has been one word on my mind; calling, teasing, pushing me to inquire further. Its: entanglement. It has already been present at this blog, right from the start: when writing about the concept of the anthropocene or the exposition Human – Object – Jaguar. When talking about the 2013 conference on materiality and things in Berlin. It has always been here, but now it has reached a new level, a clearer perspective.

 

Collage entanglements sprachederdingeblog

Collage entanglements sprachederdingeblog

Entanglement is the thing that offers a historical and futuristic perspective on our relationship to the human & digital world and their supposed opposition. The word “digital artifact” in itself evokes a kind of startling opposition – isn’t an artifact to be actually made by a human – by a human hand & to be actually physical, touchable? Well, the opposition between digital & human disappears when you think of my hands writing this text.

Entanglement:
tr.v. en·tan·gleden·tan·glingen·tan·gles

1. To twist together or entwine into a confusing mass; snarl.
2. To complicate; confuse.
3. To involve in or as if in a tangle” (as seen here). 
And being thus it has, obviously, much to do with the intertwining spheres of human & digital, if we may apply these distinctions. “Entangled” has also been one of the most discussed topics in archaeology in the last 18 months. “Entangled” by Ian Hodder, has brought to mind the human – object – relations, the object – object – relations and the human – human – relations that define ourselves since human beings have appeared on Earth. But: How does this connect to the theme of #edcmooc?
Well, our human relation to the material, object world has always been complex & manyfolded, implying that it´s not only us, the humans, who are changing and forming objects, but objects form us as well. They change us, and our perception of the world. And objects do have lives with other objects, relating and influencing each other. Its an increasingly complex web of relations, defining human and object nature for several tens of thousands of years. In one case, Humans themselves have been described as objects, “emerging out of nowhere and changing everything” (Bryant 2012 cited in Marila 2013).
Collage entanglements sprachederdingeblog

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And the implications of this definition of entanglements go even further. If we extend this complex web of relationships to our current societies, then the digital & the human world are intertwined as well, influencing each other in a mutual way. Many of the short films that accompanied the mooc have shown this – from marketing ads up to rather philosophical short films. The debate on transhumanism borders on just this question: who are we, and what objects do enhance or change us when we incorporate them into ourselves and our lives? If “tracing entanglement means making our way through a strongly heterogeneous world & following links and chains” (Pollock et al. 2014 on Hodders “Entangled”), overstepping disciplinary boundaries, than the current intertwining of “digital” & “human” or “real” does just that: it opens a whole world of new links & paths. The point is notify you’re  using your smartphone “only” to check on Facebook or if you’re engaging heavily in internet technology & the digital self, discussing topics like transhumanism and a digital life. We are all changing from this new entanglement, even if we don’t use these new objects & technologies.
 
Entanglements & the temporal urge of Dis-Entanglements (aka “simplifying your life”, “get back to the essential(s)”) with objects & technologies have ever been part of human life. There is no such thing as a “humanist” era when technology didn’t influence on our “self”, our “minds” or being. We have always been and will always be in motion with the object world that surrounds us. Its not a question of discussion but a fact – a fact we have to consider carefully to take our own steps in this intertwined world of relationships. How far would you like to go? How much are you disposed to invest? And why do you choose to do so?
Street Art, Berlin, Germany sprachederdingeblog

Street Art, Berlin, Germany sprachederdingeblog

Suggested reading:
Marila, M. (2013) Ian Hodder: Entangled: An Archaeology of the Relationships between Humans and Things , Norwegian Archaeological Review, 46:1, 121-123, DOI: 10.1080/00293652.2013.773367
Pollock, S., R. Bernbeck, C. Jauß, J. Greger, C. von Rüden, S. Schreiber, 2014. Entangled Discussions: Talking with Ian Hodder About His Book Entangled, Berlin, 14. December 2013. Forum Kritische Archäologie 3: 151-161.
P.S. I was searching desperately for online ressources to create my digital artifact in another form than a blog post. But unfortunately, there seems to be nothing as flexible as my blog? I wanted this post to be rather like a digital scrapbook to be thumbed through, with pages for pictures and the like, something that included shortcuts, links and text, together with a flexible insertion of my own pictures and drawing and collages. But I couldn’t find anything like that, or rather: not for free. So – I recurred to blogging, after all!


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Kurz in eigener Sache: Pressemeldung der DGUF zum Thema Archäologie in NRW

Über folgenden Link bei Archäologie Online kann man einsehen, was die Gesetzesänderung in NRW vor einem Jahr bewirkt hat. Welche Probleme sind aufgetreten? Wo ist wohl gemeintes Ändern-Wollen bestehender Probleme in nun noch problematischere Zustände umgeschlagen? Ich kann sowohl die Lang- als auch die Kurzfassung des Artikels, der die Auswirkungen des Ganzen innerhalb eines Jahres beleuchtet, nur empfehlen.

 


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Twitter & Archäologie: eine Inspiration! / TWitter & Archaeology: an inspiration!

zu Beginn:

Ich bin immer wieder total erschlagen davon, was archäologie-mäßig bei Twitter stattfindet. Meine Twitter-Timeline  im Rahmen von Archäologie & Museen ist derart aktiv, und zwar deutsch – und englischsprachig, dass sie mich manchmal tatsächlich überfordert. Sie ist aktiver als meine “normale” Timeline mit Menschen, denen ich eher auf privater Ebene folge & gefolgt werde!

Obwohl die deutschen Archäologen im Netz je eher weniger präsent sind, zumindest wenn man es mit dem englisch-sprachigen Raum vergleicht, sind doch auf Twitter einige zu finden, wie etwa @PreinfalkFritz oder @juliabudka. Viele von ihnen teilen Artikel & Veranstaltungsankündigungen, aber auch private Fragen zur Arbeit oder Updates zu ihren Projekten. Das Vernetzen mit Kollegen, wie es hier von John Lowe  bei Can you dig it? dargestellt wird, findet auch statt, allerdings in einem geringeren Maße. Liegt das auch daran, dass momentan noch wenige deutsche Archäologen bei Twitter unterwegs sind? Möglich. Ich würde mir definitiv wünschen, dass auch mehr persönlicher Kontakt auftaucht.

Im Museumsbereich ist die Lage noch interessanter. Hier wird gewittert was das Zeug hält, sei es von Kongressen, #tweetups oder von der Arbeitsfront an sich. Blogeinträge werden angekündigt, besprochen, bewertet. Fotos fliegen hin & her (mein Favorit der letzten Wochen: #museumofselfies , auch zu sehen als Gruppe hier bei Tumblr !).

Hier zwei Beispiele zu #museumofselfies:

 

Was aber tatsächlich ein Knaller ist, ist die Relevanz die Twitter mittlerweile für meine eigene Arbeit hat. Über das Teilen kostenloser Artikel, habe ich nun schon mehrere Texte gefunden, die für meine Keramikanalysen & -interpretation absolut relevant sind. Das v.a. dank des spektakulären @OpenAccessArch , dessen Tweets immer wieder Open-Access-Artikel enthalten, Konferenzankündigen & Calls for Papers.

Auf der anderen Seite ist es so möglich, Konferenzen gerade im Museumswesen ziemlich gut live per Twitter mitzuerleben, und so zumindest eine Idee davon zu erhaschen, welche Themen gerade aktuell sind & wie die Diskussionen laufen. Letztes Beispiel hier war etwa der Hashtag #museumbabel der gleichnamigen Konferenz des Senckenberg-Museums in Frankfurt/Main. Das ist für mich eine wunderbare Möglichkeit dabeizusein, obwohl weder mein Job noch meine Zeit es zulassen, soviel Konferenzen zu besuchen wie ich möchte!

Twitter ist also so etwas wie mein persönliches Information-Update für jeden Tag. Zwar gibt es neue Kontakte und neue Ideen, aber hauptsächlich bleibt es doch bei der Informationsbeschaffung. Ich meine das gar nicht negativ, denn was hier stattfindet, lässt mich trotz einer momentanen Arbeit außerhalb der Archäologie dabei bleiben, zuhören, mitmachen. Relevanz von Twitter fürs Arbeitsleben? Definitiv! Und es ist eine Inspiration!

ENGLISH VERSION

To start with: The TRUTH ON STONEHENGE!

Over and over again I have been overwhelmed by the archaeological activities on Twitter. My TimeLine on archaeology & museums is even more active than the private one I maintain on the side! Posts in English & German keep coming in at all times of the day and in a quantity that is simply overburdening my capacities.

Although German archaeologists are rather under-represented at Twitter and the net in general, especially when comparing with the English speaking world, there are some of them on Twitter. Many of them are sharing articles & data on conferences, but also private opinions about their work and projects. Networking with colleagues as has been described by John Lowe on can you dig it? has been rather sparse until now in my case but it has occurred occasionally. It seems that the German archaeological sphere still relies heavily on personal contact than on virtual presentations. So my Twitter network is mainly British…

In the museum area, things are even more agile. Twitter is constantly used, be it at congresses, with #tweetups from museums or directly from work. Blog posts are being announced, shared and commented, pictures get viral (my personal favorite has been #museumofselfies that can be found on tumblr as well!)

 

But was has come as a real surprise to me has been the relevance Twitter has acquired for my own work. The sharing of open access articles has led to the discovery of various texts that have proved more than relevant for my ceramic analysis and interpretation. That’s mainly due to the spectacular @OpenAccessArch but also thanks to a lot of like minded people out there that are sharing their own work.

On the other hand it has been possible for me to follow conferences, especially in the museum sphere, on Twitter. This allows me to get a glimpse of the current main themes and discussions even when its impossible for me to attend the conferences!

This way, twitter has become something like my personal information update on archaeology and museology every day. There are new contacts and new ideas and overall: new information for me to use and consider. That’s the best opportunity to stay tuned in a field I currently can´t give as much time to as I would like. So, is twitter relevant for my working life? Definitely! And its an inspiration!


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E-Learning and Digital Culture #edcmooc : finishing week 3!

As the course is in English, pardon me if this post will be only available in English, as well.

Though I have been November-ill most of this week, I found some time in between to catch up with the videos and lectures of #edcmooc in this third week. It´s fascinating, because now we are on to something absolutely basic to humans: the question on how we define ourselves as humans and how this relates to the idea of digitally and its impacts on human being and society. After reading & watching the resources, including this great short film “They are made out of meat“, I was definitely wondering on the human – digital nature of our current world. It all depends on where your priority lies when you define something!

Surely, thats a question that comes up every so often when you notice that you are bound to the news on twitter, blogs, etc. When you realize that a smartphone has become a real part of your life, creating networks of persons (well, what persons? real persons? avatars?), well lets say “beings” that are becoming part of your life, that in a certain way you trust in the fact that they are THERE (out there, in any case). So: is this a new level of being human? I haven’t read enough on the subject to revise any theories that may exist, its just that I feel something is changing. Our social life is increasingly immersed in others than the actual “real” spheres of life: meeting in person, speaking (life or on telephone). There are other ways to be inside a peer group and they are virtual.

Now, I have often been asked by older family members if I don’t feel that I am depended on my smartphone. And on the internet. And I have to say that: YES, I have become dependent on it. And with developing this dependency I have learnt to be able to cope with it, balance it, give it the room it needs. And to create and maintain OTHER rooms of relationships as well! Is dependency on new social groups bad or good? Or is it just a new form of interaction? Just as books were considered to be sickening to people who read too much, or TV for people who watch it for hours? And isn’t this all about how we deal with it? It helped me a lot to see historic approaches to “what is human” from antiquity onwards, because it shows you that the integration of new traits in our perception of humanity is a changing and slow process.

It seems to me that we are, right now, in an age where many of us are divided between the people that are online and offline present – and the ones that don’t use online social resources but have a rather pragmatic, informational approach to the use of the internet and digital possibilities. I still can’t see where the Digital Natives fit in, but I hope to find out as my child grows up.

Anyway, being immersed in the sphere of Moocs, constant twitter messages, emails and the like, I cannot help but feel that this is and will become a really big part of our future. We will be immersed in digital life & we will have to come terms with it in order to create a healthy relationship with it.

Personally, I see humanity mainly as the ability and the wish to belong to a social group (or various). This may be a very simplistic definition, but its what for me characterizes a human being in the foremost sense. Any other human elements as well as a critic approach to this wish of belonging, in my opinion, stem from it. In this sense, immersing oneself in new social groups in a digital world is just a logical next step from where we are right now. This blog is just one example of changing the “real” world employing digital means. Creating new networks & reaching out to new people, present in this new space of digitalis. (Guy from Guy Cowleys Blog put my feelings into an image, that can be seen here!)

Extending our space into a digital one is maybe also a logical development when in the “real” world we don’t have nothing left to discover. OUr geography has been out mapped 100 years ago and what is left is outer space – and digital space. I sometimes tend to see digital space like a new land, where you may get lost, encounter wonderful places, adventures and perils. its these human feelings that have remained the same, and we set about this new continent of Digital-Land. Digital Immigrants and Digital Natives are just words that are in line with these feelings.

Sprachederdinge blog #edcmooc

Sprachederdinge blog #edcmooc


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E-Learning & Digital Cultures #edcmooc : we´re right into week 2!

I tried to take this Mooc “E-Learning and Digital Cultures” on Coursera before, but hadn’t got the time to finish. Its quite different from other Moocs I´ve taken so far because it´s more independent. You´ve to read some resources, but there are only a few video lectures and you´re rather on your own to think, connect with other people and think again.

In a way, it requires more energy although not more time. The first block of the MOOC is on Utopias and Dystopias, making you think about the future of the digital world. Is it good, bad, indifferent? These days, I thought a lot about this because I became acutely aware of how many people are out there without access to social media that I am using rather frequently. Its because they don’t feel the need to use them, but rather use the email/letter/telephone way. So, the first two weeks of the MOOC are hitting bottom with me right now. And even more when you have a look at the videos that are part of the thinking process: pure & thoughtful reflections of our ideas on the digital age – right now and in the future.

Moreover, when today I registered for Re:publica 2015. And thinking of setting something up (a panel? a session? a paper?) I found it rather distressing to realize how few people in my surrounding are into this digital spaces of expressing oneself and feeling that theres a relevance to it. So, this time #edcmooc might have a better chance of surviving my precious spare time and being thought through!

Exhibition at shopping malls: "25 years of the Fall of the Berlin Wall", Potsdamer Platz Arkaden


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Der Teufel ist unter uns? Ausstellungen in Einkaufszentren / OMG!!!! Exhibitions in Shopping malls.

Exhibition at shopping malls: "25 years of the Fall of the Berlin Wall", Potsdamer Platz Arkaden

Exhibition at shopping malls: “25 years of the Fall of the Berlin Wall”, Potsdamer Platz Arkaden

Wenn man manchen Museums- und Vermittlungsmitarbeitern so zuhört, könnte man glauben, einen Teufel gäbe es wirklich. Er ist so böse, dass manche Mitarbeiter sogar an Kündigung denken, wenn er auftaucht, damit sie nicht in Kontakt mit ihm kommen. Der Teufel heißt: Ausstellungen in Einkaufszentren. Natürlich gibts es auch andere Museumsmitarbeiter, die das Ganze etwas differenzierter sehen, aber die Einstellung, dass eine Ausstellung in einem Einkaufszentrum eine fiese Sache sei – die ist mir trotzdem schon öfter begegnet. Und ich frage mich: warum eigentlich?

Viele Menschen, die ich damit habe umgehen sehen, rümpfen (heimlich oder ganz offen) die Nase über diese Ausstellungen zu allen möglichen Themen in Shoppingmalls in aller Welt. Meist geht es um die negative Besetzung von Konsum & Konsumismus, die als entgegengesetzt der Hochkultur (aka: Museum) verstanden wird. Ich selbst habe von thematisch völlig vom Shoppingcenter losgelösten Ausstellungen über die Europäische Raumfahrtbehörde (ESA)  und Ausstellungen über Trekking-Erfahrungen im Outdoor-Laden schon einiges gesehen. Und das Internet sagt mir, dass auch ganze Kunstausstellungen zum Teil in Shoppingcenter verlagert werden, vor allem im asiatischen Raum.

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Nachbarschafts-Einbindung ist momentan ja eine große Sache. Seit das Thema der Partizipation nach Deutschland geschwappt ist und seitdem Kultur zeitgleich immer weniger finanziert wird, ist das Thema nicht mehr nur eine  Nische für engagierte Menschen, die finden dass Kultur für alle dasein sollte und in die breite Masse kommen sollte. Sondern das Thema “Nachbarschaft”, “Kiez”, u.a. werden als Marketing-Tool genutzt, das größere Besucherzahlen bringen soll; Interesse für die eigene Sache, am Ende also: mehr Geld. Allerdings ist es eine Sache, sich so etwas auf die Fahnen zu schreiben, ein andere ist es nämlich das Ganze auch umzusetzen. Ein Beispiel aus der zeitgenössischen Musik-Szene: das Konzerthausorchester Berlin hat groß angekündigt: Kiezkonzerte! zu machen. Diese finden jedoch, wie sich nach der großen Plakataktion zeigte, nicht etwas tatsächlich in den ablegenen Orten der Kieze der Hauptstadt statt, sondern eher in sehr eleganten, extrem sorgfältig und kulturell gepflegten Orten wie dem BodeMuseum, dem meCollectorsRoom und anderen Spielstätten. Da fragt man sich dann doch, was das “kiezige”, urtümliche, volksnahe daran sein soll, was ja durch das Wort “Kiezkonzert” nahegelegt wurde.

Ähnlich also im Ausstellungsbetrieb. Seitdem es en vogue ist, das Publikum in Ausstellungen stärker einzubinden, sie auf vielfältige Form anders konsumieren und in geringerem Masse auch partizipieren zu lassen, seitdem scheinen sich auch Ausstellungen an anderen Orten als dem klassischen Museum stärker durchzusetzen. Zum großen Teil werden diese Ausstellungen dafür veranstaltet, eine bestimmte Institution dem Publikum auf leichte Art vorzustellen und näherzubringen. Sei es die ESA, wie oben erwähnt, die in den berliner Potsdamer Platz Arkaden aufbaute, oder eben eine Fotoausstellung in der Philharmonie zum Thema “Gustav Mahler” – man möchte sich präsentieren. Und da eine Ausstellung in der Philharmonie immer nur die antrifft, die diesen Hort der Hochkultur sowieso schon betreten haben, bieten sich Einkaufszentren doch an um wirklich eine breite Masse im eher entspannten (?) Wochenend-Shopping anzusprechen.

Wiederum in den Potsdamer Platz-Arkaden im Zentrum Berlins lief im Oktober 2014 eine Ausstellung zum Thema 25 Jahre Mauerfall, die auf wunderbare Weise einmal aufzeigt was da alles so drinsteckt.

1. Bleib bekannt! Hier wählte man ein Thema, das in Berlin sowieso überall aufkommt UND das zudem am Potsdamer Platz auch noch wegen des Geistes de Ortes geographisch nahe liegt: die Berliner Mauer verlief nur ungefähr 100 Meter von den Arkaden entfernt. Außerdem bietet es sich zusätzlich noch wegen des Jubiläums des Mauerfalls an. Mehr geht eigentlich nicht!

2. Sei PLASTISCH! Vom Trabbi bis zum Mauersegment, vom Stacheldraht bis zum Kostüm von Udo Lindenberg (Ich sage nur: “Sonderzug nach Pankow“) war alles original da. Womit wir auch schon beim zweiten Punkt wären:

3. Sponsoren! Hier sponsort das ebenfalls am Potsdamer Platz gelegene Musical-Theater die Ausstellung mit, weil sie nämlich seit Jahr & Tag das Musical “Hinterm Horizont” spielen, passenderweise mit Musik von Udo Lindenberg & dem Thema “Deutsche Teilung”. Passt also! Und die dezenten Hinweisschildchen neben den Vitrinen á la: “Hier entlang zum Musical-Theater” fallen auch nur minimal auf. Zum Thema Udo Lindenberg & Sonderzug nach Pankow hab ich hier schon mal was gesagt, meine Meinung über diesen angeblichen”Song der Revolution von 1989″ hat sich nicht geändert. Deshalb hier nochmal gerne der Link zu einem Video der DDR-Band Sandow: “Born in GDR”.

4. Bleib einfach! Die Texte in der Ausstellung sind kurz. Und: die Sätze sind SUPER kurz. Hauptsätze. Hauptsätze. Hauptsätze. Möglichst nicht über 8 Wörter. Selbstverständlich in Deutsch & Englisch, das Publikum, das hier einkauft ist international.

5. Wiedererkennungswert! Man setzt auf Altbekanntes und erzählt dann “Die Geschichte dahinter“. Beispiel etwa: die Geschichte des berühmten Fotos des Soldaten, der über den Stacheldraht springt, ikonenhaft in ganz Berlin immer wieder genutzt, um “Die Deutsche Teilung” zu illustrieren.

6. Keine Aufreger! Der Aufbau folgte schön dem chronologischen Aufbau, also 1961 – 1989. Und die Texte, Fotos, etc. boten jetzt auch nix Bahnbrechendes, sondern eher das was man sowieso in den Medien kennt. Erfreulicherweise wurde aber tendenziöse Dinge (siehe die Besprechung der Erinnerungsstelen in Berlin!) unterbleiben. Danke dafür!

Prinzipiell finden sich hier also relativ viele Dinge vereint, die für diese Ausstellungen typisch sind: Wiedererkennungswert, populäres Thema. Einfach verständliche Darstellung & Betextung. Alles in allem finde ich, dass Ausstellungen in Shopping Centren generell eine nette Art sind, Dingem, Themen, Institutionen, anzureißen. Warum nicht? Es macht Lust auf mehr, für mich jedenfalls. Den anderen Besucher interessiert vielleicht einfach die unterhaltsame Art der Darstellung. Natürlich reden wir hier nicht von den großen, komplexen Themen. Andererseits habe ich das Gefühl dass die auch in großen etablierten Museen häufig nicht unbedingt auf der Agenda stehen. Also: Warum dann nicht eben doch eine Ausstellung im Shopping-Zentrum?! Es ist ein Anfang, sich selber nach draußen zu begeben um Menschen zu begeben, die sonst nämlich nicht ins Museum kommen! Und zwar nicht, indem man in eher elitären Orten eines Kiezes auftritt sondern eben wirklich da, wo die Leute hingehen.

Übrigens ein interessanter kurzer Text zum Weiterlesen:

Heumann, E., 2007: The Potential of Museum Learning – The Essential Museum. In Lord, B. (Hrsg): The Manual of Museum Learning. Altamira Press.

Und, zum Thema “Welche Besucher kommen denn so in ein Museum & warum?”: 

Graf, B. & Noschka-Roos, A., 2009. Stichwort: Lernen im Museum. Oder: eine Kamerafahrt mit der Besucherforschung. ZfE 12: 7-27.

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ENGLISH VERSION

When you are listening to some people working in the museum and education sphere, there seems to be a devil among us. He is so evil that some people even consider to resign so that they won´t get in contact with him. The devil is called: Exhibitions in shopping malls. Of course, there are others that have a more differentiated view on this topic but I’ve met many people now that seem to believe that an exhibition in a shopping mall is something evil. And I have asked myself ever since: why is this?

The people I have asked about this are not content with the connection between museums and shopping malls all over the world. Mostly, this is because of the relationship between consumerism as opposed to the perceived “High Culture” of the museum. Considering my own experience I have seen anything ranging thematically autonomous exhibitions of the ESA (European Space Agency) in a shopping mall up to expositions on outdoor experiences in outdoor- shops with a high level of coincidence between the articles on sale and the exposition. And the internet tells me that whole art exhibitions have been moved to shopping malls, mainly in Asia.

Including a neighborhood-concept in cultural institutions is the new current in Germany, since the term of „participation“ is making deeper impact here. And since culture has been less financed every year. Culture is not anymore only for people engaged in High Culture but it should embrace everybody and encounter the masses on the street (or elsewhere). So “Neighborhood” is a new marketing tool that is being employed to get more visitors, which means heightened interest from the population, and in the end: more money. But its one thing to tell everybody that you´re doing the neighborhood-thing and another to have it actually hit the street. Street Credibility is not so easy to come by! A recent example is the Konzerthausorchester Berlin, which claimed to be going “Into the Neighborhoods” doing concerts there. But when you look up where the concerts actually take place than its at really High Culture-locations (e.g. museums!) and not in the parts of the neighborhoods where high culture never gets. May I question what the neighborhood element is, then? If you’re promising neighborhood than I am expecting neighborhood.

So, the same thing happens in the museums & the exhibitions. Since its en vogue to include the public in the exhibitions, to change the form of exhibition “consumption” and (in a lesser percentage) to have people participate, since this date there seems to be a rise in exhibitions at places that are not museums. In many cases these exhibitions aim at presenting a institution to a broader public – as in the case of ESA or the presentation of a photo exhibition at the Philharmonie Berlin concerning the philharmony and its most famous conductors. But as an exhibition at the philharmonie is public only to the people that already from part of a group that consumes culture in a (presumably) regular basis: why not use shopping malls as a platform to encounter people during their shopping trip on weekends?

As an example, I would like to present an exhibition I have recently seen (may I say „visited“?) at the Potsdamer Platz Arkaden, one of the main shopping malls at Berlin. This exposition, called 25 years of the fall of the Berlin Wallshowed what these exhibitions are about.

  • Be familiar! In my example, the curators chose a topic that is present everywhere at Berlin and additionally its super present at Potsdamer Platz where the Berlin Wall stood, only some meters away from what is now the Shopping Mall. And there was the 25th anniversary of the Fall of the Berlin Wall. So, there’s almost nothing that could be more inviting than this topic.
  • Be Vivid! From the famous Trabbi-car up to the original part of the Wall, from barbed wire to the original costume of Udo Lindenberg (a famous Berlin singer of the 1980ies) – everything was an original. Which leads us to point nr. 3:

 

  • Sponsors! In my example, the musical theater Potsdamer Platz is sponsoring the exhibition. And that’s because they are offering a musical called “Behind the horizon” with music by Udo Lindenberg and the topic of the Berlin Wall. So: it fits! And there are very discreet labels at the exhibition indicating the way to the musical theater in case anybody wants to go to the musical after having seen the exhibition.

 

  • Stay simple! The texts at the Exhibition are short. And the sentences are super short. Main clause. Main clause. Main clause. And no more than 8 words per sentence. Of course, the information is offered in German and English because the shoppers have international backgrounds.

 

  • Recognition Value! Choose something everybody knows and then tell “The Story behind it”. Here it was the famous photo of a young East Berlin soldier jumping the Berlin Wall when it was still nothing more than barbed wire. The photo became an icon of the German separation and is used to illustrate history.

 

  • Don’t disturb anybody! The presentation followed the chronological link of the events from 1961 – 1989. And the texts and photos didn’t offer anything disturbing, new or something to make you think. It was a repetition of the things we already know. What’s positive: there were no tendentious statements, either (as I have described here). Thanks’ a lot!

Generally, the exhibition represents many things that can be considered typical for this genre of expositions: recognition value, popular topics, simple presentation and texts and a lot of original artifacts. So, after all it seems to me that exhibitions in shopping malls are quite successful when it comes to presenting a topic to a general public! Sure, these are no detailed presentations, but it encourages anybody to learn more about something – and some may just be attracted by the easy way of presentation. No, these are not the big, complex topics. But, really, sometimes it seems to me that these are not on the agenda of big museums, either. And if this is the case: then why not do something at the shopping mall? It’s a start, and its something where museums can go outside their buildings to meet people that don’t usually attend museums. And if you want to do this, then you shouldn’t go to the High Culture places of your neighborhood but where the people are!

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